Archive for the ‘Filmkritik’ Category

November 25, 2011

Ein Film
Source Code
von Duncan Jones

Kontinuität in einem historischen Kontext, anhand des österreichischen Konzern Steyr Daimler Puch *1 dargestellt; möchte ich mich im folgenden Posting mit einer künstlerischen Kontinuität befassen und bevor ich damit beginne, eine ähnliche militärfilmhistorische Parallele kurz aufzeigen

Der Film „The Final Countdown“ (1980) *2 und der Film „Top Gun“ (1986) *3; beide offensichtlich nicht nur vom Pentagon von A bis Z finanziert, beide mit der identischen Laufzeit von 110 Minuten und beide mit der gleichen Bewertung bei IMDB (6,6/10); wobei das Sujet beinahe identisch ist, als ein Werbefilm für das us-amerikanische Militär.
Aus dem Film von 1980 wiederaufbereitet im Jahre 1986, aber noch oberflächiger, noch minimalistischer in Aussage, gänzlich Projektionsfläche und Style, Coolness und den Military-Look, wobei anstatt eines sichtlich alkoholisierten Martin Sheen (welcher wohl von den Dreharbeiten zu „Apokalypse Now“ zum genauen Gegenteil an Film/Aussage/Werk in Form des Werbefilm „The Final Countdown“ hintorkelte); ein cowboymäßiger, breitbeiniger Tom Cruise die Aussage noch mehr reduziert und im Mittelpunkt die Kampfmaschinen namens
F-14 Tomcat….die us-amerikanische Militärmaschine auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges.

Es handelt sich diesbezüglich um eine Kontinuität im militärfilmhistorischen Kontext und mit jenem Beispiel hoffentlich verdeutlicht, was man unter Kontinuität auch im FilmBusiness verstehen kann, zu der künstlerischen Kontinuität:

In dem Film Henry´s Crime (2010) *4 vom Regiseur Malcolm Venville endet der trottelige Kleinstädter Henry (gespielt von Keanu Reeves) unschuldig im Gefängnis, lernt dort einen väterlichen Freund namens Max (James Caan) kennen und in die Freiheit zurückgekehrt, möchte dieser das Verbrechen, für welches dieser unschuldig im Gefängnis sass, nunmehr begehen, wobei diesem der kurze Zeit ebenfalls aus dem Gefängnis entlassene väterliche Max dabei helfen soll.

Bei dem Verbrechen handelt es sich um einen Banküberfall und da dieser unblutig stattfinden soll, entschließen sich Henry und Max einen stillgelegten Tunnel, welcher von einem Theater zu der einen Bank hinführt, zur Durchführung ihrer Tat, zu benützen.

Einem Theater, in welchem gerade für die Aufführung von Anton Tschechow´s „Der Kirschgarten“ geprobt wird und Henry, mehr zufällig als beabsichtigt, die Bekanntschaft der ebendort probenden Schauspielerin Julie (Vera Farmiga) macht, eine Liebesgeschichte zwischen den Beiden, nach zähem Anlauf, zwischen Henry und Julie sich entwickelt und anschließend Henry (durch eine Intrige seines väterlichen Freund Max) die männliche Hauptrolle in dem Theaterstück übernimmt (als Tarnung für den Banküberfall).

Die Premiere des Theaterstück fällt jedoch zeitgleich mit dem Banküberfall, da an genau jenem Tag sehr viel Geld in der Bank gebunkert ist; wobei das Überfallsteam um zwei Personen (dem Wachmann der Bank und einen alten Bekannten Henry´s) erweitert wurde, diese den Banküberfall unterirdisch durchführen, dabei in Streit ob der Beute geraten und….

Der Film handelt von den verschiedenen Realitäten der Hauptperson Henry im Lauf des Film:
Zuerst der vertrottelte Kleinstädter; dann im Gefängnis, wieder in Freiheit; dann den Bankraub mit seinem väterlichen Freund Max durchziehend, die Beziehung zu July und schließlich die künstlerische Realität, in Form des Engagment Henry´s als Schauspieler im Theater.

Und bei letzterer Realität, welche gar keine Realität (auch nicht im Film) dann ist, denn eine künstlerische Realität auf der Bühne vor den Zuschauern, dem Theaterstück im Film, gelingt dem Film der künstlerische Quantensprung, nicht nur den Zuschauer zu verzaubern; denn die anderen profanen Realitäten zu überhöhen, sich zu Filmkunst aufschwingend; denn als der Banküberfall stattfindet und gleichzeitig das Theaterstück seine Uraufführung hat; Henry auf der Bühne mit July Theater spielt und sich an der Seite seiner Geliebten Julie für die künstlerische Realität, in diesem Jammertal seines Lebens, entscheidet und mit diesen der gesamte restliche Film, entflieht der Film den Normen, denn die Welt des Theaterstück, wird der Kirschgarten zur eigentlich zu zählenden Realität im Film….und nicht der Bankraub, das Gefängnis….denn das was zu zählen hat….der Liebe von Henry zu July!

Der Film wird somit in den Schlussakten Tschechovs Theaterstück zu einer romantischen Komödie, denn die Realität der handelnden Akteure im Film und jener im Theaterstück im Film überschneiden sich….man könnte auch schreiben…der Film betritt damit, nach 90 Minuten profaner Wirklichkeit, in den letzten 18 Minuten des Film eine andere Dimension….nicht nur in der Entwicklung des Film; denn auch im Herzen des Zuschauer….denn die profane Realität wird durch die edle Realität in Form des Theaters ersetzt….

Und diesbezüglich Inhalt/Aussage des Film „Henry Crimes“ dargelegt, zum eigentlichen Sujet dieses Posting….den Film „Source Code“ *5.

Der US-Army Offizier Colter Stevens (gespielt von Jake Gyllenhaal) erwacht in einem Nahverkehrszug nach Chicago, neben ihm befindet sich die ihm unbekannte Christina (wunderschön….Michelle Monaghan), mit welcher sich dieser kurz unterhält und nach anschließender Desorientierung, ohne zu erfahren wie oder was, explodiert der Nahverkehrszug in einem Bombenattentat, welcher alle Insassen tötet.

Colter Stevens erwacht nach seinem scheinbaren Ableben in einer Art Cockpit und wird von einer, vor ihm, mittels Bildschirm, auftretenden Air-Force-Captain Coleen Goodwin (Vera Farmiga) darüber aufgeklärt, das er sich in einem ComputerProgramm namens Source Code befindet, mit welchem er in die Vergangenheit gereist und innerhalb von 8 Minuten eine Bombe, welche im Zug versteckt ist, finden und deaktivieren soll, wobei dieser aber bald darüber aufgeklärt wird, das Colter Stevens in eine alternative Vergangenheit und nicht der realen Vergangenheit gereist und seine Mission nur dazu dient ein weiteres, in der realen Realität erst später stattfindendes Attentat, mittels Informationssuche über das bereits stattgefundene Attentat, zu verhindern.

Colter Stevens unternimmt mehrere Zeitreisen, immerzu im Zeitfenster von den letzten 8 Minuten im Leben eines der Opfer des Attentat und findet dabei immer mehr über den Bombenleger; die Bombe und die Opfer heraus, doch ähnlich wie bei Henry´s Crime (mit der Theateraufführung), kommt es zu einem ersten künstlerischen Quantensprung, als Colter Stevens sich im Lauf des Film, immer weniger mit dem Attentat, dem Attentäter sich beschäftigt, denn vielmehr mit seinem eigenen Schicksal, nicht der Alternativwelt, denn der realen Wirklichkeit, zusätzlich verliebt sich Colter Stevens jener alternativen Realität in seine Reisebegleiterin Christina….

Colter Stevens: What would you do if you knew you have less than eight minutes to live?
Christina Warren: I´d make those seconds count

Die philosophische Komponente des Film, welche sich im Verlauf des Film in das Transzendentale steigert; unterscheidet den Film, hebt diesen aus der Durchschnittsmasse heraus und macht den Film zu einem geistigen Erlebnis; von einem spannenden Thriller zu einem Science-Fiction-Film mit einer philosophischen, beinahe religiösen Message.

Der Film wird in seinen Schlußmomenten, gleich dem Film Henry´s Crime, zu einem erhebenden, positiven Erlebnis; zu etwas Wunderschönen, erhöht die virtuelle Wirklichkeit des Theater/der Alternativwelt, sich über die profane Realität, um die Kunst, das Leben, die künstlerischen Möglichkeiten zu feiern….und so wie in dem Film Henry´s Crime am Ende der Film die Dimension wechselt, in jene des Theaterstück „Der Kirschgarten“; so wechselt im Film „Source Code“ der Hauptdarsteller andauernd die Dimensionen, um am Ende des Film in der alternativen Realität mit seiner Bekannten….

Eine positive Message von unglaublicher Aussagekraft; das kein Terror, kein Tod den Menschen in die Knie zu zwingen, das die Liebe obsiegt ob Gewalt und Mord, das kein menschliches Monster den guten Menschen, wie einem Us-Offizier Colter und seiner Bekannten Christina etwas anhaben kann….das am Ende die Schönheit, das Leben und nicht der Tod, die Zerstörung, der Terror und der Hass gewinnt!

Es wechseln also beiden Filmen, sowohl bei Henry´s Crime, als auch bei „Source Code“ am Ende die Dimension, in welchem der Film stattfindet….bei Henry´s Crime wird die Theaterbühnenaufführung zur realen Realität und bei „Source Code“ wird für die Hauptdarsteller die alternative Realität zur eigentlichen Realität.

Aber und dies dargelegt, als Kontinuität im Film, gilt es doch auf den wichtigsten Punkt beider Filme zu gelangen….welcher nicht die Hauptdarsteller und nur zum Teil die Handlung dann ist….denn der Mittelpunkt beider Filme, ist die in beiden Filmen auftretende Schauspielerin Vera Farmiga.

Jene spielt in Henry´s Crime die in der Provinz verloren gegangene Schauspielerin Julie und in Source Code die US-Air-Force-Captain Coleen Goodwin….und obwohl Source Code von Ben Ripley geschrieben und Henry´s Crime von Sacha Vervasi und Co. geschrieben wurde, ist doch die Ähnlichkeit der Thematik unübersehbar….die Kontinuität liegt also nicht nur in der Ähnlichkeit der Art und Weise wie eine Geschichte erzählt wird, obwohl diese überhaupt nichts miteinander zu tun haben; liegt nicht nur in dem in beiden Filmen stattfindenden künstlerischen Quantensprung hin zu einer anderen Dimension/Realität….als aufbauendes Element künstlerischem Können….denn es liegt jene Kontinuität dann doch vor allem im eigentlichen Mittelpunkt beider Filme, welche zufälligerweise/nicht zufälligerweise, die in beiden Filmen auftretende Schauspielerin Vera Farmiga dann ist, welche ihr Regiedebüt dieses Jahr veröffentlicht hat. *6

Zwischen den Avataren, dem 3D; den Sequels und den Prequels; der Vampire-Teenie-Serie; Fast Five und animierten Plastik, gibt es eine Schauspielerin wie Vera Farmiga….einen Menschen aus Fleisch und Blut, kein artifizielles Plastikgesicht, denn eines mit Leben….eine Schauspielerin, welche beiden Filmen, sowohl Henry´s Crime und Source Code, als der eigentliche Mittelpunkt sich herausstellt….um welche die Handlung, die Personen, der Film sich dreht und bewundernswert ihre Leistung….als geerdeter Mensch zu erscheinen….und nicht als Plastik….oder als Model mit Vorlieben für die Monster aus Wirtschaft und Politik….ein richtiger Mensch aus Fleisch und Blut und wie lange hat man darauf gewartet….wieder eine starke Frauenfigur in einer Hollywood-Produktion zu sehen (der Hollywood-Kingpin Steven Spielberg hat dies in 47 Filmen nicht geschafft)….und hier liegt auch die Kontinuität im künstlerischen Sinne dann vor….in der Wahl der Rollen….welche weniger komerziellen, denn künstlerischen Kriterien folgen (abgesehen vom seichten „Up in the Air“)….und dabei tolle Filme wie Source Code oder Henry´s Crime, entstehen….

