Archive for the ‘Anmerkungen zur Realität 3’ Category

März 30, 2010

….zum 25-jährigen Jubiläum von George Orwell`s Buch „1984“….
(bezüglich des Titel des Buches)

Ich war mir schon immer bewusst, dass Mann/Frau im Westen in ziemlichen Überwachungsstaaten dahinlebten und vor allem leben; kleine Beobachtungen im Alltag, flüchtige Vorfälle bestätigten mich bei dieser Überlegung und so lebte ich schon immer eher konspirativ vor mir dahin, ohne groß anzuecken, ohne groß aufzufallen und ja leider auch ohne mich konkreter daran erinnern zu können.

Im Unterschied zu der großen Mehrheit welche einfach denkt, denke ich komplex; ich überlege meine Handlungen, ich stolpere nicht in eine Tat; versuche Risiken zu kalkulieren und wenn es mir gerade nicht egal ist, was es ja jahrelang war (2005-nun ja), dann handle ich zweifelsohne clever; mache mir meine Gedanken und denke kühl und nüchtern; geradezu das genaue Gegenteil, welches man mir immerzu vorwirft.

Was ich immer schon für einen nicht nur taktischen, nicht nur strategischen, denn einfach nur dummen Fehler, sowohl der österreichischen, wie vor allem auch der italienischen Nachrichtendienste gehalten hatte und tue, ist die Tatsache, dass sich diese nicht nur in mein Intimleben eingemischt hatten, denn dass diese, wohl als eine Form der psychologischen Kriegsführung gegen meine Person gedacht, die intimsten Details, die allerpersönlichsten Zustände und zwischenmenschlichen Momentaufnahmen, dem großen Publikum, also der debilen Masse, beinahe täglich zugetragen hatten.
Dies zu einer Zeit, wo diese Nachrichtendienste in ihrer unfassbaren Überlegenheit mich wohl maßlos unterschätzt hatten und dies wohl zum Teil bis zum heutigen Tag tun.

Mir ist schon klar, dass wenn man die Schönheit, die Gerechtigkeit und die allzeitige Liebesausstrahlung des System in Frage stellt, vor allem im unteren Bereich, sozusagen im Kellergewölbe des Kapitalismus, mit all seinen Leichen, mit all seiner Gewalt und Ungerechtigkeit; ja, wenn man diese Sonnenscheinwelt der Hochfinanz kritisiert, diese Methoden, welche außer brutal gar nichts sind; diese Handhabung der Armen, dieser Ausschluß aus dem Diskurs, durch das alle Bereiche des Lebens bestimmende Establishment; dass man dann wohl nicht nur auf seine Privatsphäre verzichten muss, denn ein gläserner Mensch wird, welcher mit der Zeit wohl auch an seiner Identität zu zweifeln beginnt.

Das Wissen darüber wie dies aussieht, eine solche Vorgangsweise, eine solche Methode und der man nur sein nacktes Leben, seine nackte Intelligenz entgegensetzen kann; gegen Staatsapparate, welche in sich selbst aufgesplittert, dahinarbeiten; ein solches Wissen zu besitzen und damit zu leben, ist schon ein Kraftakt, der die meisten Menschen wohl überfordern würde, wenn sie denn jemals verstehen würden, was Überwachung, was Kontrolle, was Repression, was Unterdrückung denn überhaupt bedeutet und wie sich diese in der Praxis manifestiert.

Aber dies interessiert die Menschen nicht, so wie sie sich nur für dass zu interessieren haben, was ihnen vorgegaukelt wird, was ihnen gesagt wird, damit sie ja brav konsumieren, produzieren und sich in ihrer kleinen Lebensnische ausbreiten.

Ein sehr persönliches Beispiel (welches leider die meisten sowieso nicht verstehen werden):
Anfang Dezember 2005 hatte ich mich in eine Frau verliebt.
Wir traffen uns einige Male in meiner „schönen Stadtwohnung“ (z.B. Posting: 27.10.2006), verbringen dort einen Teil des Abends und nach einer Woche lädt mich die Frau zu sich in ihre Wohnung zwei Stadtbezirke weiter nördlich ein.
Ich stimme zu und wir verlassen die „schöne Stadtwohnung“, spazieren die zwei Bezirke in Begleitung ziviler Fahnder bzw. Staatsschützer hinauf und gelangen dann in die Straße, in welcher diese ihr Zimmer in einer Mietwohnung hat und vor dem Haus, wo die Frau ihr Zimmer gemietet hat, stehen zwei Frauen in der Kälte und warten auf uns.
Diese beiden Frauen unterhalten sich über mich und diese geben einige nicht so schöne Kommentare über mich ab und schließen ihr Gespräch mit den Worten „dass ich ja doch Lust hätte“.
Wir gehen an diesen beiden Frauen ungefähr einen Meter entfernt (ohne dass diese auch nur im geringsten Tarnung, Ehrgefühl, Takt, Respekt, so etwas wie Professionalität auch nur vortäuschen) vorbei und betreten das Haus.
Wir betreten die Wohnung und nach 3 Stunden, in welchen ich andauernd an diese beiden Frauen, an diese unglaubliche Frechheit denken musste, stehe ich plötzlich auf und zur völligen Entgeisterung der Frau, sage ich dieser, dass ich jetzt heimgehen werde.
Nicht, da ich diese nicht mag; nicht, da ich irgendwelche Bedenken hätte; nein, denn aus dem einzigen Grund, dass ich diese Frau vor diesen beiden Frauen, vor diesen Staatsschützern, diesen Zivilfahndern beschützen wollte.

Wie bereits gesagt, ich denke nicht wie 99% der Menschen einfach, denn komplex; ich überlege mir was ich tue und wie ich es tue; ich handle zielorientiert, logisch und überlegt.
Ich möchte nicht dass diese Frau mit den Nachrichtendiensten, mit diesen Zivilfahndern, mit diesen privaten Irren, den Polizeispitzeln, den Zuträgern und Schleimern, also mit all diesen ach so guten Menschen, deren Zweck ihre Definition ihres Gutmenschentum ist, mithineinziehen.

Ich denke mir auch, wie dass so wäre, wenn ich mitten in der Nacht vor der Wohnungen dieser beiden Frauen aus dem Innenministerium erscheinen würde und wenn diese mit ihrem jeweiligen Partner daherspazieren, ich darüber Kommentare abgeben würde, was diese sich dann dabei denken würden.
Ob sie dies nicht, nach allem was bereits geschehen ist, was jedlichem Rechtsstaat ja spottet, ob sie dies nicht für eine unfassbare Anmaßung, für eine Respektlosigkeit sondergleichen, einem totalitären Polizeistaat erstrebende Tat; ja für niederträchtig halten würden.

Ich gehe also und die gesamte Geschichte beginnt sich zu einer unfassbaren Katastrophe zu entwickeln.

Ein Verfassungsschutz, dessen Chef zu jener Zeit ein Mann namens Polli war, welcher wegen seiner Waffengeschäfte mit dem Iran, im Jahre 2007 vom Innenminister (einem geschwätzigen ehemaligen Dorfpolizisten) 2007 entlassen wurde und vor seit 2 Tagen in seinem neuen Job in der Wirtschaft, als österreichischer Siemens-Sicherheitschef in Wien, wegen seiner Iran-Geschäfte, entlassen wurde (übrigens: mit welchen Scharfschützengewehren sind seinerzeit die US-Soldaten von den Bagdad-Snipers erschossen worden….von welchem?); also ein Chef, dessen Untergebene wissen, welche Scheisse….und ich schreibe dieses Wort dieses eine Mal, um mit allen Nachdruck zu betonen welche Scheisse da in Wien jeden verschissenen Tag abging….mit dem und dem und dem….die Nuttengeschichten….die Koksgeschichten….die Drecksgeschichten….die Diplomatengeschichten….die Bankergeschichten….die Waffengeschichten und dazu diese dreckige wienerische Arroganz, alles besser zu können und zu sein.

Und nicht nur der HND beginnt mich im Laufe des Dezembers mehr oder weniger passiv unter Druck zu setzen, dass ich die Frau in die Inkassogeschichte mithineinziehe….und diesem möchte ich nur noch anmerken….man sollte in österreichischen Klassenzimmer kein Kreuz hinaufhängen, denn ein Raiffeisenzeichen-Logo….

Ein Monat später besuche ich die Frau in ihrer Heimatstadt, werde am Bahnhof von zwei Digos (italienische politische Polizei) mit den Worten „Jetzt haben wir den Verrückten“ begrüßt.

Ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht, mittlerweile hat das Jahr 2006 begonnen und anscheinend hat man die größten Idioten von allen auf mich angesetzt….also auch wenn es nicht nachvollziehbar erscheint, aber ich lasse mich von solchen Aussagen, auch noch heute in meinem Denken und Handeln beeinflußen….ich denke darüber nach, warum mich diese intelligenz-losen, dummen Menschen für verrückt halten, wo sie doch nicht einmal die Farbe Grün von der Farbe Schwarz unterscheiden können….aber vorverurteilen, die Arroganz, welche nichts anderes als Dummheit ist, heraushängen lassen….
Jeden Dreckskerl, zugekokst, herumhurend, Steuern hinterziehend, seine Untergebenen wie Dreck behandelnd, respektierend, aber einen wie mich natürlich nicht….eine unfassbare Dummheit einfach nur….

Ich denke die folgenden zwei, drei Tage daran….

Aber das eigentlich schwerwiegende, das Unfassbare, jeden Rechtsstaat spottende und in mir die Überzeugung festigend, dass diese Staatssicherheitsdienste nur für ihre eigenen Interessen arbeiten (z.B. dem Großkapital auf jedliche nur erdenkliche Art behilflich zu sein)
Und auch diese Katastrophe von Weihnachten 2006 heraufbeschwörend (woher wissen die Carabinieri von einem Ort wo ich in den letzten 20 Jahren nie war, wo ich niemanden kenne, allerbestens über meine intimsten Angelegenheiten Bescheid und drohen mir dann auch noch am heiligsten Tag des Jahres in massiver Art und Weise….); ist die Tatsache, dass als ich im Sommer 2006 mich in meinem Heimatsort aufhielt, dass jeder, aber auch wirklich jeder restlos vertrottelte, als einzige Intelligenzleistung in seinem Leben eine Fernsehfernbedienung ein- und ausgeschaltet hat; dass ein jeder Polizist bis in kleinste Detail, bis in die minimalste Nuance, alles über mein Privatleben wussten und darüber natürlich spotten und lachen, von ganz oben bis ganz unten; während diese oben in ihrem Heuchlerei, in ihrer Boshaftigkeit ja um dem Irrsinn die Krone aufzusetzen, auch noch glauben die Guten zu sein….welche Guten denn….jene der debilen Masse….

Also spotten und lachen; keine gute Tat bleibt ungestraft; diese in ihrer Fäkaliensprache, in ihrer Jauchegrube der Dummheit, ihrem Dasein reduziert auf Ficken, Spotten, Fressen und ansonsten gar nichts; diese NullNullNullen; also da kommen diese Gutmenschen vom italienischen Militärgeheimdienst (und schon einmal die Geschichte des italienischen Militärgeheimdienstes der letzten 50 Jahre durchgelesen!)….und erzählten diesen restlos vertrottelten Provinzpolizisten bis in das kleinste Detail alles über mein Privatleben….(bis heute….wie das Beispiel des Digo-Spitzel gezeigt hatte….jener mit seiner Mutter, die eine Hure ist).

Ich bin überzeugt davon, dass die politische Auseinandersetzung in Italien, wie vom Corriere della Sera vor ein, zwei Wochen als die schlimmste Barberei beschrieben (also genau dass was mir jahrelang wiederfahren ist), in gegenseitigen Vorwürfen über Transvestiten, Kokain und minderjährige Nutten; usw. usf.; dass dieser Stil der Auseinandersetzungen auch und da könnt ihr Verrückter schreien so lange wie ihr wollt, darauf zurückzuführen ist, wie in meinem Falle vorgegangen worden ist, nämlich alle rechtlichen Standarts verletzend, auf jede Menschenwürde kotzend, auf jeden aufklärerischen Ansatz spuckend, nur in der Arroganz und dem Übermenschentum sich sulend, alle Mädchen zu billigen Huren verwandelnd, angefangen bei euren Töchtern, euren Müttern und euren Frauen!

Fickt euch ihr Hurensöhne!
Fickt eur ihr Hurentöchter!

….übrigens….bezüglich Provinz….

Seit der Niederschrift von Malin, des Abschluß dieser Niederschrift am 23.10.09 und des Kurzprosastückes „Hochsaison“, haben mir sicherlich schon zwei Dutzend hier ansässige Männer in meiner Nähe davon gesprochen, dass ich sie „noch kennenlernen werde“; eine Drohung im lokalen Idiom; dass sie mich fertig machen werden, mich und meine Familie undsoweiter….dazu noch Todesdrohungen und diese auch vom sogenannten besseren Geschlecht….

Also, wie soll dass gehen….schickt ihr mir eine Postkarte?…..einen Lebenslauf?….
Also wenn ich vor alles Angst hätte….vor euch Provinzkasperlan mit Sicherheit nicht!

März 30, 2010

Failed states

Den Kapitalismus zu überdenken hieße, einen ethischen Kapitalismus zu entwickeln, der die Bereicherungspolitik der Skrupellosen in Zukunft erschwert.

I.
Wenn man in den vergangenen ein, zwei Monaten in einigen Zeitungen/Zeitschriften hineingeblickt hatte, dann war meistens allerortens eine verhaltene Jubelstimmung betreffend der Wirtschaftskrise zu vernehmen.
Das Allerschlimmste schien überwunden; die Indikatoren wiesen nach oben; die Banken schlingerten nicht mehr wie ein Matrose auf Landgang von Fiasko zu Hiobsbotschaften und die Politiker verbreiteten, was blieb ihnen auch anderes übrig, allerorten Optimismus.
Dass überhaupt noch von dieser Wirtschaftskrise berichtet wurde, verwundert den aufmerksamen Leser wohl am meisten, denn wichtigere Themen, wichtigere Anliegen standen nicht nur bei den Politikern an der Tagesordnung, wie etwa das Fußballspiel am Sonntag oder noch wichtiger: die Restaurantrechnung von Roman Abramowich.
Die Banker gönnten sich wieder einen individuell-zugeschnittenen Millionen-Bonus und am allerwichtigsten schien es allen Key-Playern, dass alles so weiterläuft wie bisher, dass ja nichts am System des Finanzkapitalismus, am System der Aufsicht, der Kontrolle geändert wird, denn dass ja alles so weiterläuft wie bisher.

Die Schattenseiten dieses ruinösen Weitermachen wurden auf die B-Seiten zu vernachlässigender Publikationen verbannt, denn die allgemeine Aufbruchsstimmung duldete keine Misstöne, auch deshalb, da zu viel von diesem von den einzelnen Staaten herbeifinanzierten „Phönix aus der Asche-Szenario“ abhing.

Und während in den USA eine Bank nach der anderen pleite ging, an Krediten welche diese nicht mehr bedienen konnten, am Größenwahn scheiterten, welche deren Chefs geradezu exemplarisch vorgelebt hatten; schipperten die europäischen Bank dahin, als sei die See ruhig und nicht gerade vom schlimmsten Kapital-Sturm seit dem Weltfinanzcrash 1929 getroffen worden.
Sehr wenige europäische Banken, am Rande in diesem großen Monopoly für Skrupellose mitspielend, gingen bankrott und die systemrelevanten Banken konnten sich auf staatliche Hilfe (auf Kosten des Steuerzahlers) verlassen, dass ihr Geschäftsgebaren von Politik und Medien ungestört solchermaßen weiterverlaufen konnte.

Investmentbanking satt für die Eliten der Banken, deren einziger Kontakt mit der Realität, darin zu bestehen scheint, das Wort Rendite, wie in einem religiösen Ritual, andauernd in den positivsten Farben auszumalen.

Und in den vergangenen Monaten konnte man auch die Entwicklung beobachten, dass über die Wirtschaftskrise überhaupt nicht mehr berichtet wurde; dass jenes und jenes Unternehmen pleite ging, denn zu wichtig war es allen Beteiligten zu zeigen, dass sie nicht nur nicht falsch gehandelt hatten, denn richtig und die üblichen Strahlemänner des westlichen Kapitalismus erhoben wieder ihr Antlitz aus diesem kurzen Anflug von Selbstdemut, welcher sich vielleicht für einen Bettler, aber doch noch für die Finanzelite gebührt.
Kaum einer der verantwortlichen Manager übernahm dass, wofür diese ja eigentlich auch bezahlt werden, nämlich Verantwortung.

So wird nunmehr weiter gezockt und am großen Rad gedreht; vom Absturz von Millionen Menschen in den USA, Europa und vom Rest der Welt gänzlich zu schweigen, in Armut, ist ein von allen nur allzu gerne tolerierter Kolleteralschaden; denn wie man bekanntlich weiß, kennt der Kapitalismus nur Gewinner.
Das ganze Bevölkerungsschichten in diesen Schlund aus sozialen Abstieg und Arbeitslosigkeit hinuntergezogen werden, ist nichts Neues und zeigt nur auf, wie zukünfig in einer globalisierten Welt gehandelt werden wird.

