Sempre contro il fascismo!

(z.ü.)

Es gibt in der zeitgenössischen Literatur ein Genre, welches sich „alternate history“ bzw. Alternativweltgeschichte nennt; in welchem reale historische Ereignisse einen fiktionalen alternativen Ausgang nehmen bzw. historische Ereignisse, abseits der Realität, voranstatten gehen.

Der wohl bekannteste Roman dieses Literatur-Genre heißt „Vaterland“, ein Weltbeststeller geschrieben vom englischen Autor Robert Harris; in welchem die Nazi-Deutschen den 2. Weltkrieg gewinnen und die Handlung in Form eines Kriminalfalles im Jahre 1964, zwei Wochen vor Adolf Hitler´s 75 Geburtstag, stattfindet; als hochrangige SS-Offiziere und Parteifunktionäre ermordet werden und ein Mordfahnder namens Xaver März, in jenen Fällen zu ermitteln beginnt….

Die fiktionelle Handlung in realem Setting dreht sich darum, das alle Zeugen des Holocaust auf deutscher Verantwortungsseite (vom Staat selbst) liquidiert werden….damit auch jeder Zeuge beseitigt wird und die Realität des Holocaust als Fiktion abgetan wird….der Mordfahnder Xaver März findet aber heraus, das es jenes Jahrtausendverbrechen tatsächlich gegeben hat.

Den Inhalt des Roman, welcher sehr gut geschrieben ist (im Gegensatz zur mickrigen Verfilmung), kann ich jetzt nur in knappen Worten wiedergeben; aber dabei handelt es sich doch bei näheren Hinsehen, um ein ziemlich antideutsches Buch mit Anspielungen (das Buch erschien im Jahr 1992 in englisch und da kein deutscher Verlag dieses Buch veröffentlichen wollte im schweizerischne Verlag Haffmann) auf die tragende wirtschaftlich-dominante Rolle Deutschland in der EU; in Europa.

Dies aber nur nebenbei; denn im Folgenden, möchte ich anhand realer historischer Fakten, selbst eine „alternate history“ bezüglich einer Geschichte meiner Heimat niederschreiben und dabei zuerst die realen historischen Fakten aufzählen, um bei dieser dann zwei Veränderungen vorzunehmen und diese zu beschreiben.

Bevor ich damit beginne, möchte ich noch anmerken, das ich jene Geschichte aus meiner subjektiven Sicht der Dinge schildere und nur anmerken, das wohl keiner hier in der Provinz, wohl jene Geschichte noch kennt bzw. sich daran erinnern kann.

Aber zu den geschichtlichen Fakten, bevor ich jenen eine „alternate history“ beifüge:

Im Sommer 1964 hatte sich die politische Situation in der Provinz einigermaßen entspannt.
Nach einer Attentatswelle (mit zivilen Opfern) in den vorausgegangenen Jahren durch eine provinzielle Untergrundorganisation und einer sehr harten Reaktion des italienischen Staates (mit mehreren FolterToten) hatten sich die politischen Organe der Provinz, die involvierten europäischen Staaten, auf einen gemäßigten Umgang geeinigt; der politischen Übereinkunft der Provinz eine Autonomie zu geben; hatten sich vor der UNO, in höchsten politischen Gremien die Verantwortlichen darauf geeinigt mit friedlichen Mittel, und gegen Extremisten auf allen Seiten vorzugehend, eine Lösung des Problem der Provinz anzustreben.

Nicht alle Beteiligten waren mit dieser friedlichen Lösung, die vor allem auf eine Trennung der Volksgruppen (Italiener/Deutsche) setzte; einverstanden; allen voran rechtsextreme österreichische Kreise, allen voran die Burschenschaften zu bennennen, mischten sich in die Frage der Provinz, ein; aber auch italienische Geheimdienskreise, bzw. diesen nahestehende Gruppierungen (jene faschistischen); waren mit dieser Lösung; mit dieser schrittweisen Deeskalierung, nicht einverstanden und so wollten beide Seiten eine Radikallösung durchdrücken….die einen die Unabhängigkeit….die anderen die italienische Vorherrschaft….gemäßigte politische Kräfte auf beiden Seiten (also italienisch wie deutsch) versuchten den Extremisten entgegenzuwirken…mit zum Teil auch nicht gerade sanften Mitteln….manche nannten es auch Apartheid….manche nannten es auch „Politik mit der Brechstange“….

