Archive for the ‘Gedichte 2008’ Category

März 26, 2010

folgendes Gespräch Frühjahr 2007
(soweit ich mich erinnern kann)

„Also der ist dass“
„Ja“
….
„Er studiert aber nicht mehr“
„Dass ist bei dem egal….den können sie den Magistertitel schenken….der ist intelligenter als die Universitätsprofessoren….“
„Was ist denn dann das Problem?“
….
(das restliche Gespräch handelte dann, soweit ich mich noch erinnern kann, davon, dass die Guten nicht die Guten und die Bösen nicht die Bösen sind….für die allermeisten also wohl schon zu komplex)

Was ist denn dann das Problem?

Es gibt kein Problem;
denn es gab;
gibt
und wird niemals
irgendetwas, irgendwer
zu einer Lösung
verkommen;
ungelöst verbleiben
die Probleme;
denn verleugnen hilft;
spotten bildet;
drohen erleichtert
und so bleibt
das Ignorieren
die schärfste Waffe
der Dummheit:
Lasst den Pöbel hetzen!
Lasst die Niedertracht triumphieren!

Es gibt kein Problem;
denn die debile Masse
muss gewinnen;
das Anspruchslose sein;
das „Ein und Alles“ bleibt
der Körper;
an den Rand gedrängt
der Geist;
so sprechen die Fäuste;
singen die Schläge;
flüstert die Grausamkeit;
belohnt wird die Niedertracht;
das Drohen; das Pöbeln;
wichtig ist nur,
dass alle
selbstzufrieden
in ihrer satten Dummheit
sich sulen.

Es gibt kein Problem;
denn die schweigende Mehrheit
genügt sich Selbst;
trostloser Materialismus;
Neid und Gier
und ihre Idole;
die Goethe für eine Fischsorte;
Schiller für eine Uhrenmarke
halten;
denn dass was zählt;
das Ficken, das Fressen und das Spotten;
denn dass was zählt,
was alle können;
anspruchsleer;
dumm;
roh;
vulgär:
Alle Macht den liderlichsten Frauen!
Alle Macht den Debilen!

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März 26, 2010

Gestern
wurde ich
frühabends
beinahe
von einer Träne
erschlagen;
sie fiel
und riss mich mit;
am Boden
lachte ich
und brach zusammen.

Heute
musste ich
frühmorgens
meinem Schatten ausstellen,
denn bedrohlich
stellte sich
mir dieser
in den Weg;
ein Blutstropfen
rannte meine Stirn entlang
und dann
senkte sich Stille
über meine Augen.

Gestern
wachte ich auf
und schlief;
gähnte
und so erfasste mich ein Sturm;
fielen die Assen
aus dem Pokergesicht;
ich fluchte
und fiel zu Boden;
zuckrig war das Husten
und schneeweiß
die Bäume.

Heute
flogen
alte Reiskörner
durch die Luft;
alle wurden satt;
ein schwarzes Schaf
kroch unter dem Zaun
hindurch,
das Kind schlief ein.

März 26, 2010


Detroit (z.ü.)
Schmerzensverzerrt
das Ende eines jeden Tages;
erbeerrot
das Blut
den ausgetrockneten Straßen;
vermodernd die Fabriken
an den Ratten, der Moderne;
benzingeschwängert
die Narben der Stadt;
verzweifelt stöhnend,
hustend und keuchend
die sterbende Stadt.

Rostig das Eisen;
dass einst die Zukunft
formte;
vergilbt die Haut
der bunten Vergangenheit;
dem Crack verfallen;
Viertel; ganze Straßenzüge
zerfallen;
farblos und blass
die stehengebliebene Sonne;
resigniert aufbäumend;
blutend und krächzend
die verreckende Stadt.

Leerestehende Menschen;
ausgebrannte Autowracks;
kalte Suppenküchen;
Ruinen;
sich selbst überlassen;
Schicksale
als schmierige Tragödien;
verottende Vorstädte
und wärmend die Hände
der Gier, des Neid;
verwahrlost und obdachlos;
sich selbst vergessend,
die tote Stadt.

März 26, 2010

….II….

….schön wenn es denn ein Klischee wäre….

Die weißen Götter (z.ü.)

Unberrührbar, heilig,
unfehlbar und gottesgleich;
nur ausgebrannt;
von einigen Medikamenten zuviel;
nur erschöpft;
von der neuen
Krankenschlampenschwester;
also der Hübschesten;
nur frustriert
von der geringen
Beschleunigungskurve
des neuen Porsche;
sich schlimmer gebärend als jedes Untier;
niederträchtigst;
denn so spüren die besten Ärzte
den Befindlichkeiten
der Patienten;
lustlos und demotiviert;
hernach.

