Archive for the ‘Gedichte von Fremden’ Category

März 29, 2010

Hilde Domin (1909-2006)

Schon seltsam, dass als ich an jenem Tag im Februar 2006, dem 22. Februar, das Fragment „Die Kinderkrüppelmacher  beendete (per Hand geschrieben), das an jenem Tag Hilde Domin verstarb.

Ich wusste bis vor 2 Tagen nichts davon, denn dachte mir, dass diese noch lebt und möchte heute, an ihrem 100. Geburtstag ihr zu Ehren nicht nur ein Gedicht für sie schreiben, denn auch das vollständige Gedicht, von welchem ich eine Zeile dem Fragment „Die Kinderkrüppelmacher“ vorangestellt habe, in diesem Blog veröffentlichen.

Es war ihr Lieblingsgedicht, es heißt „Abel steh auf“ und hat mir immer schon sehr gut gefallen.

Entweder-Oder….dennoch (z.ü.)

Einfach
ist unmöglich;
verfangen,
sich verlieren
des Lebens Liebreiz,
der Interessen die Gemeinsamkeiten
und atemlos
an den Möglichkeiten
vorbei
zu greifen,
ergriffen werden,
zum greifen nahe,
näher,
ausatmen,
sein lassen,
miterleben,
leben,
das Leid einer Frau,
betrogen, verlassen,
im Stich gelassen
von jenen, die man liebt,
wie immer,
blicken, erstarren,
weiterblicken;
entweder-oder….dennoch.

Sanft blieb ihr Blick
in aller Entschlossenheit,
dem Mut,
tapfer,
denn leicht hat es keine/r
und schwerer
wird die Lebenslast
nicht getragen, denn ertragen;
wach und aufmerksam
durch und mit dem Leben
an sich wachsen,
sich befreien,
umklammern,
festhalten, loslassen
und zurückgeworfen werden
in die Qual, der Freude,
des Schrecklichen und des Schönen
des menschlich Dasein;
Neues finden,
Altes wiederentdecken;
entweder-oder….dennoch.

Affären, Streit,
dienen,
sich unterordnen,
verletzen, verletzt werden;
Wunden und Wunder
und doch
im Liebesstreit erblühen,
die Einsamkeit anfechten,
der Unterträglichkeit
entfliehen,
eine Sterbende,
die gegen das Sterben
zu schreiben anfing;
gegen die Verwahrlosung,
die nur die Liebe,
gegen die Zeit
und der Verzweiflung
nicht die Welt,
denn sich Selbst
entdeckte;
entweder-oder….dennoch.

Die Wörter,
welche den Stürmen
zum Hafen des Lebens
wurden;
der Enttäuschungen
weiterschreiben,
Wort um Wort
die eigene Stimme,
den eigenen Klang
zu finden,
die eigene Aret
dem Chor der allzu Überlegenen,
sich emanzipieren
nach den Erniedrigungen
und sanft blieben diese Augen,
wachsam und mutig,
entschlossen
das eigene Schicksal
zu meistern
dem Chor der allzu Lebenden;
entweder-oder….dennoch.

Knapp, präzise,
trocken;
treffend
was schwer
so leicht wird;
die Stimme
welche gehört wird
unter all den
so laut Schreienden;
sie wird leiser
und findet Gehör;
sie wird sanfter
und findet Wörter;
sie wird sie;
knapp, präzise,
trocken,
treffend,
was leicht
so schwer wird;
dem was dem Herzen
verloren gegangen ist;
schöner wurden die Wörter
durch sie;
entweder-oder….dennoch.

Hilde Domin….Abel steh auf

Abel steh auf
es muß neu gespielt werden
täglich muß es neu gespielt werden
täglich muß die Antwort noch vor uns sein
die Antwort muß ja sein können
wenn du nicht aufstehts Abel
wie soll die Antwort
diese einzig wichtige Antwort
sich je verändern
wir können alle Kirchen schließen
und alle Gesetzbücher abschaffen
in allen Sprachen der Erde
wenn du nur aufstehst
und es rückgängig machst
die erste falsche Antwort
auf die einzige Frage
auf die es ankommt
steht auf
damit Kain sagt
damit er es sagen kann
Ich bin dein Hüter
Bruder
wie sollte ich nicht dein Hüter sein
Täglich steh auf
damit wir es vor uns haben
dies Ja ich bin hier
ich
dein Bruder
Damit die Kinder Abels
sich nicht mehr fürchen
weil Kain nicht Kain wird
Ich schreibe dies
ich ein Kind Abels
und fürchte mich täglich
vor der Antwort
die Luft in meiner Lunge wird weniger
wie ich auf die Antwort warte