Im folgenden historischen Ausschnitt möchte ich mich auf den Sommer 1964 konzentrieren; als ein Klima der leichten Entspannung sich zumindest politisch abzeichnete, mit welchen sehr viele in der Provinz nicht einverstanden waren; allen voran all jene Personen, welche gefoltert worden waren; bzw. die Angehörigen der Gefolterten; bzw. die diesen nahestehenden Personen; welche es der regierenden Partei in der Provinz sehr übel nahmen, das sie als allererstes, als diese gefoltert wurden, von ebendiesen verleumdet wurden; ja verraten.

Im Hochsommer 1964 schickte die provinzielle Untergrundorganisation, deren Anführer in italienischen Gefängnissen einsassen, zwei Kommandos von Österreich kommend, in die Provinz; eine im Westen und eine im Osten.

Ausgestattet mit Sprengstoff und Waffen war es deren erklärtes Ziel die italienische Staatsmacht mit militärischen Mitteln anzugreifen.

Die beiden Gruppen machten sich zuallererst mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut und bereiteten dann die Anschläge vor.

Die östliche Gruppe, deren harter Kern 4 Männer umfasste, welche von Teilen der Bevölkerung unterstützt wurden; spannten am 27. August 1964 in der Nähe meines Heimatortes einen dünnen Draht über die Straße, welcher mit einer Tretmine verbunden war.

Wenig später fuhr ein Polizei-Geländefahrzeug über jenen Draht und explodierte….auf der Straße blieben 4 schwerverletzte Soldaten liegen.

Am 3. September 1964 wird ein Polizist in einer Kaserne in der Nähe des ersten Anschlagortes, durch ein Fenster, von einem Scharfschützen erschossen.
Angelastet wird jener Mord dem harten Kern der östlichen Gruppe; heute (seit 2-3 Jahren) weiß man, das diesen ein anderer Polizist in einem Streit aus Eifersucht erschossen hatte; damals wurde wie bereits geschrieben jener Mord der östlichen Gruppe angelastet.

Währendessen bereitet sich die westliche Gruppe auf Anschläge auf die italienische Staatsmacht vor; doch war jene Gruppe um zwei Anführer von einem italienischen Geheimdienst mit zweier Agenten unterwandert.

Als diese sich dann aufmachten, auch auf der westlichen Seite der Provinz, eine Anschlagserie zu begehen, wird deren Anführer im Schlaf von einem der italienischen Agenten ermordet; der zweite Anführer schwer verletzt; anschließend zogen sich die Reste des Kommandos, mit dem zweiten schwerverletzten Anführer, nach Österreich zurück.

Am 9. September 1964 spannte der harte Kern der östlichen Gruppe wiederrum einen Draht über die Straße….wiederrum mit einer Tretmine verbunden.

Wenig später fuhr ein Polizisten-Geländewagen über jenen Draht und explodierte….auf der Straße blieben 5 schwerverletzte Polizisten zurück.

Nunmehr riss angesichts dieser fortgesetzten Angriffe auf Polizisten, den befehlshaben Offizieren bei Militär und Polizei der Geduldsfaden und eine riesige Suchaktion, nach den Urhebern jener Anschläge, wurde gestartet.

Tausende Soldaten und Polizisten, unterstützt von Hubschraubern, suchten das Gebiet um die Anschläge ab und versuchten des harten Kern der östlichen Gruppe, bevor diese noch mehr Unheil anrichteten, habhaft zu werden.

Am Morgen des 11. September, 2 Tage nach dem letzten Anschlag, wurde der harte Kern der östlichen Gruppe, in einem Bergdorf in der Nähe des letzten Anschlagortes, von einigen Polizisten gesichtet.

Es kam zu einem längeren Feuergefecht, bei welchem ein Polizist verletzt wurde und bevor die Verstärkung durch Militär und Polizei eingetroffen war, flüchteten die vier Männer, der harte Kern in die Wälder….setzen sich nach Österreich ab.

Angesichts der wachsenden Anzahl durch Schuß/Sprengverletzungen verwundeten Polizisten/Soldaten, beschlossen die vor Ort verantwortlichen Offiziere von Polizei und Militär, in jenem Bergdorf, in welchem die vier Männer/der harte Kern zuletzt gesehen wurde, eine Strafaktion an der Zivilbevölkerung durchzuführen.

Zur Mittagszeit wurden alle Bewohner des Dorfes von Angehörigen des italienischen Militär und Polizei auf den Dorfplatz festgesetzt….alle männlichen Bewohner verhaftet und gefesselt….Frauen und Kinder neben dem Hauptplatz konzentriert.