II.
Eine Doktrin, nicht nur der us-amerikanischen Außenpolitik besteht meiner Meinung nach, darin, die Liste der failed states, also der gescheiterten Staaten, so kurz wie möglich zu halten.
Trotzdem wird diese Liste immerzu länger, nicht nur aus Gründen der Globalisierung, denn der radikalen Ausrichtung der wohlhabenden Staaten bezüglich Rohstoffversorgung und deren Sicherung, der korrupten, meistens im Westen ausgebildeten, Eliten, einer neoliberalen Strömung, welche das Leben nicht nur im Westen auf das Geld reduziert.
Zu diesen failed states gehören unter anderem beinahe der gesamte afrikanische Kontinent (Somalia, Sudan, Guinea, Kongo, …., …., ….); denn auch Pakistan, Nordkorea, Bangladesh, Haiti, Libanon, Afghanistan, Sri Lanka, Nepal, usw., usw.
Diese failed states sind zwar ein Freudenquell vieler westlicher Unternehmen, die dort ungestört ihre Bodenschätze ausgraben können; aber gleichzeitig unter dem sicherheitspolitischen Aspekt ein einziger Alptraum.

Die Unterstützung lokaler Warlords, die Lieferung von Waffen in Krisengebiete, die Unterstützung repressiver, jedlichen aufklärerischen Ansatz geradezu verspottende Regime; die Reduzierung der Handlungen westlicher Regierungen auf Machtsphären für die heimischen Konzerne zu schaffen, der Ausbau menschenverachtender Strukturen auf der gesamten Welt; all dies und noch viel mehr, lässt den Schluß zu, dass die großen Konzerne dieser Welt, geradezu intensiv daran mitarbeiten, dass die Liste der failed states länger und differenzierter wird.
Andererseits arbeitet das hiermit vielgeschmähte Business natürlich auch daran, dass sich in einigen Staaten die Situation verbessert, der Lebenserhaltungsindex ein menschliches Maß errreicht und nicht nur die Spitzen der Gesellschaft Ablenkung, Nutten und Schweizer Bankkonten besitzen.

Gleichzeitig zu dieser immer länger werdenden Liste von politisch und staatlich gescheiterten Staaten, wird die Liste der finanziell gescheiterten Staaten auch immer länger; Staaten, die es sich nicht leisten können ihre Beamten zu bezahlen, welche keine Infrastrukturprojekte voranschieben können; Staaten, deren Bilanzen mehr an Harry-Potter Romane, an Science-Fiction erinnern, denn an kühles Kalkulieren von Haben und Sein.

Es ist also nach dem Ende des, auf eine bestimmte Weise für Stabilität sorgenden, kalten Krieges eine weltweite Situation entstanden, welche für die selbe Welt doch weitaus gefährlich ist, als dies etwa zu Zeiten des Kalten Krieges der Fall war, als man zumindest teilweise kalkulieren und abwägen konnte; etwas was man im Falle der failed states nicht mehr betreiben kann und diese zusätzlich noch zu Brutstätten des internationalen Terrorimus werden, welcher den Way of Life des Westen in das Visier genommen hat, allen voran jene, welche unschuldig sind.

Gleichzeitig zu dieser bedenklichen globalen Entwicklung, welche in geradezu selbstzerstörerischer Absicht von westlichen Konzernen maßgeblich mitgetragen wird (für den vierteljährlichen Geschäftsbericht sozusagen), kann man in den westlichen Ländern die Auswirkungen dieses neuen Bedrohungsszenario, welches unkalkulierbar ist, also mann kann in den westlichen Ländern vielfältige Auswirkungen und Entwicklungen, welche mit der immer länger werdenden Liste der failed states einher geht, beobachten.

Zum einen, dass die Überwachung massiv ausgebaut wird, nach außen hin zum Schutz vor Terrorismus, nach innen hin, um die eigenen Bürger, angesichts der globalen Entwicklungen, des Ausschlußes breiter Massen von jedlichem Diskurs, besser überwachen zu können.

Zum anderen kann man in den wohlhabenden Ländern dieser Welt beobachten, wie seit Ende des Kalten Krieges, wie seit den 90-er Jahren, das Klima zwischen den Menschen immerzu frostiger wird; wie der blanke Egoismus, das individuelle Profitstreben jedlichen anderen Wert in der Gesellschaft ersetzt hat.
Dieses frostige zwischenmenschliche Klima, welche den Wert zwischenmenschlicher Beziehung auf einen einzigen Wert und zwar dem Geld reduziert, ist ein Anzeichen dafür, wie sehr diese andauernde Verschärfungen im Arbeitsleben (z.b. der Dienstnehmervertrag), im Wettbewerb, im Höher-Besser-Weiter, die Menschen im Westen in deren Herz, in derem innersten Tun und Handeln getroffen hat.
Wie gehetzt wirken die Menschen im Westen angesichts immer höherer Anforderungen, immer größerer Flexibilität, während die Politik nichts unversucht lässt, den Konzernen noch mehr Spielraum, noch mehr Freiheit zu verschaffen, welche genau diese, also die Konzerne, den Menschen andauernd nehmen.

Subtil und trotzdem fatal wirkt sich diese Hetzjagd auf die arbeitende Bevölkerung aus; ständig in Angst ihren Job zu verlieren; bedroht von chinesischen 0,001 Euro Produkten; von der Masse der indischen Arbeiter hoffnungslos in der Vergangenheit versinkend; angesichts immer günstigerer Produktionsbedingungen, einer immer größeren Weltbevölkerung; angesichts all der Hoffnungslosigkeit der Armen dieser Welt.
Kaum eine Atempause gelingt es den Menschen im Westen noch zu fassen und auch in jener, werden diese von 3 Überwachungskameras dabei gefilmt.
Wo da der Mensch bleibt, zwischen all diesen GlobalPlayern; Managern und failed states?

III.
Die gute Nachricht ist die schlechte Nachricht.
Die Krise ist überwunden, indem diese einfach in eine Schublade gesteckt wurde, abggeschlossen und dann vergessen.
Nicht vergessen hingegen können diese Krise all die entlassenen Arbeiter, all die Massen, welche in keiner Statistik mehr auftauchen, all die Wirtschaftsbranchen, welche um ihr Überleben kämpfen.

Die Wirtschaftskrise ist schon seit längerer Zeit überwunden.
Goldmann Sachs zahlt Rekordbonuse, während das System an sich noch zäh und doch unzerstörbar um sein Überleben kämpft.
Die alten Methoden wurden beibehalten, die gleichen Verantwortlichen machen weiter, die Welt wird zu einer failed world.
Einer failed world, da am Wesentlichen, also der nachhaltigen Entwicklung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Indikatoren gespart wird.
Am Wesentlichen wird gespart, so lange bis ein jeder Manager wieder seinen Millionen-Bonus hat.

Ein Beispiel:
Ein mitteleuropäisches Land mit dem Namen Österreich.
Der Staat, also die Banken Österreich verstanden nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Blockes sehr gut, dass sich damit im Osten Europas riesige Märkte, ja riesige Möglichkeiten des Profites und der Rendite diesen eröffneten und so positionierte sich Österreich mit seiner geografischen Lage, mit seinen Geldwaschanlagen in Wien und Umgebung, als Vermittler zwischen Osten und Westen.
Dem wirtschaftlichen Wille folgte der politische Wille und somit wurde Österreich in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhundert zum Transitland gestohlenen und erbeuteten Eigentums, welches in Osteuropa wie Fallobst von den jedlicher Veranwortung verlustigt gegangenen Eliten, beiseite geschafft wurden.
Die Banken machten glänzende Geschäfte und die Justiz, die Politik und die Gesellschaft applaudierten den Verantwortlichen in den Banken, anstatt, wie es wohl in keinem Rechtsstaat dieser Erde jemals passieren würde, diesen Finanzflüssen nachzugehen und so etwas wie Kontrolle, wie Einschränkung dieses wilden Raubierkapitalismus einzuführen.
Glänzend stand das Land da, Moody´s vergab nur noch Aaa´s; wer soviel gestohlenes Geld, oft wohl gleich zu den „guten“ Schweizern oder in ein anderes Steuerparadies weitergereicht, sein nannte, der konnte walten und schalten wie dieser wollte.
Global läuft es übrigens nicht anders, was aber nicht als Entschuldigung dienen sollte; denn weltberühmt ist ja die Diskretion der österreichischen Großbanken bei Waffendeals, Unterstützung krimineller Organisationen, usw.; denn dahinter steht der parteienübergreifende Wille, auf dem internationalen Finanzparkett eine schwungvolle Walzer-Partie abzugeben.
So weit, so schlecht.
Doch dann wurde die zweite Stufe der österreichischen Bank-Rakete mit Planziel Schlaraffenland gezündet.
Nunmehr, in einem zweiten Schritt, begannen die österreichischen Banken, ihr Geld in Osteuropa zu investieren.
Diese Banken Österreichs, die Erste Bank, die Bank Austria, die Creditanstalt, die Raiffeisenbank begannen massiv in Osteuropa zu investieren.
Zuerst in Tschechien, dann in Ungarn, Kroatien, Slowakei, Polen, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Russland, Ukraine, usw., usw.
Die österreichischen Banken begannen Osteuropa wortwörtlich aufzukaufen.
Um die (offiziellen) 300 Milliarden Euro sollten es dann am Ende sein.
Ein todsicheres Geschäft wie ein jeder Laie der Finanzwelt geglaubt hatte; so wie ein jeder geglaubt hatte, dass eine Bank wie Lehmann Brothers niemals bankrott gehen könne oder etwa der knapp 24 Stunden zurückliegende Bankrott des us-amerikanischen Mittelstandsfinanzierer CIT.
Und die Rendite passte, der Profit floß nach Österreich zurück und alle profitieren davon, also fast ausschließlich die kleine Minderheit an der Spitze der österreichischen Konzerne, Parteien usw.

Nun wiederholte sich aber die Geschichte.
Der internationale Finanzmarkt kollabierte und die österreichischen Banken mussten wohl fassungslos mitansehen, wie zuerst ihre Aktienkurse und dann jener all ihrer Beteiligungen an der Wiener Börse die fallenden Aktienkurse an der Moskauer Börse noch überholten.
Ein Sturz ins Bodenlose schien unvermeidbar.
Den östereichischen Banken war die Ostfront zusammengebrochen.
Die Kreditausfälle summierten sich von Tag zu Tag auf immer absurdere Summen, während gleichzeitig die Aktienkurse, der diese zu verkraftenden Banken und Konzerne, abstürzten.
Die Regierung….ja die Regierung.
Der einzige Rettungsanker der österreichischen Banken war, die Konkurrenz, in den anderen Ländern sich das gleiche Schauspiel bot und alle händeringend um staatlichen Beistand flehten, welchen diese, die Banken, heute schon wieder als einen Gnadenakt von ihnen gegenüber dem Staat ansehen.
Es stand also nicht allzu gut um die traditionellen Wiener Bankhäuser, welche Weltkriegen, dem Kommunismus der Schweizer Konkurrenz, getrotzt hatten, denn nicht nur die US-Amerikaner hatten nicht über ihre Verhältnisse gelebt, denn jenseits ihrer Verhältnisse.
Der Spruch des bestbezahltesten Manager Österreichs namens Andreas Treichl, Chef der Ersten Bank, dass seine Bank frei von „toxic assets“ sei, ist wohl eher dem Champagner verpflichtet, als der nüchternen Realität jener Tage.
Nichtdestotrotz zeigte dieser Ausspruch, wie fern, damals wie heute, die verantwortlichen Banker von der Realität auf den Weltmärkten vorzufinden sind.

Die Krise ist aber mittlerweile überwunden!
Zumindest lautet solchermaßen die offizielle Version.
Und während das Schlimmste überwunden scheint, erklärt der Unicredito-Vorstand (zu Unicredito gehört die Bank Austria) und in dieser Bank Verantwortlicher für Osteuropa Federico Ghizzoni vor etwa einem Monat, dass diese 300 Millarden Euro, welche die österreichischen Banken in den Osten Europas investiert hatten, kein Systemrisiko mehr darstellen.
Also, lange nach dem offiziellen Ende der Wirtschaftskrise, stellt ein Banker trocken und nüchtern fest, dass diese 300 Milliarden Euro (von insgesamt weit über 1000 Milliarden Euro) das kapitalistische System, das Bestehen von Großbanken wie Unicredito, der angezählten österreichschen Banken nicht mehr bedroht, denn die Situation nunmehr einigermaßen unter Kontrolle ist.
Was der Banker von Unicredito aber leider nicht gesagt hat, ist die Tatsache, dass osteuropäische Länder wie Rumänien, Bulgarien, wie Ungarn und wie Tschechien in der nüchternen und trockenen Realität, abseits des Champagners, hochverschuldet sind und zwar auf Generationen.
Dass die Tilgung dieser Kredite sehr lange dauern wird und dass in dieser Zeit die neuen Investionen, die neuen Kredite wohl nur noch auf „argentinischen Niveau“ fließen werden, dass also Rumänien, Bulgarien, Tschechien und Ungarn in den kommenden Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auf Sparflamme haushalten müssen; dass sie an Sicherheit, an Infrastruktur, an Ausbau, an Modernisierung sparen müssen; dass diese Länder in den folgenden Jahrzehnten arm bleiben werden und von der EU durchgefüttert werden müssen.
Denn die österreichischen Banken werden zweifelsohne einen Teil ihrer Kredite zurückbekommen und dies alles, während das Bruttosozialprodukt in diesen Ländern, also Bulgarien, Rumänien, an Schwindsucht zu leiden scheint.
Während die einzelnen Währungen an Wert massiv zerfallen und somit Millionen von Menschen in Osteuropa um ihre Ersparnisse gebracht wurden und werden.

Im Prinzip könnte man dass was in Osteuropa passiert ist, auch als neoliberalistisches Modell bezeichnen…..die Volkswirtschaft eines Landes wird wie ein Luftballon aufgeblasen und dann lässt man diesen Luftballon platzen….den Kolleteralschaden übernimmt dann unfreiwillig die jeweilige Bevölkerung.

IV
Und hier kommt dann die eigentliche Gefahr in das Spiel, dass nämlich Länder wie Bulgarien, wie Rumänien, welche in den folgenden Jahren, trotz dass diese dringendst auf Kredite aus dem Westen angewiesen sind, diese nicht bekommen, denn nicht einmal die Zinslast der alten Kredite bedienen können, dass gespart werden muss, natürlich nicht bei der Elite, denn noch mehr bei dem ohnehin schon geknechteten und entrechteten Volk, dass volkswirtschaftliche Indikatoren noch lange Zeit nach unten deuten werden….dass diese Länder zu failed states werden.
Und ein erschreckendes Beispiel eines Staates, welcher nicht droht ein faild states zu werden, denn schon einer ist und zwar schon seit so ziemlich einiger Zeit…..Ukraine.

Wenn dass nächste Mal kein Gas aus Russland kommt, da die Ukrainer wieder einmal nicht gezahlt haben und auch nicht bezahlen können….

Also die Ukraine ist zahlungsunfähig, ist bankrott, so bankrott wie Lehmann Brothers, ein Staat, der nur noch durch die Hilfe des Ausland auf der wirtschaftlichen Landkarte dieser Welt noch erscheint.
Die ukrainische Währung….welche Währung?
Dagegen war Ungarn während der Finanzkrise Herbst 2008/Frühjahr 2009 stabil.
Der Internationale WährungsFond pumpt und pumpt Geld in die Ukraine und das Geld versickert in der Aufrechterhaltung der Repräsentationsspesen; der minimalsten staatlichen Standarts und bald schon werden junge Frauen der Hauptexportartikel der Ukraine sein und die fünf Oligarchen werden noch reicher und reicher mit der üblichen massiven Unterstützung durch die Spitze des Staates, welche natürlich vom Volk innigst geliebt werden.
Dass diese Spitzen des Staates vielleicht etwas Verantwortung übernehmen, nein, alles wird auf Show reduziert, auf eine Show für geistig Minderbemittelte.
Die Ukraine ist bankrott, ist ein failed state inmitten Europa.
Im Moment finanziell; wenn nichts getan wird in 5-10 Jahren ein failed state wie Pakistan.
Und wer investiert in solch einen Staat…..die Österreicher….nein, die mittlerweile auch nicht mehr….denen gehören ja einige Banken der Ukraine bereits….da werden dann wohl nicht so viele Kredite nach Österreich zurückfließen….und wenn….in welchem Zeitraum….einem Jahrhundert?

V
Das Allerschlimmste an dieser Krise, die ja zu 100% verleugnet wird, ist aber die Tatsache, dass die reichen Länder des Westen, kein Geld mehr in solche Staaten wie Rumänien, Bulgarien, Ungarn, wie der Ukraine hineinpumpen können, denn diese Staaten brauchen das Geld, als Folgeschaden der Wirtschaftskrise, dringendst selbst.
Deutschland, Italien, die USA, Russland, Japan, China brauchen jeden Cent für ihre eigenen Banken, für ihre eigenen Wirtschaft und können nicht auch noch die Banken der Ukraine am Leben erhalten.
Und was passiert zur Zeit in den USA; die Banken fallen um wie Kartenhäuser; Rekorddefizit von 1,42 Billionen Dollar, knapp 10% des Bruttosozialproduktes, Kreditausfälle in Höhe von 500 Milliarden Dollar bis Mitte 2010 zu erwarten.
Die gute Nachricht: Die Krise ist überwunden.