Es liegt die künstlerische Kontinuität nicht nur in der Rollenwahl, denn dem Anspruch einen tollen Film zu machen, auch wenn der Regisseur von Source Code ein Produkt des Nepotismus, wie Kevin MacDonalds *7 ist, so ist es dem Teams beider Filme gelungen, vielleicht nicht kommerziell einen Hit zu produzieren, aber künstlerisch einen Anspruch zu stellen, zwischen all der Alltags-Durchschnittsware, welche z.b. Fast Five auch zu komerziellen Hit´s werden lässt….

Denn Filme nicht für die debile Masse, nicht für das provinzielle/italienische Establishment zu produzieren; denn Filme, welche einen aus dem Alltag herausheben….einen entführen in eine andere Welt, welche wiederrum in eine andere Welt entführt werden….in eine andere Dimension….womöglich dann in jener, einer künstlerischen Verwirklichung und nicht der Faschistenkriecherei….einer besseren, schöneren Welt, als jene der Mörder und Vergewaltiger der Provinz und Italien….einer Welt, in welcher Kunst noch einen Wert und nicht alles auf Geld und Flittchen reduziert wird….einer Welt, wo Filme eine Aussage haben und nicht nur das Widerliche, das Faschistische, das Gestapokratische unterstützen….das Volk sich debil zu halten, abgerichtet der jungen, hübschen Mädchen durch Kokain, wie der italienischen Geschäftswelt….denn auch Filme mit Menschen, die wie Menschen aussehen; Filme mit einer Handlung für intelligente Menschen….Filme mit einer Schauspielerin wie Vera Farmiga….

Anmerkungen/Links:

*1
http://bunker99.blogspot.com/2009/12/kontinuitat-ist-fur-mich-ein-wichtiger.html

*2
http://www.imdb.com/title/tt0080736/

*3
http://www.imdb.com/title/tt0092099/

*4
http://www.imdb.com/title/tt1220888/

*5
http://www.imdb.com/title/tt0945513/

*6
http://www.guardian.co.uk/film/2011/mar/27/vera-farmiga-film-interview

*7
http://bunker99.blogspot.com/2009/11/ein-film-state-of-play-von-kevin.html

Advertisements

Januar 17, 2011

Frau A: Wissen sie, wenn sie wirklich der Kerl sind, der sie angeblich sein sollen, dann würden sie nicht hierbleiben. Deshalb hat man sie hier raufgeschickt
Herr B: Vielleicht war genau das der Fehler
Frau A: Ich habe befürchtet, das sie irgendetwas so ähnliches sagen könnten. Glauben sie wirklich, das sich irgendetwas ändern wird?
Herr B: (Schweigen)
Frau A: Warum denn dann in Gottes Willen
Herr B: Weil ich….sie haben vielleicht sogar Recht….schicken mich hierher auf diesen ScheixxHaufen, da sie glauben das ich hierhin gehöre….jetzt möchte ich vielleicht herausfinden….ob sie damit Recht hatten….das ist eine ganze Maschinerie, die arbeitet, weil jedes Schräubchen genau das tut, was von ihm erwartet wird und ich hab herausgefunden, das ich ein Schräubchen bin, das….das falsch funktioniert….aber es gehört aber auch irgendwie zum Programm….das ist meine kleine dreckige Arbeit….in dieser dreckigen Maschine….das alles ist dreckig….und ich werd nun herausfinden, ob die Recht haben
(Frau A: Ihre Frau ist glaube ich ein dummes Mädchen….haben sie Lust sich zu besaufen?
Herr B: Ja
Frau A: Wenigstens ist etwas Vernunft übrig geblieben.)

ein Dialog aus dem Film „Outland“ von Peter Hyams; einem Science-Fiction-Western, an den WesternKlassiker „12 Uhr Mittags“ angelehnt….zum Ausdruck bringend, warum jener Mann sein Leben für ein Ideal, für seine MitMenschen riskiert, während die gesamte Umgebung, die anderen Menschen niemals auch nur auf den Gedanken kommen würden, ihr Leben für etwas zu riskieren, was nicht ihrem ihrem Ego, ihrem SchlampenMaß, ihrer BriefTasche nützen würde…..

im englischen Orginal:

Dr. Marian Lazarus: You know if you’re the guy you’re supposed to be, you wouldn’t stick around. That’s why they sent you here.
Marshal William T. O’Neil: Maybe they made a mistake
Dr. Marian Lazarus: I was afraid you’d say something like that. Do you really think you’re making a difference?
Marshal William T. O’Neil: [silent]
Dr. Marian Lazarus: Then why for God’s sake?
Marshal William T. O’Neil: …because… maybe they are right. They sent me here to this pile of shit because they think I belong here. I want to find out if… well if they’re right. There’s a whole machine that works because everybody does what they are supposed to. And I found out… I was supposed to be something I didn’t like. That’s what’s in the program. That’s my rotten little part in the rotten machine. I don’t like it. So I’m going to find out if they’re right.

Januar 10, 2011

Ein Film:
El secreto de sus ojos (2009)
von Juan José Campanella

Ein Liebesfilm ohne Liebe?
Wie dehnbar, letzten Endes Interpretation durch die herrschende Klasse, der Begriff Gerechtigkeit ist; wie ebenjene schreiendes Unrecht sein kann; wie perfide MachtMechanismen und persönliche Rivalitäten sich in den Vordergrund drängen und dabei Begriffe wie Schuld und Sühne nicht nur relativieren, denn der Anspruch der Zivilisation, des Bürgerlichen auf ein Gleichgewicht hin, in der WaagSchale zwischen Tierischen und Menschlichen, verloren geht, angesichts der Barbarei.

Ein GerichtsErmittler Benjamin Espósito (gespielt von Ricardo Darin); tätig an einem Gericht in Buenos Aires, kann einen Fall nicht vergessen, welcher vor 25 Jahren sich zugetragen hat.
Eine junge Frau, frisch verheiratet, wurde damals vergewaltigt und erschlagen und eher zufällig wird dabei jener GerichtsErmittler Espósito in den Sog jenes Falles hineingezogen, ermittelt vor Ort und ahnt noch nicht, das jener Fall, ihn nicht nur Zeit seines Lebens verfolgen wird, denn ihn auch beinahe verschlingt.

Mit erheblicher Mühsal; falschen TatVerdächtigen und der entscheidenden Hilfe eines ArbeitsKollegen gelingt es dem GerichtsErmittler Espósito mit den PolizeiKräften den Täter zu identifizieren und nach einem kurzen Katz- und Maus-Spiel nicht nur zu verhaften, denn mit der Hilfe der Anwältin Irene Mené Hastings (gespielt von Soledad Villamil) auch der Tat zu überführen.

An jenem Punkt des Film angelangt; der Fall geklärt; der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt; wo eigentlich ein Schlußpunkt unter jenem KriminalFall gesetzt gehört, beginnt ein größeres Verbrechen dem kleinen Verbrechen; ändern sich von einem Tag zum Anderen die Koordinaten, nicht nur der Justiz und der Gesellschaft; denn greifen tief; auch in den zwischenmenschlichen Bereich; der zürückgehaltenen, unerklärten Liebe zwischen Espósito und Mené Hastings; dem Witwer der ermordeten jungen Frau namens Ricardo Morales; denn….

Der Täter verdingt sich im Gefängnis als Zuträger/Spitzel/Informant; profitiert davon und als die Militär´s Argentinien die Macht im Staat durch einen Putsch ergreifen; wird ebenjener Täter aus der Haft entlassen, um sich als Mitglied eines TodesSchwadron, zu „rehabilitieren“; erledigt nunmehr als „staatlich gedeckter Mörder“ die DrecksArbeit für die militärischen Machthaber bzw. noch viel wichtiger; deren Lakaien (in Form der üblichen Schleimer und Kriecher) in Justiz, Verwaltung, Industrie und Nachrichtendiensten.

Das Aufbegehren des GerichtsErmittler Espósito und der Anwältin Hastings gegen jenes Unrecht; deren FestKlammern an bürgerlichen Konventionen und Regeln; deren Glauben an eine Justiz; bringt nicht nur deren beiden Leben in höchste Gefahr; denn zeigt doch subtil und beinahe unheimlich, wie die Willkür und der Terror jenes MilitärRegime sich wie ein schleichend langsam wirkendes Gift, nicht nur durch die staatlichen Institutionen, denn vor allem auch in den Menschen, in die individuellen Schicksale eingreift und alles vor der Brutalität und Skrupellosigkeit der TodesSchwadrone, dem Klima der Angst und Repression, sich zu verdunkeln beginnt.

Der engste Mitarbeiter Espósito und sein persönlicher Freund; ein würdevoller Alkoholiker, der seine Einsamkeit mit Schnaps ersäuft; wird, als man Espósito durch ein TodesSchwadron des Geheimdienst elemenieren sollte, mit diesem verwechselt und dabei ermordet.

Espósito bleibt anschließend nur die Flucht; obwohl er nichts getan hat; denn für die Gerechtigkeit gekämpft hat; das SchicksalsLos der Opfer ihm nicht egal ist; muss er ein Opfer bringen; welches nur in erster Sichtweise, darin besteht, das er….und nicht der Täter fliehen muss; denn gleichzeitig opfert er….und die Szene am Bahnhof ist herzzerreißend….verzichtet er auf die unerklärte Liebe zur Anwältin….er; Espósito; der tapfere, der mutige Ermittler beugt sich dem Leben, um zu leben; verzichtet auf seine große Liebe, um zu leben; auch sind ihm wohl seine eigenen Gefühle unklar und zu spät erkennt sowohl er, als auch sie….

Espósito flieht in die Provinz….versteckt sich dort….vor den Schergen der MilitärDiktatur….überlebt das Massaker der Militär an seinem Volk….seinem Land….nicht jenem der Schergen der MilitärDikatur….denn es war nie deren Volk oder deren Land….auch wenn jeder GroßIndustrielle den BesitzStempel über diesen….

Zu spät erkennen die Anwältin und der GerichtsErmittler; der dunkelsten Stunde Argentiniens; ihre Liebe….

25 Jahre später beschließt der frisch pensionierte GerichtsErmittler einen Roman über jenen Fall, welcher ihn ein Leben lang verfolgt hat, zu schreiben; recherchiert, sucht die Anwältin auf….erzählt von seinen Affären; von diesem und jenem….und sucht schließlich den Witwer namens Ricardo Morales auf….dessen toten Augen, dessen überwältigende Liebe zu seiner ermordeten Frau….und er kommt dabei einer Wahrheit auf die Spur, deren Schrecken, um nichts kleiner ist…..lebenlänglich bedeutet lebenslänglich….der Tragödie zweier Männer; Opfer ihrer Zeit….den SchlußPunkt aufzusetzen.

