Archive for the ‘Fallende’ Category

August 22, 2012

Regina Martinez

Das des Establishment blütenreine Weste,
genäht des Blut der Unschuldigen
und dem Stoff,
aus dem die Alpträume
eines Volkes dann sind,
sich wohlsauber zu halten,
mit dem Monströsen an Verbrechen
im Schrecken aller Tage
und es nicht der Patronen sind,
wo die Gier,
nicht der Messer, Folter und Entführungen,
des Drogenkartell namens Mexiko
Business as usual,
aus Holder und HSBC,
denn Mord ist nicht Mord,
Folter nicht Folter
wenn drei Cretini aus dem Establishment
darin verwickelt,
ihre schmutzigen Wäsche
mit gekauften Polizisten und Soldaten,
zur Eskalation an Unmenschlichen,
denn jedes Mittel Recht,
zum Unrecht namens Wahrheit,
all jener im Stich zu lassen,
welche es im Guten,
zerfoltert und vermordet
den Tälern des Todes,
damit den Gipfeln,
das Üble bewahrt
im Überfluss zum Überdruss,
all jener Rückgrat zu brechen,
welche sich nicht verbrechen
an Land und Volk,
denn umgeben
nur des Sonnenschein
der Henker ihres Tageswerk,
einer Spirale der Gewalt,
um jene aus den Weg zu räumen,
welche einen Hauch von Gerechtigkeit,
alles erstickender Korruption,
als eines erdrosselten Atemzug
an menschlich Größe,
zum Luftleeren aus Gekauftem,
zersetzend und entsetzend
eines schleichend Gift,
der banalisierten Würde,
doch nur bemüht der Wenigen,
damit das Gute
der Immerguten
etwas weniger gut und verlogen,
damit der Zukunft
etwas weniger schwarz,
alles Bunte, grauer das Weiße,
im gegenstandslosen Geheuchle
aus Politik und Wirtschaft,
als der Schattenseite des Leben,
doch nur ein Kopf mehr zerschlagen,
aber ein Grund weniger
zu kämpfen und zu leben
für all der Anderen.

Erläuterungen zum Gedicht:
Holder: Eric Holder; ATF-Gunwalking-Verantwortlicher; Waffenlieferant für mexikanische Drogenkartelle und nebenbei us-amerikanischer Justizminister (unter Anklage bezüglich contempt des US-Kongress):
http://www.nytimes.com/2012/06/29/us/politics/fast-and-furious-holder-contempt-citation-battle.html?_r=1&pagewanted=all
Also der Waffenlieferungen durch ATF, wenn diese nicht gerade das Geld der mexikanischen Drogenkartelle waschen:
http://www.nytimes.com/2011/12/04/world/americas/us-drug-agents-launder-profits-of-mexican-cartels.html?pagewanted=1&_r=1&hp
HSBC: Die GeldwäscheZentrale der mexikanischen Drogen-Lords; kein Banker im Knast, denn einfach nur „Sorry“ sagen; nebenbei ist die HSBC die größte Bank Europas.
http://www.guardian.co.uk/business/2012/jul/17/hsbc-executive-resigns-senate
Cretini: italienisch, von Cretino; abwertende Bezeichnung für einen provinziellen Faschistenkriecher bzw. italienischen Faschisten

Guter TV-Beitrag über die politischen Implikationen im Mordfall Regina Martinez:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/mexiko177.html

Das Sinaloa-Kartell; der Zeta-Clan und die Stadt VeraCruz in Mexiko:
http://www.huffingtonpost.com/2012/05/04/drug-war-slayings-news-mexico_n_1477003.html#slide=938438

Gefundene Postings mit einer Mexiko-Thematik:
Ein Gedicht von mir über die Frauenmorde von Ciudad Juárez; Posting; 23.07.2007:
http://bunker99.blogspot.it/2007/07/dreck-hitze-staub-schweigen-angst-armut.html
Ein Auszug aus einem Gedicht vom Mexikaner Octavio Paz; Posting; 19.07.2007:
http://bunker99.blogspot.it/2007/07/ein-auszug-aus-dem-gedicht-piedra-del.html
Das mexikanische Gesetz; Posting 23.06.2008:
http://bunker99.blogspot.it/2008/06/blog-post_23.html
Über den mexikanischen Film „La Zona“ im Posting Gated Communitys; Posting; 21.03.2012:
http://bunker99.blogspot.it/2012/03/gated-communities-z.html
Der „Deutsche Herbst“ und das mexikanische Gesetz; 07.11.2011:
http://bunker99.blogspot.it/2011/11/da-meine-versuche-mittels-hoflicher.html
(4 Tage später übrigens, da das mexikanische Volk relativ abergläubisch ist, wurde der damalige mexikanische Innenminister Mora selbst Opfer des „mexikanischen Gesetz“)

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Dezember 13, 2011

Hamza El-Khatib *1

 
Als wie der ungezählten Opfer
ohne Gesicht und ohne Namen,
schreibt sich das Entsetzen
diesen Zeilen fest;
wenn noch ein Kind getötet,
denn wie bleiern schwer,
wiegt der Himmel sternenleer
dem syrisch Schattenreich,
wie um die Tyrannei
zu retten;
wie tierischer der Mensch
zu werden,
die kein Milizionär, Soldat oder Diplomat,
mit keinem Schlagen, Schießen,
Foltern und Ermorden,
noch zu retten,
denn kein Leben
solcher Monstrositäten erblüht,
kein Hoffen und kein Beten
feiger Lakaien kalter Schulter,
wenn Macht zu Tyrannei
durch der Immergleichen
Überdrang und Übereifer,
denn der Schrei,
herausgeschnitten
aus dem Fleisch,
wird nicht verstummen
an der Folter-Handwerk
in keines Gottes Namen,
denn der irdischen Teufel
die Uniformen blutverschmeirt
aus keinem Erbarmen,
als Feinde des Islam
des eigenen Volk die Schlächter,
zu morden und zu foltern,
doch den Kindern der Freiheit,
welchen kein Heckenschützengewehr
und TyrannenBefehl,
den Sieg der Revolution
noch zu nehmen,
denn erschlagen kann man
die Würde und die Körper,
hinwegzufoltern Namen und Gesichter,
aber niemals die Menschlichkeit
eines Volkes,
auch einem Syrien nicht,
zu einem einzig großen Instrument
der Unterdrückung,
das menschliche Leben
zu mißachten,
doch die Zeit
die Welt für dumm
zu verkaufen,
abzuschlachten
das eigene Volk,
ist nunmehr abgelaufen,
nur der Galgen
wartet noch
auf Syrien´s Feinde
mit ihren Gesichtern,
verzerrt verrückt
zur grässlichen Grimasse;
mit ihren Namen
so schandevoll wie unehrenhaft,
damit der unzähligen Opfer
ohne Namen und ohne Gesichter
einen Namen und ein Gesicht,
die Helden ihres Volkes,
als wie der Kinder der Freiheit.

(werde das Gedicht morgen noch eingehend überarbeiten)

*1
Hamza El-Khatib (24.10.1997-Mai 2011) war ein syrischer Junge, welcher im Zuge der Proteste gegen das Terror-Regime in Syrien, am 29. April 2011, bei einem Protestzug gegen die syrischen Monster-Faschisten, mit 51 anderen Personen in das Gewahrsam des Luftwaffen-Geheimdienst (Air Force Intelligence) genommen wurde.

Nach einem Monat in Gewahrsam jenes Geheimdienst (unter der Leitung von Brig.-Gen. Jamil Hassan) wurde die Leiche des Jungen an seine Eltern übergeben.

Der 13-jährige Hamza al-Khatib wurde von diesen „Guten“ während jenes Monat schwer gefoltert; man schoss ihm durch beide Armgelenke, brach ihm die Knie, sein Körper war übersäet von ZigarettenBrandWunden, sein Gesicht, die Augen zugeschwollen von den Schlägen; das Genick war gebrochen und seinen Genitalbereich hatte man verstümmelt, bevor man ihn, nach dieser einmonatigen Tortur, welche zur Zeit Hunderte von Kindern in Syrien durchleiden; mittels eines Schuss in den Kopf, von seinen unendlichen Qualen erlöste.

Während der Chef-Gerichtsmedizner Syrien´s dr. Akram El-Shaar bei einer durchgeführten Autopsie keine Spuren von Folter an dem von Folterspuren übersäeten Körper Hamza al-Khatib finden konnte; denn erst eine später durchgeführte Autopsie die schreckliche Wahrheit an das Tageslicht brachte (bezüglich der Abfolge der Folter; z.b. die Verstümmelung der Genitalien vor dem Kopfschuss)….wurde von offiziellen syrischen Medien jener Foltermord abgestritten; während seit Monaten andauernd Filme/Bilder aus Syrien die Welt erschüttern, in welchen kleine tote Mädchen, totgefolterte Jungen zu sehen sind, eines Aufstand jener, in Syrien, welcher mit einem Graffiti begann….