Abel steh auf
damit es anders anfängt
zwischen uns allen

Die Feuder die brennen
das Feuer das brennt auf der Erde
soll das Feuer von Abel sein

Und am Schwanz der Raketen
sollen die Feuer von Abel sein

Gedicht von Abraham Sutzkever

März 29, 2010

Abraham Sutzkever

….ein Gedicht von Abraham Sutzkever….

Wer wird bleiben, was wird bleiben? Bleiben wird ein Wind,
bleiben wird die Blindheit eines Blinden, die verrinnt,
bleiben wird ein Meereszeichen, nur ein Krönchen Schaum,
bleiben wird ein kleines Wölkchen, hoch auf einem Baum.

Wer wird bleiben, was wird bleiben? Bleiben wird ein Wort,
Schöpfungsgras, hervorzukeimen heut und immerfort.
Bleiben wird die Fiedelrose – ehrenfest und schön,
sieben Gräser all der Gräser werden sie verstehn.

Mehr als all die vielen Sterne über diese Welt
Jener Stern wird bleiben, der in einer Träne fällt.
Auch ein Tropfen Wein wird bleiben, hier in seinem Krug.
Wer wird bleiben? Gott wird bleiben. Ist dir´s nicht genug?

…another poem by Abraham Sutzkever….

Perhaps these words will endure,
And live to see the light loom –
And in the destined hour
Will unexpectedly bloom?
And like the primeval grain
That turned into a stalk –
The words will nourish,
The word will belong
To the people, in its eternal walk.

Gedicht von Wladimir Majakowski

März 27, 2010

….ein Gedicht von Wladimir Majakowski (1893-1930)….

Lilitschka!

Tabakdunst hat die Stube durchräuchert;
Sie wimmelt –
Höllenpfuhl, Leibergemische.
Hier hab ich, du weißt noch,
deine Hände gestreichelt,
besessen-verzückt,
in der Fensternische.
Heute lehnst du kalt,
dein Herz hart gewappnet,
und morgen vielleicht schon
zischt du:
„verschwinde!“.
Im trüben Vorzimmer müh ich mich tappend,
daß zitternd die Hand in den Rockärmel finde.
Da renn ich raus,
werf den Leib in die Gassen,
toll
vor Verzweiflung,
zerschunden und hohl.
Laß,
Liebste, Beste,
du sollst mich lassen,
sag mir lieber gleich Lebewohl.
Einerlei,
meine Sehnsucht
hängt an dir wie Blei, –
wohin du auch fliehst,
du mußt sie tragen.
So brüll ich mich frei
mit letztem Schrei
von der Marterpein bitterster Klagen.
Ein Stier,
zerquält unter Mühsal und Lasten,
sucht schnaufend die Niedrung,
ein Gewässer, ein kühles.
Wo winkt mir ein Seeufer,
um dran zu rasten?
Bittere Ungnade
deines Gefühles!
Ruhe wünscht der müde Elefant,
macht sichs im Glühsand
fürstlich bequem;
nur deine Liebe
ist mir Sonne und Sand,
doch ich ahne nicht,
wo du weilst und mit wem.
Wolltest du einen Dichter
derart foltern, –
hinwürf er für Geld und Ruhm
seine Schöne.
Mir klingt
das Tönen der Welt wie Poltern;
ich möchte,
daß nichts als dein Name ertöne.
Kein Fenstersprung lockt mich,
keine ätzende Lauge,
nein, kein Pistolenlauf kühlt meine Schläfe.
Kein Blitz einer Klinge,
es wäre denn dein Auge,
hätt Macht über mich,
wenn er schneidend mich träfe.
Daß ich dich gekrönt,
wird mir morgen entfallen:
daß zehrend ich dein Blühn vergöttert.
Ein alberener Wirbel von Karnevalen
hat zausend meine Bücher entlättert…
Geböte das dürre Laub meiner Worte
noch Einhalt
dem Ungestüm schreitenden Schuhs?
Drum trete zum Abschied
auf meine verdorrte
Zärtlichkeit
dein enteilender Fuß.