Es fallen Schüsse….Fenster zersplittern….in einigen Häusern werden Handgranaten hineingeworfen….ein behindertes Mädchen, welches die Befehle der Militärs nicht versteht, wird angeschossen und schwerverletzt in ein nahegelegenes Krankenhaus abtransportiert.

Währendessen suchen Hundertschaften von Militär und Polizei die nähere Umgebung ab….ohne Erfolg….die östliche Gruppe hat sich abgesetzt.

In den Nachmittagsstunden gelangt per Hubschrauber der Kommandeur des provinziellen Militär aus der Provinzhauptstadt Oberst F. M. in das Bergdorf.

Er trifft auf den Leiter der Operation vor Ort, dem Oberstleutnant G. G. und dieser macht ihn mit dem Bild vor Ort vertraut….alle männlichen Bewohner verhaftet….Frauen und Kinder an einem Ort konzentriert….ein schwerverletztes behindertes Mädchen.

Oberst F. M. zögert nicht lange und gibt den Befehl aus, 15 Männer willkürlich aus den festgesetzten Dorfbewohnern herauszunehmen und an Ort und Stelle zu erschießen….anschließend sei das Dorf niederzubrennen.

Es ist der 11. September 1964….16 Uhr nachmittags….in einem Bergdorf….15 Männer sind nur noch Minuten von ihrem Tod durch Erschießen entfernt.

Oberstleutnant G.G. vernimmt den Befehl und weigert sich diesen mit den Worten „wir sind doch nicht die Deutschen“ auszuführen.

Oberst F. M. wird wütend, rasend angesichts der Befehlsverweigerung; droht; wird von einigen Soldaten zum Hubschrauber zurückgebracht und flog wieder ab.

Oberstleutnant G.G. verweigerte den Schießbefehl….am gleichen Abend wird er versetzt….seine Karriere beim Militär ist somit zu Ende.

Einige seiner Untergebenen, welche den Befehl auch nicht Folge leisten, werden in den kommenden Tagen versetzt….als einige dieser dem Oberst F.M. damit drohen zum Staatsanwalt zu gehen und ihre Geschichte zu erzählen….wird ihnen mittels eines General´s und des Oberst F.M. in aller Deutlichkeit gesagt, das wenn sie ein Wort über jene Geschichte verlieren; dass sie dann, bevor ein Wort an die Öffentlichkeit gelangt, allesamt in die Psychatrie zwangseingewiesen werden.

Eine Drohung, jene des General´s und des Oberst welche bei jenen Offizieren ihre Wirkung nicht verfehlt.

Bis Ende der 90-er Jahre herrscht über jene Geschichte totbleiernes Schweigen….bis einer der Beteiligten mit den Medien spricht (was aber nichts daran ändert, das wohl keiner in der Provinz jene Geschichte überhaupt kennt).

Soweit zu den historischen Fakten.
Und im Folgenden möchte an jener historisch belegten Geschichte mittels des Literatur-Stilmittel „alternate history“ zwei Aspekte verändern.
Das erste Stilmittel ist jenes, das jene 15 unschuldigen Männer aus jenem Bergdorf erschossen wurden und das zweite Stilmittel ist jenes, das anschließend das heutige provinzielle Establishment, also die wirtschaftliche und politische Elite darauf reagieren müsste….auf diesen Massenmord durch den italienischen Staat.

Wie in einem solchen Fall, einer solchen Krise, werden die Provinzverantwortlichen sich streng an bereits ausgearbeitete Pläne halten; sich solchermaßen verhalten, wie dies bei ähnlich gelagerten Fällen bereits erprobt wurde und nachdem sich diese mit dem Vorgefallenen vertraut gemacht hatten, solchermaßen reagieren, wie dies ihnen politisch (und somit wohl auch persönlich) am meisten bringen könnte.

Als allererstes werden die Provinzverantwortlichen jedliche Versuche Transparenz in jene Geschichte zu bringen, unterbinden; also solchermaßen handeln, wie sie dies ja eh schon gewohnt sind; alle Augenzeugen, einmal von den Militärs und Polizisten abgesehen; von sofort vor Ort erscheinenden Untergebenen der Provinzverantwortlichen überzeugt werden, das sie über das Vorgefallene zu schweigen hätten; kein Wort darüber zu verlieren hätten.