Im Film, welcher in der ersten Stunde, sehr langsam, beinahe elegisch sich dahinzieht; Figuren einführt, die Geschichte sehr langsam erzählt wird; den Gesichtern der HauptDarstellern jede GefühlsRegung einzufangen versucht und das eigentliche Thema des Films unentdeckt beinahe dem gesamten Film dahinschlummert und das große Thema des Film ist die Liebe….die Liebe des Witwer zu seiner ermordeten Frau und dessen (vollkommen grundlos und sinnlos von außen wegen nichts) zerstörte Existenz…..und vor allem der Liebe des GerichtsErmittler Espósito zu der Anwältin Hastings….aufzeigend, was im Individuellen, im Persönlichen zählt….nicht jenes oder jenes; etwa bezüglich Provinziellen oder all diesen Marionetten des (man weiß ja was)….denn das das große Thema des Leben die Liebe war und ist.

Es ist somit ein melancholischer Film; die Anwältin und der GerichtsErmittler kommen sich nicht näher; der Witwer kommt über den Verlust seiner Frau nicht hinweg; das Schrecken der MilitärDiktatur wird beinahe nur in Schattierungen angedeutet….keine Folter, keine Vergewaltigungen, kein Terror….um sich um so schärfer in das Gedächnis und dem Bewußtsein des Zuseher hineinzuschneiden….wie abseits, im Kleinen, im Bürgerlichen, wie der Schrecken der MilitärDiktatur sich in die Leben, in die Schicksale hineingräbt, um unzählige Menschenleben zu fordern….wie Gerechtigkeit, wie Freiheit…..geradezu pulverisiert werden unter dem TerrorRegime; unterstützt vom gesamten Westen mit Waffen, Krediten und RückenDeckung für jedes noch so abscheuliche Verbrechen am Volk begangen.

Ist also jener Film, welche ich, um auch eine persönliche Meinung darzulegen; zu den Filmen zähle, welche weltweit jedes Jahr erscheinen….welche gut sind….bewegend….wirklich aus gutem FilmHolz geschnitzt….sehr sehenswert….sehr bildungsreich….sehr aufklärerisch (für die Provinz beinahe schon PflichtProgramm)….ist also jener Film ein Liebesfilm ohne Liebe?

Auch wenn ich einigermaßen unentschlossen bin….Nein….es ist kein Liebesfilm ohne Liebe….denn der Film kreist und stößt sich an den Ecken jenes Kreises….und jener Kreis ist die Liebe….die Liebe als das eigentliche Sujet des Leben….es liebt sich niemand im Film….kein Kuss (auch wenn ein Beinahe-Kuss zwischen den beiden HauptDarstellern)….kein Händchen-Halten….es geht um den Verlust von Liebe (durch Ricardo Morales)….es geht um eine in ihrer Entstehung, durch äußere Faktoren, gescheiterte Liebe….eine unerklärte Liebe….welche das Leben der beiden HauptDarsteller eigentlich inhaltslos macht….denn deren Liebe zueinander wäre der Inhalt ihrer Leben gewesen….ihre Erfüllung….ihr SeelenHeil und so sucht jeder anschließend sein eigenes Leben….zwei Leben….welche zusammengehört hätten….aber das Schicksal/der Zufall/die politischen Umstände es nicht erlaubt haben….und doch….es ist ein Liebesfilm mit soviel Liebe….mit soviel Menschlichkeit….mit soviel Anständigkeit erwachsener Menschen….mit soviel Hoffnung….es ist ein Film über die Liebe voller Liebe….einer unerklärten, einer verlorenen Liebe….zweier Männer, welche am Schicksal ihres Leben zerbrechen, ohne gebrochen zu sein….es ist ein sehr elegischer, sehr melancholischer Film….einer der Besten des vergangenen Jahres…..melancholisch….nicht zum weinen….nicht zum trauern….nicht zum träumen….melancholisch….im Sinne wie das Leben ist….keine Prinzessin….kein Märchen….hart und dunkel….lichtdurchflutet und tragisch….zärtlich und nochalant….melancholisch….nicht im Sinne des Depressiven….denn im Sinne zweier großer Herzen….deren Weg sich kreuzten….ohne einander näher gelangt zu sein….zweier großer Herzen…..der Liebe zugeneigt….ohne sich je geliebt zu haben….ein schöner Film alles in allem.

Juni 22, 2010

Sempre contro il fascismo!

Ein Film
Straw Dogs (1971)
von Sam Peckinpah

Der us-amerikanische Mathematiker David Summer (Dustin Hoffman) zieht dank eines Stipendium einer Universität in den Heimatort seiner angetrauten Frau Amy Summer (Susan George), um ebendort, in der Abgeschiedenheit der englischen Provinz, an einem Buch über Astrophysik zu schreiben bzw. zu arbeiten.
Das weltoffene; der Modernität zeitgenössischer Lebensweisen zugeneigte Ehepaar bezieht am Anfang des Film einen Hof abseits des Dorfes, lebt sich ein und währendessen stellt David Summer einige Ortsansässige als Arbeitskräfte ein, welche die neben dem Hauptgebäude sich befindliche Garage im Laufe einiger Wochen reparieren sollen.
Die Beziehung der beiden Ehepartner wird dabei von Anfang an als realitätsnah, also nicht konfliktfrei, denn als ein Spannungsfeld dargestellt, welches am Ende des Film seinen Höhe- und Schlußpunkt finden wird.
Nebenbei werden die dörflichen Stereotypen eingeführt; der ängstliche Kneipenbesitzer; der überkorrekte Major; der andauernd betrunken Dorftyrann; die frühreife Dorftyrannen-Tochter; der Dorftrottel und sein älterer Bruder welcher auf diesen aufpassen muss; der Reverend und vor allem jene ortsansässigen Arbeitskräfte, welche am Hof von David als Handwerker ihr Tageswerk verrichten.
Die dörflichen Spannungen treten dabei vom ersten Augenblick des Films offen zutage; der Dorftyrann, welcher samt den Handwerkern, welche ihre freie Zeit in der Kneipe verbringen, hat es auf den Dorftrottel abgesehen; die Tochter des Dorftyrannen, in welches ein Dorfjunge verliebt ist, hat Mitleid mit eben jenem und kümmert sich um diesen, den Unmut ihres Vaters, des Dorftyrannen, erregend.
Kristallationspunkt des Films bleibt aber dem gesamten Filmverlauf über die Beziehung zwischen den beiden Ehepartnern, welche einen tieferen psychologischen Einblick in die beiden Hauptfiguren ermöglicht, welche nicht weich gezeichnet, denn sehr gut charakterisiert werden und deren Handlungsmotive, deren Art auch für den Zuseher nachvollziehbar werden.
Schließlich, nachdem der Film alle Figuren zur Genüge eingeführt hat; kommt die Wende hin zur Gewalt, welche dann nur noch mit dem Verstreichen jeder Filmminute sich sukzessive bis zum totalen Exess steigert.
David Summers wird von den Handwerkern zur Jagd eingeladen, begleitet diese und wird von diesen im offenen Feld, weitab von seiner Behausung/des Dorfes, zurückgelassen.
In der Zwischenzeit dringt einer der Handwerker; grobschlächtig; dörflich nicht nur durch und durch geprägt, denn geradezu protypisch für Dumpfheit und Verrohtheit im Umgang nicht nur mit Menschen stehend; in die Behausung des Ehepaar ein; überrascht die Ehefrau Amy Summers und nachdem er diese mehrmals geschlagen hat, vergewaltigt er diese mehrmals….abgelöst wird er dabei von einem weiteren der Handwerker, welcher in der Zwischenzeit auch in die Behausung jenes Ehepaar gelangt ist.
Als David Summers nach stundenlangen Fußmarsch zu seinem Hof zurückkehrt, ist seine Frau zwar sichtlich verstört, spricht aber nicht über das Vorgefallene, den vergräbt ihren Schmerz in ihrem gebrochen Blick und als am nächsten Morgen die Handwerker, so als sei nichts geschehen, wieder zur Arbeitstelle bei der Garage des Hofes gelangen, werden diese von David Summers ausbezahlt und entlassen; zu groß ist ihm die Schmäh von den Handwerkern während der Jagd an der Nase herumgeführt worden zu sein und sitzengelassen zu haben; von der Vergewaltigung seiner Frau ahnt er nichts.
Am selben Tag findet am Abend ein geselliger Abend im Kreise der Dorfgemeinschaft statt, zu welchem das Ehepaar Summers vom Reverend und dem Major persönlich eingeladen worden waren, doch nach kurzem Verweilen; der gleichzeitigen Anwesenheit der beiden Vergewaltiger, also der beiden Handwerker und der Frau Summers, welche bei deren Anblick von Flashbacks (bezüglich der Vergewaltigung) heimgesucht wird, läßt das Ehepaar Summers, aufgrund des folgenden Unwohlsein der Frau Summers, kurz nachher wieder nach Hause aufbrechen.
In der Zwischenzeit versucht die Tochter des Dorftyrannen den Dorftrottel, welcher sichtlich zurückgeblieben ist, zu verführen; während der Junge, welcher in das Mädchen verliebt ist, dies dem Dorftyrannen verrät, welche sich sofort samt den Handwerkern auf die Suche nach dem Mädchen und dem Dorftrottel machen.
In Panik, in einem Stall im Kerzenschein; von den Schreien der suchenden Männern verängstigt, bringt der Dorftrottel das Mädchen mittels Erwürgen um.
Anschließend flüchtet dieser auf die Straße, wo er vom PKW des Ehepaar Summers angefahren wird; zum Hof transportiert wird und nachdem die Männer um den Dorftyrannen von dessen Aufenthaltsort erfahren, gehen sie, in Unwissenheit über das Schicksal des Mädchen, zu jenem Hof und als sich David Summers weigert, obwohl seine Frau Amy ihn in massiver Art und Weise vom Gegenteil zu überzeugen versucht, den Dorftrottel der Lynchjustiz jener Männer auszuliefern; belagern jene Männer den Hof.
Als der Major wenig später zum Hof gelangt, erschießt der wie die anderen Männer (also die Handwerker) betrunkene Dorftyrann diesen unabsichtlich.
Es kommt zum Showdown, im welchem der Dorftyrann, seine Männer nach und nach, einer nach dem anderen von dem anfänglich als Feigling dargestellten David Summers zur Strecke gebracht werden….

Soweit zur Handlung jenes Film und es handelt sich bei diesen in bestimmen Aspekten um einen typischen Sam Peckinpah Film; denn moralische Ordnung sucht man beinahe vergeblich; selbst der vernunftbegabte David Summers, welcher sich den Hinterwäldlern in den Weg stellt, ist moralisch eine eher zweifelhafte Figur und seine Frau Amy Summers entspricht wohl zum Teil dem damaligen Frauenbild von einer ängstlichen, von Selbstzweifeln geplagten, kindlich-naiven, neurosenbehafteten Frau; welche aber psychologische Tiefe dadurch erfährt, dass sie ihren eigenen Mann verraten würde, um ihr eigenes Leben zu retten; die Komplexität der Situation durch die Belagerung des Hofes nicht versteht und somit eigentlich auch als Dümmchen dasteht; ein Rollenmodell, welches sich ja bis heute bei vielen Frauen gehalten hat.