„Al-Assad ila al-abad“ – „Al-Assad für immer“….diesen Leitspruch wurde seit Jahren tausendfach auf Wänden in Syrien gepinselt….bis zum 6. März 2011….als 15 Teenager/Kinder auf die Wand ihrer Schule in Deraa, im Südwesten Syriens, den Slogan „Das Volk will den Sturz des System“ pinselten….der lokale Chef der „Guten“….Geheimdienstchef und Cousin von Assad ließ die Kinder festnehmen und foltern (Fingernägel ausreißen, halbtot schlagen,….ermorden) und als die Stammesältesten von Deera bei jenen lokalen Chef der „Guten“ um Gnade für ihre Kinder bettelten, antwortete dieser ihnen….sie sollten ihm ihre Frauen bringen….damit er mit diesen neue Kinder zeugen könnte….denn die Kinder in Gewahrsam würden deren Mütter nicht mehr wiedersehen….der Aufstand begann….

Ich nehme den Hamza El-Khatib als 29.-ten in die Reihe der „Fallenden“ auf, somit der höchsten Ehre und Respekterweisung, welche ich ihm, diesem Hamza El-Khatib als Mensch, diesem tapferen und edlen Jungen erweisen kann!

….28. der Fallenden: Franz Innerhofer; Posting vom 27.04.2011….

http://bunker99.blogspot.com/2011/04/anmerkungen-1-2-die-leute-sagen-die.html

Links/Anmerkungen:
http://egyptianchronicles.blogspot.com/2011/05/we-are-all-hamza-ali-el-khatib-syrias.html

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Zahlreiche-Hinweise-auf-Kinderfolter-in-Syrien/story/31968112?dossier_id=965

http://www.latestcnnnews.com/syria-un-report-reveals-atrocities-of-bashaars-govt-against-its-rivals-and-protesters.html

http://articles.cnn.com/2011-05-31/world/syria.tortured.child_1_security-forces-damascus-body?_s=PM:WORLD

http://articles.cnn.com/2011-11-28/middleeast/world_meast_syria-un-report_1_human-rights-security-forces-syrian-forces?_s=PM:MIDDLEEAST

http://www.foreignaffairs.com/articles/136707/tony-badran/how-assad-stayed-in-power%E2%80%94and-how-hell-try-to-keep-it

http://www.auswaertiges-amt.de/cae/servlet/contentblob/602680/publicationFile/161955/111128_HumanRightsCouncil_Report.pdf

Juli 16, 2010

Sempre contro il fascismo!

Salvo D´Acquisto (1920-1943) *

(werde das Gedicht noch umschreiben und überarbeiten (bis morgen dann))

Kein Faschist, denn ein Mann
als Beispiel zu dienen,
sein Leben
dem Höheren hinzugeben;
keine Illusion
zur Verblendung;
Ablenkung;
denn
in Gott vertrauend,
nicht
der anderen Leben
zu nehmen;
denn das seine zu geben;
um aus tausend Geschichten
von Krieg und Mord,
die eine
von Tapferkeit
im Angesichts des Todes
vor Augen führend,
das der Mensch
nicht nur im Niedrigen;
denn zu Höherem berufen.

Von einem Leben
Leben zu retten,
der Vergeltung,
mannigfaltig
entgegenzutreten;
nicht gesenkten Hauptes,
denn erhobenen Blickes,
damit der Mensch
zu mehr Würde
vor sich Selbst, dem Nächsten
erwächst;
um in Gottes Antlitz
zu glänzen,
wie es seines Schicksal
Bestimmung
und nicht wie ein Schatten
über die Welt
sich zu legen;
denn der dunkelsten Stunde
dem Massengrab
die heroische Geste.

Was an Fehlern, an Verbrechen;
alles anders, alles besser;
die Untaten der Vergangenheit
hinter sich zu lassen;
aber wie sollte
es jemals besser werden,
wenn die Besten
ihr Leben für den Nächsten
gegeben;
Schlampen und Huresöhne
in allen Bereichen obsiegen,
die Vulgarisierung des Menschen
forcieren;
doch der kollektiven Erinnerung
die Tat eines Helden,
nicht damit
das allzeitige Blablabla;
das charakterlose Provinzielle,
denn das Volk
frei
und nicht
unter der Knute
des Faschismus.

Wie alle
auf der Seite der Gewinner
entern;
wählte er
kein Schicksal
provinzieller Wendehälse,
schleimend und kriechend;
keiner Faschistenbrut
mordend und plündernd;
denn trat
in den Spuren seines Schicksal;
welche
im Sturm der Zeit
immer deutlicher
in den Fußstapfen der Menschheit,
mit Größe und Opferbereitschaft
dem Verrohten und Abgestumpften
entgegentraten;
kein Provinzler, kein Faschist,
denn ein Mann
als Beispiel zu dienen,
sein Leben
dem Höheren hinzugeben.

*

Heinrich Böll, ein deutscher Schriftsteller, dessen Todestag sich heute zum 25. mal jährt, hat den Deutschen Zeit seines Lebens nie deren Mitläufertum während der NaziZeit verziehen.
Wie das Bürgertum, um ihre Privilegien abzusichern; die Industriellen um ihre Auftragsbücher vollzubekommen; wie die Adeligen, um ihre Positionen in Staat, Armee und Wirtschaft besorgt, wie das Bildungsbürgertum, um ihre gesellschaftlich bestimmende Rolle; wie die Geschäftsmänner, um ihre Profite abzusichern; wie also ein Kulturvolk wie die Deutschen, wie die Mehrheit zu den Barbaren, welche sich jenesmal/damals Nazis nannten, überliefen.

Und wie gut all diese so aufgeklärten Bürgerlichen, wie gut diese mit der Ausgrenzung ganzer Volksgruppen; der schrittweisen Ausgrenzung bis zur Auslöschung von nicht in das Konzept der Nazi passenden Minderheiten, zurechtkammen, sich persönlich (wie etwa die Wiener, welche die Arisierungen erfunden und als erste durchgeführt hatten; also anstatt einer Sozialpolitik das jüdische Eigentum unter den Wiener Hyänen aufzuteilen) schamlos (oder soll man wienerisch dazu sagen?) zu bereichern; ja niemals kam dieser Heinrich Böll, darüber hinweg, wie leicht manipulierbar, wie lenkbar ein solches Volk innerhalb kürzester Zeit war….wie Gesetzeslosigkeit, Barbarei, Willkür und Intoleranz um sich griffen….und niemand dagegen eingriff….wie ein Unrechtsstaat entstand, welcher dann nicht nur Krieg führte, denn auch jeden zivilisatorischen Ansatz hinwegwarf.

Und wie naheliegend liegt jenes Klagen Heinrich Böll´s über die Verführbarkeit seines Volkes hin zu einer unmenschlichen Ideologie und das Verhalten des provinziellen Establishment (als Bürgerliche kann man die Provinzler ja beim besten Willen nicht bezeichnen) heutzutage.

Und dies klingt anmaßend, überheblich, ungerecht und falsch….und doch braucht man nur all die kriecherischen, untertänigen, dummen, einfältigen, naiven, schleimenden Provinzler hier vor Ort, angefangen bei den Geschäftsmännern, welche die große Verkaufsmöglichkeit wittern bis hin zu den Hotelieren und ihren etwas leiser zur Zeit vernehmenden Jammern, unträgliches Zeichen dafür, das all dies mit den römischen Faschisten für die ortlichen Wirtschaftler ein Bombengeschäft ist….wobei das Wort Bombe in meinem Fall ja nicht so bombastisch toll klingt….ja, wie beflissentlich sich die örtlichen Politiker unter der Knute des Faschismus stellen….heute ist ja alles anders….das war damals und heute ist heute….andauernd auch noch ihr Gutmenschentum herausstellen müssen und fernab in der Provinzhauptstadt lehnen sich all die Amtsdirektoren, all die Provinzpolitiker zufrieden in ihren Villen zurück….Willkür und Intoleranz; Brutalität und Grausamkeit setzt sich wieder einmal durch….also genau jene politischen, wirtschaftlichen, persönlichen Mittel, mit welchen sie dafür sorgen, das alles gefälligst seinen Gang zu gehen hat.

Es ist in Wahrheit ein charakterloser Pöbel; man kann schimpfen, kritisieren, einwenden, sich dagegen auflehnen; diese werden sich nicht ändern….so wie ihre Väter den Nazis zuarbeiteten; ihre Landleute verrieten; darauf Karrieren aufbauten; so wie deren Väter den Faschisten zuarbeiteten; ihre Landsleute verrieten, darauf Karrieren aufbauten; so wie die Provinzler heute der römischen Faschistenbrut zuarbeiten; ihr Land und dessen Werte verraten; darauf Karrieren in Politik/Wirtschaft/Gesellschaft sich aufbauen werden; die schönsten Schlampen damals die Nazis liebten; die schönen Schlampen damals die Faschisten liebten; die schönsten Schlampen heute die römische Faschistenbrut lieben.

Es bleibt das Gleiche, das die Verantwortlichen der Provinz geradezu aus dem Lokus des unaufgeklärten, verrohten, dumpf-brutalen Barbaren-Dasein hervorsteigen, um alle anderen mit ihrer Ignoranz, mit ihrer Willkür, mit ihrem Hinterwäldlerismus, mit ihrer brutalen Methoden zu ersticken….