Gedicht von Hans Magnus Enzenberger

März 26, 2010

….ein Gedicht von Hans Magnus Enzensberger….

ins lesebuch für die oberstufe

lies keine oden, mein sohn, lies die fahrpläne:
sie sind genauer. roll die seekarten auf,
eh es zu spät ist. sei wachsam, sing nicht.
der tag kommt, wo sie wieder listen ans tor
schlagen und malen den neinsagern auf die brust
zinken. lern unerkannt gehn, lern mehr als ich:
das viertel wechseln, den pass, das gesicht.
versteh dich auf den kleinen verrat,
die tägliche schmutzige rettung. nützlich
sind die enzykliken zum feueranzünden,
die manifeste: butter einzuwickeln und salz
für die wehrlosen. wut und geduld sind nötig,
in die lungen der macht zu blasen
den feinen tödlichen staub, gemahlen
von denen, die viel gelernt haben,
die genau sind, von dir.

Gedicht von Kurt Drawert

März 26, 2010

….ein Gedicht von Kurt Drawert….

Mit Heine

Das Land, von dem die Rede geht,
es war einst nur in Mauern groß,
dies Land, von Lüge zugeweht,
ich glaubte schon, ich wär es los.

Ich glaubte schon, es wär entschieden,
daß wer nur geht, auch gut vergißt.
Doch war nun auch ein Ort gemieden,
der tief ins Fleisch gedrungen ist.

Als fremder Brief mit sieben Siegeln
ist mir im Herzen fern das Land.
Doch hinter allen starken Riegeln
ist mir sein Name eingebrannt.

März 25, 2010

….ein Gedicht von Erich Fried….

Nachruf nach zehn Jahren

Ich verurteile die Ermordung Hanns Martin Schleyers
und ich habe in Köln gesehen wie zehn Jahre nach seinem Tod
die Stelle an der man ihn fand
noch geschmückt wird mit Blumen und Kränzen

Doch jetzt, als ich den rühmenden Nachruf
der Frankfurter Allgemeinen
las, in dem Schleyer
als ein großes Vorbild erscheint

fragte ich mich nach der Kristallnacht
als die Synagogen brannten
und als Schleyer auf der Seite
der Mordbrenner stand

Und nach Schleyers Sondereinsatz
in Österreich gleich nach dem Anschluß
und nach seiner Tätigkeit
als der Ausbeuter Böhmens für Heydrich

„Wo man hobelt, dort fallen die Späne“
hat Joseph Goebbels gesagt
Schleyer hat hart gehobelt
Und wo blieben die Späne, die fielen:

die Menschen die durch ihn
ins Konzentrationslager kamen?
Wer nennt die Gräber
dieser damals gefallenen Späne?

Sind auch ihre Gräber geschmückt
und werden sie nicht vergessen?
Die Frankfurter Allgemeine
hat davon kein Wort erwähnt

Abscheulich nach wie vor
der Mord an Hanns Martin Schleyer
doch genau so die Heuchelei
der Frankfurter Allgemeinen

März 25, 2010

Bobby Sands (1954-1981)

He wrote his poems on pieces of government issue toilet roll or on the rice paper of contraband cigarette roll-ups with the refill of a biro pen which he kept hidden inside his body.

His articles, poems and letters, in minute handwriting, like all communications from the H-Blocks, were smuggled out on tiny pieces of toilet paper.

He died after 66 days of hunger-striking.

excerpt from his poem ‚The Crime of Castlereagh“

They came and came their job the same
In relays N’er they stopped.
‚Just sign the line!‘ They shrieked each time
And beat me ‚till I dropped.
They tortured me quite viciously
They threw me through the air.
It got so bad it seemed I had
Been beat beyond repair.

The days expired and no one tired,
Except of course the prey,
And knew they well that time would tell
Each dirty trick they laid on thick
For no one heard or saw,
Who dares to say in Castlereagh
The ‚police‘ would break the law!

his poem „Modern Times“

Modern Times

It is said we live in modern times,
In the civilised year of ’seventy nine,
But when I look around, all I see,
Is modern torture, pain, and hypocrisy.

In modern times little children die,
They starve to death, but who dares ask why?
And little girls without attire,
Run screaming, napalmed, through the night afire.

And while fat dictators sit upon their thrones,
Young children bury their parents‘ bones,
And secret police in the dead of night,
Electrocute the naked woman out of sight.