Anschließend werden von den Provinzverantwortlichen das örtliche Krankenhaus, deren Verantwortliche kontaktiert; diesen und den Ärzten, wird von der Seite der Provinzverantwortlichen klar gemacht; das wenn die 15 Toten per Militär-Geländefahrzeug eingeliefert werden; dies so unauffällig, so unbemerkt wie möglich voranstatten zu gehen hat und anschließend sollen die anwesenden Ärzte/Primare/Krankenschwestern Totenscheine ausstellen, welche auf Unfall hinauslaufen; dass jene 15 Männer selbstverschuldet zu Tode kamen; womöglich, um nahe bei der Realität zu bleiben, sich bei der Jagd alle gegenseitig erschossen hatten.

Wichtigster Aspekt jener zwei sofort zu setzender Handlungen durch die ProvinzVerantwortlichen wäre es also, das niemand, auch nicht das Militär, die Verantwortung für das Vorgefallene übernehmen müsste….das kein Politiker auch noch seinen Kopf für diesen, im Amtsdeutsch der Provinzverantwortlichen bereits zum „Unfall“ verklärten Vorgang übernehmen müsste….schlimmstmögliche Auswirkungen jener Geschichte, welche den Tod jener 15 Männer bei weitem übertreffen würden; also das eine Senatorin oder ein Abgeordneter zurücktreten müsste….einer der Provinzparteivertreter, sozusagen als historische Premiere Verantwortung übernehmen würde….gerade dies, müsste mit allen legalen wie illegalen Mitteln durch alle Beteiligten verhindert werden.

Anschließend haben alle beteiligten Ärzte/Krankenschwestern/Krankenhauspersonal eine Verschwiegenheitsklausel zu unterschreiben….wenn sein muss unter Waffenzwang (welches aber bei den Ärzten wohl nicht notwendig sein würde)….dass keiner der Beteiligten über die realen Vorgänge ein Wort verliert.

Anschließend, als dritter Vorgang, werden die provinziellen Digos (italienische politische Polizei) informiert, welche dafür Sorge tragen, das all den Gerüchten, der Verbreitung von Lügen bezüglich der wahren Vorgänge vor Ort, sofort mit brutalster Polizeigewalt zu unterbinden sind….Männer, Frauen oder Kinder, welche darüber sprechen und sei es auf dem Schulpausenhof, sollten sofort verhaftet werden und in der Kaserne von ihrem Schweigen mittels Schlägen und Androhungen überzeugt werden.

Mittlerweile, einige Stunden sind vergangen, ist auch die provinzielle Senatorin, der provinzielle Abgeordnete von den Vorgängen unterrichtet worden; einig sind sich die Beiden mit der politischen Elite der Provinz, das diese Geschichte von der ersten Minute an, zu vertuschen ist; das man den eigenen Machtwillen in aller Deutlichkeit hervorstreichen müsse; das allen klar gemacht wird, das der Machtwille der Senatorin/des Abgeordneten wichtiger/bedeutender als der Tod von 15 Männern ist.

In einer Telefonkonferenz mit den befehlsgebenden General in der Provinz; dem Quästor und dem italienischen Innenminister sprechen sich die Beiden mit diesen ab….jene Geschichte ist sofort unter dem Teppich zu kehren….denn womöglich gehen den Wirtschaftstreibenden dadurch 5 Cent verloren; womöglich entstehen in ihrer Freundschaft zu italienischen Faschisten Risse; womöglich fühlt sich irgendeine italienische Luxus-Schlampe unwohl bei dieser Geschichte….oder womöglich wirkt sich diese Geschichte auf ihre politische Karriere aus.

Nachdem diese mit deutlichen Wörtern ihre Solidarität mit dem italienischen Militär unterstrichen haben; die 15 toten Männer als provinzielle Extremisten verunglimpft haben; sichern ihnen der General/der Quästor/der Innenminister zu, das durch jenen „Unfall“ und wenn sie diesen solchermaßen behandeln, wie bereits dargelegt; dass dadurch sich nicht nur für die Provinz vielleicht politische Vorteile ergeben; denn das auch diese selbst….die Senatorin, der Abgeordnete, Teile der provinziellen wirtschaftlichen und politischen Elite persönlich davon profitieren würden….ein, zwei Korruptionsgeschichten unter dem Teppich gekehrt würden….das die beteiligten Ärzte befördert werden würden….das es für jenen und jenen dann eine italienische Schlampe extra geben würde.

Angesichts dieses Angebot….welches eigentlich gar nicht notwendig gewesen wäre….frohlocken und lachen der Abgeordnete und die Senatorin….aus dieser Geschichte würden sie als Sieger hervorgehen….wichtig sei jetzt nur die Geschichte herunterzuspielen und jeden Beteiligten klar zu machen….auch mit Geldmitteln….welche der italienische Staat sofort zur Verfügung stellt….das keine internationale Aufmerksamkeit auf jene Geschichte gelenkt werden würde.