VI
Also wenn ich in der Ukraine, in Rumänien oder Bulgarien wäre, dann würde ich mir das Fallbeispiel (des reichen) Island sehr gut studieren, um zu sehen was kommt, wie es geht, wie es sich entwickelt….als erstes vielleicht ein Warnsystem einrichten, welches losgeht, wenn sich eine auffallend hohe Anzahl von Bankern mit ihren Privatjets und Limousinen in das Ausland absetzt….dies ist nämlich das letzte und wichtigste Anzeichen vor dem Staatsbankrott.
(siehe auch Posting vom … Island betreffend)

März 30, 2010

….an wen mich einige bis so ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz erinnern….

Einige bis ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz erinnnern mich an die Großgrundbesitzer, an die Industriellen, an die rechtskonservativen Kreise, an die Reichen und Mächtigen in den Tagen, welche dem faschistischen Militärputsch in Argentinien/Chile, in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhundert, vorausgegangen waren.

Es erscheint mir, als könnten diese, im öffentlichen Meinungsbild als Wohltäter, als herzensgute, als ein jeder von diesen nur das Beste für sein Volk sich wünschende Wirtschaftstreibenden, es gar nicht mehr abwarten, bis auch hier die Polizei und das Militär, natürlich von der debilen Masse, dem deutschen Establishment, dass also diese, wie immer lupenobjektiv auf deren Seite alle Jahrhunderte hindurch, zuallererst bei mir und allen mir Nahestehenden und dann bei all jenen die den wirtschaftlichen Prozess, das Geschäftetreiben stören, aufräumen.

Wie damals, als die Bourgesie Chiles und Argentiniens dem Tag entgegenfieberte, als die demokratische Ordnung, diese linken Chaoten, diese Verstaatlicher westlichen Eigentums, also Diebe an den Dieben; diese Denker und Intellektuellen, diese subversiven Elemente, das Establishment störend, diese Jungen und Mädchen, endlich vom Militär und der Polizei, in einem Sturm aus Folter, Vergewaltigung, Mord und Unterdrückung, hinweggefegt wurden.

Wie damals, als man dann endlich wieder Geschäfte machen konnte, die allerkleinste Minderheit wieder ihr Zepter erhob und die Masse jahrzehntelang nur noch ausgebeutet und unterdrückt wurde und darüber diese natürlich gleichzeitig jubelte; indoktriniert und manipuliert.

Endlich wieder Ordnung auch hier schaffen und dieses störende Element, welche meine Person verkörpert, nicht nur aus jedlichem Diskurs auszuschließen, denn eine endgültige Lösung erstrebend, durch tatkräftige Arbeit ihrer Freunde in den Polizei- und Militärkreisen, welche mit Ermordung, Folter, Vergewaltigung, Sippenhaft, Verschwinden-Lassen, Indoktrination, Manipulation, Einschüchterung, Desinformation, Infiltration und zersetzende Maßnahmen für einen Rahmen sorgen, in welchen diese italienischen Geschäftsmänner wieder sorgenlos, morallos und gewissenlos ihrer Arbeit nachgehen können.

Denn was hat einer wie ich, der diese heiligen Geschäfte stört, was hat ein solcher auf einer globalisierten, entsolidarisierten, nur dem Wirtschaftszweck sich verpflichtend fühlende, alles auf das Geld reduzierende Welt noch verloren.

Aber außer dem Geschäft, dem Deal, dem Handel, dem Abkommen….außer der heiligen Welt der italienischen Geschäftemacher gibt es noch eine andere Welt, in welcher Werte wie Menschenwürde, wie Gerechtigkeit, wie Empathie, wie Glaube, wie Solidarität noch etwas zählen und ist schon klar, dass sie in engster Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften daran arbeiten, dass nur ihre Welt, also eine Welt, welche sich nur auf das Wirtschaftliche reduziert, zu zählen hat, denn wer das Geld hat, der bestimmt.

Denn wenn diese italienischen Geschäftsmänner etwas verlangen, etwas wollen; sich etwas wünschen, dann ist doch zweifelsohne Gottes-Wille oder etwa nicht, denn ihr Gott und somit auch jener der debilen Masse ist nicht Gott, denn das Geld!

Einige bis ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz, haben diese Bourgesie Südamerikas der 70-er Jahre, an allem interessiert, außer dem Wohl des Volkes, sich ein unaufgeklärtes, dummes Volk wünschend, im sprachlichen Bereich bereits überholt und können sich rühmen, sich auf der gleichen Ebene auszudrücken, wie der niedrigste Pöbel, dessen Sprache mehr dem Tierreich, denn dem Menschenreich zugerechnet werden muss.

Einige bis ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz sehen ihr heiliges Geschäft, ihren über allem anderen in diesem Welt anzusetzenden Wert, also den Profit, in Gefahr; ihr niederträchtiges Treiben und Tun und deshalb muss hier und jetzt interveniert werden, gegen diesen Verrückten….ja und alle Polizeistreitkräfte nicken kräftig mit….endlich wieder für das Großkapital kämpfen und jedliches menschliche Ideal ad absurdum führen….

Das Geschäft kennt nunmehr keine Moral, keine Bedenken mehr und dieses Geschäft muss mit allen Mitteln durchgesetzt werden.
Wiederstand ist zwecklos.

Dem neuen Gott, dem Geld, muss zugearbeitet werden und alle die sich diesem Gott in den Weg stellen, beseitigt werden!

Einige bis ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz, verstehen nicht, wie es sein kann, dass einer ein Problem mit ihrem Tun und Handlen hat; mit ihrem so gesetzeskonformen Tun; wo doch alle Polizisten zu ihnen als große Herren aufblicken und alles was sich deren Gott, also dem Geld, in den Weg stellt, doch von der Natur des Menschen, ja es ist wohl Gottes Wille, beseitigt werden muss.

Diese italienischen Geschäftsmänner glauben in ihrem Status, in welchem diese über der Moral stehen, über den Menschen, dass Gott auf ihrer Seite ist….aber Gott ist nicht auf ihrer Seite und somit die Menschen auch nicht.

Diese italienischen Geschäftsmänner sind eine kleine Minderheit, welche über zu viel Macht verfügt und um so mehr sich diese Gefängnis und Tod für mich wünschen, um so machtloser und bedeutungsloser werden diese mit jedem Tag, denn ihr Lebensmodell, ihre Vorstellung von Ordnung ist vielleicht für das 19. Jahrhundert ein gesellschaftliches Modell, aber heute, im 21. Jahrhundert ist das ihre Modell nicht nur altmodisch, reaktionär und faschistisch, denn vor allem den unmenschlichen Traditionen humanitärer Katastrophen der Vergangenheit verpflichtet.

Einige bis ziemlich viele italienische Geschäftsmänner hier in der Provinz erinnern mich an die Großgrundbesitzer, an die Industriellen, an die rechtskonservativen Kreise, an die Reichen und Mächtigen in den Tagen, welche den faschistischen Militärputsch in Argentinien und Chile in den 70-er Jahren vorausgingen.

Eines Tages wird man sich nicht mehr fragen, was ich in Italien zu suchen habe, denn eines Tages wird man sich fragen was diese italienischen Geschäftsmänner und ihre deutschen Helfershelfer hier in Italien zu suchen haben.

März 30, 2010

Mr. Chairman, ladies and gentlemen:
I appreciate very much your generous invitation to be here tonight.
You bear heavy responsibilities these days and an article I read some time ago reminded me of how particularly heavily the burdens of present day events bear upon your profession.
You may remember that in 1851 the New York Herald Tribune under the sponsorship and publishing of Horace Greeley, employed as its London correspondent an obscure journalist by the name of Karl Marx.
We are told that foreign correspondent Marx, stone broke, and with a family ill and undernourished, constantly appealed to Greeley and managing editor Charles Dana for an increase in his munificent salary of $5 per installment, a salary which he and Engels ungratefully labeled as the „lousiest petty bourgeois cheating.“
But when all his financial appeals were refused, Marx looked around for other means of livelihood and fame, eventually terminating his relationship with the Tribune and devoting his talents full time to the cause that would bequeath the world the seeds of Leninism, Stalinism, revolution and the cold war.
If only this capitalistic New York newspaper had treated him more kindly; if only Marx had remained a foreign correspondent, history might have been different. And I hope all publishers will bear this lesson in mind the next time they receive a poverty-stricken appeal for a small increase in the expense account from an obscure newspaper man.
I have selected as the title of my remarks tonight „The President and the Press.“ Some may suggest that this would be more naturally worded „The President Versus the Press.“ But those are not my sentiments tonight.
It is true, however, that when a well-known diplomat from another country demanded recently that our State Department repudiate certain newspaper attacks on his colleague it was unnecessary for us to reply that this Administration was not responsible for the press, for the press had already made it clear that it was not responsible for this Administration.
Nevertheless, my purpose here tonight is not to deliver the usual assault on the so-called one party press. On the contrary, in recent months I have rarely heard any complaints about political bias in the press except from a few Republicans. Nor is it my purpose tonight to discuss or defend the televising of Presidential press conferences. I think it is highly beneficial to have some 20,000,000 Americans regularly sit in on these conferences to observe, if I may say so, the incisive, the intelligent and the courteous qualities displayed by your Washington correspondents.
Nor, finally, are these remarks intended to examine the proper degree of privacy which the press should allow to any President and his family.
If in the last few months your White House reporters and photographers have been attending church services with regularity, that has surely done them no harm.
On the other hand, I realize that your staff and wire service photographers may be complaining that they do not enjoy the same green privileges at the local golf courses that they once did.
It is true that my predecessor did not object as I do to pictures of one’s golfing skill in action. But neither on the other hand did he ever bean a Secret Service man.
My topic tonight is a more sober one of concern to publishers as well as editors.
I want to talk about our common responsibilities in the face of a common danger. The events of recent weeks may have helped to illuminate that challenge for some; but the dimensions of its threat have loomed large on the horizon for many years. Whatever our hopes may be for the future–for reducing this threat or living with it–there is no escaping either the gravity or the totality of its challenge to our survival and to our security–a challenge that confronts us in unaccustomed ways in every sphere of human activity.
This deadly challenge imposes upon our society two requirements of direct concern both to the press and to the President–two requirements that may seem almost contradictory in tone, but which must be reconciled and fulfilled if we are to meet this national peril. I refer, first, to the need for a far greater public information; and, second, to the need for far greater official secrecy.

I
The very word „secrecy“ is repugnant in a free and open society; and we are as a people inherently and historically opposed to secret societies, to secret oaths and to secret proceedings. We decided long ago that the dangers of excessive and unwarranted concealment of pertinent facts far outweighed the dangers which are cited to justify it. Even today, there is little value in opposing the threat of a closed society by imitating its arbitrary restrictions. Even today, there is little value in insuring the survival of our nation if our traditions do not survive with it. And there is very grave danger that an announced need for increased security will be seized upon by those anxious to expand its meaning to the very limits of official censorship and concealment. That I do not intend to permit to the extent that it is in my control. And no official of my Administration, whether his rank is high or low, civilian or military, should interpret my words here tonight as an excuse to censor the news, to stifle dissent, to cover up our mistakes or to withhold from the press and the public the facts they deserve to know.
But I do ask every publisher, every editor, and every newsman in the nation to reexamine his own standards, and to recognize the nature of our country’s peril. In time of war, the government and the press have customarily joined in an effort based largely on self-discipline, to prevent unauthorized disclosures to the enemy. In time of „clear and present danger,“ the courts have held that even the privileged rights of the First Amendment must yield to the public’s need for national security.
Today no war has been declared–and however fierce the struggle may be, it may never be declared in the traditional fashion. Our way of life is under attack. Those who make themselves our enemy are advancing around the globe. The survival of our friends is in danger. And yet no war has been declared, no borders have been crossed by marching troops, no missiles have been fired.
If the press is awaiting a declaration of war before it imposes the self-discipline of combat conditions, then I can only say that no war ever posed a greater threat to our security. If you are awaiting a finding of „clear and present danger,“ then I can only say that the danger has never been more clear and its presence has never been more imminent.
It requires a change in outlook, a change in tactics, a change in missions–by the government, by the people, by every businessman or labor leader, and by every newspaper. For we are opposed around the world by a monolithic and ruthless conspiracy that relies primarily on covert means for expanding its sphere of influence–on infiltration instead of invasion, on subversion instead of elections, on intimidation instead of free choice, on guerrillas by night instead of armies by day. It is a system which has conscripted vast human and material resources into the building of a tightly knit, highly efficient machine that combines military, diplomatic, intelligence, economic, scientific and political operations.
Its preparations are concealed, not published. Its mistakes are buried, not headlined. Its dissenters are silenced, not praised. No expenditure is questioned, no rumor is printed, no secret is revealed. It conducts the Cold War, in short, with a war-time discipline no democracy would ever hope or wish to match.
Nevertheless, every democracy recognizes the necessary restraints of national security–and the question remains whether those restraints need to be more strictly observed if we are to oppose this kind of attack as well as outright invasion.
For the facts of the matter are that this nation’s foes have openly boasted of acquiring through our newspapers information they would otherwise hire agents to acquire through theft, bribery or espionage; that details of this nation’s covert preparations to counter the enemy’s covert operations have been available to every newspaper reader, friend and foe alike; that the size, the strength, the location and the nature of our forces and weapons, and our plans and strategy for their use, have all been pinpointed in the press and other news media to a degree sufficient to satisfy any foreign power; and that, in at least in one case, the publication of details concerning a secret mechanism whereby satellites were followed required its alteration at the expense of considerable time and money.
The newspapers which printed these stories were loyal, patriotic, responsible and well-meaning. Had we been engaged in open warfare, they undoubtedly would not have published such items. But in the absence of open warfare, they recognized only the tests of journalism and not the tests of national security. And my question tonight is whether additional tests should not now be adopted.
The question is for you alone to answer. No public official should answer it for you. No governmental plan should impose its restraints against your will. But I would be failing in my duty to the nation, in considering all of the responsibilities that we now bear and all of the means at hand to meet those responsibilities, if I did not commend this problem to your attention, and urge its thoughtful consideration.
On many earlier occasions, I have said–and your newspapers have constantly said–that these are times that appeal to every citizen’s sense of sacrifice and self-discipline. They call out to every citizen to weigh his rights and comforts against his obligations to the common good. I cannot now believe that those citizens who serve in the newspaper business consider themselves exempt from that appeal.
I have no intention of establishing a new Office of War Information to govern the flow of news. I am not suggesting any new forms of censorship or any new types of security classifications. I have no easy answer to the dilemma that I have posed, and would not seek to impose it if I had one. But I am asking the members of the newspaper profession and the industry in this country to reexamine their own responsibilities, to consider the degree and the nature of the present danger, and to heed the duty of self-restraint which that danger imposes upon us all.
Every newspaper now asks itself, with respect to every story: „Is it news?“ All I suggest is that you add the question: „Is it in the interest of the national security?“ And I hope that every group in America–unions and businessmen and public officials at every level– will ask the same question of their endeavors, and subject their actions to the same exacting tests.
And should the press of America consider and recommend the voluntary assumption of specific new steps or machinery, I can assure you that we will cooperate whole-heartedly with those recommendations.
Perhaps there will be no recommendations. Perhaps there is no answer to the dilemma faced by a free and open society in a cold and secret war. In times of peace, any discussion of this subject, and any action that results, are both painful and without precedent. But this is a time of peace and peril which knows no precedent in history.

II
It is the unprecedented nature of this challenge that also gives rise to your second obligation–an obligation which I share. And that is our obligation to inform and alert the American people–to make certain that they possess all the facts that they need, and understand them as well–the perils, the prospects, the purposes of our program and the choices that we face.
No President should fear public scrutiny of his program. For from that scrutiny comes understanding; and from that understanding comes support or opposition. And both are necessary. I am not asking your newspapers to support the Administration, but I am asking your help in the tremendous task of informing and alerting the American people. For I have complete confidence in the response and dedication of our citizens whenever they are fully informed.
I not only could not stifle controversy among your readers–I welcome it. This Administration intends to be candid about its errors; for as a wise man once said: „An error does not become a mistake until you refuse to correct it.“ We intend to accept full responsibility for our errors; and we expect you to point them out when we miss them.
Without debate, without criticism, no Administration and no country can succeed–and no republic can survive. That is why the Athenian lawmaker Solon decreed it a crime for any citizen to shrink from controversy. And that is why our press was protected by the First Amendment– the only business in America specifically protected by the Constitution- -not primarily to amuse and entertain, not to emphasize the trivial and the sentimental, not to simply „give the public what it wants“–but to inform, to arouse, to reflect, to state our dangers and our opportunities, to indicate our crises and our choices, to lead, mold, educate and sometimes even anger public opinion.
This means greater coverage and analysis of international news–for it is no longer far away and foreign but close at hand and local. It means greater attention to improved understanding of the news as well as improved transmission. And it means, finally, that government at all levels, must meet its obligation to provide you with the fullest possible information outside the narrowest limits of national security–and we intend to do it.