In the gutter lies the black man, dead,
And where the oil flows blackest, the street runs red,
And there was He who was born and came to be,
But lived and died without liberty.

As the bureaucrats, speculators and presidents alike,
Pin on their dirty, stinking, happy smiles tonight,
The lonely prisoner will cry out from within this tomb,
And tomorrow’s wretch will leave its mother’s womb!

Gedicht von Nayim Hikmet

März 25, 2010

Nazim Hikmet (1902-1963)

„Der Kerl schreibt so, dass man ihn versteht – bringt ihn um!“

„….im Gefängnis geschrieben….“

24 Eylül 1945

En güzel deniz:
Henüz gidilmemiş olanıdır.
En güzel cocuk:
Henüz büyümedi.
En güzel günlerimis:
Henüz yaşamadiklarimiz.
Ve sana söylemek
istedıgım en güzel söz:
Henüz söylememiş
oldugum sözdür…

24.September 1945

Das schönste Meer:
es ist das noch unbefahrene…
Das schönste Kind:
es ist das noch nicht erwachsene.
Unsere schönsten Tage:
es sind die noch nicht gelebten.
Das allerschönste Wort was ich Dir
sagen wollte:
es ist das noch nicht ausgesprochene Wort…

„….im Gefängnis geschrieben….“

Hinter mir liegen 13 Jahre Gefängnis
Heute haben sie mich das erste Mal
in die Sonne hinausgelassen.
Ich bin das erste mal in meinem Leben
so sehr verwundert darüber
das der Himmel so sehr weit weg von mir ist
so sehr blau ist
so sehr großflächig ist
ohne mich zu rühren stand ich da.
Danach setze ich mich mit Ehrfurcht auf die Erde,
meinen Rücken lehnte ich an die Wand.
In diesem Moment dachte ich weder an
das Fallen der Wellen, noch an Streit,
noch an Freiheit, noch an meine Frau.

Die Erde, die Sonne und ich…
Ich bin überglücklich…

„….im Gefängnis geschrieben….“

Hinter mir liegen 13 Jahre Gefängnis,
vor mir noch 17,
eine Fahne flattert über mir – blutrot.
Eine Frau liebe ich –
weiß wie Milch,
ein Lied singe ich –
hoffnungsvoller als die anderen.
In meinem Lied die Freude, die Trauer, der Sieg meiner Menschen,
und in meiner Hand die Hand meiner Frau, die mich nicht berühren kann.

Gedicht von Matthew Arnold

März 24, 2010

Matthew Arnold (1822-1888)

The Forsaken Merman

Come, dear children, let us away;
Down and away below!
Now my brothers call from the bay,
Now the great winds shoreward blow,
Now the salt tides seaward flow;
Now the wild white horses play,
Champ and chafe and toss in the spray.
Children dear, let us away!
This way, this way!

Call her once before you go –
Call once yet!
In a voice that she will know:
`Margaret! Margaret!‘
Children’s voices should be dear
(Call once more) to a mother’s ear;
Children’s voices, wild with pain –
Surely she will come again!
Call her once and come away;
This way, this way!
`Mother dear, we cannot stay!
The wild white horses foam and fret.‘
Margaret! Margaret!

Come, dear children, come away down;
Call no more!
One last look at the white-walled town,
And the little grey church on the windy shore;
Then come down!
She will not come though you call all day;
Come away, come away!

Children dear, was it yesterday
We heard the sweet bells over the bay?
In the caverns where we lay,
Through the surf and through the swell,
The far-off sound of a silver bell?
Sand-strewn caverns, cool and deep,
Where the winds are all asleep;
Where the spent lights quiver and gleam,
Where the salt weed sways in the stream,
Where the sea-beasts, ranged all round,
Feed in the ooze of their pasture-ground;
Where the sea-snakes coil and twine,
Dry their mail and bask in the brine;
Where great whales come sailing by,
Sail and sail, with unshut eye,
Round the world for ever and aye?
When did music come this way?
Children dear, was it yesterday?