Aber was ich eigentlich schreiben wollte….

Für was steht also das provinzielle Establishment….und um jene Fragestellung etwas analytischer, etwas tiefergehend zu hinterfragen….möchte ich die Frage umformulieren um anschließend auf das Wesentliche dieses Posting zu gelangen:

Für was steht ein römischer Fußballstar wie De Rossi?

Steht dieser De Rossi für Demokratie, für sozialen Ausgleich, für Menschen- oder gar Bürgerrechte?
Steht dieser De Rossi für Pluralismus, für Aufklärung, für differenzierte Standpunkte; für Gerechtigkeit?
Steht dieser De Rossi für tolerantes Zusammenleben; für das Volk, für Errungenschaften des Menschheitsgeschlecht?
Steht dieser De Rossi für Reflexion, für nachhaltige Verbesserungen in jeden x-beliebigen Bereich; für Bildung; für eine soziale Marktwirtschaft?

Steht also dieser De Rossi für Prinzipien des menschlichen Zusammenlebens; für tolerantes, aufeinander zugehendes Verständnis; für Differenzierung von Thematiken; für ein gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches System, das nicht nur auf Ausgrenzung, Zerstörung und Raub an Natur und Mensch steht?

Für was steht also dieser Fußballstar?
Steht dieser nicht eher für das römische Subproletariat….faschistoid geprägt….?
Steht dieser nicht eher für politische Extremismen, gleich den örtlichen Faschistenknechte von den Behördenvertretern bis zu den Politikern?
Steht dieser De Rossi nicht für Intoleranz, für Willkür, für das Großkapital (dessen Maskottchen er ja ist); für eine ideologische Überzeugung, welcher jeder aufgeklärte, intelligente, wache, empathische Mensch ablehnt, da zumindest jenen bekannt ist, welche Ausformungen eine solche ideologische Überzeugung (die allerdings leider von einen Großteil der örtlichen Behördenvertreter geteilt wird) annehmen kann?

Und steht De Rossi damit allein?
Dieses wie all die anderen römischen Fußballspieler gekünstelte, artifizielle Produkt des Großkapital, um die debile Masse bei Laune zu halten.
Ja steht dieser De Rossi und die seinesgleichen doch nicht eigentlich dafür und werden dermaßen hochbezahlt, um die debile Masse bei Laune zu halten….denn Politik interessiert diese nicht….Wirtschaft, Kunst ebenso….was sie interessiert ist das Fußballspiel am Sonntag….

Und steht nicht das provinzielle Establishment für genau das Gleiche….für das Antidemokratische, für das Herablassende, für das Arrogante, für das Willkürliche, für das Grausame….steht nicht das provinzielle Establishment für genau die gleichen „Werte“ für welche ein De Rossi steht….

Stehen all diese provinziellen Tölpel; von den Ärzten bis zu den Geschäftsmännern, im Tiefsten ihres Herzen, nicht genau für jenes, für welches auch ein De Rossi steht….denn diese teilen doch dessen antidemokratische Gesinnung, dessen ausländerfeindlichen Rassismus….diese teilen doch und auch wenn sie andauernd das Gegenteil behaupten, dessen politische Auffassung, eines Faschismus light….

So sieht man sich doch einmal in der Provinz hier um:
Eine Presselandschaft, welche sich auf eine Zeitung reduziert….die Menschen informieren sich generell und einzig durch jene Zeitung….deren Welt- bzw. Provinzbild wird von dieser Zeitung geprägt….die Mechanismen der Manipulation und Indoktrination jener Zeitung durchblicken die Leser nicht….
Einen Fernsehkanal, welcher sich auf die Tagesschau um 20 Uhr reduziert….die Menschen informieren sich generell und einzig durch jene Tagesschau….wer ist gestorben….wer lebt noch (z.B. ich noch)….
Einer politischen Landschaft, welche sich auf eine Partei reduziert….die Menschen tun und handeln solchermaßen, wie es ihnen die Partei sagt….die Unzufriedenheit wächst….vor allem mit diesem unglaublich unmenschlichen Kartell aus Provinzregierungschef, seinen Primaren, Amtsdirektoren und Ja-Sagern….
Einer wirtschaftlichen Landschaft, welche sich auf einige Dorfpatriarchen reduziert….
Einer gesellschaftlichen….einer….

Dies alles hat mit Pluralismus….dies alles hat mit Demokratie (ich kann ja bekanntlich nicht mehr wählen, da ich da nicht verspottet werden möchte….von den Knechten der Totalitarität)….hat dies alles nichts zu tun….es ist die Ausprägung des römischen Faschismus auf provinzieller Ebene….für welchen ich einmal den Begriff „Hinterwäldlerismus“ geprägt habe.

Und wollen die Menschen etwas anderes?
Wollen die Menschen Aufklärung, Differenzierung; Pluralismus, Demokratie….wollen die Menschen, das die Ärzte, wenn sie den 50 Patienten verpfuscht haben….bestraft werden….wollen die Menschen, wenn die Hoteliere ihre Osteuropäer schwarz arbeiten lassen….wollen die Menschen, wenn die Behördenvertreter willkürlich vorgehen….das die Hoteliere, die Behördenvertreter bestraft werden?
Nein!
Denn sie sind wie in jeder Tyrannei glücklich….der Materialismus und nicht der Katholizismus ist ihnen zum Gott geworden und alle beten ihnen nach….von Hurensohn zu Hurensohn….von Schlampe zu Schlampe….

Aber ich schweife ab….mein eigentliches Anliegen:

Diese römische Faschistenbrut steht also genau für jenes, für welche auch das provinzielle Establishment, diese unglaublichen Tölpel, dieses hinterwäldlerische, bösartige Gesindel, diese Faschistenknechte stehen: nämlich die willkürliche, autoritäre, herablassende, arrogante, dumme, einfältige Auslegung des Lebens im generellen und im einzelnen….

Aber….

Ich habe mich vor einiger Zeit auf die Suche gemacht….
Ich suchte….

Ich suchte das genaue Gegenteil einer Person wie De Rossi….keinen Pausenclown, welcher die Kassen der örtlichen Faschistenknechte auffüllt….keinen Alemanno-Klon, welcher seinen Rassimus nicht mehr unter Kontrolle hat….keinen weiteren faschistischen, superreichen, höchst erfolgreichen provinziellen Hurensohn, welcher sich vor den Schlampen nicht mehr erwehren kann….

Ich suchte nicht in diesem römischen Subproletariat, zwischen all diesen provinziellen italienischen Bestien….diesen provinziellen Dorfdeppen….denn ich suchte eine Person, welche für all jenes steht, welches diesen nicht nur zu einem natürlichen Feind dieses De Rossi, dieser römischen Faschistenbrut, denn vor allem dem in den Faschismus verliebten provinziellen Establishment macht, denn für Ideale steht; Ideale, welche hier in der Provinz für 5 cent verkauft werden; welcher für Überzeugungen steht, welcher einer humanistischen Tradition entspringt (der Faschismus entspringt ja bekanntlich einer inhumanen Tradition ihr Dorfdeppen!)….eine Person also, welches für all jenes steht, für welches ein De Rossi, …., …. nicht steht.

Ich suchte nach einem wirklichen Vorbild, einer Leitfigur; einem, der im Gegensatz zu diesen römischen Pausenclowns, diesem widerlichen Wirtschaftstreibenden in der Provinz, etwas für die Menschen getan hat; ein Opfer gebracht hat (nicht jenes Opfer, welches die römischen Fußballstars bringen….nämlich auf 1 Luxus-Schlampe verzichten)….einen Menschen, dessen Leben Vorbildfunktion hat….wirkliche Vorbildfunktion….und nicht nur für das römische Subproletariat.

Und es sollte keine menschliche scifezza sein, von welchen ich andauernd verbal belästigt werde….keiner dieser ProvinzNaziÄrzte, welche vom Provinzregierungstölpel (klingt irgendwie besser oder…Provinzregierungstölpel anstat Provinzregierungschef)….also vom Provinzregierungstölpel dann auch noch für ihr Verpfuschen, für ihre Unmenschlichkeit, in völliger Instinktlosigkeit befördert und belohnt werden (was zählt ist ja nicht die Qualifikation, denn das man sich mit diesen größten Tölpel in diesem Land, unter welchen sich auch der Provinzregierungstölpel befindet, sich gut stellt….nicht nur hier…überall….aber ich bin nunmal kein Nazi, keine Schlampe und kein Hurensohn….also wird das mit dem „gut stellen“ wohl für mich etwas schwieriger-:(

Dieser sollte aus dem italienischen Volk stammen; um den Unterschied zu einer Person wie De Rossi doch noch mehr zu verdeutlichen; sollte vielleicht auch dem römischen Subproletariat, dem provinziellen Establishment vor Augen führen, das nicht nur das Schwein im Leben gewinnt, nicht nur die niedrigste Agenda….denn das es auch Menschen gibt, für diese wohl völlig unbegreiflich, die ihr Leben nicht auf niedermachen, fertigmachen, spotten, drohen, fressen, „verkaufen und kaufen“ reduzieren.