Die Patienten müssen warten;
„aber es sind todkranke Kinder“;
„beim Sterben ist jeder der erste“;
kälter als der Tod;
befreit von allen irdischen Verwicklungen;
Herren über Leben und Tod
verkosten die Ärzte ein Stück Hühnerbrust;
schmeckt fleischig;
warten müssen
die perversen und verrückten Patienten;
denn höher schlagen die Herzen
der Krankenschwestern;
eine Praktikantin warten schon,
pflichtbewußt und nackig,
in der Abstellkammer.

Frei von Mitgefühl und Menschlichkeit
gebürt diesen natürlich
höchster Respekt und Anerkennung;
in bester Tradition,
der Tradition der Nazi-Ärzte
und die Niedertracht, das Niedrige;
das Hintertückische
wird von der Kollegschaft
mit Schulterklopfen belohnt;
der Eid
wird nicht mehr
auf Hippokrates,
denn auf die liderlichsten Hübschen
geleistet,
denn so funktioniert heutzutage
die Medizin.

Es wird nicht gearbeitet,
es wird gepfuscht;
begeistert klatschen die Politiker Beifall;
die Volksanwältin ist begeistert;
reich an Unmenschlichkeit ist man
und arm an allem Menschlichen;
weiter wird gepfuscht
und die besten Geschäfte
machen die Pharmavertreter
in der Provinz,
denn egal was passiert,
wieviele Krankenschwester
gevögelt werden müssen,
wieviele Patienten
sterben müssen;
Geschäft bleibt Geschäft;
denn das Geld zählt,
nicht der Mensch.

….bezüglich der Volksanwältin möchte ich noch anmerken, dass ich diese explizit nicht beleidigen wollte, denn sie und die Art wie diese ihr Amt ausfüllt, ist schon Beleidigung genug für jeden Menschen in der Provinz; eine Beleidigung jedlicher Menschlichkeit und jedlichen Verantwortungs- und Pflichtgefühl….

….wenn die Menschen in der Provinz auch nur einen Gramm Mut in ihrem Blut hätten, dann sollten diese sofort einen Musterprozess, ein Amtsenthebungsverfahren gegen diese Volksanwältin anstreben, die nicht nur konsequent gegen das eigene Volk arbeitet, denn nur die Interessen der Oberschicht vertritt und somit ein weiterer Schandfleck in diesem Land ist….

….schlimmer als in jeder Bananenrepublik….

März 26, 2010

Im Frühling 2003 kam es auf Kuba zu einer zweiwöchigen Verhaftungswelle; 90 Personen, darunter 27 Journalisten; als Regimekritiker gebrandtmarkt, wurden verhaftet und anschließend zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.
Ihre Schuld….die Zustände in Kuba kritisiert; eine eigene Meinung; dem Totalitaritismus des Staates angeprangert zu haben.
Man bezeichnet die Verhaftungswelle als „Schwarzer Frühling“….einer der Häflinge und sich in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand sich befindend, ist Ricardo Gonzáles Alfonso.
….er wurde heute als Journalist des Jahres von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ ausgezeichnet….

….Freiheit für Ricardo Gonzáles Alfonso….

Schwarzer Frühling
(schreibe das Gedicht später fertig/überarbeite dieses noch)

Die Pressefreiheit;
das Recht auf Kritik;
auf differenzierte Berichterstattung;
auf den anderen Blick;
dieses Recht kann kein Unrecht sein;
und man kann dieses Recht nicht verkaufen;
verbieten;
man dieses Recht nicht konsumieren
ficken;
und auch wenn es niemanden interessiert;
niemand etwas weiß
und somit
niemand etwas darrüber
wissen möchte;
denn alle
mit dem verkaufen;
verbieten, konsumieren und ficken
restlos glücklich und zufrieden sind;
so gilt es doch
dieses Recht zu verteidigen
und zu beschützen;
denn das Leben ist mehr
als ficken, konsumieren und verbieten
und so endete er im Gefängnis.

Der Mut
darrüber zu schreiben;
was nicht geschrieben werden darf;
Bericht zu erstatten;
was nicht berichtet werden darf,
dort zu schreiben,
wo bevor etwas geschehen ist;
alle es schon vergessen haben;
zu schreiben
wo Angst und Schweigen regieren;
niemand wissen soll
und somit
niemand etwas wissen möchte;
Probleme des Landes anzusprechen;
den Rassismus, die Korruption;
die niedrigsten menschlichen Instinkte;
welche wie so oft;
die erfolgreichsten sind;
die Prostitution eines gesamten Volkes
in Geiselhaft
und somit
an den Fassaden der Propaganda
zu kratzen;
an den Toren der absoluten Macht
zu schütteln;
denn das Leben ist mehr
als sich anzupassen; zu folgen und unterwürfig zu sein
und so endete er im Gefängnis.