Der Film gelangte zeitgleich mit A Clockwork Orange (Stanley Kubrick) und Dirty Harry (Don Siegel) in die Kinos; setzte mit den anderen beiden Filmen dann eine lang-andauernde Diskussion in Gang, inwiefern Gewalt in den Kinos dem Zuschauer zumutbar sei; bis schließlich 1984 die Aufführung/der Verkauf/die Vermietung des Films „Straw Dogs“ in England für sehr lange Zeit verboten wurde; wohl weniger wegen der Gewalt, denn der Darstellung der Dorfbewohner als debile, einfältige Hinterwäldler.

In den Filmkritiken über jenem Film kreist doch die Thematik immerzu, für einen Peckinpah Film typisch, um die exessive Darstellung von Gewalt; um die Verherrlichung von Gewalt; um die moralische Düsterniss von Gewalt; also um die Entstehung von Mechanismen von Gewalt; welche im Film auch dargestellt werden; wie sich die Situation, auch psychologisch gut nachvollziehbar, mit jeder Filmminute zuspitzt; wie sich die einzige einigermaßen moralisch intakte Figur, also David Summers, dem Sturm der Barbaren zu entziehen versucht; wie dieser an Recht und Ordnung festhält, während um ihn alles in Willkür, Lynchjustiz und Mord untergeht, um dann als letzte Konsequenz selbst zur Waffe zu greifen, um sein Leben und jenes seiner, den männlichen Machtverhältnissen sich unterordnenden Frau, zu beschützen.

Und man erkennt auch in diesem Film ganz deutlich die Handschrift Peckinpah´s; seinen Stil Geschichten nicht hollywoodmäßig zu erzählen; denn den Zwiespalt der handelnden Personen einzufangen; ihr Gefangen-Sein in den Bedingungen welche sie umgeben und ist somit Peckinpah`s Klasse doch planetenweit über all den seichten Hollywood-Produktionen, welche dem Mainstream sich andienen, der vergangenen 20 Jahre zu einem Teil anzusiedeln….eine macho-mäßig gezeichnete Frauenfigur wie jene der Amy Summers, welche aber trotzdem den Feinsinn in der psychologischen Skizzierung jener Figur durch Peckinpah auszeichnet; hat mehr Tiefgang, mehr psychologische Feinheiten als die Frauen in Sex and the City und Desperate Housewifes, wo jene Frauen klischeehaft als materialistisch orientierte, nur an Sex interessierte Großstadt/Vorstadt-Püppchen dargestellt werden und wohl aufgrund dieser Seichtheit, dieser Charakterlosigkeit, diesem unexentiellen Einerlei, bestehend aus Materialismus, Körperkult und Dummheit als Vorbild für Millionen von Frauen und Teenagern leider herhalten müssen.

Aber zum eigentlichen Punkt….

Einen wesentlichen Punkt, welchen die Filmkritik bei der Bewertung dieses durchwegs als gut gelungen, spannenden Film, beiseitegelassen hat, sich auf die Gewaltdarstellungen, dem Showdown am Ende sich konzentrierend, ist die eigentliche Aussage des Films….der Konflikt zwischen dem vernunftbegabten, zivilisierten David Summers und den barbarischen, debilen Hinterwäldlern im Dorf…..also die Provinz-Thematik….die Macht- und Kräfteverhältnisse in solch einem Dorf….die archaischen Zustände….das Recht des Stärkeren….die Willkür….die Intoleranz….das Unverständnis….das Brutale….das Dumpfe….das Verrohte….das Grausame….das Gewalttätige….
Und bei jenem Punkt möchte ich einhaken, denn unübersehbar sind die Parallelen des im Film Dargestellten mit der heutigen Situation in dieser Provinz, welche zwar beinahe 40 Jahre später in der Menschheitsgeschichte und in der Realität geschieht, aber in vielen Berrührungspunkten doch eine geradezu beängstigende Ähnlichkeit mit jenen Verhältnisse Anfang der 70-er Jahre in der tiefen, hinterwäldlerischen, englischen Provinz vorzufinden sind.

Bevor ich näher darauf eingehe, möchte ich eine Filmszene anführen…..die Frau von David Summers Amy wird von zwei Handwerkern des Dorfes, welche im Machtgefüge des Dorfes an der Seite des Dorftyrannen stehen, mehrfach brutalvergewaltigt…..und jene beiden Handwerker empfinden nachher nicht etwa ein Schuldempfinden, Reue oder erlangen die Einsicht etwas Falsches getan zu haben; gänzlich im Gegenteil….diese Handwerker spielen sich dann, sobald der Dorftrottel von dem Mädchen verführt wird, sich sofort als Moralapostel, als moralische Hampelmänner auf, welche im Dorf für Recht und Ordnung mittels Lynchmord sorgen wollen….eine Umkehrung von menschlichen Werten….die eigentlichen Täter spielen sich also sozusagen als die Hüter von Moral und Anstand auf, wo diese doch gerade kurz zuvor brutalst die Frau von David Summers vergewaltigt hatten.
Und dieses Selbstverständnis jener Handwerker, jenes Dorftyrannen, lässt sich doch 1:1 in die heutige Provinz transportieren….nicht dass hier vergewaltigt wird….aber im geistigen/menschlichen Kontext stehen doch hier in der Provinz für jene Handwerker, jenem Dorftyrannen….die Provinzbehörden und das hinter ihnen stehende provinzielle Establishment.

Und da mein Privatleben ja dank der Provinzbehörden ein öffentliches Gut ist; darüber jahrelang gespottet und gelacht wurde (allen voran dem an den provinziellen Behördenapparaten angeschlossenen tierischen italienischen Provinzpöbel); einem Privatleben, dass heller als jedes dieser dunklen provinziellen Dasein `s leuchtet….nur ein konkreter Vergleich….nehme ich einmal den provinziellen römischen Abgeordneten und den Provinzregierungschef und was diese in den vergangenen 20 Jahren mit einer Unzahl von Frauen privat aufgeführt haben….da kann man dann wirklich nur noch sagen „arme Frauen“ (zwar selber Schuld, aber wohl zu dumm und naiv)….und nicht dass sich irgendein provinzieller Behördenvertreter an deren privaten Verhalten sich aufregt, mit Riesenschwänze, porco, ….alles Würdevolle und Schöne kilometertief in den Dreck ziehen muss, gänzlich im Gegenteil….allerhöchsten Respekt vor diesen großartigen Herrschaften (und dem in ihrem Schlepptau sich befindlichen Provinzpöbel) und bei mir….dem scheinbar Schwächsten….die Beziehung zu der Frau angreifen, diese verunglimpfen, mich verunglimpfen….mit scheinbaren körperlichen Schwächen angreifen….und warum wohl….da ein Teil dieser Behördenvertreter, wenn sie nicht gerade ihre Kinder oder ihre Frauen schlagen, sich eins sehen mit dem provinziellen römischen Abgeordneten und dem Provinzregierungschef (und dem in ihrem Schlepptau sich befindlichen ProvinzPöbel)….also geht doch ihr geistigen Erben der Gestapo zu diesen beiden, die wirklich sehr viel mehr als ich auf den Kerbholz haben; ihr Feiglinge und greift doch diese an und von der wirtschaftlichen und politischen Elite Italiens….deren Mädchen, Transen, kokaingeschwängerten Schlampen….gänzlich zu schweigen….

Aber ich schweife ab….
Jene Handwerker, jener Dorftyrann steht/en doch protypisch für das provinzielle Establishment….und jener David Summers steht doch protypisch für mich….diesem von diesem provinziellen Establishment und den zu ihren Füßen herumkriechenden italienischen wie deutschen Pöbel für verrückt….für krank….und was weiß ich erklärt….wo doch gerade dieses provinzielle Establishment, dieser italienische wie deutsche Pöbel hier die Verrückten, die Kranken, die Irren sind….ihr Leben auf Nichts reduzieren, welches sie selbst kongenial verköpern….letztklassige italienische baccani, provinzielle deutsche Einfaltspinsel….welche überhaupt nichts verstanden haben, aber bei einem wie mir, wegen einem solchem letztklassigen Pausenclowns wie De Rossi, hineintreten müssen, jedliche zivilsatorische Maske ablegen; wie die Barbaren, wie Tiere verbal, psychisch und verletzend bei mir hineintreten….da ich all jenes verkörpere, welches sie nie sein werden….zivilisiert, gebildet, höflich, intelligent, clever, kalt, hart, mächtig und reich….nicht was ihr alle unter Reichtum versteht….eine Luxuswohnung/haus; Schlampen, Gourmet….denn reich an Empathie, an Mitgefühl, an Intelligenz, an Aufklärung, an Zweifel, an Intellekt…..

Gleich wie jene Handwerker, welche sich nach der Vergewaltigung einer Frau auch noch als moralische Hampelmeister gerieren, welche auch noch angreifen, was an Schwachen und Wehrlosem vor ihnen darliegt, im gleichen Ausmaß sind all jene provinziellen Behördenvertreter, ja das gesamte provinzielle Establishment gegenüber meiner Person aufgetreten….im Glashaus sitzend, um andauernd die größten Steinbrocken zu werfen….wo ist denn da die Verhältnismäßigkeit….das Gesetz….der Rechtsstaat….denn doch nur Barbaren….

Und jetzt holen sich diese Hinterwäldler auch noch Verstärkung….eine mordsmäßige Verstärkung in ihre Reihen….die römischen Faschisten….als ob man die Demütigungen, die Beleidigungen, die Bedrohungen durch diesen Pöbel noch steigern müsste….da es die Hinterwäldler nicht mehr steigern können….ihre Beleidigungen, ihre Bedrohungen, ihre Angriffe, ihren Spott!

Aber ich verliere den Faden….

Der Film handelt also auch über die Provinz, kreist um die Provinz und ist diese mit der Gewalt das eigentliche Thema des Films….im Prinzip kann man diesen Film auch als eine Metapher auf die gegenwärtigen Zustände in der Provinz bewerten….denn eine klarere Aussage über die Provinz….den Dorftyrann, die Handwerker als provinzielle Behördenvertreter/als provinzielles Establishment sehend….wird man so schnell nicht vor Gesicht bekommen….ein genaues Abbild der dörflichen, hinterwäldlerischen, barbarisch zu bezeichnenden und immerzu zu nennenden willkürlichen, intoleranten, grausamen, dumpfen und verrohten Verhältnissen nicht nur bei den Behörden, den Beamten, den Ärzten….denn vor allem bei der wirtschaftlichen und politischen Elite der Provinz….

März 30, 2010

Ein Film:
State of Play
von Kevin MacDonald

Vielleicht die Überraschung des Film als Eingangs-Setting: (z.ü.)
Nachdem in mir sehr lange die Befürchtung angewachsen war, das Ben Affleck das verlorengegangene 5 Mitglied der Backstreet Boys sei und er diesen Status, als verschollenes Mitglied dieser Boyband, mit einer Reihe von Filmen wie Pearl Harbor, Gigli, Daredevil, Changing Lanes, usw., beinahe bestätigen wollte, seine schauspielerischen Ambitionen für die Rolle des Traumprinzen von kleinen Mädchen aufgegeben zu haben schien….und mit seinem Gesicht, seiner Art von der Kamera sich zu bewegen, das Wort Mainstream in neue Untiefen zu führen schien, kam in den vergangenen Jahren doch die Erkenntnis auf ihren schwierigen Pfad Richtung Wahrheit, dass es sich bei Ben Affleck vielleicht doch um einen Schauspieler handeln könnte.