Also….für diese pazzi, matti, stronzi, porchi….also das genaue Gegenteil des großen Idol nicht nur der debilen Masse, denn auch des provinziellen Pöbel-Establishment….

Also für dieses bösartige hinterwäldlerische Gesindel….und letzter Einwand….
Es sollte auch das genaue Gegenteil dieser Tiere sein, wobei ich kein Tier, keinen Wurm, keine Schmeissfliege, keine Kakerlake, keine Raupe damit beleidigen möchte; es sollte auch das genaue Gegenteil jener Tiere hier sein….jener Tourismusfunktionäre, jener Behördenvertreter, jener Provinz-KZ-Ärzte, welche in ihrer faschistisch-nazistischen Agenda, mich auch noch, obwohl ich ja im Gegensat zu diesen vollkommen psychisch gesund bin, mich nur, da ich deren großartige Geschäfte mit den Faschisten störe, gleich in einer totalitären Diktatur, in die Psychatrie zwangseinweisen….

Nein, auch nicht für diese Tiere, wobei ich damit keine Kakerlake beleidigen möchte….

Also das genaue Gegenteil dieser pazzi und matti….diese Dreckspöbel….diesen widerlichen Geschäftsuntreibenden hier in der Provinz….

Das genaue Gegenteil von einem wie De Rossi ist für mich ein Salvo D´Acquisto.

Salvo D´Acquisto war ein Held….nicht für das provinzielle Establishment….nicht für De Rossi….nicht für die römische Faschistenbrut….denn nicht nur die Italiener….denn für die Menschheit.

Salvo D´Acquisto war ein Neapoltaner; war ein Unteroffizier der Carabinieri und er hatte im Alter von 22 Jahren, gleich einer Sophie Scholl, das größte Opfer für sein Volk erbracht.

Er hat 1943, während deutscher Repressalien, das Leben von 22 Männern gerettet und sein eigenes dafür geopfert.

Etwas was kein Fußballspieler….keiner dieser verwöhnten Dümmerchen, dieser superreichen Pausenclowns, jemals für ihr Volk machen würden….niemals….in ihrem Luxuslotterleben….ihrem an Schein reichen und an Sein armen Dasein….

Etwas was für all jene die mich als verrückt bezeichnen….wohl vollkommen verrückt ist….alle reduziert auf ihr passives, auf Genuß und Hedonimsus ausgerichtete materialistisches, sinnloses Leben.

Und um dieses genaue Gegenteil eines De Rossi, der römischen Faschistenbrut, einer, der gegen den Faschismus und gegen Willkür und Totalitaritä in beispielhafter Weise sein Leben ließ, zu würdigen, werde ich diesen Salvo D´Acquisto auch in die Reihe der Fallenden aufnehmen, als 27. Fallenden….damit aller Zeiten seiner gedacht und erinnert wird….seinem Opfer….und nicht dem andauerndem Nehmen all dieser gesellschaftlich und provinziell so erfolgreichen Apparatschniks.

Und ich schreibe jenes Gedicht fü Salvo D´Acquisto auch, damit sich vielleicht auch die örtlichen Behördenvertreter daran erinnern, das auch wenn ihre Religion der Faschismus ist, das sie damit nicht weit kommen werden; das sich am Ende Freiheit, Gerechtigkeit und menschliche Würde durchsetzen und nicht der Kokainkonsum, der Schlampenverbrauch und der Vermögensstand.

Sollen es auch sie, jenes Gedicht für Salvo D´Acquisto, einen von ihnen, sich als Beispiel nehmen; das es nicht nur die Willkür des provinziellen Establishment; die totalitären Anmaßungen der örtlichen Faschistenknechte….das es nicht nur die schönsten Schlampen und den Luxusüberfluss für all die „Gewinner“ in diesem System gibt, denn auch Menschen wie einen Salvo D´Acquisto….einem Ideal als Mensch, dem man nachstreben sollte und nicht den nächsten 5 cent, wie dieses bösartige hinterwäldlerische Gesindel.

(schreibe das Gedicht noch und stelle es morgen online….)

Juli 13, 2010

Sempre contro il fascismo!

Giancarlo Giudici

Während die Väter
in den Ghettos
den Tod verwalteten;
noch in den Folterkellern,
und morgens
den Reichtum Ausgegrenzter
plünderten;
abends
fröhlich mordeten;
sitzen deren Kinder heute
in der First Class,
besorgt
um ihre Schweizer-Konten
und spielen für die Nationalmannschaft;
denn längst vergessen
sind die Opfer,
damit die Täter
generationsübergreifend
können.

Während die Väter
ihre Herzlosigkeit
zur Raffgier vermehrten;
noch in den Luxuskliniken
vorzugsbehandelt;
oppurtunistisch
über alle anderen;
sitzen deren Zöglinge heute
in Privateliteschulen,
um den Diskurs von Morgen
im Sinne ihrer Väter
zu bestimmen:
den letzten Brotkrümmel
den Armen stehlend;
damit deren Ignoranz
zur Toleranz
und deren Arroganz
zum Guten verkommt.

So bleibt
seit Jahrtausenden
beim Hauen und Stechen
alles beim Alten;
die Täter triumphieren,
damit die Mehrheit
Opfer bleibt;
der üble Menschenschlag,
sich
Jahrhunderte hinauf und hinunter
hochmorden konnte,
aber damals ein Offizier,
vom Kurs abweichend;
den Krieg,
gleich einen Eisberg,
umfahrend;
der Mensch blieb,
wo keiner Mensch zu sein hatte;
ein Herz nicht nur hatte,
denn auch zeigte.

Und damals ein Einzelfall,
über blinde Rachsucht
ein Sieg der Vernunft;
keine 15 in einer Statistik,
denn selbst ein Opfer zu bringen;
unerzählt
ein Held zu sein;
ungeschrieben
Geschichte zu schreiben;
unerhört
auf einen Gramm Willkür
zu verzichten;
wo die Verantwortlichen
nach Tonnen schreien.

Und damals eine Befehlskette,
das nur der Machtwille Einzelner,
der Einmachgedanke
bei Volk und Militär
zu obsiegen;
denn man weiß bekanntlich
auf Ausbeutung und Zerstörung
die schönsten Existenzen,
einer Welt der Lüge;
belohnt den Täter
und bestraft
das Opfer immerzu;
doch einer hält inne
dieser Spirale der Gewalt;
schweigt,
wo alle Krieg schreien,
wird zum stillen Helden,
löst die Befehlskette
in ethnischen Frieden
sich auf.

Doch es gibt
nicht nur jene,
von Medien und System
auf den Thron des Dasein
gehobenen Väter und Söhne;
es gibt auch ihre,
die nicht nur ihr Volk
mit Stolz erfüllen;
den Vater,
der nicht tötet
anderer Söhne Väter;
sich verweigert,
der Welt bestraft
zum Helden zu werden;
nicht für Medien, System,
Politik und Diplomatie;
denn für die Menschen,
und dessen Kinder
sitzen nicht in der First Class,
lösen kein Schlampenvorzugsticket;
denn sitzen am Herz des Volkes
und kräftiger schlägt dieses
durch jene Väter und Söhne
gegen Unterdrückung und Tyrannei.

*
Robert McNamara, Verteidigungsminister der USA von 1961 bis 1968, musste während seiner Amtszeit eine Vielzahl von wichtigen Entscheidungen treffen, welche nicht nur die vitalsten Interessen der USA, denn der gesamten Welt umfassten.

Im Folgenden möchte ich zwei Entscheidungen McNamara aufgreifen….als erste seine Rolle während der Kuba-Krise und als zweite Entscheidung seine Rolle im Vietnam-Krieg.

Während der Kuba-Krise vom 16. bis zum 28. Oktober 1962 stand die Welt mehrmals vor dem atomaren Abgrund; drohte der „Kalte Krieg“ in seine wohl erste und einzige heiße Phase zu treten.
In jenen Tagen im Oktober 1962 befand sich Robert McNamara zwischen dem damaligen Präsidenten John F. Kennedy im Weißen Haus und den Generälen im Pentagon und versuchte den Überblick über die Situation zu behalten.
Während die Generäle im Pentagon, angesichts der damaligen strategischen Überlegenheit bei den Atomwaffen und der von ihrer Sicht überlegenen US-Streitkräften (gegenüber jenen des Warschauer Pakt); auf ein hartes Handeln in Form eines AtomKrieg drängten; versuchte der Präsident den Konflikt, ohne dabei Schwäche in seinem Handeln gegenüber den Sowjets zu zeigen, mit diplomatischen und politischen Mitteln zu lösen.
Bei jenem Lösungsansatz stand ihm sein Verteidigungsminister zur Seite und dabei ergab sich in jenen Tagen im Oktober 1962 folgendes Ereignis.
Nachdem die USA eine Seeblockade gegen Kuba verhängt hatten, näherten sich weiterhin eine Reihe von sowjetischen Frachtschiffen Kuba.
Eines jener sowjetischen Frachtschiffe befand sich bereits in der Nähe von Kuba, als sich diesem ein US-Zerstörer näherte und den ausgegebenen Befehlen folgend; um jenes Schiff zur Umkehr zu zwingen, mit Leuchtmunition beschoß.
Anschließend, so sah es die Befehlskette vor, sollte das Schiff, um die Seeblockade effektiv zu gestalten, mit scharfer Munition beschossen werden.
Robert McNamara befand sich just zu jener Zeit in der Befehlsleitstelle im Pentagon und konnte nur durch sein persönliches Einmischen jene militärische Procedur unterbrechen und damit verhinderte er (jenes Frachschiff wurde von einem sowjetischen atomwaffenbestücktem U-Boot begleitet) den Ausbruch des 3. Weltkrieg.
Jenes sowjetische Frachtschiff erreichte noch Kuba, während die anderen Frachtschiffe vor Erreichen des gesperrten Seeraum, umkehrten.