Die politische Elite der Provinz findet sich nunmehr, einige Stunden sind seit dem Vorgefallenen vergangen; zu einer Krisensitzung in der Provinzhauptstadt ein….unter dem Jammern einiger Anwesender, dass sie ihre LuxusSchlampen verlassen mussten….das sie ihren Urlaub eigentlich geplant hätten….das sie gerade beim Gourmet-Luxus-Häppchen-Verspeisen waren….wird allen nochmals die Dringlichkeit des Vertuschen und Verpfuschens klar gemacht….den Angehörigen der „Verunglückten“ darf auf keinen Fall geholfen werden….diese sollen isoliert werden….am Besten einige Monate in Polizeigewahrsam genommen werden….man solle ihnen drohen….klar machen, das man ihnen ihren Besitz wegnehmen würde….falls sie ein Wort der Wahrheit über das Vorgefallene verlieren….nächster Punkt….das Militär….die gesamte Umgebung im Umkreis von 10km wurden sofort zu militärischen Sperrgebiet erklärt….das Gebiet durch herbeigerufene Verstärkung an Polizei und Militär hermetisch abgeriegelt….keiner solle hinein oder hinaus gelangen….nächster Punkt….die Medien….

In hektischen Telefonaten mit den provinziellen Redaktionen wurden die jeweiligen Chefredakteuren vom Vorgefallenen unterrichtet….
In den Zeitungen des nächsten Tages wird der Headliner ein neues Gewinnspiel sein, wo 100 Personen einen Urlaub in einem Bergdorf gewinnen können….der zweite Aufhänger der Zeitung sollte das Fußballspiel zwischen Hintertücking und Vordertücking sein….irgendwo im Lokalteil dann die Nachricht von einem Jagdunfall einiger Personen….im Kleinformat….die Todesanzeigen sollen abgelehnt werden….jedes Wort, welches weiteren Staub aufwirbelt, vermieden werden.

Anschließend dreht sich die Sitzung noch stundenlang, um die persönlichen Sorgen der politischen Vertreter der Provinz….ob wohl kein Reststaub dieser Geschichte auf den Schultern all dieser politischen Vertreter bleiben wird….wie die Yachtpreise in Porto Cervo dieses Jahr sind….wie die wirtschaftliche Seite, welche als allererstes der politischen Elite ihre vollste Solidarität bezüglich Vertuschen und Verschleiern jener Geschichte zugesichert hat und ihre Besorgnis ausgedrückt hat, das man gefälligst mit äußerster Sorgfalt jeden der darüber spricht oder ein Wort verliert, sofort in die Psychatrie zwangseinweisen sollte….ja, wie die Politiker sich Sorgen machen; das womöglich in 30-40 Jahren jene Geschichte doch durchsickert….womöglich ihr Bild in den provinziellen Geschichtsbüchern beschmutzt wird….

Die Sitzung wird dann wegen einer Einladung eines Provinzregierungsmitglied an alle Beteiligen, sich in diesen schweren Stunden wo man zu seinem Volk halten müsse, doch dadurch Nachdruck verleihen müsste, indem man in das nahegelegene Restaurant „Superlusso“ das Abendessen in Form von einem zwölfgängigem Menü zum Kostenpunkt von 3.000 Euro pro Person zu sich nehmen müsste….dies würde allen aufzeigen, das Ruhe und Zufriedenheit herrschen würde….das alles seinen gewohnten Gang weitergehen würde….

Denn vor allem geht es allen Beteiligten, von den Ärzten über die Wirtschaftler, darum, das alles seinen gewohnten Gang weitergeht….das sich nichts an ihrem Luxus-Lotterleben auch nur im Minimalsten ändert….beflissentliche Beamte nicken so heftig andauernd mit dem Kopf, das sie am nächsten Tag über Hexenschuss klagen.

Am nächsten Tag wird jener Hexenschuss jener beflissentlichen Top-Beamten der Provinz Hauptgesprächsthema in der Provinzhauptstadt sein….und nicht jener „Unfall“….und am übernächsten Tag die neue Schlampe jenes Spitzenbeamten, welcher somit seinen eigenen Rekord von 15 Blondinen in einem Monat übertroffen hat….wofür er von allen Seiten allerhöchsten Respekt und Anerkennung erfährt….schließlich müssen alle Dreckskerle zusammenhalten.