Der Wendepunkt schien der Film „Hollywoodland“ aus dem Jahre 2006 zu sein; neben einer alle anderen überstrahlenden Diane Lane und einem nonchalanten Adrien Brody, konnte man seit längerer Zeit wieder einmal so etwas wie Schauspielkunst bei Ben Affleck, auch als Zuschauer, entdecken; eine Rolle für welche er zurecht die Coppa Volpi als bester Hauptdarsteller bei den Filmfestspielen in Venedig gewann.

Es konnte damals für Ben Affleck wieder in die eine Richtung, also den sowohl kommerziellen wie künstlerischen Totalfiaskos wie Gigli oder Daredevil gehen, seichte Komödien für den debilen Massengeschmack oder einige weitere Male in den verkifften Filmen Kevin Smith`s die coole Nummer abziehen und dafür Kritikerlob und wenig Geld ernten oder aber in die andere Richtung, also Richtung anspruchsvolle Filmen, welche den Massengeschmack bedienen und gleichzeitig von innerer Qualität sind.

In „State of Play“ kann man Ben Afleck nunmehr in einem weiteren Film beobachten und anstatt das veschollene Mitglied der Backstreet Boys zu spielen, zeigt sich in diesem Film, dass Ben Affleck nicht nur ein Schauspieler ist, denn ein verdammt guter Schauspieler, welcher mit der Zeit, mit der Routine, mit dem richtigen Regiseur, in einer Rolle auch glänzen kann und sich dieser somit vom KleinMädchen Pin-Up Boy Image doch immer weiter entfernt und sich als Charakterdarsteller, als ernstzunehmender Schauspieler im „Hollywoodland“ zu etablieren scheint.

Aber genug des Lobes….und zum Film….

Kevin Macdonalds, welcher sich vor allem als Dokumentarfilmer bisher einen Namen machte, mit so herausragenden Filmperlen wie „One Day in September“ (auf dem gleichen Niveau wie einer von Spielberg´s besseren Filmen „Munich“) und „My Enemy`s Enemy“ (über Klaus Barbie wahrhaft schreckliches Leben), usw.; usf.; einen Namen gemacht hat und welchem es doch tatsächlich gelungen ist, was ja meistens eine Ausnahme darstellt, den goldenen Schnuller seines Heranwachsens mit dem Werkzeug des erwachsenen und soliden Filmemacher zu tauschen und bereits 2006 konnte er mit seinem Spielfilmerstling „Der letzte König von Schottland“ zwar nicht auf ganzer Linie, so aber doch überzeugen und nunmehr sein zweiter Spielfilm mit der „A-Hollywoodliste“, von dem Kassenmagneten Russell Crowe bis zu Hellen Mirren und Rachel McAdams, Robin Wright Penn, Jason Bateman, Jeff Daniels, usw. usf.; in einem Film namens „State of Play“.

Dieser Film handelt von dem Garten Eden namens Politik, in welchem unter der blitzeblank-glänzenden Oberfläche sich nicht nur die üblichen menschlichen Abgründe auftun, wie Verrat, Eifersucht, Betrug, Täuschung, Käuflichkeit, Manipulation, Intrigen; denn auch Mord.

Und mit solch einem Mord, einem Doppelmord beginnt der Film, um bald darauf einen altmodischen Reporter; klischeehaft überzeichnet, gespielt von Russell Crowe; auf diesen Doppelmord anzusetzen, wobei der Reporter gleich die Lunte riecht und die richtige Fährte aufnimmt, welche sich dann doch nur als Irrtum herausstellt und es ihm durch seinen messerscharfen Verstand, seinem Gespür und seinem Instinkt am Ende gelingt den Täter dingfest zu machen; den Respekt der Redaktion einzufahren und mit seinem Stil, welcher mehr an die 70-er Jahre gemahnt, denn den hyperschnellen Internetzeiten, in welcher eine Nachricht nach 5 Minuten schon alt ist wohl nicht nur die Kritikerherzen wohl höher schlagen lässt.

Zur Seite wird ihm eine Online-Journalistin (gespielt von Rachel McAdams) gestellt, dass all-american-girl; engagiert, couragiert, ehrgeizig, spielt sie an der Seite von Russell Crowe und lässt sich nicht an die Wand spielen, denn kann sich gut behaupten; sicherlich ein Verdienst des Regisseur und weniger von Rusell Crowe.

Aber genug zum Inhalt….
Was mir an dem Film besonders gut gefallen hatte, war die Stimmigkeit vom ersten bis zum letzten Bild; dass die Geschichte Haken schlägt, dass es überraschende Wendungen gibt, alles schon gesehen und gehört; doch die Stimmigkeit, wie der Regisseur mit seinen Schauspielern und der Crew diese den gesamten Film lang beibehält; wie man immer tiefer in dem Film, in dessen Verwirrungen und Irrungen versinkt, zeugt doch von einer großen Meisterschaft aller an dem Film Beteiligten und lässt den Film (meiner Meinung nach) locker mit all den Festival-Filmen, all den Schmuckstücken für eine kleine Kritiker-Elite gezeigten Wettbewerbsfilmen der Filmfestivale auf dieser Welt, nicht nur gleichziehen, denn diese überholen.

Ich sah mir den Film vor ungefähr einer Woche an und war mit zunehmender Dauer des Films zunehmend begeistert von diesem; nicht so sehr (aber auch) von der Geschichte, denn von der Stimmigkeit von Bild, Ton, den Schauspielern, der Musik, der Kamera, ja und auch von der Erzählweise, von dieser Tugend des amerikanischen Journalismus, welcher im Film gehuldigt wird; dieses hartnäckige Stöbern nach der Wahrheit, auch wenn dabei die Freundschaft in Brüche geht oder ein Geschäft, diese Tugend für Ideale zu kämpfen, die in Europa scheinbar schon lange verloren gegangen scheinen; dieses Ideal, ja diese Tugend des angelsächsischen Journalismus einige Schatten weniger auf dieser Welt zu haben; dieses uramerikanische Bestreben nach dem Guten und dafür auch Opfer zu bringen; die Wahrheit an das Licht zu zerren, um eine bessere Welt zu ermöglichen.

Dieser Journalist ist ein Paradebeispiel dafür wie guter Journalismus funktionieren könnte; für eine Zeitung in finanziellen Nöten steckend, arbeitend; sich nicht korrumpieren lassen von einer korrumpierten Umwelt, einem korrumpierten System, denn die eigene Linie bis zum bitteren Ende/oder auch nicht so bitteren Ende durchziehen; der Wahrhaftigkeit verpflichtet, nicht der Hinterhältigkeit bzw. der Mauschelei in den Hinterzimmern der Macht….
Dazu der Ausspruch des Journalisten im Film:
„Wieso….weil kein Mensch mehr Zeitung liest, deswegen….weils nur wieder so eine Story ist die für Aufregung sorgt für ein paar Tage und dann zum Einwickelpapier wird, aber ich glaube dass die Leute zwischen den ganzen Klatsch und Tratsch und den Spekulationen sehr wohl den Unterschied erkennen, zwischen einer echten Nachricht und Schwachsinn und sie sind froh darüber, dass sich jemand dafür einsetzt, diese Dinge aufzudecken und die Wahrheit zu drucken“

Ein Film der für eine sehr große Anzahl von Provinzjournalisten, italienischen, deutschen und österreichischen Journalisten (oder sollte man sie einfachheitshalber nur Lügner mit einem dicken Gehaltsscheck nennen) wie eine schwere persönliche Beleidigung, wie eine schallende Ohrfeige für all das Vertuschte, Zusammengelogene und Scheinheilige, Kriecherische und Scheinheilige erscheinen muss….

Ein Film als eine Tugend.
Mehr Lob geht nicht.

März 29, 2010

Ein Film:
Terminator Salvation
von McG (Joseph McGinty Nichol)

anfänglich ausnahmsweise eine kurze kritische Anmerkung

Muss es unbedingt bei sehr vielen Hollywood-Filmen solchermaßen sein, dass wenn der Regisseur, die Produzenten, das anvisierte Budget zu überschreiten drohen, dass dann als allererstes bei der Requisite gespart wird und ein Teil, wenn nicht ein Großteil des Films in Dunkelheit bzw. der Nacht dann spielt….

Warum spart man nicht an den Computer-Animationen, den Schauspielergehältern und stattdessen an der Requisite oder ist es schon so, dass die Drehbuchschreiber die Szenen so schreiben, dass diese bezüglich Requisite bzw. dem digital erzeugten Hintergrund, schon sparen und diese Szenen dann automatisch in der Nacht bzw. der Dunkelheit enger Gänge, Hinterhöfe, Tunnelsystem, Bunker, Kellergewölbe spielen lassen….

Als Zuschauer nervt dass nämlich gewaltig, dass hin und wieder bei einem solchem Film, also das Geschehen, die Szenen zu 40-50% in der Dunkelheit, der Nacht spielen….

….aber genug der Kritik….und zum Film….

Filme sind Produkte des Zeitgeistes; in diesen spiegelt sich die Gesellschaft, das System, die Brennpunkte/Merkmale/Ausprägungen des öffentlichen Diskurs wieder.
Filme fokusieren gesellschaftliche Themen und der Zuschauer soll sich mit dem Produkt identifizieren, sich vielleicht sogar wiedererkennen; so bildet der Film die Lebenswirklichkeit von Menschen wieder und diese finden dann im jeweiligen Film die Bestätigung ihres Lebensmodelles bzw. ihrer Lebensweise.

Es gelingt ja ungefähr 10-20 Film im Jahr wirklich die Massen zu erreichen; also BlockBuster zu werden, riesige Geldsummen weltweit einzuspielen und den gesellschaftlichen Diskurs doch wesentlich mitzubestimmen und einmal abgesehen von den Cineasten, welche in den französischen Beziehungs-Dramen ihre Erfüllung finden, in kasachischen Filmproduktionen, im Indy-Film, in Programmkino-Filmen, erreichen doch nur sehr wenige Filme die breite Masse.

Eigentlich alle BlockBuster stammen aus Hollywood, L.A.; USA und tragen auch eine bestimmte Botschaft mit sich, welche dem Zuschauer wohl meistens verborgen bleibt.

Und ich habe vor einiger Zeit einen Artikel im „Time Magazine“ gelesen, in welchem das alltägliche Leben der US-Soldaten in Afghanistan geschildert wird; wie diese kämpfen, wie diese leben, wie diese ihre Zeit verbringen und dem Artikel waren einige Fotos (wie beim „Time Magazine“ üblich, sehr gute Bilder) beigefügt, auf welchen man einige US-Soldaten in einem Raum erkennen konnte, wie diese laut Bildbeschreibung, in einer Kampfpause, ihre Laptop`s aus ihren Rucksäcken herausziehen und mit diesen arbeiten und zu diesem Bild stand im Artikel, dass die US-Soldaten (welche einen übrigens sehr guten Job machen) immerzu mit den allerneuesten Hollywood-Produktionen, sozusagen zum US-Kinostart, versorgt werden, soweit ich dass mitbekommen habe, per USB-Stick….

Also die US-Soldaten befinden sich in Afghanistan und bekommen die allerneuesten Hollywood-Filme sozusagen in real-time zu sich hingeliefert und können sich dann diese Filme, auch in Kampfpausen, sozusagen ansehen, um etwas Ablenkung, um etwas Entspannung, um etwas Heimatnahes, zu finden….denn so wie ich dass mitbekommen habe, ist der Alltag in Afghanistan nicht gerade reich an Partys usw.