In der gesamten Zeit jener Krise, verhielt sich McNamara zurückhaltend, mäßigend; bremste die angriffslustigen Generäle und sorgte für einen friedlichen Ausgang, in dieser scheinbar unaufhaltbaren Eskalation zwischen den beiden Supermächten.
Es ist also vor allem Robert McNamara zuzuschreiben, das jene Krise nicht zu einem Atomkrieg ausartete; das McNamara die Militärs zurückhalten konnte; die damals lieber gestern als heute zugeschlagen hätten.

Gänzlich anders verhält sich seine Rolle bezüglich des Vietnamkriegs:
Am 1. August 1964 kam es zum Tonkin-Zwischenfall, wo nordvietnamisches Schnellboote den US-Zerstörer USS Maddox angriffen, worauf die USA mit Luftangriffen auf Nordvietnam reagierten und einer massiven Verstärkung der Bodentruppen in Südvietnam.
Der Verteidigungsminister Robert McNamara belog damals, in welcher Absicht weiß man bis heute nicht, den damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson über die wahren Vorfälle im Golf von Tonkin und der US-Präsident reagierte auf diese Falschinformation mit einer massiven Truppenaufstockung in Südvietnam, mit einer Eskalation der Luft- und Bodenoperationen durch die US-Armee in Vietnam.
Leiter und Vordenker jener Eskalation war Robert McNamara, welcher einen noch nie dagewesenen Luftkrieg gegen Nordvietnam führen ließ, welchem bis zum Ende seiner Amtszeit 1968, wohl bis zu einer Million Menschen zum Opfer gefallen waren.
Es fielen dabei innerhalb weniger Jahre mehr Bomben auf Nordvietnam, als im gesamten 2. Weltkrieg von allen Kriegsparteien abgeworfen worden waren.

Und hier und um zum wesentlichen Punkt zu kommen, ergibt sich die Schwierigkeit eine Person wie Robert McNamara zu bewerten….zum einen leistete er während der Kuba-Krise Großartiges und andererseits zu Beginn und während des Vietnamkrieges Unterdurchschnittliches.

Die gleiche Problemstellung ergibt sich bei einem der wichtigsten und berühmtesten Generäle der US-Army….Douglas MacArthur….im 2. Weltkrieg im Pazifik führte er die US-Truppen zum Sieg….im einige Jahre später stattfindenden Koreakrieg drängte er darauf den Krieg auf China auszuweiten und verlangte den Einsatz von Atomwaffen gegen Nordkorea und China….setzte sich dabei über die Order des US-Präsidenten hinweg und hätte beinahe im Alleingang über den Einsatz der Atomwaffen entschieden, hätte ihn nicht während jener Vorgänge, der US-Präsident Harry S. Truman seines Amtes per sofort wirksamen Dekret enthoben.

Es ist also sehr schwer bis unmöglich das Handeln jener Personen von einem neutralen Standpunkt aus zu beurteilen….die einen werden einen Robert McNamara einen Massenmörder schimpfen….die anderen den Retter der Welt….die einen werden McArthur als ein Paradebeispiel eines tapferen und mutigen US-Army General sehen, welcher die Welt vor der Tyrannei erettet hat….die anderen einen größenwahnsinnigen, gefährlichen AtomWaffen-Jongleur.

Und ich habe jetzt diese beiden Beispiele zweier Männer aufgeführt, um zum eigentlichen Grund dieses Posting zu gelangen.
Im gestrigen Posting erwähnte ich einen Oberstleutnant der italienischen Armee namens G.G.; ausgeschrieben Giancarlo Giudici; bei welchem doch wie in den beiden oben geschilderten Fällen das gleiche Problem auftretet.
Dieser leitete (evt. das gestrige Posting lesen) die Operation in jenem Bergdorf; folgte den Befehlen seiner Vorgesetzten, besetzte militärisch das Dorf und leitete die Suche nach dem harten Kern des östlichen Kommandos.
Zum einen ließ er seine Soldaten mit wüsten Methoden die Höfe/die Häuser durchsuchen; in einem Fall mittels Handgranaten-Wurf in ein Wohnhaus ein taubstummes Mädchen schwerverletzen….zum anderen rettete er wenig später durch seine Befehlsverweigerung, für welche er am gleichen Tag noch bestraft wurde, 15 unschuldigen männlichen Dorfbewohnern das Leben.

Ist also dieser Giancarlo Giudici ein Guter….ein Böser….oder irgendwo dazwischen?

Und ich habe mich entschlossen diesem Giancarlo Giudici ein Gedicht zu widmen; auch wenn ich dabei, angesichts der Tatsache, das es sich um einen Angehörigen des italienischen Militärs handelt, über den eigenen Schatten springen, mich dazu überwinden muss.

Denn ich denke mir, heute, wo keiner sich an diesen Giancarlo Giudici erinnern kann; heute, wo überall Denkmäler stehen für jeden und nichts; wo sich die Provinzpolitiker in Skulpturen, in Statuen, in Meisel und Marmor verewigen; Straßen; Felder, Kreuzungen nach allem und jedem benannt sind; denke ich mir, das man auch an solch einen wie Giancarlo Giudici gedenken sollte, welcher gerade dadurch das er nichts getan hat, wohl mehr getan hat, als alle anderen zusammen.

So bin ich doch der Meinung, das dieser Oberstleutnant der italienischen Armee, durch seine Befehlsverweigerung, dem friedlichen Zusammenleben der Deutschen/Italiener in dieser Provinz mehr zudienlich war; als wohl die allermeisten provinziellen Politiker (deutsch/italienisch) welche seitdem ihre fetten Gehälter kassieren….vom wirtschaftlichen Establishment, den italienischen/deutschen Geschäftsmänner gänzlich zu schweigen….die arbeiten ja mehr oder weniger andauernd an einer menschlichen Eskalation bezüglich wirtschaftlicher Versklavung aller zu ihrem Zweck.

Für mich ist jener Giancarlo Giudici ein Held; ein stiller Held; keinen um den das Volk wie bei einem verstorbenen Big-Brother Star trauert; in kollektiver Hysterie verfällt….denn einer, der mit 6 Wörtern 1964 verhindert hat, das meine Heimatstadt heute wie Belfast ist….man mag dies übertrieben nennen, aber ich denke mir, angesichts der bis heute bestehenden und politisch mehr oder wenig verleugneten, Spannungen zwischen den Volksgruppen (die Politiker haben ja ihren Luxuskonsens, was interessiert sie da noch das Volk?)….so hat dieser Oberstleutnant Giancarlo Giudici diesem Land, dieser Provinz einen Dienst erwiesen, welcher nicht hoch genug einzuschätzen ist….mehr als all diese großmäuligen deutschen Provinzwirtschafts/politik/BONZEN; all diese sich so für interkulturelle einsetzende, durchgefütterte, reichen KünstlerSöhne….denn wer von all diesen….welcher Mann…welche Frau….hätte eine solche Entscheidung, welche Karriergift war; welche im neoliberalen Diskurs absoluter Nonsens war, ja Wahnsinn (die ProvinzNaziÄrzte würden wohl Schizophrenie schreien)….ja wer hätte solch eine Entscheidung getroffen.

Und ich muss auch schreiben, das dieser Giancarlo Giudici, nicht wie das provinzielle Establishment, die Römer denken werden; Eier gehabt hatte; jene Eier, für welche all diese Römer und das provinzielle Establishment von den Schlampen und Hurensöhnen so geliebt werden….NEIN….dieser Obersleutnant Giancarlo Giudici hatte nicht jene Eier….also das Einzige was bei den Schlampen/Hurensöhne, den Römern und dem provinziellen Establishment zu zählen scheint ….denn er hatte etwas viel Wichtigeres….etwas viel Exentielleres…etwas viel Bedeutenderes….welches all diese Schlampen/Hurensöhne; welches das provinzielle Establishment/die Römer wohl nie verstehen werden….er hatte nämlich nicht nur ein Herz….denn er zeigte auch jenes Herz….und jenes Herz….das seinige….mit dem seinen Herz rettete er jenen 15 Männern nicht nur das Leben….denn er rettete der Provinz die Zukunft….eine friedliche Zukunft….und man sollte damals wie heute niemals unterschätzen, wie viele von den „Guten“ (den heilig gesprochenen Wirtschaftlern; die Behördenvertretern, die politische Klasse, den Medien, die Faschistenknechte) und wie viele von den Bösen, an einer Eskalation arbeiten….tagtäglich….24 Stunden am Tag….