III
It was early in the Seventeenth Century that Francis Bacon remarked on three recent inventions already transforming the world: the compass, gunpowder and the printing press. Now the links between the nations first forged by the compass have made us all citizens of the world, the hopes and threats of one becoming the hopes and threats of us all. In that one world’s efforts to live together, the evolution of gunpowder to its ultimate limit has warned mankind of the terrible consequences of failure.
And so it is to the printing press–to the recorder of man’s deeds, the keeper of his conscience, the courier of his news–that we look for strength and assistance, confident that with your help man will be what he was born to be: free and independent.

John F. Kennedy; 27.04.1961

März 30, 2010

Bestien (I)

La Cittadella; St. Florent; Corsica

Die klassische Touristenfalle im Zentrum des Dorfes mit sich Anbiederndem; mit Einladendem, mit zum Verweilen Lockenden und dann doch nur Entäuschendem, dem Massentourismus die Qualität Herauspressendes.
Die größten Schilder vor dem Lokal weisen darauf hin, dass der Koch und der Pizzaiolo Italiener sind; zwei große schwarze Kreidewände mit kritzeliger Schrift; also ein Lokal, welches sich vor allem an jene dort verweilenden italienischen Touristen wendet.
Die vorausgegangenen Tage waren schon des Schreckens satt und des Urlaubs müde.
Die gesamte Zeit den Gedanken hegend, umzukehren und heimzufahren, bis zum 3 Tag, wo ich dann die erste Entscheidung und gleich die beste (La Bergeria) treffe.
Aber dies ist unwichtig, ich und eine Bekannte, die gleich schwul wie ich ist, nämlich überhaupt nicht und weiblich ist, spazieren durch das Dorf; nach einem schrecklichen Abendessen am Tage zuvor, habe ich nunmehr seit gesunden 48 Stunden nicht mehr geschlafen und bin wirklich überzeugt, diesen wunderschönen Urlaub jeden Augenblick abzubrechen.
Es ist Hochsaison, es ist Mitte August 2009 und die Bekannte hat nur in jener Woche Zeit dafür und was tut man nicht alles für eine Frau….wahrscheinlich in diesem Falle eindeutig zuviel.
Also ich und die Bekannte spazieren an dem Restaurant „La Cittadella“ vorbei und wir entschließen uns, ebendort eine Pizza zu verspeisen.
Honni soit qui mal y pense
Wir warten auf eine Bedienung und eine hübsche junge Französin kommt auf uns hinzu, ist ausgesprochen freundlich, begleitet uns zu einem Tisch und wir setzen uns, bekommen zwei Getränke und geben unsere Speisebestellung auf.
Da ich dringend die Toilette aufsuchen muss, entschuldige ich mich bei der Bekannten und betrete den Innenraum des Restaurant, strebe zur Toilette, als ich bemerke, dass nicht nur der Pizzaiolo und der Koch anscheinend Italiener sind, denn auch die zwei jungen Kellner, welche hinter der Bar im Inneren des Restaurant arbeiten, denn eine Kaskade an italienischen Fluchwörtern prasselt auf mich nieder….frocio….porco….das Übliche….ich beachte die beiden Kellner nicht, tue so, als ob ich diese nicht hören würde und gehe auf die Toilette.
Auf dem Rückweg verfolgen mich deren hasserfüllte Blicke und als ich am Tisch ankomme, erwartet mich schon die Pizza.
Schnell verspeise ich diese und nur zum Teil und schon wird diese weggeräumt, während die Bekannte noch auf ihre Gericht wartet.
Währendessen ist einer der beiden italienischen Kellner, welche im Inneren des Lokal arbeitet, zum Pizzabäcker, welcher etwa 4 Meter entfernt im Freien seine Pizzas backt, zu diesem hingeeilt und hat diesen erzählt um welche Person es sich bei mir handelt….anscheinend keinen Fan von Roma….
Der italienische Kellner geht wieder ab und ein zweiter Gehilfe des Pizzabäcker, auch dieser Italiener kommt zum Pizzabäcker und dieser beginnt mit diesem zu diskutieren.
Er schleudert einige sehr üble Beleidigungen auf italienisch zu mir herüber und ist nicht mehr zu beruhigen.
Ein französicher Kellner, der Erfahrenste von allen Anscheinend, sozusagen der Oberkellner, kommt zum Pizzabäcker, der weitreichend gestikuliert und übelste Fluchwörter auf italienisch ausstoßend, nicht mehr zu beruhigen ist.
Der Pizzaiolo zeigt auf mich und sagt dem Oberkellner, dass er für mich keine Pizza macht….nein auf keinen Fall für mich….und der Oberkellner fragt ihn auf französisch warum….und der Pizzaiolo antwortet, da ich einen Blog schreibe.
Der Oberkellner glaubt nicht richtig verstanden zu haben und fragt den Pizzaiolo nochmals….wegen einem Blog….ja, wegen einem Blog….
Der Oberkellner schüttelt seinen Kopf und geht in das Innere des Gebäudes um mit den zwei italienischen Kellnern zu diskutieren.
Der Arbeitskollege versucht den Pizzaiolo zu beruhigen, doch dieser steigert sich immer mehr in einen Wutrausch hinein….er beginnt zu drohen….dass er meine Bekannte solange vergewaltigen wird, bis diese tot ist….dass er meinen Vater mit einem Messer bearbeiten wird und sich dann um meine Mutter kümmern wird….dass er mich umbringen wird….dass er sein Messer nehmen wird, herausstürzen und mich gleich an Ort und Stelle abschlachten wird…..usw. usf.
Das geht eine ganze Weile solchermaßen.
Währendessen bringt die junge französische Kellnerin der Bekannten ihr Gericht.
Sie bekommt von allem was um ihr geschieht, überhaupt nichts mit.
Wie immer.
Ich blicke mich einmal im Lokal um; 3 Tische sind mit Leuten besetzt, die wegen mir hier sind; ein Paar, welches in der Nähe sitzt, sind Profis, also keine Franzosen; im Falle des Falles kann ich also immerhin mit Unterstützung rechnen, falls der Pizzaiolo mit dem Messer auf mich losgeht und ich muss sagen, es deutet alles wirklich darauf hin.
Ich dränge die Bekannte zur Eile.
Ich sage ihr, dass ich in ein Lokal in der Nähe vorausgehen werde, um dort ein Bier zu trinken.
Ich warte.
Der Pizzaiolo ist mittlerweile wirklich in einem sehr unangenehmen Zustand; drohend, fluchend, schimpfend, er hat sogar ein Messer in der Hand und hat seine Arbeit unterbrochen.
Der italienische Arbeitskollege versucht ihn zu beruhigen, schreit ihn an und geht dann, da dieser sich nicht beruhigen lassen will, ab.
Vorher sagt er dem Pizzaiolo noch, ob er jetzt komplett verrückt sei, ob er noch alle Tassen im Schrank hätte, dass könne er doch nicht machen, dass könne er doch nicht bringen, dass geht doch nicht und geht dann in den vorderen Teil der Terrasse auf welcher auch wir sitzen.
Ich beobachte alles und bleibe so ruhig wie möglich.
Womöglich beruhigt dass den Pizzaiolo.
Der französische Oberkellner kehrt ein, zwei Minuten später zum Pizzaiolo zurück und beginnt mit diesem zu diskutieren; die junge französische Kellnerin schließt sich ihm an und anschließend auch noch eine andere junge französische Kellnerin, welche den Pizzaiolo schließlich überzeugen können, für mich auch eine Pizza zu machen.
Der Pizzaiolo macht meine Pizza und der französische Kellner bringt mir diese und ich sage diesem, dass ich die Pizza schon bekommen habe.
Der französische Oberkellner bringt die Pizza zurück zum Pizzaiolo und geht dann mit den zwei jungen französischen Kellnerin schmunzelnd ab.
Ich habe genug gehört. Ich dränge nunmehr, die unendlich langsam essende Bekannte zum Aufbruch auf.
Ich habe lange genug hier als lebende Zielscheibe für einen durchgeknallten Pizzaiolo und dessen Kollegen und dessen 2 italienischen Kellner verbracht.
Aber das Beste kommt erst noch:
Die junge fränzösische Kellnerin, welche zuvor noch so einladend und freundlich war, kommt vorbei, sie sieht mich an, als sei ich der übelste Mensch aller Zeiten, ein Stück Abfall, auf meine Zurufe reagiert sie nicht.
Ich wende mich an die nächste Kellnerin, welche gleich freundlich ist, wie das Unternehmen namens Barbarossa zu den Russen und sie sagt mir zu, die Rechnung zu bringen.
Ich muss das Lokal so schnell wie möglich verlassen….so schnell wie möglich!
Als Krönung dieses Restaurantsbesuch kommt der Chef des Restaurant herbeispaziert, geht zum Pizzaiolo, spricht mit diesen, dieser deutet auf mich und der Chef nickt, stimmt dem Pizzaiolo zu….und dieser korsische Bastard (wobei man diesem anmerken muss, dass er der einzige Korse war, welcher mir etwas mehr, als nur, auf den Wecker ging, ansonsten recht nette, freundliche Leute diese Korsen…alles in allem)….und dieser korsische Bastard überlegt noch, ob er mich aus dem Restaurant wirft und der französische Oberkellner und die zwei jungen französischen Kellnerinnen treten zu ihm hin und dieser spricht mit diesen.
Die folgenden 6-8 Minuten werde ich wie ein deutscher Kriegsverbrecher behandelt; gerade so, als ob ich hier getobt und massiv gedroht hätte und nicht etwa der Pizzaiolo.
Die übliche italienische Situation entsteht, mir von den italienischen Sicherheitsbehörden wohlbekannt; das Opfer wird zum Täter gemacht und der Täter zum Opfer.
Der korsische Bastard hat mich im Blickfeld, dieser Chef dieser italienischen Angestellten, als ob er sich um Dr. Hannibal Lecter nunmehr persönlich kümmern muss.
Ich sage zu der Bekannten, dass es nicht mehr geht, stehe auf und gehe in die Kneipe auf der anderen Straßenseite, bestelle mir ein großes Bier und setze mich in den Gastgarten, in welchen ich als einziger sitze.
Einer, wohl vom französischen Militär bzw. der Fremdenlegion taucht vor mir auf und ist gänzlich fasziniert von mir, während ich seltsamerweise an Hackfleisch denken muss; Faschiertes mit Rind- und Kalbfleisch. Ablenkung.
Einige Minuten später gelangt die Bekannte zu mir und der Traumurlaub geht weiter.

Am folgenden Tag, den gott-sei-dank letzten Tag in St. Florent spazieren ich und die Bekannte ein letztes Mal durch das Dorf und spazieren auch am Restaurant „La Cittadella“ vorbei, wo der Arbeitskollege des Pizzailo davorsteht und als er mich erblickt, ein „Vattene!“ zuruft….wahrlich die italienische Art….das Opfer zum Täter und den Täter zum Opfer….als ob es in ihrem Gen-Material vorzufinden wäre.

Und seltsamerweise muss ich sagen, habe ich mich über dieses Erlebnis überhaupt nicht aufgeregt, nullkommanichts, denn nur meine Verachtung für diesen italienischen Pöbel hat sich ins Grenzenlose gesteigert….ins wahrhaft Grenzenloses….

Wie bereits gesagt….für zwei antidemokratische Rechtsextreme sind sie alle zum Tod bereit….aber für etwas Gutes!

und außerdem….in einen Pizzateig gehört eine Prise SALZ.!

März 29, 2010

Hochsaison*

(nicht das Psychogramm eines einzelnen Mannes, denn ein „potpourri“ mehrerer hier real existierender Männer und somit ein Sittenbild)

I
Er ist so, ja er ist so, genau so wie einer, wie dies nur ein seit einem nunmehr in die Jahre gekommenes Vierteljahrhundert; ein diesem Zeitraum andauernder Boom, des kollektiven Aufstieg, des reich und reicher und noch reicher; also die Erfolgsgeschichte eines Skigebietes, erschaffen kann.
Wie in Ischgl, wie in Gstaad, Arlberg, Davos, wie in Schladming, in Charmonix, Alta Badia, Bormio, Sölden, Cortina. So wie hier.
Bettenburg an Bettenburg, Kunde um Kunde, Geschäft und Geschäfte.
Er weiß Bescheid.
Er weiß was in der abgelegensten Provinz bis in die mondäne Weltstadt. Er weiß Bescheid.
Der Kuchen ist noch lauwarm und schon aufgeteilt.
Er ist in seinem Reich. Sein Reich. Das Skigebiet, die Aufstiegsanlagen, die Skihütten, die Restaurants, die Hotels, die Diskos, die Bars, der Skiverleih, der Parkplatz, die Anfahrtsstraßen, der Golfplatz, die Golfplätze.
Das Skigebiet.
Immer seltener verlässt er sein Reich.
Sein Reich. Auf ihn ist Verlass. Seit 20 Jahren ist auf ihn Verlass. Er hat gearbeitet; so wie man seiner Meinung nach zu arbeiten hat. Seine Meinung zählt. Aus Hütten wurden Restaurants, aus Bauern Hoteliere, aus Armen Reiche, aus Pensionen Hotels, aus einem Schlepplift drei Umlaufbahnen, aus 10 km Pisten 300 km Pisten, aus einer Bar ein Imperium.
Kapitalismus funktioniert. Er funktioniert.
Alle, also er hat profitiert. Auf ihn ist Verlass.
Er kann es sich leisten sich zurück zu lehnen. Er lehnt sich niergendwo an.
Er muss weitermachen. Er kann es sich leisten. Er muss immer besser sein, denn einer wie er, misst sich nur noch an sich Selbst.
Man kann sich auf ihn verlassen.
Die Pakistaner kommen. Karatschi-Frankfurt am Main. Frankfurt am Main-Hierher. Hierher-Berggipfel. Ein langer Tag.
Die Pakistaner bleiben die Hochsaison auf dem Berggipfel, irgendwo im Keller, wie eine verfaulende Wurst versteckt.
Bleiben auf dem Berggipfel. Weit weg von allen.
Wie ein fünftes Ass hält er die miesesten Jobs in seinen Ärmel versteckt.
Globalisierung funktioniert. Er funktioniert. Alle sparen an der richtigen Stelle. Auf ihn ist Verlass.
Die Spiegel lagen bei ihm zu Hause waagrecht; denn senkrecht hat nur die Skipiste zu sein und es gab viel zu lachen, zusammen; wie haben sie die richtigen Leute auf die richtigen Posten gehievt.
Wie haben sie gelacht.
Und nun ist er ein Ungeheuer.
Ja, er fühlt diese Blicke, die sich in jahrelanger Paranoia zur schrecklichen Fratze, der seinen, entwickelt hat.
Wie in Ischgl, wie in Gstaad, Arlberg, Davos, wie in Schladming, in Charmonix, Alta Badia, Bormio, Sölden, Cortina. So wie hier.
In solchen Skiorten entstehen solche Menschen wie er; kein Gedicht, denn zentnerschwere Prosa drückt sich aus seinen mit der Zeit schwerfälligen, aber doch noch wieselflinken Bewegungen.
Ein Ungeheuer unter Ungeheuern.
Er bleibt in seinem Reich.
Nur noch selten verlässt er sein Reich.
Keiner wagt es seinen Blick zu erwiedern, seinen Adlerblick der nur noch müde Augen streift.
Ungeheuer und Biester.
Dass ist sein Reich.
Die Biester.
Keiner solle ihm noch mit diesen Frauen kommen; verheiratet, geschieden, zahllose Liebschaften und am Ende nur ein dumpfes Gefühl aus all diesen Mühen, diesem sich Bemühen, diesem Streiten und Zanken und Versöhnen, gewonnen zu haben.
Keiner.
Er flaniert durch sein Reich.
Der Tellerwäscher Fadi. Wie die meisten Billiglöhner aus der 3.Welt.
Fadi grüßt freundlich, morgen wird er ihn entlassen.
Bei ihm hat ein jeder nur eine Saison um zu begreifen. Zu begreifen. Sein Reich.
Auf ihn ist Verlass.
An der Theke wartet eine Blonde auf ihn, schlampig ist nicht nur ihr Blick.
Blond sollen sie sein. Blond und zierlich.
Trinkfest; zumindest bis zum Mittag sollte sie vor dem Tresen stehen und nicht unter diesem.
Sie steht.
Aber.
Überhaupt, wie genug hat er von dieser ewigen Nutterei; diesem Fleischmarkt, diesem sexuellen Triebhaften, dieses Gehype, dem Technobeat, der Disco, der Skihütte, der Bar; wie genug nur von all diesen Koksnasen und wunderschönen Mädchen, die nur darauf warten, von ihm erwählt zu werden.
Aber er ist kein Prinz, war immer der Metzger, lange Zeit der Jungfrauen-Metzger. Dass ist lange her.
Heute interessiert dass keinen mehr.
Er ist kein Prinz.
Er ist der König.
Er zieht sich eine Linie und wirft seine Augen zurück; all diese Verrückten muss er sich vom Hals halten und zwei Polizisten in Zivil grüßen freundlich.
Wen alle angehalten werden, dann wird er durchgewunken.
Wie immer auf und für die und für die reiche Seite.
Zwei Gratis-Drink.
Die Blonde wartet noch auf ihn. Aber er hat genug.
Tief ist er gesunken. Tiefer als er sich dass jemals hätte vorstellen können.
Der Selbstekel hat einen bestimmten Punkt überschritten und sich in Apathie verwandelt.
Er ist in seinem Reich. Sein Reich.
Ein Reich, dass aus Oberfläche, Glamour, Glitzer, Immerzu-Was-Auch-Immer-Der-Gast-Wünscht.
Diese Welt aus Zucker, Nutte, Alkohol, Erfolg und Koks.
Sein Reich.
Er hasst diese Welt nunmehr, denn es ist seine Welt.
Er ist diese Welt.
Er hasst sich Selbst.