Und wenn ich mir nun vorstelle, wie die US-Soldaten in Afghanistan den neuesten Hollywood-Film frisch vom Schneideraum in Hollywood fertiggestellt, zu ihnen geliefert bekommen und es sich dabei in diesem Fall um „Terminator Salvation“ handelt, dann denke ich mir, dass dieser Film für diese US-Soldaten in Afghanistan wie ein Deja-Vu erscheinen muss.

Und es ist schon klar, in „Terminator Salvation“ werden Roboter bekämpft, in Afghanistan die Taliban, also wirkliche Menschen, ein wirklicher Gegner und nicht etwas Fiktives, aber doch sind in dem Film (welcher zum Teil auf der Kirtland Air Force Base gedreht wurde) die Parallelen zu finden; das gleiche Setting, zum Teil die gleichen Situationen, wie diese vielleicht ein US-Soldat in Afghanistan vorfindet.

Als ich mir vor kurzem mit einigen Bekannten, von einem von diesen dazu eingeladen, den Film im Kino anblickte, war meine unmittelbare Reaktion darauf, dass in dem Film die Erfahrungswelt, das menschliche Spektrum, die Realität eines US-Soldaten in Afghanistan wiedergegeben wurde, ein Urteil, welches danach an Komplexität und Differenziertheit dazugewann, so dass ich den Film dann etwas vielschichter und von mehreren Blickwinkeln her betrachtete.

Ich möchte mich jetzt auch nicht allzu sehr über die Verbindungen, der den Filmen, der Kultur zugrundeliegenden Verbindungen, wie etwa jener zwischen Pentagon und Hollywood (mit seiner Sternstunde in dem Film „Top Gun“ (1986) auf dem Höhepunkt des „Kalten Krieges“; ein Film, welcher eine zweistündige Werbesendung für das US-Militär ist und von welchem alle Beteiligten in den folgendem Jahrzehnt massiv profitiert haben (allen voran die Schauspieler) oder der Verbindung zwischen russischem Film und dem Kreml oder der „Bild“-Zeitung und dem BND….oder….oder….oder….denn ich möchte dies auch nicht allzu sehr kritisieren, denn alle handhaben dies solchermaßen und jeder instrumentalisiert, benutzt den nächsten und hängen auch voneinander ab….die jeweilige Geschichte des jeweiligen Landes ist auch zu komplex und kompliziert, um diese Verbindungen, diesem der Kultur zugrundeliegenden Strukturen in einigen Wörtern darzulegen (darüber könnte man 20 Bücher schreiben und hätte trotzdem nur einen Bruchteil dargelegt)….auch, da ich kein so großes Problem damit habe, da ich mich auch nicht dahingehend allzu sehr beeinflußen lasse….nur noch ein Wort dazu….meiner Meinung nach, ist Hollywood die größte, die beste, die vielseitigste Waffe, welche die USA, ja die Menschheit jemals in den Händen gehabt hat….eine Waffe, die nicht tötet, denn inspiriert….eine Waffe, welche indoktriniert, beeinflusst, Moden erzeugt, Trends erzeugt, aber gleichzeitig für eine differenzierte, breitere, schönere Kultur sorgt (ich gebe es zu und alle Cineasten sollten wohl jetzt aufhören zu lesen….mir gefallen sehr viele Filme aus Hollywood sehr gut (z.B. die „Indiana Jones“-Serie; die „Alien“-Serie; Forrest Gump usw. usf.)

….wieder einmal ein schwieriges Thema….

….aber zurück zum Film….

Die Filme werden heutzutage für den Massengeschmack hergestellt und treffen ihn dann wohl auch; der typische Zuschauer, also jenem, auf welchen es die Produzenten abgesehen haben, ist ein spätpubertierender, Popcorn-verschlingender, literweise Coca-Cola trinkender Jugendlicher, welcher dem Irrglauben erlegen ist, durch Internet, Killer-Computer-Spiele, Pornographie, Party-Besäufnissen, Drogenräuschen und nicht gerade hoch ausgebildeter Intelligenz, schon für das Leben da draußen abgehärtet zu sein (ein Irrglauben, in welchem dieser, der typische Konsument, dann natürlich auch andauernd bestätigt werden muss)….

Also dieser typische Zuschauer ist das Zielobjekt der Filmmacher und deshalb werden auch immer mehr Filme gemacht, deren intellektueller Gehalt eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist, unkomplex, strikten Regel folgend (spätestens nach 15 Minuten müssen in einem Film alle Figuren eingeführt sein und eine Storyline erkennbar sein, welche auch der spätpubertierende Jugendliche erkennt, also idiotensicher)….

Zum Teil verzichten die Hollywood-Produzenten mittlerweile anscheinend bei sehr vielen Filmen auf ein Drehbuch (nur zum Beispiel der Film „Knowing“ mit Nicolas Cage zu benennen) oder die Handlung wird abstrus oder zu simpel….

Von mir aus gesehen ist dass der falsche Weg….führt in eine Sackgasse….mit einem Drehbuch steht und fällt der Film….

Und schlußendlich muss ich zum Film „Terminator Salvation“ anmerken, dass dieser ein Drehbuch hat, eine Geschichte (was einem ja mittlerweile, an Schlimmeres gewöhnt, schon irgendwie dann freut, dass in einem Film auch eine Geschichte erzählt wird); auch wenn diese Geschichte andauernd in Explosionen, Kriegsgeschrei, Kampfjets und Robotern unterzugehen scheint….

Der Film an sich, halte ich eher für mittelmäßig, ein Konsumprodukt, zu konsumieren und dann zu vergessen; zugeschnitten auf ein Publikum, auf einen Konsumenten, welcher mit Sicherheit nicht Ich bin….ein Produkt des Mainstream für den Mainstream; ein Film um viel Geld zu machen (was dieser dann auch gemacht hat)…..ein durchschnittlicher Film mit einem überragenden Pluspunkt….dieser geht nicht in epische Breite, denn ist nach geistig gut verdaubaren 114 Minuten vorbei….

März 27, 2010

Un film:
Arrivederci amore, ciao
di Michele Soavi
(tratto dal romanzo di Massimo Carlotto)

Finalmente un film senza un „happy end“; dopo tutte queste comedie americane, tutti questi film di stampo Disney, Pixar, Dreamworks e Universal con tutti questi happy end….lui e lei si sposano, bambini, casa, lavoro, felicitá, tranquillezza, un futuro prossimo divertente….peró in questa pellicola no, anché perché come probabilmente tanti sapranno, questo „happy end“ é solo una invenzione, una bugia, un´illusione, fatta per gli spettatori che poí se ne possono andare felici e contenti a casa….questo „happy end“ é soltanto un momento, un attimo, che poi la vita tutta questa gente felice e contenta la vuole indietro con tutta la sua cattiveriá, la noia, le malatie, l´infortuni, con tutta questa gente per bene che circonda uno e il quale unico scopo é quello di distruggere uno….cosi niente „happy end“ nella vita reale, che ogniuno se la deve sopportare per se stesso….cosi scrivo sodisfatto….almeno in questo film non c´é un happy end….anzi una fine bruttisima, ma secondo me belissima….

Il film racconta la storia di Giorgio Pellegrino (Alessio Boni), un ex-terrorista, rifiugiatosi in sudamerica a fare la rivoluzione che come unico risultato lo porta a uccidere il suo miglior amico….dopo questo ritorna in Europa e si consegna alle autoritá, che lo rinchiudono in prigione….fa un patto coi Digos, con il vice-questore Anedda Ferruccio (ottima prestazione di Michele Placido) e ritornato nella liberta trova una sistemazione e un lavoro, ma ben presto ritorna nell´ambente semi-criminale, costretto anche dai Digos che li stanno attaccati alla pelle e comincia la vera storia….quella di un criminale nell´italia degli anni novanta….traffico di droga, prostituzione, estorsioni, pestaggi….tutto sotto gli occhi dei Digos, anche loro interessati piú o meno solo alla loro parte del bottino….corrotti, aggressivi; da mettere sullo stesso livello dei criminali se non peggió….
Cosi l´attore principale Giorgio Pellegrino fa il suo lavoro ben poco pulito e con il tempo che passa i morti non diventano meno, le donne cambiano e pian piano Pellegrino riesce con tutte le sue attivita illecite a farsi una esistenza da cittadino leale, rispettato e meno compromesso di un bambino….ci sono due storie d´amore, il grande colpo e poí la resa dei conti con il vice-questore Anedda, che con il andar avanti del film sembra sempre di piú lui il vero criminale e meno Giorgio Pellegrino….

Il film non frena, ha un ritmo elevato e il protagonista principale deve starsene attento ogni secondo a non perdere il controllo, non della situazione, ma della sua vita e questa tecnica ricorda molto i film gangster e poliziesci di Hong-Kong, non solo la velocitá e l´uso della camera, ma anche la storia….poliziesco poco pulito, criminale poco pulito in un mondo che finora non é mai stato pulito, forse tranne con qualche bugie poí scopertersi anché di essere bugia….

Nel film si vede che il regista Michel Soavi tempo fá aveva inanzitutto giratato dei film horror e cosi non manchano certo i momenti shock e i cambiamenti improvisi della storia.

Ottimo lavoro come sempre di Andrea Guerra, responsabile per il soundtrack e comé in Finestra di Fronte („Ma che freddo fa“ di Nada) anché questa volta, come lo dice giá il titolo, usa, una bellisima canzone degli anni sessanta….“Arrividerci amore, ciao“ di Paolo Conte/Caterina Caselli….un Andrea Guerra che pian piano sta entrando nel orma di un genio come Enrico Morricone, facendo un soundtrack che si riconosce per se….un soundtrack, dove, come spettatore ti chiedi, chi l´ha fatto….

Finalmente un film senza „happy end“….un buon film….niente di meno e niente di piú….

März 27, 2010

….Operation Walküre….

Zur Zeit startet in den Kinos das neue Tom Cruise Star-Film-Vehikel; also der Film auf Tom Cruise, für Tom Cruise; von Tom Cruise und seltsamerweise auch mit Tom Cruise….der Film trägt den Titel „Operation Walküre“ und bringt uns außer Tom Cruise als den Titelheld, auch Kenneth Branagh (wohl einmal genug von den ganzen Shakespeare-Mist); Terence Stamp usw. usf. ….

Im Film „Operation Walküre“ wird die Geschichte des gescheiterten Attentates vom 20.Juli 1944 auf Adolf Hitler nacherzählt; Ziel des Attentates war es den Oberbefehlshaber bzw. den Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler zu töten und gleichzeitig den Fall Walküre auszulösen; ein von der Wehrmacht ausgearbeiteter Plan im Falle von Aufständen im Innern des deutschen Reiches, diese niederzuschlagen bzw. im Terminus der deutschen Sprache jener Zeit….auszulöschen….

Involviert in dieses gescheiterte Attentat gegen Adolf Hitler waren eine Reihe von hohen Offizieren, von denen als einziger Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg direkten Zugang zu Hitler hatte und somit dieser die Bombe im Bunker des Führerhauptquartier in der Wolfschanze deponieren musste….eigentlich hatte er 2 Bomben, aber es gelang ihm nur eine zu plazieren….

Ziel der Attentäter war es nicht nur Adolf Hitler zu töten, denn gleichzeitig die Verbände der SS; also die Schutzstaffel, durch Verbände der Wehrmacht zu entwaffnen und festzusetzen….beide Ziele, deren Erreichen scheiterte….