Ich schreibe also ein Gedicht über diesen Giancarlo Giudici, um diesen der Erinnerung zurückzuführen; um diesen mit jenem Gedicht nicht ein Denkmal zu errichten; denn um sich seiner guten Tat (und wie man bekanntlich weiß….keine gute Tat bleibt ungestraft) zu erinnern….und auch wenn jede zweite Straße, jeder dritte Platz, auf jenen Platz und auf jenen Platz ein Denkmal, eine Straße nach jenem oder jenem benannt ist; jenes Gebäude solchermaßen heißt….so denke ich mir doch, das wenn ich diesen Oberstleutnant Giancarlo Giudici in die Reihe der „Fallenden“ aufnehme, das dann, auf längerer Sicht, an Bedeutung und Wirkung, jenes Gedicht über ihn, all jene nach x-beliebigen Politikern/Wirtschaftlern/…. benannten Straßen; Plätze, Denkmäler hier in der Provinz, doch bei weitem übertreffen wird….darüber können jetzt alle spotten….aber so wird es sein….das 26. Gedicht aus der Reihe der „Fallenden“ (letztes Gedicht diesbezüglich….Posting: 22.Mai…Aristides de Sousa Mendes) ist also ein Gedicht über Giancarlo Giudici….

Mai 22, 2010

Sempre contro il fascismo!

Aristides de Sousa Mendes (1885-1954)

Das Richtige getan zu haben,
welche alle das Falsche nannten;
helfen,
wo Indifferenz
zur Teilnahmslosigkeit verdammte;
hinschauen;
wo all die Besseren;
damit um so schlechter
das Gute dastand;
Stunde für Stunde, Tag für Tag
den Tag von Menschen;
Nacht für Nacht
die Nacht von Menschen
gerettet zu haben.

Ein Tropfen Wasser
den Verdurstenden,
von den anderen
ihnen verwehrt,
zu sein;
wie immer
kein hübsches Ding,
distinguierter Herr oder Dame
von Welt,
kein provinzieller Faschistenknecht;
denn wie immer alle selbstgerecht
auf der satten Seite,
wo man nichts falsch,
keine Fehler,
nichts zu bereuen hätte
und nur einer tat das Richtige,
welche alle das Falsche nannten.

Ein Tropfen Anstand
zwischen Schlägen und Tod;
alle wissend unwissend;
ihren Anteil
an der Kollaboration erbringend;
im Diplomatenchor;
trocken gleich der Sahara,
ein Tropfen Hoffnung
den Verlorenen
von heute auf gestern
ihres Dasein beraubt;
sein Gewicht
in die leergewordene Schale des Gewissens
legend;
das Tor zum Überleben öffnend;
mutig,
wo keiner Mut erwartet hätte;
uneigennützig und selbstlos;
wo doch nur die Fratze des Eigennutzes;
die Sicherheit einer gefestigten Existenz
aufgebend.

Ein Tropfen Mitgefühl,
wo andere nichts bemerkt
hinweg nicht nur geschaut;
oppurtunistisch;
die Bestrafung
menschlich geblieben zu sein
zerstört die Reputation
einer diplomatischen Karriere;
welche bei den anderen
so störungsfrei abläuft;
der Bannstrahl des Diktators,
nicht autoritär,
wie akademisch bereits verklärt;
denn totalitär;
trifft mit bitter Armut;
dem größtem Verbrechen
der Menschheitsgeschichte
sich in den Weg gestellt zu haben;
einem Tropfen Mensch
der Wüste der Unmenschlichkeit.

Ein Gerechter unter den Völkern;
jahrzehntelang
in der Abstellkammer
der Geschichte;
bis jene,
ungesühnt und ungestraft,
ihr Leben aushauchten
und nur einer,
keiner von denen oder jenen,
störte die Idylle
des Verdrängen und Vergessen;
ein stiller Held,
der das Richtige tat,
welche alle das Falsche nannten;
Stunde für Stunde; Tag für Tag
den Tag von Menschen;
Nacht für Nacht;
die Nacht von Menschen
gerettet zu haben.

April 26, 2010

Alice Miller (1923-14.04.2010)

(zu überarbeiten)

Überforderung und Gewalt
als Symptome der Unterdrückung,
mannigfaltig weit verbreitet;
denn zu blinden, naiven Untertanen
des Brutalen und Tyrannischen;
Marionetten der Einfalt
die Kinder heranzuziehen;
denn um Manipulation und Machtausübung
und nicht um die Tragödie Vernachlässigter;
Geschlagener und Mißhandelter
und nicht um das Drama des begabten Kindes.

Die Ächtung durchzusetzen
von wie so häufig und noch
Kinder zu dressieren,
als Zirkusattraktionen vorzuführen;
denn die Würde des Kindes zu achten;
nicht zu verspotten, auszulachen;
Weckruf für die Menschen
aus dem traditionell Bewahrten
von Züchtigung, Strenge und Demütigung.

Die Ursachen der Destruktivität,
abseits
der alleinig richtig zu sein habenden Doktrin
zu suchen;
um die Bollwerke aus Theorien
im Kartenhaus des Akademischen
zu stürzen;
Grausamkeit Grausamkeit;
Gewalt Gewalt
Mißbrauch Mißbrauch
zu nennen;
der Wahrhaftigkeit verpflichtet
und nicht Aufträgen und Verträgen.

Der vergifteten Kindheit
das Gift;
der Gewalt
die moralische Rechtfertigung;
nicht Schuld hin und her zu schieben;
denn dem Kind einen Selbstwert;
Menschen zu sensibilisieren;
nicht um das Kind zu brechen;
um die Tragödie und Dramen
zu benennen;
was Menschen Menschen
Menschen Kindern
an Gewalt;
was Alice Miller
den Menschenkindern gelehrt hat.

März 31, 2010

Emilio Lussu (1890-1975)

Gerechtigkeit und Freiheit (z.ü.)

„Der größte Staatsmann des 20.Jht. war Benito Mussolini.“
(Gianfranco Fini (damals 40 Jahre alt) über Benito Mussolini am 30.09.1992)*

Nicht alle Menschen
verstricken sich in die Fäden
der Schmierentragödie der Macht,
um ihre Person
mit Brutalität und Rücksichtslosigkeit
in Tatkraft absoluter Unfähigkeit
bei den so gleichgültig Gleichgültigen
zu gesellschaftlichen Meriten
emporzuintrigieren;
denn lassen sich nicht von 5 cent
oder jungen Frauen kaufen;
denn stellen sich
gegen das allzeitig so erfolgreiche
sich Anbiedern und Kriechen;
damit den Mitläufern
ihre immervollen Teller
nicht nur nach Arroganz und Mittelmäßigkeit,
denn Dummheit schmecken.

Nicht alle Menschen
müssen satt und träge
ihre Charakterlosigkeit
auf kriminelle Komplizenschaft
zum richtigen Weg
systemimanenten Handeln verirren,
den persönlichen Lustgewinn
zum Allgemeinwohl verklären,
denn stellen sich
gegen die grausame Farce
des alltäglichen „Miteinander“,
denn verweigern sich
der Heuchlerei;
verbleiben hungrig,
wo all die Anderen
sich am Vögeln, Fressen und Spotten
sattleben:
denn denken und handeln
wie Menschen
und nicht wie Tiere.

Nicht alle Menschen
reduzieren sich auf aphatische Naivität,
passen sich nicht
an die zum Himmel schreiende
und in die Hölle führende Ungerechtigkeit
an,
denn riskieren,
von den Knechten des System
belächelt und verspottet,
für Ideale und Überzeugungen
einer auf ihren Elite-Pragmatismus
geknechteten Welt,
nicht nur ihr Leben:
der schweigenden Mehrheit
in das Wort zu fallen;
das Recht des Stärkeren
in Zweifel ziehen,
die Willkür der Autoritäten
in Schuld umwandeln
und so erscheinen nicht alle Menschen
im Almanach des Totalitarismus,
dem Logbuch der an Hedonismus,
von debiler Seite bewundert und beneidet,
so Reichen,
wo ganze Kapitel
von den Untaten der Mächtigen und Erfolgreichen
als Wohltäter und Gutmenschentum berichten.

Nicht alle Menschen
passen sich dem „Menefregismo“ und Opportunismus
der Eliten 1:1 an;
nur da diese bei den Talentlosen
Kälte und Härte
auf den furchtbaren Feldern der Ignoranz
gedeihen lässt,
sind nicht fröhlich und glücklich,
wenn Recht zu Unrecht
und die Macht zur Willkür verkommt,
denn lassen sich nicht täuschen,
wo die Täuschung zum Prinzip verkommt,
lassen sich nicht verbiegen,
wo andere schon Kurven sind,
denn begeistern sich nicht,
auch wenn alle anderen
für Militarismus, Totalitarität,
und somit alles
über absolutistische Machtverhältnisse
auf die Eitelkeit eines Einzelnen
zugeschnitten wird.