II
Das Dasein bekommt mit der Zeit eine bestimmte Schwere.
Und es erscheint solchermaßen, als hätte dieser Schwermut nicht nur sein Äußeres verunstaltet.
Nur noch Verachtung; für sich, für den Rest.
Was wissen die anderen schon? Was wissen sie?
Stehen sie frühmorgens noch auf oder hat das Leben die Regie übernommen?
Fressen sie noch oder wurden sie schon von ihrem Leben aufgefressen?
Wo bleibt dieser freie Wille, denn alle wollen und keiner hat?
Er steht auf und bleibt stehen.
Alles verändert sich.
Die Art und Weise, das Klima, die Frauen, die Dauer.
Alles verändert sich.
Er bleibt stehen.
Solche wie er werden gebraucht um andere Menschen zu verbrauchen.
Er hat keine Peitsche. Er hat nur seine durch alle menschlichen Schichten hindurchdringende Kälte.
Solche wie er werden allerzeiten überall gebraucht.
Einer muss schneiden. Einer muss trennen.
Einer wie er.
Er stellt sich nicht in Frage, Zweifel sind ihm fremd, seine Abgebrühtheit bewahrt ihn davor Fehler zu begehen.
Er macht keine Fehler. Er beseitigt die Fehler.
Das Richtige zu tun oder was er dafür hält.
Er nimmt sich eine Flasche.
Er trinkt.
Trinken kann heutzutage auch keiner mehr.
Er trinkt.
Die Flaschen werden langsamer leer.
Die Leere füllt sich mit Rausch. Der Rausch füllt sich mit Leere.
Der Hype. Die Ausdauer. Das Durchhalten. Die Grimassen.
Die Fratzen. Das Blut. Die Tränen.
Die Hochsaison.
Für alles gibt es einen oder einen.
Ihn gibt es für die Hochsaison.
Geld. Mehr Geld. Und noch mehr Geld.
Geld.
Der letzte Gedanke, welche ihn aus dem Schlaf reißt.
Er wäscht sich.
Er haltet Ausschau nach jedem Anzeichen von Alter an seinem Körper.
Wenigstens.
Die jungen Hühner, ja er könnte diese wie in den zurückliegenden Saisonen.
Er könnte sich lieben lassen und kann doch nur lachen.
Schlachten.
So wie es hier die meisten treiben.
Skilehrer. Kellner. Türsteher. Tänzer. Animateure. Musiker. Dealer. Makler. Profiteure.
Freizeitbeschäftigung.
So wird getrieben.
Die Touristin von heute verlangt für ihr Geld die gesammelte Auswahl an Dienstleistungen.
Er gähnt.
Das Treiben wiedert ihn nicht an. Dafür ist er zu professionell.
Geschäfte werden abgeschlossen. Etwas am Rad gedreht. So tun. Das Übliche.
Diese mit jenem. Jener mit der.
Seinesgleichen bleibt unter seinesgleichen.
Er ist zufrieden.
So läuft es hier in diesem Skigebiet.
Wie in Ischgl, wie in Gstaad, Arlberg, Davos, wie in Schladming, in Charmonix, Alta Badia, Bormio, Sölden, Cortina. So wie hier.
In solchen Skiorten entstehen solche Menschen wie er.
Ein Hotelier, wie alle Hoteliere in der Umgebung, ein Freund.
Eine Flasche gratis.
Die stille Übereinkunft.
Das große Schweigen und die Kasse stimmt.
Alles basiert auf Tausch.
Geld ist das Allerheilsmittel, der Religionsersatz, das Einmaleins und das Alphabet.
Er ist geheilt. Er glaubt. Er rechnet. Er schreibt.
Er funktioniert.
Die Hoteliere respektieren ihn nicht, sie bewundern ihn.
Er bringt ihnen Geld. Viel Geld.
Liebe ist Geld. Geld ist Liebe.
Wer dass nicht verstanden hat, hat in seinem Reich nichts verloren.
Er fragt nicht, er nimmt.
Er macht das Angebot attraktiver. Er vervollständigt.
Vielleicht hätte er doch Bauer werden sollen.
Vielleicht aber auch nicht.
Die Saisonen kommen und gehen.
Die Gesichter kommen und gehen.
Die Jugendlichkeit, die Unschuld, wunderschöne Frauen.
Alles wird verblühen.
Und er?
Er metzgert sich durch das Fleisch und die Formen.
Die Formen.
Hier und dort gönnt er sich noch eine.
Seine Ex-Frau hat ihm auch diese allerletzte Freude verdorben.
So sind die Frauen.
Vielleicht die Rache.
Aber er ist nicht so naiv zu glauben, dass es so etwas gibt.
Seine Mädchen und Frauen.
Wie ein Metzger mit seinem Brot, wie ein Bäcker mit seinem Fleisch, wie ein Fischer mit seinem Korn, wie ein Bauer mit seinen Fischen.
Die nächste Flasche.
Sein Reich. Sein Skigebiet. Seine Angestellten. Seine Flaschen. Sein Leben. Sein Pakistan
Ein Abstecher in das Gourmet-Restaurant, mit wenig Gourmet und viel Restaurant.
Von jedem Kellner ein Freund.
Von jedem Gast ein Bekannter.
Nobel geht die Welt nicht zugrunde.
Die Kellnerin, die Neue, langsam wird ihr Gesichtsausdruck, welcher in seinem leeren Blick nach irgendetwas sucht, was niemand mehr finden wird, lockerer.
Sie hat jetzt. Er weiß es.
Sie hat jetzt auch ein hier und dort.
Er liebt dieses Unschuldige, dass sich nach der Schuld verzehrt; wie dieses Unschuldige noch nicht durch diesen Fleischwolf namens Saison hindurchgezogen wurde.
Am liebsten würde er. Was? Er weiß es ja auch nicht.
Nach einer Saison wird sie zur Nutte verblüht sein.
Aber jetzt ist sie noch die Schönheit vom Lande.
Frisch, unverbraucht, vital.
Alles verblüht.
Das Essen.
Der Besitzer spaziert wie ein Rinder-Steak bestellt.
Keine Kosten.
Gratis.
Danke und zurück zum Büro.
Er muss fleißig bleiben. Statistiken fälschen. Empfehlungen weiterreichen. Anrufe umleiten. Netzwerke spielen. So tun. Das Übliche.
Macht zeigen.
Die nächste Flasche.
Das Telefon.
Im Luxushotel den Abend ausklingen lassen.
Das Ambiente.
Distinguiert, blutjung, herausgeputzt.
Er steht.
Alles ist hier gedämpft.
Das Licht. Das Leben. Die Worte. Die Gespräche.
Peinlich ist nur ein Wort unter vielen.
Es gibt Etikette und guten Wein.
Alles ist hier gedämpft.
Das Klirren der Gläser. Das Aus- und Einatmen. Der Schmerz.
Zwei Tabletten und eine Linie.
Ein Glas.
Er denkt, also sucht er Ablenkung.
Warum nur arbeiten die schönsten Menschen geradezu immer im Luxusbereich?
Weil der Mensch an sich keinen Charakter hat?
Weil der Mensch ein Feigling ist?
Weil der Materialismus alle Fragen hinweggefressen hat?
Eine Blutjunge setzt sich ungefragt zu ihm hin.
Er wimmelt sie ab.
Heute.
Seine Launenhaftigkeit war auch schon einmal besser.
Seine Vergangenheit ist sein Grab.
Er wird pathetisch.
Vielleicht hätte er die Blutjunge nicht abwimmeln sollen.
Er bezahlt. Er geht.
Respekt wohin er blickt.
Er braucht keinen Respekt mehr.
Die Melancholie erreicht ihn vor der Müdigkeit.
Hinter der Fassade erwartet ihn ein Wrack.
Er hat keine Spiegel mehr zu Hause.
Die waagrechten, die senkrechten.
Er braucht keine Spiegel mehr.
Sein Reich ist ihm der Spiegel.

III
Er ist nicht Teil eines System. Er ist das System.
Es funkioniert. Er funktioniert.
Frühmorgens; die Morgentoilette wartet noch auf ihn.
Das Badezimmer.
Die Schönheitskönigin im Hinterzimmer.
Die blutjunge Kellnerin überall.
Er hat sein Anrecht auf Konsum erkannt.
Er konsumiert.
Die schwedische Studentin und ihre Schwester.
Die Weinkönigin im PKW.
Er konsumiert.
Und die Erinnerung scheint ihn zu konsumieren.
Die Kontrolle.
Um so konservativer um so besser.
Wenn die nur wüssten, wenn, ja wenn.
Die Praktikantin im Büro.
Die und die und die.
Es dauert nicht lange und die wichtigste Aufgabe des Tages liegt hinter ihm.
Der Tag hat seinen Höhepunkt überschritten.
Ein, zwei Gedanken quälen ihn nun.
Um so mehr jemand wie er die Menschen wie Dreck behandelt, um so mehr lieben sie seinen Reichtum, seine unwiederstehliche Arroganz.
Um so mehr er seine Verachtung nicht mehr zurückhalten kann, um so begehrenswerter erscheint er.
Er wäscht sich die Gedanken vom Leib und verlässt die Dusche.
Die Linie. Der Anzug. Die Tür. Das Auto. Das Büro.
Er braucht nicht mehr nach Thailand fahren, denkt er, als er die Putzfrauen erblickt, die beinahe vor Ehrfurcht in den glattpolierten Boden zu verschwinden scheinen.
Thailand ist zu ihm gekommen.
Wie in Thailand, wie in Pakistan. So sieht er die Zukunft.
Der mobile Arbeitnehmer, welcher und welche.
Der Wohlstand hat sie alle verdorben und ihn nicht am meisten.
Das Wochende in Südafrika um Golf zu spielen; den Weihnachtsurlaub auf den Malediven; auf einen Kurztrip nach New York oder in Dubai eine Immobilie kaufen.
Dass ist seine Welt. Die Welt der Gewinner hier in der Provinz.
Man kann sie an einer Hand abzählen und es sind viele Hände.
Dass ist seine Welt.
Eine Welt, abgekapselt von jedlicher und jedlichem.
Eine Welt jenseits von Vorstellung und Realität.
Die kalte Schulter. Der trockene Händedruck. Das Seinesgleichen. Man versteht sich. Die Kreise. Das kalte Buffet. Die feuchten Champagner-Gläser.
Den Abschaum fernhalten.
Ein Netzwerk entsteht. Er bleibt stehen.
Er beginnt zu arbeiten.
Telefonat mit der Ex-Frau. Keine Gefühlsregungen mehr.
Ausgeschwitzt jedlicher Sinn für Verhältnismäßigkeit.
Abgewöhnt den menschlichen Reflex.
Keine Selbstzeifel. Nur Kälte.
Was braucht ein Mensch Reflexion, Intelligenz, Scharfsinn, Instinkte, wenn er konsumieren kann?
Denn was möchte der Mensch?
Denken? Reflektieren?
Der Mensch möchte und muss und kann und darf konsumieren.
Formen, Fleisch, Zucker, Alkohol und Koks.
Er konsumiert.
Eine Flasche. Ein Glas. Ein Drink. Die Hochsaison.
Alle müssen zusammenhalten.
Alle die in einer Welt wie der seinen zählen, müssen zusammenhalten.
Ein Ungeheuer unter Ungeheuern.
Ihm wird schlecht bei diesem Gedanken.
2 Tabletten.
Eine Sekretärin stöckelt in sein Büro.
Sein Blick wird noch glasiger.
Der Rock der Sekretärin ist kürzer als seine letzte Linie.
Er flucht sich ein Ungeheuer.
Für die Sekretärin in ihrer atemberaubend und gleichzeitig dezent, wirkt er wohl mehr wie ein Dinosaurier.
Dinosaurier und Blutjunge.
Was für eine Schlagzeile für die Reisebüros in den Großstädten.
Die Selbstachtung kehrt wieder zu ihm zurück.
Wenn man so wie er nicht nur tun und lassen kann, wie es einem beliebt, denn auch tut und lässt was man tut und lässt, dann hat man solche Launen, welche gleich in Neigungen abzukippen drohen.
Er zündet sich eine an.
Man hat sich zu benehmen.
So tun. Ja und Nein. Hier eine Unterschrift. Dort ein Nicken. Eine Sorgenfalte auf die Stirn zaubern. Interesse zeigen. Eine Notiz anfertigen. Die E-Mails löschen.
Ja, man hat sich zu benehmen.
Sie geht ab. Er atmet tief durch und als er damit fertig ist, ist eine weitere Linie schwarz geworden.
Einige Telefonate. Verfluchungen. Verwünschungen. Gewitter. Donner und Wetter. Eine Idee.
Einem unschuldigen Gesicht den Tag hineinzutreten.
Die Leute antreiben. Motivieren.
Sich freundlich geben. Die Fassade künstlich am Leben erhalten. Das Nicken und das Grüßen.
So freundlich. Knallhart.
Druck machen. Spaß haben. Spotten. Diskutieren. Genau sein.
Hinter seinem Lächeln lauert der Tod.
Die Lust ist ihm zur perfiden, an Subtilität kaum zu überbietenden, von den Opfern als solche nicht einmal wahrgenommen Grausamkeit, gefroren.
Er behandelt. Er handelt.
Seine kälteste Abgebrühtheit wird von den Blutjungen als Kompliment aufgefasst.
Manchmal fragt er sich nach dem Grund, aber er weiß es gibt keinen.
Es ist nicht die Dummheit. Es ist nicht die Unerfahrenheit. Es ist nicht die Käuflichkeit. Die Gier. Der Trieb. Die Lust.
Es ist einfach Nichts. Nur Nichts. Nichts.
Er verliert den Faden.
Die Zigarette in seinem Mundwinkel ist ausgegangen.
Er lässt die Zigarette dort. Sollen sie nur alle wissen. Alle.
Sollen sie nur alle wissen.
Mit einem Ungeheuer wie ihm.
Einem Ungeheuer unter Ungeheuern.
Er muss zurück.
Ein einflußreicher Strippenzieher, so sensibel wie ein rumänisches Standgericht; so charmant wie ein russischer Eisbär; also ein höchst erfolgreiches Exemplar der Gattung provinzieller Profiteur, Ausbeuter und Menschenschinder. Erwartet ihn.
Man kennt sich. Man duzt sich.
Für die Zukunft planen. Immerzu für die Zukunft planen.
Zwei Tabletten gegen die Paranoia alt zu werden.
Er hat für jede Paranoia eine Tablette, meistens aber zwei.
Die Besprechung.
Der dorthin.
Jene dorthin.
Etwas Gott spielen.
Was er nie verstehen wird.
Was er nie verstehen wird.
Was er nie verstehen wird, wie tief der Mensch sinkt, um solch einem Exemplar zu gefallen.
Wie tief nur
Wie tief sinkt nur der Mensch, um der Macht, dem Einfluß, dem Geld zu gefallen.
Er kann sie förmlich an ihm riechen, die wunderschönsten, die zärtlichsten, die fragilsten weiblichen Geschöpfe dieses Planeten, wie sie sich an ihm heften, ihm Komplimente zuflüstern, ihn umgarnen, ihm den Hof machen, ihn bewundern und respektieren.
Wo ist die Würde, wo ist all dieser Stolz, denn diese ansonsten bei jedem Lebewesen zeigen, aber bei einem solchen Ekelpaket natürlich nicht.
Er ist nur angeekelt.
Der Ekel ist so groß, dass er sich abwenden muss.
Am liebsten würde er dieses Ekelpaket das Klosett hinunter zu spülen, damit er zumindest in seinem eigenen Büro wieder kurz ein- und ausatmen kann, ohne diesen penetranten Gestank von Reichtum, Arroganz und Überheblichkeit.
Er entschuldigt sich.
Ein Drink. Eine Linie.
Noch ein Drink.
Langsam.
Er lässt sich entschuldigen.
Ein Drink. Eine Zigarette. Eine Linie.
Er wird müde.
Einer kommt herbeigestürmt.
Aus dieser Armee aus Schleimern und Kriechern, von denen er nicht nur umzingelt ist, denn umgeben.
Die Seilbahn steht.
Der ewige Fluß an Debilität mit Geld, an Konsum und Fleisch, Formen und Spaß, Arbeit und Fassaden ist unterbrochen.
Die Seilbahn steht.
Seit 10 Minuten.
Die Seilbahn fährt wieder.
Die Armee aus Kriechern und Schleimern schleimt und kriecht wieder in ihre Pole-Position zurück.
Die Schlange vor der Kassa ist nunmehr endlos.
Antreiben. Motivieren. Fluchen. Schreien. Verwünschen. Verfluchen.
Ein paar Tabletten für ein paar.
Keiner schafft es ohne Tabletten.
Schon allein wegen dem Höhenunterschied. Der Höhenlage.
Seine Hochsaison.
In seinem Pakistan. In seinem Thailand. In seinem Reich.
Er telefoniert mit den Verantwortlichen.
Der Clip in seinem Ohr scheint angewachsen.
Er flucht. Er droht. Er spottet.
Er ist nicht Teil eines System. Er ist das System.
Es funktioniert. Er funktioniert.