Das Attentat auf Hitler mißlang und der Fall Walküre brach innerhalb von Stunden in sich zusammen (seltsamerweise klappte der Fall Walküre in Paris besser, als etwa in Berlin; was auf Planungsfehler in Berlin verweist)….die beteiligten Offiziere wurden entweder sofort erschossen bzw. zuerst gefoltert und dann ermordet….auf das Wissen bzw. die Beteiligung auf das Attentat stand Hochverrat….ein Wissen, welches dann auch unter anderem Wilhelm Canaris, Hans Oster und Dietrich Boenhoffer das Leben kosten sollte….

….so weit, so schlecht….

Viel wurde über die Motive der Attentäter gerätselt und sofort nach dem Krieg setzte eine Verklärung dieser Attentäter ein….die Offiziere wurden als Beispiel herangezogen, dass es den Wiederstand gab; dass sich die Deutschen versucht hatten von Adolf Hitler selbst zu befreien; dass nicht alle bis zum Ende an den Endsieg glaubten; dass es in militärischen Kreisen eine starke Opposition zu Hitler gegeben hatte; dass ihr Ziel ein neues Deutschland war; dass es Ziel der Attentäter war, den Krieg sofort zu beenden; dass und dies und dass und dies….

Dass die Attentäter auch sehr lange Zeit nach dem 2.Weltkrieg als Verräter von den Deutschen angesehen wurden, die den kämpfenden Truppen in den Rücken fallen wollten….

….usw. usf….

Und nun gibt es den Hollywood Film „Operation Walküre“ von, für und mit Tom Cruise; die historischen Fakten wurden auf Hollywood-Niveau reduziert….also schwarz ist schwarz und weiß ist weiß; oben ist oben und unten ist unten….einige historische Fakten wurden zurechtgebogen und das Ergebnis ist ein hohes Einspielergebnis….nein; das Ergebnis ist ein Hollywood-Film, der die Erwartungen seiner Besucher wohl nicht enttäuschen wird…..es ist zumindest sicher, dass es einmal eine schwere, laute, krachende Explosion gibt….es gibt Pathos; Dramatik, Action….was man sich nunmal von einem Hollywood-Film erwartet….

Die Motive der handelnden Offiziere werden wohl nur oberflächlich abgehandelt….Hitler umbringen, die Welt retten; die Kommunisten niedermachen….es wird wohl deren Motivation darin gesucht werden, dass sie hohe moralische Standarts hatten; den Judenmord Einhalt gebieten wollten; dass, der Verklärung nach 1945 folgend, diese das Attentat durchgeführt hatten, um in einer katastrophalen militärischen Situation, den Krieg zu verkürzen….

….aber….

Aber das eigentliche Motiv der Attentäter, so wie ich dies in so ziemlich einigen Büchern gelesen habe; kommt natürlich nicht vor….dass ist wohl etwas zu komplex….zu wenig schwarz ist schwarz und weiß ist weiß….

Nachdem was ich gelesen habe, war die Hauptmotivation der Attentäter, welche zum Großteil überzeugte Nationalsozialisten waren, folgende….
Ein Großteil der beteiligten Offiziere, die im Laufe des Jahres 1944 auf einen immer größeren Rückhalt unter Militär, Nachrichtendienste und selbst überzeugten Nazionalsozialisten zählen konnten, waren Adelige….
Eine Gesellschaft von Adeligen, welche den Standesdünkel hielten und es gewohnt waren untereinander auszumachen wer was wird, sich gegenseitig stützten und unterstützten; welche in der Gesellschaft eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Rolle spielten; im Militär; in den höheren Offiziersrängen, im Generalstab überdurchschnittlich stark vertreten waren; welche in den meisten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen sehr stark verwickelt waren….
Und es waren nun die Adeligen im Militär die treibende Kraft hinter dem Attentatsversuch auf Hitler bzw. dem Putschversuch des Militärs und ihre Motive waren bei jedem verschieden, aber ein gemeinsames Motiv dieser hohen Offiziere war die Angst, dass diese, bei einer militärischen Niederlage gegen die Sowjetunion, dass Deutschland vom kommunistischen System überollt werden würde; dass die adeligen Familien ihren Großgrundbesitz; ihre feudalen Anwesen; ihre Vorrechte im Leben, im Tod, im Militär, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft damit verlieren würden….dass die Adeligen von den Kommunisten enteignet, entmachtet und vor allem all ihren Einfluß verlieren, kurz gesagt, dass sie ihr Geld verlieren….

Diese Befürchtung war unter den Adeligen, welche vor allem im Militär dienten, sehr stark ausgeprägt und musste mit allen Mitteln verhindert werden….auch mit dem Königsmord….

….also der Köngismord um die Privilegien der Adeligen zu beschützen….
….nicht nur, aber vor allem deshalb….

….also das Hauptmotiv war einmal ausnahmsweise nicht das Öl; nicht das Geld; nicht die Eifersucht; nicht irgendeine Frau; nein; das Hauptmotiv, war die Privilegien der Adeligen vor dem Zugriff durch die Kommunisten zu beschützen….
….etwas, was auf dem Gebiet der DDR, in Pommern, in Schlesien mißlang….
….überall dort, wo die sowjetischen Truppen sich breitgemacht hatten….
….in Westdeutschland hingegen, konnten sie zumindest ihren Besitzstand und Vorrechte bewahren (zumindest jene, welche nach dem 2.Weltkrieg noch am Leben waren)….

In dem Hollywood-Film „Operation Walküre“ ist es da etwas einfacher….Hitler umbringen, Welt retten; Kommunisten niedermachen und am Ende kein Happy-End….

März 26, 2010

Ein Film:
Gomorra
von Matteo Garrone
(nach dem Buch von Roberto Saviano)

Einige Filmjournalisten schrieben dieses Jahr von einer Wiedergeburt des italienischen Autorenkinos; eines italienischen Film, welcher etwas verstaubt und antiquiert gewirkt hatte; harmlos und unpolitisch.
Hauptverantwortlich für diese neue Welle der Anerkennung sind vor allem zwei italienische Filme; zum einen Il Divo  und zum anderen Gomorra.
Während der Film Il Divo das politische Leben Giulio Andreotti mit den Mitteln des Films nacherzählt; mit poetischen Bildern, der kameratechnischen Finesse; der Untermalung durch die Musik, sich zu einem cinematographischen Meisterwerk aufschwingt und den Zuschauer verzaubert zurücklässt; so zeigt der Film Gomorra die hässliche Seite; den Drogenhandel; die Müllentsorgung; den Verrat; den Mord; zeigt die Kriminalität in all ihren Auswüchsen, deren moralischen und menschlichen Verwirrungen.
Wenn ich bei dem Posting über dem Film „Fine Pena Mai“  darauf aufmerksam gemacht hatte, dass man von den Schattenseiten der Kriminalität in jenem Film zu wenig mitbekommt, so erfüllt Gomorra diese Erwartungshaltung voll und ganz….es gibt keine Lichtblicke, keinen Trost; es gibt nur das Überleben, das Geschäft und das Leben in der Unterschicht in aller Härte und Gnadenlosigkeit.
Ein großer Teil des Films spielt in dem am Rande Napolis gelegenen Stadtviertel Scampia; einem Viertel, welches nicht nur der Staat, die Stadt, denn auch die Menschen aufgegeben haben; ein Stadtviertel, in welchem sich der größte Drogensupermarkt Europas befindet; wo es dass billigste Heroin in Europa zu kaufen gibt; einem Stadtviertel, in welchem der Titel des Films: Gomorra, seine Ensprechung in der Wirklichkeit findet….
Der Ausdruck Gomorra entstammt wohl einem Wortspiel zwischen Camorra (der kriminellen Organisation) und Sodom & Gomorrah; zwei Städten im Alten Testament, welche von Gott zerstört worden waren, da diese der Sünde anheimgefallen waren.
In diesem Mikrokosmos namens Scampia spielen sich die alltäglichen Tragödien von, von allen in Stich gelassenen Menschen ab, die wohl keine Alternative haben, außer sich im Grenzbereich zwischen legaler Kriminalität und illegaler Kriminalität ein Auskommen als Mensch zu sichern.
Der Staat und seine Ordnungskräfte sind vollständig abwesend, erscheinen nur um die Leichen einzusammeln; haben sich aus dieser Gegend, wie aus so vielen zurückgezogen und überlassen es der Organisierten Kriminalität für Ordnung zu sorgen.
Diese Organisierte Kriminalität besteht aus Klans; welche sich ebendort blutigst um Absatzmärkte für ihre Drogen, um die Macht über die Menschen zu haben, bekämpfen; Klans, welche die Macht ausüben, aber nichtsdestotrotz in einem etwa gleichen Niveau wie ihre Opfer, wie die Täter, wie die Drogenhändler, Aufpasser leben….man sieht im Film nicht, wo die riesigen Profite aus dem Drogenhandel enden; es scheint in Scampia keine Gewinner mehr zu geben; keine Gewinner weit und breit.
Die Geschichte Scampias wird vor allem aus der Sicht von drei Jungen erzählt, welche in diesem, zu den wohlhabenden Vierteln Napolis, wie ein Paralleluniversum, erscheinendes System, zu überleben versuchen; moralische Fragen, Auswege, Alternativen scheint es für diese 3 Jungen nicht zu geben; alle drei sind in dem System gefangen, einem System, dass zweien von ihnen, nach einem Waffendiebstahl, das Leben kosten wird; so sind die Regel und diese werden in gleicher Härte auch gegen Kinder eingesetzt; der dritte scheint seinen Weg in die kriminellen Strukturen gefunden zu haben; steigt als Spitzel im kriminellen System auf….sein Verrat an einer Frau (der man anschließend in den Kopf schießt), deren Wohnung geräumt werden soll und diese sich weigert, öffnet dem amoralischen, jenseits von Gut und Böse sich befindlichen Jungen, das Tor zur kriminellen Hirarchie.
Ganz anders hingegen spielt Toni Servillo (welcher auch in Divo eine Meisterleistung abgeliefert hatte) einen Camorrista, welcher das Klischeebild des Camorrista widerspricht; welcher kühl und professionell die Müllentsorgung plant und durchführt; mit seinem PKW durch die Gegend fährt; geeignete Ablagerungsplätze überprüft und sich nicht im Geringsten dafür zu interessieren scheint, welchen Gift-/Atom-/Drecksmüll das gesamte restliche Europas (aber vor allem norditalienische Firmen) im neapolitanischen Hinterland in der Erde vergraben….ob daran anschließend Zehntausende an Krebs zu sterben, ist dieser amoralischen fiktiven Figur restlos egal; obwohl dieser gebildet und intelligent wirkt; Geschäft ist Geschäft, würde wohl ein deutscher Vorzeigeunternehmer dazu sagen und dann zur Nobelnutte gehen; akribisch arbeitet dieser Mann, zweifelsohne gewissensfrei; rücksichtslos und an seiner Seite verharrt ein junger Mann, sein Zögling, denn er in seine Geschäftspraktiken Schritt für Schritt einweiht; diesen einbezieht in die kriminellen Machenschaften und geschildert wird dies wie ein Sohn/Vater Verhältnis, in welchem der Sohn nur staunend mitansehen kann, wie dieser mit den LKW-Fahrern der Gift-Fässer umspringt….menschliches Kapital ist wertloser als Giftfässer….
Schließlich bricht der Sohn/der Zögling mit seinem Vater/dem Chef; manche sagen dass dieser Zögling der einzige Lichtblick in diesem Film ist; seine Weigerung sein eigenes Land für den kurzfristigen, riesigen, aber auf langer Sicht fatalen, volkswirtschaftlich ruinösen Profit zu opfern; steigt aus dem Auto aus und der Chef schreit ihm noch nach; dass es solche wie ihn, unendlich viele gebe, Zöglinge, die nur zu gerne sein Leben, seine Position einnehmen können…
Dieser einzige Lichtblick ist meiner Meinung nach auch kein Lichtblick, denn nur die Bestätigung, dass im spätkapitalistischen Zeitalter, kein Platz für Menschlichkeit, für Einsicht, für Menschen mit Skrupel und Gewissen gibt; denn wie der Friedennobelpreisträger Adolfo Perez Esquivel geschrieben hat….