Sich das Wort nicht verbieten zu lassen;
seine eigene Meinung;
einen eigenen Standpunkt zu vertreten
und dafür,
nur dafür,
im restliche Leben
in einer Gefängniszelle
zu verotten;
krank zu werden,
zu sterben
und niemanden denn es bekümmert;
dass jene die nach Freiheit verlangen;
die Freiheit genommen wird;
dass jene die ihre Stimme erheben;
ein „nein“ flüstern;
wenn alle „ja“ schreien;
zum Schweigen gebracht werden;
sie hilflos verrecken lassen
in der Dunkelheit einer Zelle;
für seine Ideale zu leben und zu sterben;
denn das Leben ist mehr,
als Ablenkung, Manipulation und Indoktrination
und so endete er im Gefängnis.

Im Paradies,
wird das Glück
von oben verordnet;
die restlichen, also alle
verkaufen sich für ein paar Dollars;
die Vergangenheit überblendet
die triste Gegenwart
denn die Vergangenheit lebt;
macht das Volk aber nicht satt
und so hinweg mit allen;
die nicht einstimmen
in den Jubelgesang;
den Aufmärschen und Feiern;
müde ist im Paradies
die Propaganda;
denn größer ist die Not der Menschen
als die Repression geworden;
denn das Leben ist mehr
als Jubel, Aufmärsche und Vergangenheit
und so endete er im Gefängnis.

Und während der Mensch;
oberflächlich, hedonistisch,
auf sich selbst bezogen,
während der Mensch
in seiner Dummheit sich sulend;
konsumierend, fickend;
auf sich selbst bezogen;
die Tyrannen, wie immer
vom Volk geliebt werden,
währendessen
sitzt er im Gefängnis
für ein Recht, dass kein Unrecht sein kann,
denn die Pressefreiheit,
das Recht auf Kritik,
auf differenzierte Berichterstattung,
auf den anderen Blick,
dieses Recht kann kein Unrecht sein.

März 26, 2010

….es gibt in der kommerziellen Luftfahrtbranche folgenden Ausspruch: „First night, captains night“; besagend, dass eine Stewardess nach ihrem Jungfernflug dem Flugkapitän sexuell zur Verfügung zu stehen hat; als erste in einer langen Reihe….

….und wenn man dann an einen Flugkapitän wie dem Österreicher N.L. denkt, dann sollte man dann ja doch den jungen, hübschen Frauen eine andere Berufswahl nahelegen (und BKA; nur ja nicht ermitteln wegen sexueller Ausbeutung, wegen Ausnutzung eines Dienstverhältnisses; nur ja nicht ermitteln); aber das eigentliche Problem ist, dass keine junge, hübsche Frau ein Problem damit hat; sozusagen, dass dies zu ihrem Berufsbild gehört; aber dann braucht sich auch keiner zu wundern, dass die Stellung der Frau in der Gesellschaft sich kaum bis überhaupt nicht geändert hat; wenn die Frauen selbst, in diesem Falle die jungen, hübschen Frauen; daran schuld sind, dann wird sich auch nie etwas ändern (gleich wie beim Proletariat; denn wie bereits geschrieben; das größte Problem des Proletariat ist das Proletariat selbst)

First night, captains night

Als Ware;
zwar menschlich,
aber mit Abfallsdatum;
dem Materialismus
sich zu opfern;
konsumiert zu werden;
um dann weggeworfen
zu werden;
sozusagen material girls
für die alten Herrenrunden.

Junges Gemüse;
das Unkraut verachtend;
in den Gärten der Niedertracht
zur schönsten Nuttigkeit
erblühend;
der Körper der Tempel
und der alte Mann
auf Viagra;
der gottesähnliche Mensch
im Cockpit;
stolz und erfüllt
die junge, schöne Frau;
auch wenn sie dann gleich
wie ein Stück Dreck
weggeworfen wird.

Liebe
als Kapitalanlage verstehen;
das Schlampenhafte
als Überlegenheit;
ein Tauschgeschäft
für den Konsumrausch
der jungen Frau;
für die Befriedigung und Zufriedenheit
des alten Mannes;
noch nuttiger die Welt;
noch dümmer der Mensch.