IV
Die schwule Sau. Die Drecksau. Die Sau. Das Schwein. Der Frocio. Der Matto. Der Porco. Der Malato. Der Kranke. Die Schwuchtel. Der Deficente. Der Pezzo di merda. Der Finnocchio.
Er kann mit anderen Menschen kommunizieren.
Geschwiegen wird nur über die eigene Intelligenz.
Die ist nämlich Ausländer im eigenen Körper und Geist.
Auszuweisen und einzuweisen.
Und brutal.
Das Dreckschwein. Die Putanella. Der Poveraccio. Der Verrückte. Die Schwuchtel. Die schwule Sau. Die Drecksau. Die Sau. Das Schwein. Der Pezzo di Merda. Der Kranke. Der Deficente. Der Matto.
Der Bürgermeister, der Tourismusvisionär, die Provinzabgeordneten, der Abgeordnete, der Pöbel.
Diese erfolgreichsten provinziellen deutschen Emporkömlinge, Reichenzöglinge, verwöhnte Fratzen von Kinderbeinen an.
Den Diskurs bestimmend. Das Vorbild bilden
Seltsam?
De Rossi, der italienische Staatssicherheitsapparat, Alemanno, Aquilani, der Pöbel.
Vielleicht besser anstatt „Pronti alla morte“ zu sagen „Pronti al fascismo“ in Zukunft.
Seltsam?
Seltsam, dass die Bauern vor 100 Jahren, ungebildet und unwissend, eine gewähltere, eine delikatere, eine sanftere, ja eine schönere, zwar rohe, aber sensiblere Sprache miteinander gesprochen hatten, als die Menschen heutzutage.
Als ob es das Ziel eines jeden Menschen wäre, die tiefstmögliche Sprache zu sprechen.
Und dass einzige was alle Menschen vereint, ist nicht die Geburt und der Tod, denn die Dummheit.
Angefangen bei den Schlampen.
Der Bürgermeister, der Tourismusvisionär, die Provinzabgeordneten, der Abgeordnete sind der Pöbel.
De Rossi, der italienische Staatsicherheitssapparat, Alemanno, Aquilani sind der Pöbel.
So als ob es den Sauerstoff nur geben würde, damit dieser mit Beleidigungen, Drohungen und brutalsten, rohesten und dummsten Wörtern aufgefüllt werden kann.
Seltsam, dass die Sprache dermaßen verroht ist, gerade so, als ob es keine schönen Wörter geben würde, denn nur ein frocio, ein porco, ein stronzo, eine Sau, eine Drecksau, eine schwule Sau.
Der deutsche Bankdirektor, der Polizist, der und die, ja von oben bis unten, von jung bis alt, eine obszöne Verzerrung des Sprachlichen, eine Vulgarisierung der Sprache, welche darauf hindeutet, dass diese Menschen, außer dieser vulgären, dummen, rohen, brutalen, einfachen, dummen Sprache nichts zu bieten hätten.
Seltsam.
Seltsam, dass die Bauern vor 100 Jahren eine gepflegtere, schönere und sensiblere Sprache hatten, welche nicht nur aus Beleidigungen, Bedrohungen und Spotten und Erniedrigen bestanden hatte.
Das Fernsehprogramm?
Die Schafe, die am allerliebsten den Tyrannen folgen?
Die andauernde Vulgarisierung durch Medien und den Umgang miteinander?
Diese Verrohung des sprachlichen Ausdruck bei den Vertretern des Staates, überall?
Diese verbale Gewalt von allen Seiten auf das Sanfte, das Gute und das Erhabene, um dass Niedrigste als das Höchste hochzupreisen.
Die schwule Sau. Die Drecksau. Die Sau. Das Schwein. Der Frocio. Der matto. der Porco. Der Malato. Der Kranke. Die Schwuchtel. Der Deficente. Der Pezzo di merda. Der Matto. Der Finnocchio.
Er kann mit anderen Menschen kommunizieren.

V
Seine Macht. Sein Einfluß. Seine Beziehungen. Seine Skrupellosigkeit. Seine Kälte. Sein Reich.
Das Herz der Finsternis.
Sein Herz.
Heute.
Er verlässt sein Reich.
Immer seltener verlässt er sein Reich.
Er fährt. Er parkt.
Er trifft in der nahegelegenen Stadt ein.
Er geht.
Er verflucht dabei deren Bewohner.
Ein jedes Mal etwas mehr.
Er geht mit seinem Gesicht.
Nach 20 guten Jahren.
Nach 20 schlechten Jahren intensivem Alkohol- und Kokainmissbrauch.
Eine Fratze.
Eine Maske, wie ein letzter Akt.
Eine grässliche Metapher auf die Zustände in der Provinz.
Der Ausdruck pendelt zwischen Verachtung und Selbstverachtung unausgeglichen.
Die Passanten. Die Masse. Die Menschen.
Die Menschen hier sind konservativ.
Ein jeder für sich eine Hölle.
Er ist konservativ.
Er trägt Kleidung aus Täuschung und wie leicht.
Die Selbsttäuschung erledigt das Übrige.
Man hat sich zu benehmen.
Konservativ bis in die Zehenspitzen, bis in die Haarspitzen, bis in die Fingerkuppen, dem Knochenmark, bis zum letzten Kreis der Selbsttäuschung.
Konservativ.
Lächerlich ist nur ein Wort unter vielen.
Wenn die wüssten, wenn die nur wüssten.
Ein jeder für sich eine Hölle.
Ein jeder isoliert und für sich allein.
Genau so wie es sein sollte.
Er sorgt dafür, dass es so bleibt.
Keiner soll glauben, dass.
Keiner soll denken, dass.
Dass.
Es geht um das Geld.
Vergesst die Menschen, es geht um das Geld.
Er schleppt sich weiter voran.
Die Kinder erschrecken nicht vor seinen verzerrten Gesichtszügen.
Diese werden nur totenblass.
Dieses Gespenstische, welches ihm anhaftet, dieses kaum zu fassende und zu erfassende; wie er durch die Straßen eilt.
Man muss aufpassen, ihn überhaupt zu bemerken.
Es passt keiner auf.
Er bleibt unauffällig.
Er schwitzt obwohl es kalt ist.
Er verflucht sich innerlich.
Außerhalb seines Reiches lauern keine Gefahren auf ihn.
Er ist die Gefahr.
Er begegnet zufällig.
Er grüßt freundlich.
Er könnte ein Makler, ein Spekulant sein.
Ein Schatten
Er bleibt unauffällig.
Er schimpft.
Er kann sich nicht zurückhalten.
Er schimpft auf einige.
Man kann seine Wörter nicht verstehen.
Die hängende Nase.
Die totgeküssten Lippen.
Das schlaffe Fleisch.
Er schimpft.
Er sucht ein Cafe auf.
Der Blick des Wirtes erblüht als er ihn erblickt.
Wie er ein Konservativer.
Spezialisiert auf das Verhalten anderer Menschen.
Nicht das eigene.
Das eigene ist ja bekanntlich wertefrei.
Der Blick des Wirtes blüht und blüht.
Strahlend und glücklich.
Konservative unter sich.
Er ist kein Mensch.
Nein.
Er ist kein Mensch für diesen Wirt.
Er ist ein Fabrikant der Geld herstellt.
Nur ein weiteres Ungeheuer unter Ungeheuern.
Das große Schweigen und die Kasse stimmt.
Die Kellnerin, blutjung und wunderschön, wie immer bei diesen Menschenschlag und trotzdem nuttig.
Berrüht beinahe seine Lippen, als sie ihm sein Getränk hinstellt.
Kannst „Du“ zu mir sagen.
Geld ist Liebe. Liebe ist Geld.
Formen, Fleisch, Zucker, Koks und Alkohol.
Die jungen Hühner gackern fröhlich in seine Richtung los.
Er flüchtet auf die Toilette.
Eine Linie, um des Selbstekel Herr zu werden.
Er ist zunehmend schlecht gelaunt.
In dieser Farce möchte er nicht die Hauptrolle spielen.
Er ist der Regisseur.
Er bleibt lieber im Hintergrund.
Wie die Makler und Spekulanten.
Wie ein Schatten auf dem Leben.
Eine Milisekunde lang fällt sein Blick auf den Spiegel.
Ein Ungeheuer blickt ihm entgegen.
Jetzt ist er schlecht gelaunt.
Wie immer wenn er sein Reich verlässt.
Er verlässt das Lokal.
Seine Termine.
Genug.
Hier und dort. Und hier und dort.
Genug.
Er dreht um.
Zurück in das Reich. Sein Reich.
Noch einmal sein Gesicht herzeigen.
Sollen sie nur alle wissen. Alle.
Sollen sie nur alle wissen.
Die Hochsaison. Seine Hochsaison.
Er schimpft auf einige Jugendliche.
Keiner versteht ihn.
Er geht.
Er trifft.
Er begegnet.
Der Bürgermeister in Begleitung des Chef der örtlichen Polizia kommt ihm entgegen.
Bevor er umdrehen kann, abtauchen, verschwinden.
Der Bürgermeister hat ihn erblickt.
Er schimpft leise vor sich hin.
In seinem Reich wäre ihm dass nicht passiert.
Überschwenglich, weithin sichtbar, übertrieben freundlich, damit es ein jedes Schaf auch sehen kann.
Beinahe auch noch die Hand auf die Schulter.
Er krümmt sich zusammen.
Die gegenseitige Abneigung wird durch übertrieben dargestellte Freundlichkeit in der Öffentlichkeit wettgemacht.
Böse Menschen mögen einander nicht.
Nur das Geschäft mögen sie.
Der Zwang.
Das Geschäft.
Ein Auskommen finden.
Böse Menschen.
Nicht ein bißchen, durch und durch.
Man spricht miteinander.
Ein Zeichen setzen. Ein Brandzeichen.
Die Drecksau?
Ja, immer noch nicht tot?
Ratlosigkeit bei den drei Machern.
Ja, immer noch nicht tot!
Vorwurfsvoll.
Entschuldigendes Achselzucken.
Der Chef der örtlichen Polizia blickt währendessen irgendwo anders hin.
Wie immer.
Wohin auch immer.
Es geht nicht darum Böses zu verhindern, denn die Guten kaputt zu machen.
Es geht nicht darum die Bösen zu behindern, denn die Guten unter Kontrolle zu halten.
Dass wissen alle drei nur allzu gut.
Das Geschäft.
Nämlich und männlich.
Ihre Macht ist ihnen nicht zum Selbstzweck geworden, denn zum eigentlichen Daseinsgrund.
Kalte Fische strahlen keine Wärme aus.
Er wird wütend.
Das Herz der Finsternis.
Der Chef der örtlichen Polizia.
Er.
Der Bürgermeister.
Sie verstehen die Sorgen der Reichen und machen den Armen Sorgen.
Einige Todesdrohungen ausgespuckt. Brutalster und vulgärster Worte.
Sie verstehen ihn.
Er fühlt sich etwas erleichtert.
Heute eine Blutjunge.
Er wird die Drecksau umbringen.
Seine nunmehr noch mehr verzerrten Gesichtszüge erinnern an Alpträume im Fieberwahn.
Seine Nase beginnt zu jucken.
Der Chef der örtlichen Polizia hat genug gehört; geht zu ihm, klopft ihm auf seine Schultern und geht mit den Wörtern „Bist ein guter Kerl“ ab.
Die Gerechtigkeit hat gesiegt.
Der Bürgermeister strahlt über sein gesamtes Gesicht.
Gleich einer Invasion der Debilität.
Marionetten haben Fäden.
Der Bürgermeister hat aber nur seine Vorliebe für Reiche.
Auch er wendet sich ab.
Er droht weiterhin.
Der Bürgermeister lächelt.
Er wird sich darum kümmern.
Der Bürgermeister geht wortlos ab.
Seine Finger, welche zwar über und über mit allerniedrigstem menschlichen Dreck, will er sich nicht dreckig machen.
Zumindest so tun.
Immerhin.
Er muss in sein Reich zurück.
Seinem Pakistan.
Eine Linie.
Seine Nase beginnt zu bluten.
Das Auto.
Sein Herz schlägt stark und vital.
Stolz ist man auf ihn.
Stolz ist die Provinz auf solche Menschen.
Sein Herz schlägt stark und vital.
Das Herz der Dunkelheit.

*inspiriert durch den Kurzprosa-Text von Elfriede Jelinek: paula, bei der rezeption eines buches, das am land spielt und in dem sie die Hauptrolle spielt; in: manuskripte 50 (1975) S. 49-51

März 29, 2010

….die stalinistische Methode….

Die gängige provinzielle Praxis, also diese stalinistische Methode, das Menschlich-Allerniedrigste zu belohnen, zu befördern, auszuzeichnen, wie im Falle des verrückten ProvinzNaziHausArztes geschehen, zeigt nicht nur auf, wie sehr das provinzielle Establishment ihrem neoliberalen Machtrausch zugetan ist, wie sehr diese als gottlose Menschen ihrer einzigen heilige Götze, dem Geld, verfallen sind….denn dieses Verhalten dieser an Feigheit kaum zu überbietenden niederträchtigen Bande, dieses kriminellen Kartell bestehend aus dem Faschistenfreund (eigentlich schon gar kein Bürgermeister mehr, denn nur noch der Faschistenmeister einiger Kaufleute und Gastronomen und nichts mehr….), dem ProvinzNaziHausArzt, dem Tourismusvisionär und dem Chefheuchler mit all ihren devoten Kriechern, Zuträgern, Kollegen und Appartschnik (und nur eine russische Historikerweisheit dazu….nicht der Führer trägt das System, das System trägt den Führer)….

Dieses Verhalten, diese Vorgehensweise, dieses stalinstische Art benötigt keine Wörter, keine Kommentare, kein Statment, denn spricht für sich selbst und die Art und Weise wie somit die Macht in der Provinz ausgeübt wird….nämlich in einer willkürlichen, abscheulichen, jeden Menschen eigentlich anwiedernden, dummen, arroganten, herabblickenden Weise, welche im Moment, heute, in diesem Augenblick dem Provinzestablishment nüzt, ihnen ihre Macht vor Augen führt, ihren Gott-gleichen Status, ihr sich für „Auserwählt-Halten“; ihre Art und Weise über alles Sensible, Schöpferische, Schöne und Künstlerische mit einer an Rohheit und Dumpfheit kaum zu überbietenden Dampfwalze darüber zu fahren….diese Vorgangsweise, welche bei all den Idioten und Idiotinnen auf solch große Begeisterung trifft, durch all diesen so großen, stolzen und vor allem reichen Mannsbildern, welche vor allem durch ihre Brutalität und Rücksichtslosigkeit glänzen und ansonsten nur Grausam….

….aber….

Die Geschichte der Menschheit (welche anscheinend an jener der Provinz seit 300 Jahren spurlos vorbeigezogen ist) hat gezeigt, dass nicht das Rohe, das Brutale, die wirtschaftliche und staatliche Willkür, das Dumpfe, das Abgestumpfte, das Schlampenhafte, das Niederträchtige, die Götze Geld, dass die stalinistische Methode am Ende triumphiert, denn das Intelligente, das Gewiefte, das Überlegte, das Nachhaltige,
die Freiheit,
die Liebe,
die Poesie

Und wie ich so mitverfolgen muss, wie der italienische Pöbel gegen mich tobt, da frage ich mich dann als Mensch, ob nicht die Provinzler den gleichen Fehler begehen wie die Wiener, welche auch geglaubt haben, bis zum letzten Tag meines Aufenthalt, meines Verweilens in Wien, die Situation unter Kontrolle zu haben….wo diese doch nur noch die Kontrolle über ihre rechte Hand gehabt hatten (wobei ich mir bei letzterem auch nicht mehr sicher bin) und blind glaubten alles zu sehen und taub glaubten alles zu hören und stumm alles niederplapperten….

….in jeder Beziehung, von jeder Betrachtungsweise, von jedem intelligenten Standpunkt aus eine vernichtende Niederlage in allen Interpretationsmöglichkeiten.

Denn nicht alle Menschen passen in die Denkmuster dieses provinziellen Establishment, des globalen Establishment….nicht jeder Mensch ist mit dem neoliberalen Rausch zu kaufen….also mit Geld, Luxus und Nutten….nicht alle Menschen sind Feiglinge, nicht alle Menschen sind letztklassiger Pöbel….