Children dear, was it yesterday
(Call yet once) that she went away?
Once she sate with you and me,
On a red gold throne in the heart of the sea,
And the youngest sate on her knee.
She combed its bright hair, and she tended it well,
When down swung the sound of a far-off bell.
She sighed, she looked up through the clear green sea;
She said: `I must go, for my kinsfolk pray
In the little grey church on the shore today.
‚Twill be Easter-time in the world -ah me!
And I lose my poor soul, Merman! here with thee.‘
I said: `Go up, dear heart, through the waves;
Say thy prayer, and come back to the kind sea-caves!‘
She smiled, she went up through the surf in the bay.
Children dear, was it yesterday?

Children dear, were we long alone?
`The sea grows stormy, the little ones moan;
Long prayers,‘ I said, `in the world they say;
Come,‘ I said; and we rose through the surf in the bay.
We went up the beach, by the sandy down
Where the sea-stocks bloom, to the white-walled town;
Through the narrow paved streets, where all was still,
To the little grey church on the windy hill.
From the church came a murmur of folk at their prayers,
But we stood without in the cold blowing airs.
We climbed on the graves, on the stones worn with rains,
And we gazed up the aisle through the small leaded panes.
She sate by the pillar; we saw her clear:
`Margaret, hist! come quick, we are here!
Dear heart,‘ I said, `we are long alone;
The sea grows stormy, the little ones moan.‘
But, ah, she gave me never a look,
For her eyes we sealed to the holy book!
Loud prays the priest; shut stands the door.
Come away, children, call no more!
Come away, come down, call no more!

Down, down, down!
Down to the depths of the sea!
She sits at her wheel in the humming town,
Singing most joyfully.
Hark, what she sings: `O joy, O joy,
For the humming street, and the child with its toy!
For the priest, and the bell, and the holy well;
For the wheel where I spun,
And the blessed light of the sun!‘
And so she sings her fill,
Singing most joyfully,
Till the shuttle drops from her hand,
And the whizzing wheel stands still.
She steals to the window, and looks at the sand,
And over the sand at the sea;
And her eyes are set in a stare;
And anon there breaks a sigh,
And anon there drops a tear,
From a sorrow-clouded eye,
And a heart sorrow-laden,
A long, long sigh;
For the cold strange eyes of a little Mermaiden,
And the gleam of her golden hair.

Come away, away children;
Come children, come down!
The hoarse wind blows coldly;
Lights shine in the town.
She will start from her slumber
When gusts shake the door;
She will hear the winds howling,
Will hear the waves roar.
We shall see, while above us
The waves roar and whirl,
A ceiling of amber,
A pavement of pearl,
Singing: `Here came a mortal,
But faithless was she!
And alone dwell for ever
The kings of the sea.‘

But, children, at midnight,
When soft the winds blow,
When clear fall the moonlight,
When spring-tides are low;
When sweet airs come seaward
From heaths starred with broom,
And high rocks throw mildly
On the blanched sands a gloom;
Up the still, glistening beaches,
Up the creeks we will hie,
Over banks of bright seaweed
The ebb-tide leaves dry.
We will gaze, from the sand-hills,
At the white sleeping town;
At the church on the hillside –
And then come back down.
Singing: `There dwells a loved one,
But cruel is she!
She left lonely for ever
The kings of the sea.‘

Gedichte von Alekos Panagoulis

März 24, 2010

Alekos Panagoulis (1939-1976; ucciso dallo stato)

Dall`introduzione del libro „Vi scrivo da un carcere in Grecia“ di Pier Paolo Pasolini:

Panagulis è stato trasformato in poeta attraverso la tortura….La grande poesia di Panagulis è quella che si è espressa attraverso la sua azione, o meglio, attraverso il suo corpo. Col suo corpo come strumento, egli ha scritto poemi non solo perfetti, ma altissimi. …

Promessa

Le lacrime
che dai nostri
occhi

vedrete
sgorgare

non
crediatele mai

segni di
disperazione

Promessa
sono
solamente

Promessa di
lotta.

(Prigioni militari di Bogiati, febbraio 1972
Vi scrivo da un carcere in Grecia, 1974)

Il mio indirizzo
Un fiammifero per penna
Sangue versato in terra per inchiostro
L’involto di una garza dimenticata per foglio.
Ma cosa scrivo?
Forse ho solo tempo per il mio indirizzo.
Strano, l’inchiostro s’è coagulato
Vi scrivo da un carcere
In Grecia.

(Prigioni militari di Bogiati, 5 giugno 1971 – dopo essere stato picchiato
Vi scrivo da un carcere in Grecia, 1974)