Auf dem Fleischmarkt
zählt die Schönheit;
die sexuelle Verfügbarkeit
und bewundert die Frauen
an und von
und vor allem unter der Seite;
um so größer der Dreckskerl,
um so williger;
um so mehr Liebe;
um so liederlicher die Frau;
um so mehr
wird der gute Mensch
verachtet.

März 26, 2010

….da ich schon so viele „schöne“ Gedichte für die Reichen geschrieben habe, vielleicht einmal ein „schönes“ Gedicht für die Armen….

zu überarbeiten

Hilflos
vor der Playstation
versinken;
aphatisch
vor dem Fernseher
mitfiebern;
Big Brother Staffel 281 läuft;
so muss eine Flasche Schnaps
als Abendessen reichen;
während die 5 Kinder nach Brot schreien;
aber keine Zeit;
die Obertussi hat den Prolo
klar gemacht;
echte Tränen fließen;
der Vater
stolpert;
vom fluchen und huren; besoffen
die Treppen hinauf
und schlägt als erstes dem Jüngsten,
natürlich nur,
um den Kind den Zahnarzt zu ersparen,
einen Milchzahn heraus.

Volksschule,
sagt die Mutter,
ist genug Bildung;
„Ansonsten werden meine Kinder noch schwul“
und der Vater brüllt dazu:
„Assoziale gehören vergast“;
während der Sohn
sich im Badezimmer
eine Dosis Heroin
in die Venen jagt;
„Ein Mann ist derjenige“;
sagt dieser;
„welcher so viele wie möglich
in die S…. reitet“.

Den Nachbarn, dieses Schwein,
hat man immer noch nicht rausgeekelt;
„Einweisen sollte man den“;
kreischt die Mutter;
„Die Eier abschneiden“
schreit der Vater
und schlägt dann
auf die jüngste Tochter ein;
denn schon wieder kommt sie
zu spät zu ihrem Arbeitsplatz:
dem Straßenstrich.

Das Kapital ist der Körper;
denn um`s Ficken
geht´s im Leben;
wer braucht schond das Abc;
wenn man eine Knarre, ein Messer
oder einen Schlagring;
wer braucht schon das Abc;
wenn man zwei schöne Brüste, Strapse
und einen Knacki als Freund hat;
Kultur hat man auch so schon genug:
Babynutten; Freier;
Stricherkids; Dealer;
Diebe und Verrückte.

Als allererstes
muss alles druch den Dreck
gezogen werden;
denn es gibt hier nur ein Gesetz:
die Rücksichtslosigkeit;
gewählt wird,
wenn überhaupt;
der neoliberalste Wirtschaftsverführer;
denn der lächelt so schön
und hat versprochen
mit den Sozialschmarotzern
aufzuräumen.

Die alten Frauen
schimpfen sich zu Tode;
gestern; ja gestern;
früher; ja früher;
hynänenartig belauern
sie sich alle;
während die Kredithaie
die neueste Blondine
zum Nobelitaliener ausführt;
ja hier findet man sie noch;
die Gewinner der Globalisierung:
die restlos anspruchslosen Inder,
Chinesen und Pakistaner;
die für jeden Lohn arbeitenden
Polen, Ukrainer und Rumänen;
den Kitz;
die Leiharbeiterfirmen;
die größten Ausbeuter
mit der, wie sollte es auch anders sein;
schönsten Frau an deren Seite;
all diese Gewinner der Globalisierung
inmitten all dieser Verlierer.

März 26, 2010

Im Golfclub

Nuttiges vom Mensch;
mondänes Geplänkel;
anspruchsvoll;
legere Umgangsformen;
feinster Zwirn;
gedämpft der Ton, das Licht,
das Menschliche
und Gourmet und Nobel
vom Feinsten.

Amüsiert die feinen Damen;
das junge Gemüse standesgemäß;
verachtungsvoll der Gentleman
von Welt;
fein der Gaumen;
feiner der Geschmack;
nonchalant.

Eine Prise Dekadenz
zwischen den gepuderten Nasen;
kunstvoll gefertigt von den Schönheitschirurgen;
der Graf von und zu
verlangt satisfaction;
traurig klagt der Reichste sein Leid;
verschlingt die Brünette
einen Oppositionsführer
im Hinterzimmer
und entzückt ist das Model
von soviel Bescheidenheit.

Der Kelch der Verschwörung
wird weitergereicht;
Intrigen geknüpft;
erregt die Audience;
abgewürgt die gute Ader;
Applaus mündet
von köstlichen Händen auf;
die Bonzen stoßen sich zu;
denn hier gibt es zumindest noch
Anstand, Moral und Sitte.