Ich denke angesichts solcher Tatsachen, solcher Geschehnisse zum einen daran, dass mich zu provozieren, mich zu zerstören, mich zu ruinieren, diesen armseligen „cretino“; diesen schwachen, wehrlosen, friedlichen Menschen; dass all diese Vorhaben, welche von so vielen Menschen, so unendlich vielen Menschen gegen mich in den vergangenen Jahren versucht wurden, dass all diese nicht nur gescheitert dabei sind, denn diese sich dabei auch selbst ruiniert, sich selbst zerstört dabei haben (kurz nachdem diese herausgefunden hatten, dass ich stark und nicht schwach, dass ich tapfer und nicht feige, dass ich kämpferisch und nicht feige, dass ich also all dies bin, was diese zweifelsohne nicht sind)

Und zum anderen denke ich mir, was sich wohl die folgenden Generationen denken werden, was werden diese über diese provinziellen Verantwortlichen denken, welche heute strahlend dastehen, aber in der Geschichte, in der Geschichte der Menschheit das härteste Urteil zu erwarten haben (obwohl, der italienische Poebel hat kein geschichtliches Urteil zu erwarten, denn diese sind ja zu dumm, zu einfältig, zu verblödet, um überhaupt irgendetwas irgendwie irgendwo irgendwarum und überhaupt)

Die Geschichte wird über diese Faschistenfreunde urteilen (übrigens….wo das provinzielle Establishment (also diese so wichtigen und reichen und schönen Menschen) doch so toll über mich gespottet und gelacht hatten (bezüglich der römischen Geschichte)….lacht und spottet nach 50 Postings („Sempre contro il fascismo“) noch irgendeiner….wie groß ist der Image-Verlust….wie groß ist der volkswirtschaftliche Schaden….wie groß ist der menschliche Schaden (wobei ihr ja erschreckenderweise keinen Respekt vor dem Leben und dem Tod habt, denn nur vor eurer Götze….dem Geld)….lacht die Roma….aber ihr lacht trotzdem ihr provinzieller Abschaum)….

Das Urteil der Geschichte der Menschheit wird für euch vernichtend sein (dass kommt davon, wenn man einen Menschen andauernd sträflich unterschätzt und denkt alles mit Nutten, Geld und Luxus lösen zu können, dass jeder Mensch käuflich ist)….

Mich fertig zu machen wird als einziges Resultat die Erkenntnis bringen, dass ihr am Ende fertig sein wird, dass ist keine Vermutung, denn mittlerweile eine historische Wahrheit!

März 29, 2010

Ein ganz normaler Tag
(soweit ich dass gedächnismäßig rekonstruieren kann)

Ich wache frühmorgens im Arbeitszimmer einer Bekannten auf; stehe auf, setze mich vor dem Computer der Bekannten, prüfe meine E-Mails, gehe kurz in die Küche ohne mir einen Kaffee aufzusetzen, in das Badezimmer und verlasse die Wohnung.
Die Bekannte ist Alleinerziehende eines kleinen Jungen und ist arbeitstätig; ich schlafe wohnungslos seit zwei, drei Tagen in ihrem Arbeitszimmer auf einem ausziehbaren Sofa; verbringe, um die ansonsten schon restlos ausgebuchte und im Stress sich befindliche Bekannte nicht noch mehr zu stressen, so wenig Zeit wie nur irgendwie möglich in deren Wohnung….also nur zum schlafen.

Ich spaziere die Gassen entlang, kaufe mir Zigaretten in einer Tabaktraffik und erreiche das Cafe Jelinek, doch ich habe mich mit der Uhrzeit vertan, das Cafe öffnet erst um 9 Uhr vormittags, es ist etwa viertel nach acht, so gehe ich in einem nahegelegenen Supermarkt und kaufe mir 2 Wurstsemmel und 1 Coca-Cola Dose, setze mich in einem eine Gasse links vom Cafe Jelinek sich befindlichen winzigen Park und frühstücke dort….Kinder tummeln herum, Eltern schieben ihre Kinderwagen herum; ein, zwei Penner streifen vorbei; einige sehr viele Menschen passieren den Park….alles in allem ein doch sehr ruhiges Plätzchen….nur die Zeit vergeht etwas sehr langsam, so dass ich mich entschließe einen Bekannten etwa 5 Minuten zu Fuß von meinem aktuellen Standpunkt entfernt, aufzusuchen….also spaziere ich los und erreiche nach einigen Minuten dessen Haustür….ich läute, der Bekannte öffnet und ich spaziere zu ihm in den 1. Stock hinauf….der Bekannte hat eine Bekannte zu Besuch, so dass ich mich zu erst in die Küche verdrücke und von dort in das Badezimmer und dort dusche (eine Gewohnheit, welche ich beinahe täglich bei diesem Bekannten durchführte, da ich in dem Drecksloch wo ich vorher gewohnt hatte, aus Gründen des Überlebens (siehe ältere Postings) nicht duschen konnte)….ich duschte also und spazierte dann wieder in die Küche zurück; der Bekannte erschien in Begleitung seiner Bekannten (welche ich schon von früher kannte) und sie luden mich, wohl glücklich nach der miteinander vollbrachten Nacht, zum Frühstück in das Blue Box ein….zu dritt gingen wir die 5 Minuten bis zur Blue Box und frühstückten dort.

Die Bekannte, welche ich schon etwas länger kannte, lud mich dazu ein; die Bekannte; eine Türkin, eine Suffistin, eine Frau, die mich seltsamerweise als ihren Freund ansah, sozusagen ein freundschaftliches Verhältnis mit mir pflegte; mich wohl recht gern hatte; auch wenn wir zu dritt andauernd nur sinnlosen Blödsinn von uns gaben; eine Bekannte, deren Körper, nachdem ein Kurde in Ostanatolien, als sie ein Kind war, eine Handgranate in deren Wohnung geworfen hatte, den Körper mit Schrapnelwunden/Narben versehen war….die einzige Bekannte des Bekannten, welche ich selbst für sehr schön befand….wahrlich eine sehr schöne Frau….

Also wir frühstückten und ich verabschiedete mich dann, spazierte wieder die 10 Minuten vom 7.Bezirk in den 6.Bezirk hinunter; betrat das Cafe Jelinek, nahm mir 2 Tageszeitungen, setzte mich nieder, bekam vom doch etwas schrulligen Kellner meine Melange; las; holte mir noch ein, zwei Wochenzeitschriften; las weiter, schrieb mir ein, zwei Notizen; dachte kurz darüber nach ob ich ein Gedicht schreiben sollte….aber nein, zu anstrengend….
So las ich weiter, beobachtete desinteressiert das Geschehen um mich; wie immer sehr noble Leute, einige Studenten, einige ältere Herrschaften und Damen und dazwischen der Kellner bei dem es schwierig zu entscheiden war, wie der so geistig, emotional funktionierte, aber eigentlich interessierte mich dies doch eher weniger, wichtig war nur, dass es kein Stresser war, denn von denen gab es in der Stadt ja schon genug.

Nach einem ein-; zweistündigen Aufenthalt in dem Cafe bezahlte ich, verließ das Cafe und wechselte auf die andere Straßenseite, in die Gastwirtschaft Steman….das Mittagsmenü kostete um die 5-7 Euro und war auch für einen in chronischer finanzieller Notlage sich befindlichen Menschen wie mich, hin und wieder finanzierbar….ich setzte mich nieder und las dann auch noch „Die Presse“, bestellte das Menü und im Lokal befanden sich nur Freunde von mir….Banker, Geschäftsleute, Spekulanten; weiblich wie männlich, beinahe 99% mit Krawatte bzw. Kleid und zwei, drei Kellnerinnen, die vor meinem inneren wie äußeren Auge herumschwirrten; hübsche Frauen und noch wichtiger freundlich….als erstes kam die Suppe (Fritattensuppe) und danach ein Stück Fleisch (Rahmschnitzel mit Reis), dazu ein Mineralwasser und ich muss sagen, die österreichische Küche ist alles in allem gar nicht einmal so schlecht….es gibt zwar bessere (italienisch, türkisch, französisch), aber es gibt auch schlechtere (so ungefähr der Rest der Welt)….

Nach dem Mittagessen spazierte ich zur U-Bahnstation in der Neubaugasse, fuhr mit der U-Bahn bis zum Stephansplatz, wechselte dort unterirdisch zur U1 und fuhr auf die Donauinsel.
Dort angekommen setzte ich mich einmal zum Fluß, beobachtete die Skate-Board-Fahrer, verlor das Interesse, rauchte eine Zigarette und spazierte dann mit minimalster Geschwindgkeit die Donauinsel hinauf, setzte mich zwischendurch auf eine Bank, rauchte noch eine Zigarette und ging dann Richtung Handelskai, telefonierte über ein Münztelefon mit einem Bekannten im 4. Bezirk, überquerte die Brücke zum Millenium-Tower, bestieg die U6 und fuhr bis Spittelau, wechselte dort auf die U4 Richtung Hütteldorf und stieg eine Station zu früh bei der Station Stadtpark aus, hatte die Aufpasser abgeschüttelt und spazierte durch den 1.Bezirk zum Karlsplatz, als die zwei „Chef`s“ (meine Interpretation) der Aufpasser entgegenkammen, am Handy telefonierend, dass man mich verloren hätte und die zwei antworten, nein, sie hätten mich nicht verloren, denn ich käme ihnen gerade entgegen….wenn es alles ein Spiel wäre, dann hätte ich wohl an jenem Tag gewonnen….ich spazierte weiter, überquerte an der Oberfläche den Karlsplatz und erwischte gerade die Straßenbahnlinie 62, fuhr mit dieser 2 Stationen, spazierte etwa 100 Meter, läutete an einer Haustür und betrat anschließend eine Wohnung in welche 2 Wiener und ein Niederösterreicher….nun ja….sozusagen wohnten….die drei waren wie immer mit ihrem Online-Spiel und nicht nur massiv ausgelastet….ein Spiel an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, nur an die Tatsache, dass ich absolut nicht verstehen konnte, wie jemand mitten in der Nacht aufstehen konnte, um seine virtuelle Raumschiff-flotte in eine andere Galaxy zu schicken….wie immer ging ich in die Küche, kochte einen Kaffe für mich und einem der Wiener, einem Bekannten und diesen tranken wir dann zusammen in seinem Zimmer….sprachen ein wenig, ich las meine E-Mails und diskutierten über Gott und die Welt (später im Monat sollte ich dann bei ihm (der bei seiner Freundin dann übernachtete) übernachten….die Zeit ging dahin und die 3 Bekannten waren etwas rauchig und ich telefonierte mit dem Handy des Bekannten und verabschiedete mich.

Ich ging 2 Blocks weiter, wartete auf die Buslinie 13 A und bestieg diese und fuhr mit dieser dann etwa 20 Minuten bis zum Südbahnhof, stieg aus dem Bus, ging etwa einhundert Meter, läutete an einer Wohnungstür, ging 3-4 Stockwerke hinauf zu einem weiteren Bekannten, welcher mich zum Abendessen einlud und mit welchem ich dann vor dem Computer, wo er mir seine Architektur-Modelle zeigte, eine Portion Nudeln aß….

Ich telefonierte von seinem Handy aus mit dem Bekannten, welche ich vormittags angetroffen hatte und dieser befand sich, wie sollte es anders sein, im Cafe Europa….mit der Bekannten….ich verabschiedete mich, bestieg die Buslinie 13 A, fuhr bis zur Neubaugasse (übrigens….alles ohne Ticket….gelobt seien die Wiener Linien für alle Zeiten); ging um die Ecke die Gasse hinauf und betrat das Lokal….der Bekannte mit der Bekannten und ich; ich und er tranken ein, zwei Bier und da ich das Gefühl hatte, dass es wohl besser sei, ich lasse die beiden allein, brach ich zum Heimweg auf.

So spazierte ich vom 7. Bezirk in den 6. Bezirk hinunter, betrat das Haus und dann die Wohnung und gleich Worst-Case-Szenario; die Bekannte befand sich mit ihrem Bekannten (einem arroganten, deutschen Schnösel; welchen sie dann einige Tage später verlassen sollte und ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich daran schuld war; da mich dieser für einen bösen Menschen hielt und die Bekannte für einen guten….das übliche Gedudele….) im Arbeitszimmer und beide arbeiteten auf dem Sofa….mit hängenden Schultern ging ich somit in ihr Zimmer hinüber, wo in ihrem Bett ihr Kind und dessen bester Freund schliefen, quer gelegen und tief schlafend; somit blieb mir nichts anderes übrig, als mich in eines der zwei Mikro-Kinder-Bettchen zu zwängen (einem Doppelbett, ich nahm das untere) und zu schlafen zu versuchen, aber daran war nicht zu denken, denn wie eine Welle traff mich der Schmerz wie bereits den gesamten zurückliegenden Tag….manchmal stundenlang abwesend und dann wieder mit voller Kraft mich eine Welle des Schmerzes treffend….mein Zähne schmerzten und diese schmerzten in einer Art und Weise, nicht andauernd, aber immer wieder und hin und wieder mit voller Wucht auftretend, dass man wie ein Wolf aufheulen hätte können….ich wand mich also in dem Kinderbettchen hin und her und der Schmerz war da und war nicht da….schließlich gab ich es auf, wollte mich aufrichten und knallte mit dem Kopf mit doch voller Wucht gegen die Oberseite der Unterseite des Doppelbettes, welches sich ungefähr dreißig, vierzig Centimeter von meinem Kopf befand, ohne einen Mucks von mir zu geben, stand ich auf und ging doch eher torkelnd in die Küche, schaltete das Licht ein, machte mir einen Saft und hatte nunmehr nicht nur Zahn- denn auch noch Kopfschmerzen und zwar nicht zu wenig.

Das Küchenfenster war gekippt und ich hörte Stimmen von der Straße, obwohl ich mich im 4. Stock befand, konnte ich sie doch gut hören; sie sprachen über mich und dass ich mich in diesem Haus befände und waren sehr gut informiert….neugierig geworden öffnete ich sehr leise das Fenster und spähte hinunter….vor dem Haus waren etwa 10-15 Kinder/ältere Kinder versammelt, die meisten auf ihren Kindermountainbikes und patroulierten durch die Gegend und nun standen sie vor dem Haus und sprachen über mich….ich weiß, dass klingt völlig unwahrscheinlich, völlig unrealistisch; dass diese sich vor dem Haus befinden; dass ich diese höre; dass diese über mich sprechen (in positiver Weise) und trotzdem ist es eine unumstößliche Tatsache, dass es so wahr….nix mit Einbildung undsoweiter, denn so war es….

Ich hatte genug gesehen und gehört, schloß das Fenster, rauchte eine Zigarette und trank einen Saft und dann noch eine Zigarette und weder der Kopfschmerz noch der Zahnschmerz wollten schwächer werden….ich ging nochmals zum Kinderbettchen, legte mich hinein, versuchte zu schlafen, aber nein, es ging nicht….ich erhob mich, es war mittlerweile doch etwas spät; nahm den Wohnungsschlüssel und verließ die Wohnung um circa 01:00 Uhr; spazierte etwa 200 Meter bis zu einem Lokal namens „Future Garden“ setzte mich dort in eine abgelegene Ecke und bestellte mir nach und nach einige Wodkas um mir damit den Mund auszuspülen und den Wodka dann hinunter zu trinken…..da ich das Gesicht aufgrund des Schmerzes so verzog, hielten mich die Kellnerin und ein Teil des Publikums für einen bösen Menschen, da ich so blass, das Gesicht verzogen, die Gesichtsmuskeln angespannt mit dem Schmerz kämpfte und nicht mit dem Bösen oder Guten….

Und da dachte ich einmal kurz darüber nach….ich hatte keine Wohnung, keine Zukunft, keine Vergangenheit, keine Frau, Geld für ungefähr noch eine Woche; die Wiener gingen mir nicht mehr auf die Nerven (auf welche auch?); ich hatte kein Studium, keinen Job, kein Handy, keinen Computer; keinen Besitz; ich hatte persönlich Schiffsbruch erlitten; der Alkohol- und Tabakkonsum waren auch nicht zu unterschätzen; ich hatte mehr Feinde als eine Kleinstadt Einwohner; ich war gesundheitlich (Zähne, Kopf) angeschlagen; ich hatte vor zwei, drei Tagen das Fragment „Schachmatt“ (Posting: 12.05.2007) fertiggeschrieben; es waren Menschen aus aller Welt wegen mir in die Stadt gekommen; es waren Menschen aus aller Welt wegen mir in der Stadt; ich war ausgebrannt und fertig; ich hatte keine Lust mehr, weder auf das Leben noch auf sonst irgendetwas; ich musste weiterkämpfen; man hatte schon versucht mehrmals mein Leben zu verkürzen; ich hatte keinen Gramm Neoliberalismus in meinem Körper; ich hatte ständig unsichtbare Begleitung; ich hatte keine Nerven mehr und fühlte mich trotzdem weder niedergeschlagen, denn eher ermutigt, munter, kampfbereit und obwohl alles total katastrophal in allen Bedeutungen war fühlte ich mich gut und dann dachte ich mir ich bin ein Genie und ich bin weltberühmt und niemand weiß es und alle wissen es und egal was kommen wird (mit der Ausnahme des Todes) mich würde nunmehr, nach der Niederschrift von „Schachmatt“ niemand mehr besiegen können, denn alle die gegen mich kämpfen würden, würden von vorhinein schon ruiniert sein und untergehen….egal wer….egal wie….egal mit welchen Mitteln….alle meine Gegner waren somit chancenlos geworden….unkonkret….unwichtig….