Denn es gibt auch Menschen;
solche wie Lussu und Amendola (*2)
welche nicht dem Volk
Honig versprechen,
um es anschließend
zu bestehlen,
es dem Großkapital
schamlos zum Frass vorwerfen,
um es dann auch noch sozialistisch zu nennen,
denn die über soziale Grenzen hinweg
sich nicht damit abfinden,
das die Schlampe im Rampenlicht
der Hurensohn im Spekulantenrausch
zum Wichtigsten verkommt,
zum Niedrigen die Menschen inspiriert
und die Verachtung der Eliten grenzenlos;
denn auch wenn die Medien
von frühmorgens bis spätabends
in Verbundenheit mit Wirtschaft und Politik
dieses Leitbild
in ihrem verbindlichen Codierungssystem
aus Lüge und Täuschung,
zum einzig Richtigen verklären,
so werden doch nicht alle,
denn bleiben die Gerechten der Völker.

Denn es gibt auch Menschen,
solchen wie Nitti und Matteotti (*3)
welche ungebrochen
das Brechen der Menschen
zu verhindern versuchen;
während die Technokraten fleißig,
die Behörden beflissentlich
Menschen brechen,
doch es gibt nicht nur Verrat und Hinterhältigkeit,
denn es gibt auch Menschen,
die ihre Augen öffnen,
während sie alle anderen verschließen,
welche sich dagegen erheben,
wenn die provinziellen Schleimkriecher
ihre 5 Cent, die verkommene Elite
ihre gottgleichen Spielchen
mit Mensch und Schicksal treiben;
Menschen,
die auf Ministerposten, Vorstadtvilla
und die junge, dumme Zicke verzichten,
denn für ihr Volk lebten und starben. (*4)

*Ehemaliger Außenminister und aktuell Präsident der Abgeordnetenkammer Italiens.
1946 wurde die Erste Republik Italien ausgerufen , welche auf einem breiten antifaschistischen Konsens aller politischen wie gesellschaftlichen Kräfte sich gründete.
Und 45 Jahre später?

*2 Giovanni Amendola; italienischer Politiker; am 21.Juli 1925 von faschistischen Schwarzhemden lebensgefährlich verletzt und am 07.April 1926 an den Folgen dieses politischen Attentates verstorben.

*3 Francesco Nitti; italienischer Politiker und Antifaschist
Giacomo Matteotti; italienischer Politiker; am 10. Juni 1924 von faschistischen Schwarzhemden in hinterhältiger Weise ermordet.

*4 Mehr als eh ein jeder deutsche Nazi oder italienische Faschist oder österreichische NaziKraut je könnte

März 30, 2010

Maksharip Aushev (1966-2009)

Maksharip Aushev aus Inguschetien wurde 2007 zu einem Menschenrechtler, als sein Sohn in Polizeigewahrsam gefoltert wurde.
Am 25. Oktober 2009 wurde er von Polizisten dafür ermordet.

(z.ü.)

Schon wieder diese Worte:
Freiheit, Würde, Respekt;
schon wieder
ein Fall unter Fällen
von einem der nicht mehr;
damit alle das „weniger“
verstehen;
mit diesen Worten:
Willkür, Folter, Mord;
schon wieder
passierte und geschah
Abseits und Jenseits
von wie immer „keinem“;
passiert und geschieht.

Schon wieder diese Wörter:
Verharmlosung, Vertuschung, Indifferenz;
schon wieder
ein Mutiger unter all den Feiglingen,
einer der keinen anderen Weg kannte,
als den richtigen
und diese Wörter:
Gerechtigkeit, Aufklärung, Leben;
schon wieder
diese Schimpfwörter der debilen Masse:
Aufopferung, Mitgefühl, Solidarität
im Nutteneinerlei und Stammtischgeplänkel
nicht untergehend,
denn an Wert gewinnend,
denn die Spreu vom Weizen trennend.

Schon wieder diese Menschen;
Politiker, Polizisten, Militärs;
schon wieder,
ein Sehender zwischen diesen Blinden,
vom Rest im Auftrag der Pflicht
jene Menschen
Journalisten, Dichter, Anwälte;
zu blenden;
denn schon wieder
schafft deren Macht,
die nur Gewalt ist,
nur Ohnmacht und Opfer.

Schon wieder diese Medien;
Pitt, Angelina, Aquilani;
schon wieder
ein Opfer unter all diesen Tätern;
einer der keine Schlagzeile dicker;
keine Spalte auffüllt;
diese Medien:
Superreiche, Großkapital, Industrie;
schon wieder
keine Zeile
über dem Sumpf
aus Tyrannei, Armut
und Unterdrückung.

Schon wieder diese Geschäfte:
Deals, Abkommen, Profit;
schon wieder
einer der nicht mitspielt
im „unten halten;
Schnauze halten;
denn diese Geschäfte:
Märkte, Produktion, Konsum;
schon wieder
schaffen Menschenrechte keine Arbeitsplätze;
nur noch mehr Mühsal
mit Menschen,
welche sich nicht durch
Sklaven, Kriechern und Schleimern;
Schlampen und Hurensöhne
verdrängen lassen.

Schon wieder diese Schlampen und Hurensöhne;
Niedertracht; Brutalität; Dummheit;
schon wieder
alle gegen einen;
damit alles und alle aus dem Lokus ihrer Hinterhältigkeit
herausgespült werden;
die Schlampen und die Hurensöhne;
kalt, gemein, falsch;
schon wieder
Sohn von Inguschetien
hat die Welt verloren;
mehr als diese verdient hat;
nämlich dich;
schon wieder….

Patrick Leigh Fermor

März 29, 2010

Als im Sommer und Herbst 1945 nach und nach die SS-Angehörigen und Gestapo-Beamten, welche in der Provinz tätig gewesen waren, verhaftet wurden, berichteten diese nicht nur von ihrer Überzeugung, dass „ihre Leute“ sehr bald wieder die Macht in der Provinz übernehmen würden bzw. diese immer noch hätten (z.B. der Verantwortliche der NS-Euthanasie im Gau Tirol-Vorarlberg Hans Czermak und die unrühmliche Rolle der Ärztekammer und der medizinischen, universitären Fakultät; das gleiche kriminelle System wie heute); berichteten nicht nur von ihrem exellenten Informatennetz, ihrem Zuträgersystem und Spitzelnetz (heute wie damals ein sehr niedriger Menschentypus), welche, systemunabhängig, wie immer die besten, die gutmütigsten Menschen aus allerniedrigsten Gründen als allererste an die Schlachtbank führten (das liegt in der Natur dieser Tätigkeit); denn taten vor allem unverblümt kund, dass sich diese trotz grausamster Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sich keiner Schuld bewußt seien, dass sie nicht nur anständig gehandelt hätten, denn dabei bis zum Schluß auch anständig geblieben waren….

Und wie anständig und sauber die SS und die Gestapo auch in der Provinz war, wie gründlich, wie nachhaltig, wie gnadenlos und unmenschlich, kann man in einigen Büchern nachlesen, die niergendwo erwähnt werden, denn irgendwo im akademischen Betrieb dann nach einiger Zeit verloren gehen….

Denn wie anständig und sauber die SS, die Gestapo und die Wehrmacht vorgegangen waren, davon kann sich ein jeder überzeugen, welcher sich mit der Geschichte der deutschen Besatzungszeit von Griechenland im zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hat….Greueltat auf Greueltat begangen von der doch so sauberen Wehrmacht, der feinen Gestapo und den Humanisten der SS….zumindest wird es einem so in den Achsenmächten bis zum heutigen Tage von immer noch viel zu vielen erzählt….

Die Wehrmacht war nicht sauber, die Gestapo war nicht fein und die SS-Angehörigen waren keine Humanisten Österreicher, Deutsche und Italiener!

Das oben abgebildete Bild zeigt jenen Ort in Kreta, an welchem am 26. April 1944 der deutsche Generalmajor Heinrich Kreipe von griechischen antifaschistischen Freiheitskämpfern und Mitgliedern des britischen SOE entführt wurde.

In einer Kommandoaktion wurde der Generalmajor Kreipe nach Ägypten gebracht und dann in ein Gefangenlager in Kanada.

Das auf dem Bild abgebildete Denkmal stellt die gebrochene Macht der Achsenmächte dar.

Eine Macht, welche durch diese Kommandoaktion gebrochen wurde und wenn vorher unvorstellbare Gräueltaten durch die Deutschen in Griechenland verübt wurden, so setzten sich diese Gräueltaten danach unmittelbar fort.

Als Vergeltung zerstörten die Deutschen einige Dörfer und töteten die männlichen Dorfbewohner.