Der Kapitalismus wurde ohne Herz geboren.

In diesem Film „Gomorrah“ findet man dazu genug Beweise, um den Kapitalismus zu lebenslanger Abwesenheit von diesen Planeten zu verurteilen….

Die fiktive Figur, welche mich am meisten beeindruckt hatte (wobei ich anmerken möchte, dass ich den Film im Sommer 2008 im Kino im Orginalton mir angesehen habe und mich somit nicht mehr an jede Einzelheit erinnern kann) ist der Schneider.
Der Schneider schneidert für die Camorra, hält einen Betrieb am Laufen und liefert seine Produkte zu Weltwettbewerbspreisen an die Camorra, welche seine Designerklamotten an die Nobelmarken der Haute Couture liefert; mit irrsinnigen Profiten für alle, außer für den Schneider, seine Arbeiter und wohl auch großen Teilen der Camorra selbst.
Wie aus einem Bilderbuch des Manchester Kapitalismus entstammend, arbeitet dieser Schneider, wissend dass sein Wissen sein größtes Kapital ist; arbeitet für wenig Geld für seinen Padrone und muss zu Hause mit der Liebe seiner Frau kämpfen; welche ihn mit ihrer Liebe andauernd terrorisiert; ein Baby von ihm hat und mehr möchte vom Leben, als ein gewöhnliches Auskommen….
Schließlich gibt der Schneider dem Drängen seiner Frau nach und entschließt sich sein Wissen mit der chinesischen Konkurrenz zu teilen; in einem solchen System ein tödlicher Fehler, wo jeder jeden verrät und jeder jeden verkauft; so eilt dieser zu den Chinesen und weiht diese in die Geheimnisse des Schneiderwesen ein.
Dabei kommt es zu einer Szene, in welcher der Schneider, nach einem ersten Besuch (im Kofferraum eines Mercedes dorthingebracht), zu seiner Frau und dem Baby zurückkehrt, das dazuverdiente Geld seiner Frau anvertraut; diese ihn somit nicht mit ihrer Liebe terrorisiert und dieser den Ausspruch tätigt…..die Chinesen haben gutes Essen….
Es ist der einzige Fehler, welcher ich in diesem Film gefunden habe; aber wie es zu solch einer Aussage, in einem ansonsten so fehlerfreien Film kommen konnte, stellt mir ein Rätsel dar….
Die Aussage passt nicht in den Kontext des Films.
….vielleicht eine Geschichte dazu…..
Ich habe einen Bekannten, welcher vor einiger Zeit in Peking war und dort ein Luxusrestaurant besuchte und sich dort eine Mahlzeit für 300 US-Dollar bestellte, eine sehr hohe Summe an jenem Ort und er bekamm dafür eine Platte mit 30 verschiedenen Penissen von 30 verschiedenen Tieren….er verspeiste also in einer Mahlzeit die Penisse von 30 verschiedenen Tieren und schwärmte wie gut (wobei ich an dieser Geschichte immer noch so meine Zweifel habe)….
….ich musste mich fast übergeben, als ich nur davon hörte….
….nur soviel zur chinesischen Küche….

Der Schneider bezahlt seinen Verrat bitter und sieht am Ende des Films Scarlett Johansson in seinem Kleid….eine Reminiszens an den Film im Film….die Oberfläche trifft den Untergrund….Camorra goes Hollywood….

Gomorra wurde als italienischer Kandidat für den Auslands-Oscar vorgeschlagen; wurde dem Film „Il Divo“ vorgezogen; welcher mir persönlich besser gefällt, aber nichtsdestotrotz ist Gomorra ein mehr als würdiger Kandidat für den Ausland-Oscar….
….ein Film der die Schattenseiten Italiens beleuchtet und somit die Öffentlichkeit für ein Thema sensibilisiert, welches allzuleich im Dunkeln verbleibt…
….ein sehr guter Film….

März 25, 2010

Ein Film:
Das Leben der Anderen (2006)
von Florian Henckel von Donnersmarck

….über dem Film ist schon so viel geschrieben und gesprochen worden, dass ich nur 2 Ansätze einbringen möchte….

1.
….der Film, auch dieser, ist so wie alles auf dieser Welt ein Produkt und was zählt ist die Verwertungskette, der Mehrnutzen, der Profit….
….es ist heutzutage solchermaßen, dass nicht der Film im Mittelpunkt steht, denn die Verwertungskette, sprich das Merchandising, welches einem Film einen Mehrwert gibt, der weit über das Einspielergebnis an der Kinokasse, an verkauften DVD`s, gibt….
….McDonalds welche Wall-E Burger verkauft; aus den Kung-Fu Panda wird ein Spielzeugartikel, der sich Millionen-fach verkauft; aus den Comic-Helden werden Multi-Millionen schwere Marktgiganten und ABBA verkauft wieder Millionen von CD`s ….
….die moderne Verwertungskette des Produkt Film wurde mit George Lucas „Star Wars“ Triologie zwar nicht erfunden, aber mit dieser Triologie wurde die Verwertungskette zum profibableren Teil als das eigentliche Produkt, also der Film an sich….
….die Star-War`s Triologie spielte Hunderte von Millionen von Dollar ein, aber das eigentliche Geschäft, der eigentliche Gewinn, welche Milliarden von Dollars ausmacht, wurde mit dem Merchandising erwirtschaftet….
….Star-War`s Puppen, Star War`s Burger; Star War`s Süßigkeiten; Star War`s was-auch-immer….
….das Merchandising war der eigentliche Erfolg dieser Triologie….
….ein Milliarden-Dollar schweres Geschäft….
…aber zu dem Film „Das Leben der Anderen“….
….ich denke, bei diesem Film, also diesem Produkt, ist eine sehr große (also profitable) Chance zum Merchandising fahrlässig ungenutzt geblieben, aber vielleicht kann man diese Chance noch nachholen….
….mein Vorschlag wäre der folgende….
….man bringt mit großem Werbetamtam eine Sonder-Editon, eine Special DVD auf dem Markt….“Das Leben der Anderen“ mit dem gesamten Abhörset, einer Antenne, welche man sich am Körper befestigen kann, um damit seine Umwelt abzuhören….
….eine Special-DVD mit all diesem Spionage-Krims-Krams und verschickt diese Special-Ausgabe an alle interessierten Haushalte….
….gesponsert von der Deutschen Telekom und der Deutschen Bank (dann kann deren Chef alle seine Gegner als „Sau“ bezeichnen und sich selbst als moralische Instanz zelebrieren (aber nur so nebenbei….Gier ist keine moralische Eigenschaft)….
….denn es ist doch solchermaßen, dass jede dahergelaufene Frau, jeder Trottel ja sowieso mehr weiß als jeder Geheimdienst und somit ist deren Existenzberechtigung ja auf jeden Fall hinfällig….
….wäre es denn nicht viel besser wenn man nicht einfach all diesen Menschen, die am Leben des Nächsten mehr interessiert sind, als am eigenen, also all diesen, diese verantwortungsvolle Aufgabe überträgt und sich die Steuermillionen für die Geheimdienste einfach spart….
….diese Idee wird sicherlich von all diesen dahergelaufenen Frauen, von all diesen Trotteln mit Sicherheit, mit allen Kräften unterstützt (denn sie wissen ja sowieso alles besser und mehr und mehr und mehr)
….etwa der italiensiche Pöbel….unter diesen sind ja ausgezeichnete Aufklärer….
….juli 2006….non c´ha le palle…..juli 2008….devono tagliarli le palle….
….bei solchen genialen Aufklärern, braucht es dann wohl keine militärische bzw. zivile Aufklärung mehr….
….solch tiefgreifende Analysen….
….dies ist dann keine Evolution, denn eine Regression….
….und alles im Einklang all dieser so gut Informierten und alles Besser-Wissenden, von dem Trottel bis zu jener Trottelin….da diese ja alles besser wissen….vom Establishment bis zur Unterschicht….alle superinformiert und alles schon bevor etwas passiert davon wissen und einfach alles verstehen und können….dann sollten doch all diese Trotteln und Trottelinnen diese Arbeit erledigen….denn eines ist schon sicher….sie können es auf jeden Fall besser….
….oder etwa jedem dahergelaufenen Trottel/in alles über einen zu erzählen und dann die Menschen auf einen hetzen….
….wer braucht schon so etwas Kompliziertes wie eine Verfassung oder etwas noch viel Komplizierteres wie Menschenrechte…..
…..vom Pöbel anscheinend niemand….
….im Sinne des Pöbel`s, also im Sinne des Ganzen….
….präventiv handeln….präventiv bestrafen….präventiv töten….präventiv prävenieren sozusagen….
….diese Sonder-DVD wäre mit Sicherheit ein riesiger Verkaufshit und würde alle Städte, Dörfer, Menschen sicherer machen….
….man könnte diese Sonder-Edition folgendermaßen benennen:
….“Das Leben der Anderen“-die Privat-Law And Order“ Edition….

2.
….im Film „Das Leben der Anderen“ brechen 2 Menschen mit dem System in dem sie leben….
….zum einen der Künstler, nachdem seine Freundin/Frau ihn mit dem Minister, betrügt….
….die beinahe erzwungene Untreue seiner Frau/Freundin macht aus dem staatstreuen Künstler einen Gegner des Staates, des Systemes in dem er lebt….
….zum anderen der Hauptmann, der Stasi Offizier, ihm, dem immer mehr Zweifel an seiner Arbeit, an der moralischen Integrität seiner Vorgesetzen erwachsen und dieser dann dem Künstler hilft und dafür vom System, von seinen Vorgesetzten bestraft wird….

….und irgendwie erinnern mich diese beiden Kunstfiguren (Georg Dreyman und Gerd Wiesler) an die fiktive Figur des britischen Diplomaten Justin Quale aus dem Film „Der ewige Gärtner“….
….es sind Männer, welche mit dem System in dem sie sich bewegen, leben und agieren, brechen….
….und irgendwie erscheint es mir, als sei dieser Moment, dieser Augenblick, in welchem Menschen mit dem System brechen, sich weigern diesem weiterhin zuzuarbeiten, als gebe es diesen Augenblick, diesen Moment auch in der realen Welt bei sehr vielen Menschen….Menschen, die sich mit der Welt auseinandersetzen und daran zerbrechen…..Menschen, welche in jenem Moment, in jenem Augenblick entscheiden müssen….
….wie reagieren sie auf das System, das unmenschlich, unsolidarisch, kalt und abweisend auf den Menschen an sich reagiert….
….verweigern sie sich….
….kämpfen sie….
….werden sie gebrochen….
….werden sie sich wehren….
….werden sie resignieren….
….werden sie wahnsinnig (gemacht oder von selbst)…..
….was passiert mit diesen Menschen in diesem Moment in einer Welt, welche nur in eine Richtung blickt….
….in die Richtung des Geldes….
….was passiert, wenn diese Menschen nicht mehr ausschließlich in diese Richtung blicken….