Ich stand auf und bezahlte, spazierte die 200 Meter zu der Wohnung zurück, zwängte mich nun zwar schmerzfrei bei den Zähnen, aber mit einem noch stärkere Kopfweh in das Kinderbettchen und schlief ein.

Drei Stunden später wurde ich durch einen Schmerz aufgeweckt; es war gerade 06:00 Uhr; ein Kind, der Junge der Bekannte stand mit seinen Füßen in meinem Gesicht und das andere Kind sprang auf meinem Brustkorb herum, ich schob beide beiseite, doch schon im nächsten Moment stand das eine Kind schon wieder mit einem Fuß in meinem Gesicht und dass andere auf meinem Brustkorb; ich schob beide beiseite; ging in die Küche, machte mir schnell einen Kaffee, wusch mir das Gesicht im Badezimmer, trank den Kaffee, rauchte eine Zigarette und verließ dann um 07:00 Uhr die Wohnung in die Richtung eines Kaffeehauses und es würde wieder ein harter Tag werden.

März 29, 2010

Ein doch sehr interessanter Aspekt der Wirtschaftskrise (eine Krise, welche mittlerweile durch Medien, Politik und der Wirtschaft mehr oder weniger offen verleugnet wird) ist jener, wie die Superreichen dieser Welt, die Showstars, die Millionäre und Milliardäre ihr Geld angelegt hatten bzw. investiert hatten….denn wie ich die Entwicklung der Wirtschaftskrise mitverfolgte, konnte man doch erkennen, wie hochriskant, wie hochspekulativ, wie auf den maximalen Gewinn, auf den allerhöchsten Profit, auf die breiteste Rendite deren Investitionen abzielten und diese dabei das weltweite Kapitalismus-Casino mit immer höheren Einsätzen erst recht die Spielbank in den Ruin trieben.

Die Zeitungen, die Zeitschriften schrieben über die riesigen Verluste bei den russischen Oligarchen; bei den Londoner Hedge-Fond-Manager, bei den amerikanischen Wall-Street-Jongleuren; von deutschen Milliardärinnen und deren Tränen; von den Hollywood-Showstars; von den indischen und chinesischen Self-Made-Miliardären; von Kürzungen der Yachtlänge; von schmälerer Luxusvillen; von bescheideneren Wirtschaftsbossen; von Dezimierung der Zukunftsperspektiven; also alles in allem ging es in diesen Artikeln um die eigentlichen und wirklich Betroffenen….von 12 Milliarden Vermögen auf 5 Milliarden Vermögen; von 350 Millionen Vermögen auf 130 Millionen Vermögen….

Fehlte eigentlich nur noch, dass alle Völker dieser Welt zu weinen begonnen hätten, um all diese armen, unschuldigen, „sich nie was zu schulden haben kommend lassenden“ Millionäre und Milliardäre.

Man konnte also im Zuge der Wirtschaftskrise erkennen, dass gerade die Superreichen ihr Geld hochspekulativ angelegt hatten und dabei von den Banken, welche ihnen zum Teil das Geld in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt hatten, massiv unterstützt wurden; wie also zwischen Superreichen und Banken ein einträgliches Geschäft herrschte und wie sehr all dieser Reichtum doch auf Sandburgen; auf Immagination, auf Verantwortungslosigkeit und eigentlich reinstem Spieltrieb erbaut war.

Die eigentlichen Opfer der Wirtschaftskrise kamen natürlich nur am Rande und sehr kurz zu Wort, nämlich die Millionen von Menschen, die frühmorgens nicht zwischen Hummer und Languste wählen können; Millionen von Menschen, die heute nicht wissen, wie sie morgen überleben sollen und dazu eine persönliche Meinung.

Ich habe die Erfahrung gesammelt, dass die Superreichen, dass die Oberschicht, dass die im Luxus und Sattheit träg sich Wälzenden, dass diese eigenlich gar keine Ahnung haben, wie die Armen eigentlich leben; wie diese über die Runden kommen müssen, in welchem Prekariat diese exestieren; ja, dass diese nicht nur diese Armut gar nicht kennen, denn diese geradezu verleugnen; abstreiten; Lügen erzählen; Märchen erzählen; denn diese können einfach nicht glauben, dass ein Großteil der Menschheit in absoluter Armut lebt und mehr schlecht als recht auf allerniedrigstem Niveau dahinvegetiert.

….aber dies nur so nebenbei….

Man konnte also in diesem Verhalten der Superreichen, in diesem Verhalten der Banken auch gleich den Hauptgrund für die Wirtschaftskrise entdecken, welche ja mit der Realwirtschaft relativ wenig zu tun hat und man erinnere sich nur daran, wie sehr sich das gesamte System darum bemüht hatte, ja die Finanzwirtschaft (welche an und für sich ja etwas sehr positives wäre) zu retten….ja, dass die Politiker der Finanzwirtschaft, welche ja auf Immaginären; auf Unrealem, auf Papier und Tinte aufbaut, auf Computerrechnenleistung; den Vorrang gegenüber der Realwirtschaft gab….am Besten zu erkennen beim Fall des Automobilhersteller Opel….für die HRE, diesem Milliardengrab staatlicher Misswirtschaft werden Milliarden für Milliarden verbraten, da diese „systemrelevant“ ist (übrigens….systemrelevant….nicht das Unwort des Jahres….das Unwort des Jahrhundert)…..und bei Opel klemmt man….man kann ja nicht jedes Unternehmen retten, aber dafür jede Bank….

Aber ich schweife ab, also der Hauptgrund ist ein gänzlich einfacher und ziemlich menschlicher; nämlich die Gier und zwar eine nimmersatte, immer mehr und mehr verlangende Gier der Eliten der Gesellschaft, welche sich gegenseitig zu immer neueren Gier-Höhepunkten hochspekuliert hatten, bis in diesem „Milliarden-Begräbnis der sozialen Marktwirtschaft“ (denn um nichts anderes handelt es sich bei dieser Krise) der Friedhof mit den Leichen sozialer Errungenschaften der Gesellschaft, der Menschen- und Bürgerrechte; der Gewerkschafts-Errungenschaften, der Arbeitnehmerrechte gefüllt war…..

Denn dass der Markt wieder in geordnete Bahnen zureckkehrt, also in jene Bahnen, welche irgendwo zwischen jener Handvoll Menschen, also jener Elite und jener Handvoll Menschen, also jener Elite, abläuft, darauf sollte man nicht hoffen, denn mit einem noch radikaleren Marktgeschehen; mit einem noch spekulativeren, menschenfeindlicheren Antlitz des Kapitalismus (welcher natürlich auch sehr viele positive Aspekte hat) rechnen….

Aber nur mal so nebenbei; alle Akteure, welche für die Krise verantwortlich zeichneten, sind mehr oder weniger alle noch im Amt; bzw. haben die Bank gewechselt; die Banken arbeiten im gleichen Modus, im gleichen System, in gleicher Art und Weise weiter….die Politiker waschen sich ihre Hände in Unschuld und machen aus ihrer Arbeit ein Kabarett für geistig Minderbemittelte; nicht die Extremisten, links oder rechts profitieren, denn die Marktliberalen, die schon längst wieder aus ihren Verstecken in das Licht der Öffentlichkeit, der Medien (welche diese ja geradezu umschwärmen) zurückgekehrt sind und dürfen sich dann breit und öffentlich, ja nicht über ihre Fehler, denn nur über ihre Fehleinschätzungen äußern….

….ändert sich die Lage, ändern sich die Fakten, ändert sich die Meinung….

Nur, nein, diesmal nicht….alles muss so weitergehen wie bisher….das Rad hat sich gedreht und nur da dieses kurz gestoppt hat, heißt nur, dass es sich danach weiterdrehen wird….

Bald wird alles so sein wie früher….eine Handvoll Menschen entscheidet über alle und alles; die Wirtschaft brummt wieder, die Indikatoren zeigen nach oben; die Arbeitslosenstatistiken müssen nicht mehr geradezu im absurden Ausmaß verfälscht werden und die debile Masse kann in der „Bild“ Zeitung lesen, welche tollen neuen Einsparungen im Sozialen; welche tollen neuen Beschränkungen der Bürgerrechte ihnen die Regierung schenkt….dazu äußert sich dann der Mann von der Straße in überschwenglichen Ton….

Alles läuft blitzeblank weiter; kein Fleck, kein mikoskopisch kleiner Schmutzfleck wird von all dieser Geschichte bleiben und wenn man jetzt schon fragt….die Wirtschaftskrise….welche Wirtschaftskrise….

Und wenn man dies alles schreibt, dann wird man dafür angegriffen; vor allem deshalb, da man kein Idiot der Masse ist; da man sich Gedanken macht; da man sich Sorgen macht; da man denkt….

Und am allerbesten finde ich und möchte damit auch abschließen, welche Presse, welche Informationspolitik diese Superreichen alle haben….man könnte ja glauben ein jeder von diesen sei gleichzeitig der größte Wohltäter, der größte Kunstförderer, der beste aller guter Menschen; der erfolgreichste und vor allem und ich wiederhole mich gerne, was für gute Menschen….

Diese können sich natürlich alles erlauben, alles tun, dürfen alles, können alles, sind alles, bedeuten alles, haben alles und werden alles….

Dass den Menschen die gesamte Zeit die absurdesten Märchen erzählt werden, hat noch keiner dieser Menschen entdeckt, wo sie doch ansonsten bei ihren Mitmenschen doch alles entdecken und alles wissen; aber dass im großen Rahmen sie die gesamte Zeit in der Märchenstunde sitzen und sich einen Brei aus Lügen, Indoktrination und Manipulation anhören müssen, welche diese dann auch noch bereitwillig glauben; ihr Leben total-reduzieren….und dann auf jenen hetzten (wie z.B. mich) der verstanden hat, der weiß, der aufklärt, der keine Märchen erzählt….ist doch irgendwie logisch….die Dummheit mus schließlich immerzu gewinnen….

….und nicht vergessen….

Ihr seid die Guten
und ich bin der Böse!

März 29, 2010

Das eigentliche Feindbild der Menschen im Allgemeinen ist nicht jener oder jener Politiker, der dies oder jenes verbrochen hat; nicht jener oder jener Geschäftsmann; nicht jener oder jener Arzt; nicht jener oder jener Verbrecher; nicht jener oder jener Polizist/Soldat; nicht jener Diktator oder jener Dikatotor; nicht jener Folterhandlanger oder jener Verräter; nicht jene Frau und nicht jener Mann; nicht jener Versager und nicht jener Erfolgreiche; nicht jene Reiche oder jene Erbin; nicht jener Manipulator und auch nicht jener, wer oder welche auch immer; denn das eigentliche Feindbild der Menschen im Allgemeinen und daran gibt es auch nicht den geringsten Zweifel war, ist und wird immer der Dichter sein.

Nicht nur, dass dieser Dichter keinerlei praktische Arbeit verrichtet, keinen allzugroßen gesellschaflichen Mehrwert hat; nicht nur, dass dieser meistens arm und mittellos ist; nicht nur, dass dieser relativ machtlos, einflußlos und gesellschaftlich in das Abseits gedrängt wird; nicht nur, dass die allermeisten Menschen mit seinem Tun nichts anfangen können; nicht nur, dass dieser gerade jene kritisiert, die doch so viel für die Gesellschaft leisten; so unfassbar viel; nicht nur, dass diese Dichter meistens ziemlich verquerte Gestalten des Alltagsleben sind; dass diese sich nicht einordnen, nicht kuschen und auch nicht so gerne folgen; nicht nur, dass man diese aller Zeiten hindurch immerzu verfolgen musste; nicht nur, dass diese Ressourcen des Staates, der Wirtschaft und der Politik binden, welche doch andernortes doch so wichtig wären; nein, nicht nur dass, dass sich solch ein Dichter anmaßt sich einzumischen, wo doch das System einem jeden einzelnen Tag befiehlt still zu sein, sich einzugliedern und sein Leben zu führen; nicht nur, dass dieses sinnlose Gekritzel der Dichter sowieso niemanden interessiert; nicht nur, dass diese nicht cool, nicht in, nicht hip sind; nicht nur, dass die Dichter immerzu umgebracht worden sind (mit Vorbliebe vom doch so guten Väterchen Staat); nicht nur dass diese aufrührerische Gedanken unter das Volk bringen und dafür von all den Pragmatikern, Angepassten und Kriechern abgrundtief gehasst werden….nicht nur all dieser Vergehen macht sich heutzutage und gestern und morgen ein Dichter schuldig….

Ein Dichter spricht als allererstes über die Wahrheit; die keine Wahrheit sein darf; spricht über die Freiheit, die keine Freiheit sein darf; spricht über Unangenehmes, über all dass worüber man zu schweigen hat; kritsiert Menschen, Institutionen, Agendas und das Zwischenmenschliche….ja, was erlaubt sich denn solch ein Dichter überhaupt….ein solcher Dichter hat seine eigene Meinung und äußert diese auch…..etwas was schon seit Anbeginn der Menschheit mit der Höchststrafe belohnt wurde….nämlich dem gewaltsamen Tod….ein solcher Dichter setzt sich für andere Menschen ein….ja, sind denn diese Dichter denn all wahnsinnig….sich für andere einzusetzen….ein solcher Mensch kann in diesem an Unmenschlichkeit und Grausamkeit kaum zu überbietendem Zwischenmenschlichen ja nur ein Verrückter sein….er kämpft für Ideale, für Ideen, für Verbesserung bzw. Verschlechterung….er rennt gegen die Autoritäten an; gegen die Einspannung….ein Dichter läßt sich nicht zähmen…..ein Dichter muss frei sein…..ein Dichter erinnert an schon längst Vergessenes…..ein Dichter schreibt und dichtet und ein Dichter muss ein freies Herz haben und keine Mördergrube…..ein Dichter sieht das Schöne und das Hässliche und dass der Dichter, dass schreiben kann, jenes schreiben kann, wie es ihm gefällt….ja, zu verbieten gehört so etwas….und zwar sofort…..jetzt und gleich….

Ein solcher Dichter ist dann noch zusätzlich meistens ein schwieriger Mensch….wie auch nicht….dieser verfügt ja über so etwas Abstraktes wie Intelligenz, wie Verstand, wie eine Beobachtungsgabe; wie Talent, wie Einsatz und ein Dichter tut dies alles nicht um vermögend zu werden, um reich zu werden, um geliebt zu werden….denn gänzlich im Gegenteil….ein Dichter muss geliebt und gehasst werden; muss gefürchtet werden und sich selber fürchten….

Ein Dichter braucht Freunde und Feinde, ein Dichter kämpft wie alle anderen mit den alltäglichen Problemen, den Sorgen….auch der Dichter muss um sein Leben kämpfen; muss sich entscheiden…..ein Dichter braucht Ruhe; braucht Kraft….ein Dichter

Also wer braucht also solch einen Menschen mit so einem wertlosen Zeitvertreib wie dem Dichten….ja niemanden….zu was nützt denn ein Dichter….

Ein solcher Dichter….eine solche Verschwendung von Zeit und Kraft….ein solcher Störfaktor in der doch alles so glatt verlaufenden Welt….

Und dazu kommt noch die Tatsache, dass wenn ein Politiker, ein Arzt, ein Diktator, ein Polizist/Soldat; ein Geschäftsmann, ein Reicher, eine Superrreiche, ein Kaufmann; also wenn jemand von diesen genannten einen Fehler macht, dann dieser nicht von seinen Kollegen dafür kritisiert wird, angegriffen wird, denn es wird zuerst eine Schweigemauer errichtet, der Kollege in Schutz genommen und Angriffe, Unterstellungen, Kampagnen, Zersetzungsmaßnahmen gegenüber demjenigen unternommen, welcher diese Fehler beim Namen nennt; welcher öffentlich macht was schief läuft; welcher sich nicht, wie all die anderen; vor dem Establishment fürchtet; welcher dann fertig gemacht wird….

Und dazu kommt noch die Tatsache, dass wenn man über diese Fehler schreibt, über diese unbeschreiblichen Menschen, welche in der Gesellschaft höchst anerkannt und von allen geliebt, wüten und pfuschen, verfpuschen und dann natürlich verpfuschen, dass sich dann nicht nur die Wut der Kollegen und deren Freunde und Bekannte gegen einen richtet; etwas, was ja durchaus die Dummheit der Menschen im allgemeinen besonders herausstreicht; nicht nur, dass man dann von jenem und jenem Idioten/Idiotin (Bekannte, Verwandte und Freunde) angegriffen wird; denn eigentlich die Menschen einen dann angreifen, denn diese wollen ihre Ruhe….ihre Friedhofsruhe….diese folgen wie die braven Schäfchen, dem was ihnen gesagt wird, was sie zu tun haben….

Und so läuft es zwischen den Menschen ab; die Mächtigen und Reichen vernetzen sich und halten zusammen; während die Armen nur darauf warten einem dieser Mächtigen und Reichen zu Diensten zu sein; folgen deren Irrsinn bis in das bittere Ende….

….und trotzdem….