Und ich muss sagen, ich kann mich vor der Intelligenz, der Eloquenz, dem Scharfsinn dieser griechischen antifaschistischen Freiheitskämpfer, diesen Mitgliedern des SOE nur in allertiefster Demut verneigen, denn während die Deutschen ihre Tyrannei mit totalitären Mitteln aufrecht erhielten, mit blankem Terror und schrecklicher Vergeltung, wie wildgewordene Bestien wüteteten (dann nach dem Krieg durch die Landserromantik verniedlicht); reagierten die Griechen, die Briten mit Intelligenz, mit Eloquenz, mit Scharfsinn, indem sie den Deutschen ihren strategischen Kopf wegnahmen und ihnen damit, und ich bin mir dessen sicher, einen größeren Verlust beibrachten, als die Deutschen den Griechen mit all ihren Terrormaßnahmen, mit ihrem blindwütigem Um-Sich-Schlagen, mit ihrem gnadenlosen Abschlachten bei den Griechen jemals erreicht hätten.

Die Macht der Achsenmächte gebrochen, der italienischen Faschisten-Brut, der österreichischen Nazi-Krauts und der deutschen Hunnen!
Diesen Bestien in Menschengestalt!

Hier wurde am 13. August kaltblütig hingerichtet
Stefanis Xylouris 8 Jahre alt.
Ein unbewaffnetes Kind wurde Opfer des deutschen Besatzers
und es vergingen 6 Tage und Nächte, bevor er begraben werden konnte.
Als das Dorf brannte, war es ein schwarzer Tag
und den Vater von Stefanis traf die erste Kugel

Dimos Anogia (2006)

….ein Gedicht über einen der Beteiligten an dieser Kommandoaktion und ein weltberühmter, niemals zu vergessender Schriftsteller….

Patrick Leigh Fermor

(zu überarbeiten)

leventiá

Die Schule abbrechen,
rebellieren,
aus der Umklammerung
des gutbürgerlichen Milieu
ausbrechen,
sich unwohl fühlen,
hinschmeissen
und dann zu Fuß
aufbrechen,
sich von der Heimat
entfernen,
um näher
an sich Selbst
zu gelangen,
Schritt für Schritt
durch ein Europa im Umbruch,
dunkler Zeiten Anbeginn;
Schritt für Schritt
Begegnungen und Erfahrungen
sammeln und teilen,
erkennen und lernen
und die alles, auch ihn
überwältigende Schönheit der Natur;
Schritt für Schritt
bis an das Ende des Kontinent;
Byzantion.

An den Menschen wachsen,
an sich Selbst,
sich ausleben, einleben,
die Kulturen erfahren,
die Sprachen erlernen,
lieben, geliebt werden;
das Leben einatmen,
den Tod ausatmen,
sein;
und dann
fällt der Krieg
über den Frieden,
versinkt Europa
in Tyrannei
und Land für Land fällt,
doch erwächst der Zivilisation
die heilige Pflicht
über die Barbarei
obsiegen zu müssen,
denn die Pflicht ruft
dort, wo ein Mann
zu jener Zeit gebraucht wird;
die Freiheit
muss gegen
Verrohung und Nazismus
verteidigt werden.

Und dann der große Tag,
eines so sehr geknechteten Volkes,
der Tag
an dem die unzerstörbar
erscheinende Macht,
die Kriegsmaschinerie des Feindes,
der Achsenmächte
durch den Wagemut
verwegener Männer
gebrochen wird,
welche dem Feind
in der Höhle des Löwen
sein strategisch Herz entreissen,
tapfer
zwischen Tod und Leben
die abenteuerliche Flucht
durch die Berge
mit der Beute antretend,
falsche Fährten legen
und schlußendlich
über das Meer entkommen.

Und einige Jahre später
noch im jungen Alter,
noch einmal in die Welt hinaus,
der Karibik,
um dann doch
in die Heimat des Herzen,
Griechenland,
zurückzukehren,
um dort mit der Gabe des Schreiben
beschenkt,
den Stift in die Hand zu nehmen
und zu schreiben beginnen,
die Wanderungen, die Abenteuer,
die Reise in die Stille,
der Reise durch ein ungewöhnliches Leben,
zu neuen Ruhmestaten schreibend.

Und nun
ein alter, zufriedener Mann,
zwischen seinen Freunden,
den Griechen, gut aufgehoben,
der Lebensabend,
der Arbeit,
am abschließenden Teil
der Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes
und der Geschichte der Menschheit
ein Mann,
ein Held:
Patrick Leigh Fermor

März 29, 2010

Hilde Domin (1909-2006)

Schon seltsam, dass als ich an jenem Tag im Februar 2006, dem 22. Februar, das Fragment „Die Kinderkrüppelmacher  beendete (per Hand geschrieben), das an jenem Tag Hilde Domin verstarb.

Ich wusste bis vor 2 Tagen nichts davon, denn dachte mir, dass diese noch lebt und möchte heute, an ihrem 100. Geburtstag ihr zu Ehren nicht nur ein Gedicht für sie schreiben, denn auch das vollständige Gedicht, von welchem ich eine Zeile dem Fragment „Die Kinderkrüppelmacher“ vorangestellt habe, in diesem Blog veröffentlichen.

Es war ihr Lieblingsgedicht, es heißt „Abel steh auf“ und hat mir immer schon sehr gut gefallen.

Entweder-Oder….dennoch (z.ü.)

Einfach
ist unmöglich;
verfangen,
sich verlieren
des Lebens Liebreiz,
der Interessen die Gemeinsamkeiten
und atemlos
an den Möglichkeiten
vorbei
zu greifen,
ergriffen werden,
zum greifen nahe,
näher,
ausatmen,
sein lassen,
miterleben,
leben,
das Leid einer Frau,
betrogen, verlassen,
im Stich gelassen
von jenen, die man liebt,
wie immer,
blicken, erstarren,
weiterblicken;
entweder-oder….dennoch.

Sanft blieb ihr Blick
in aller Entschlossenheit,
dem Mut,
tapfer,
denn leicht hat es keine/r
und schwerer
wird die Lebenslast
nicht getragen, denn ertragen;
wach und aufmerksam
durch und mit dem Leben
an sich wachsen,
sich befreien,
umklammern,
festhalten, loslassen
und zurückgeworfen werden
in die Qual, der Freude,
des Schrecklichen und des Schönen
des menschlich Dasein;
Neues finden,
Altes wiederentdecken;
entweder-oder….dennoch.

Affären, Streit,
dienen,
sich unterordnen,
verletzen, verletzt werden;
Wunden und Wunder
und doch
im Liebesstreit erblühen,
die Einsamkeit anfechten,
der Unterträglichkeit
entfliehen,
eine Sterbende,
die gegen das Sterben
zu schreiben anfing;
gegen die Verwahrlosung,
die nur die Liebe,
gegen die Zeit
und der Verzweiflung
nicht die Welt,
denn sich Selbst
entdeckte;
entweder-oder….dennoch.

Die Wörter,
welche den Stürmen
zum Hafen des Lebens
wurden;
der Enttäuschungen
weiterschreiben,
Wort um Wort
die eigene Stimme,
den eigenen Klang
zu finden,
die eigene Aret
dem Chor der allzu Überlegenen,
sich emanzipieren
nach den Erniedrigungen
und sanft blieben diese Augen,
wachsam und mutig,
entschlossen
das eigene Schicksal
zu meistern
dem Chor der allzu Lebenden;
entweder-oder….dennoch.

Knapp, präzise,
trocken;
treffend
was schwer
so leicht wird;
die Stimme
welche gehört wird
unter all den
so laut Schreienden;
sie wird leiser
und findet Gehör;
sie wird sanfter
und findet Wörter;
sie wird sie;
knapp, präzise,
trocken,
treffend,
was leicht
so schwer wird;
dem was dem Herzen
verloren gegangen ist;
schöner wurden die Wörter
durch sie;
entweder-oder….dennoch.

Hilde Domin….Abel steh auf

Abel steh auf
es muß neu gespielt werden
täglich muß es neu gespielt werden
täglich muß die Antwort noch vor uns sein
die Antwort muß ja sein können
wenn du nicht aufstehts Abel
wie soll die Antwort
diese einzig wichtige Antwort
sich je verändern
wir können alle Kirchen schließen
und alle Gesetzbücher abschaffen
in allen Sprachen der Erde
wenn du nur aufstehst
und es rückgängig machst
die erste falsche Antwort
auf die einzige Frage
auf die es ankommt
steht auf
damit Kain sagt
damit er es sagen kann
Ich bin dein Hüter
Bruder
wie sollte ich nicht dein Hüter sein
Täglich steh auf
damit wir es vor uns haben
dies Ja ich bin hier
ich
dein Bruder
Damit die Kinder Abels
sich nicht mehr fürchen
weil Kain nicht Kain wird
Ich schreibe dies
ich ein Kind Abels
und fürchte mich täglich
vor der Antwort
die Luft in meiner Lunge wird weniger
wie ich auf die Antwort warte

Abel steh auf
damit es anders anfängt
zwischen uns allen

Die Feuder die brennen
das Feuer das brennt auf der Erde
soll das Feuer von Abel sein

Und am Schwanz der Raketen
sollen die Feuer von Abel sein