März 26, 2010

November (z.ü./nicht so gut gelungen)

Die unfreundlichen Gesichter
werden mehr und noch
unfreundlicher;
blass wirkt die Frische
des Sommers;
verblüht die Lebenslust;
ausdruckslos
die Menschen
und so umschlingt
die Dunkelheit den Tag,
bleibt die Sonne
hinter den Häuserschluchten
verborgen
und kalt tropft dem Beton
die Feuchtigkeit herunter.

Die buckeligen Alten
werden älter und noch
buckeliger;
frierend im Wind
schleppen sich diese
verbissen
durch die Straßen
dahin
und fest
hält die Traurigkeit
die Menschen umklammert;
und näher rücken die Wände
im Nebel an einen heran.

Aus dem miesgrämigen Brummen
wird ein Streit;
länger und kälter
werden die Nächte;
der Winter erhebt sein Haupt
und aus den Gesichtern
schwindet die Wärme
und zitternd und flackernd
die Blicke.

März 26, 2010

….österreichspezifisch geschrieben, wissend, dass dieser Abschaum überall gleich ist und meistens bis immer die „Guten“, also die Behörden hinter sich wissen….

Der Bonus der ö. Inkasso-Büros (zu überarbeiten/später)

Es sind gute Zeiten
für die Vollstrecker des Kapitals;
mit jedem Tag
werden es mehr Familien,
die diese ruinieren;
mehr Existenzen,
die diese zerstören;
mehr Nutten,
mehr Kinder ohne Kindheit;
mehr Sklaven;
mehr Selbstmorde
und immer mehr Menschen sollen so werden
und lächelnd die Vollstrecker;
diese bleiben österreichisch freundlich:
also die Frau des Schuldners vögeln;
die Tochter auf den Straßenstrich;
also den Schuldner
mit tatkräftiger Unterstützung durch den Staat
in ein arbeitsloses, würdeloses,
überflüssiges Stück menschliches Fleisch,
verkommen zu lassen.

Die Kreditkartenfirmen, die Banken,
die Firmen, die Kredithaie
waschen ihre Hände in Unschuld;
„Zahlen oder Knast“;
„Soll die Frau halt anschaffen gehen“;
entmündigen, zwangsvollstrecken;
rausschmeissen, pfänden;
ein- und dann ausweisen;
und fertig;
mit Gewalt drohen;
einschüchtern, terrorisieren;
bloßstellen;
die Gesetze verschärfen,
die Überwachung ausdehnen;
nicht jener der Schweine;
der Menschen
und so eilen die Vollstrecker
mit stolzgeschwellter Brust
durch das Tal der Tränen;
denn der Chef hat es ihnen versprochen:
für jeden toten Schuldner
eine Nutte im Babylon gratis.

Und noch besser
werden die guten Zeiten;
die faulen Kredite,
die fällig werdende Darlehnszahlung,
die unbezahlten Raten;
genügend Schweine gibt es ja,
die nichts lieber tun,
als Menschen zu schlachten
und so werden aus einhundert Euro
über Nacht eintausend;
aus hart arbeitenden Familienvätern
über Nacht schlotternde Wracks;
aus liebenden Müttern
über Nacht billige Nutten
und natürlich hat niemand
ein Problem damit;
„Zahlen oder Knast“,
dass heißt heute Gerechtigkeit.

Und die jungen Schnösel,
frisch von der Gehirnwäsche,
in ein fettes Büro
befördert,
genehmigen gewissensfrei
die Vernichtung
von Ehre, Mitgefühl und Anstand;
stoßen mit Champagner
auf ihre Niedertracht dann an;
endlich
gibt es Grund zur Freude;
der Staat
schenkt jeder Inkasso-Fresse
einen fetten Bonus;
sozusagen;
die Rendite vom ö. Schwein.

Für 100 ruinierte Familien
gibt es einen Traumurlaub,
für 1000 ruinierte Familien
einen Porsche;
so macht man nunmal
Geschäfte
auf der Gewinnerseite;
kein Problem, keine Probleme;
das System funktioniert einwandfrei;
jene Studentin, die alle bumsen wollten,
ist jetzt eine Nutte;
jener stolze Vater ist jetzt tot;
jene lebensfrohe Mutter in der Psychatrie
und jenen Studenten,
denn hat man
seine Liebesgeschichte zerstört;
„Zahlen oder Knast“;
dass heißt Gerechtigkeit;
und am Abend
feiern die Vollstrecker
im besten Club der Stadt
mit den schönsten Hühnern,
gackernd im Chor:
„Dass sind noch Männer,
nicht Waschlappen“
und fressen dann
vor lauter Schadensfreude
einen 500 Euro Schein.