Der Chef des italienischen Zivilschutzes meldet sich beim Provinzregierungschef und bietet seine Hilfe an….beim vertuschen….beim das Volk zum Schweigen zu bringen….beim organisieren einiger Schlampen für die Täter….doch der Provinzregierungschef lehnt ab….das würde man mit bewährten provinziellen Mitteln schon selbst bereinigen.

Anschließend telefoniert der Provinzregierungschef mit dem italienischen Verteidigungsminister….spricht diesem vollste Rückendeckung für das Vorgefallen aus….komplementiert sich mit diesen für das ehrenvolle Verhalten seiner Truppen und verabreden sich diese zu einem Ausflug in Sardinien….auf den „Monte Fascista“….um dort eine Nachbesprechung abzuhalten.

Am Abend jenes Tages, vermelden die Primare der psychatrischen Ambulanzen, einen ungewöhnlichen Anstieg von Zwangseinlieferungen….von Mädchen, von Buben, von Frauen, von Müttern, von älteren Menschen, welche allesamt die gleiche unglaubliche Geschichte erzählen….das sie von einem Massaker gehört hätten….dass sie von Verwandten informiert worden wären….welche nunmehr allesamt im Gefängnis wären….das man keinen Kontakt zu einer Reihe von Männern hätte….die Primare vernehmen jene unglaublichen Geschichten und diagnostizieren bei allen Eingelieferten, vom Kind bis zum alten gebrechlichen Mann, eine fortgeschrittene Schizophrenie….welche sofort psychopharmakologische Behandlung auf härtesten Niveau, bei allen ZwangsEingelieferten erfordert….

Am späten Abend jenes Tages kann sich niemand mehr in der Provinz daran erinnern, das an jenem Nachmittag überhaupt etwas geschehen ist.

In den Wohnungen/den Häusern der Provinzlern macht sich ein Gefühl der Angst breit….Sirenen heulen durch die Nacht….noch immer werden Menschen willkürlich verhaftet….in die Psychatrie zwangseingeliefert….

Zufrieden telefonieren an jenem Tag nochmals die politischen Verantwortlichen….zufrieden stellen sie jenes Gefühl der Ohnmacht bei ihrem Volk fest….welches so identisch ist, mit dem Normalzustand, welchen diese andauernd durch ihre Handlungen, Aktionen durchsetzen möchten….höchstzufrieden sprechen sie über das Verhalten der Ärzte/der Primare/der Krankenschwestern, für welchen diese eine 15% Gehaltserhöhung politisch durchsetzen werden; wie alle Organe, von der Verwaltung, den Beamten, der Polizei, den Ärzten; also den „Guten“ gewissensfrei, grausam, willkürlich und von oben herab, wie einstudiert und den Plänen solcher Notfälle folgend, reibungslos zusammengearbeitet hätten und über den Tod der 15 Männer verlieren sie schon kein Wort mehr….eine alte Geschichte sagt ein langgedienter Mitarbeiter des Führungsstabes der politischen Elite der Provinz schon am frühen Abend.

Als einige Wochen später das Gerücht in der Provinz die Runde macht, das es vor einigen Wochen zu einem Massaker in einem Bergdorf, begangen durch das Militär, gekommen wäre….vor allem durch die tratschsüchtigen Frauen der Spitzenbeamten der Provinz breitgetreten….glaubt schon keiner mehr an jene Worte….werden diese als negative Propaganda abgetan….alles überstrahlt vom Zusammentreffen der provinziellen politischen Elite mit der Ministerrunde in Rom….wo Blumen und strahlende Blicke ausgetauscht werden….wo die Faschisten in der Regierung sich mit Komplimenten, mit Begeisterungszurufen an jene provinzielle politische Elite schon gar nicht mehr zurückhalten können….alle mit vollster Zufriedenheit feststellen….dass in ihrem jeweiligen Luxus-Lotterleben ohne Verantwortung und Würde alles Bestens läuft.

Im Internet wird darüber diskutiert, wie devot und unterwürfig das provinzielle Volk plötzlich ist; wie auf einmal sich die schönsten Schlampen und die devotesten Hurensöhnen den Beamten der Digos sich anbieten; wie respektvoll plötzlich die Geschäftsleute mit den Behördenvertretern umgehen….wie täglich in der Polizei- und Militärkaserne Geschenkekörbe durch die provinzielle Bevölkerung eintreffen….wie sie sich alle gegenseitig versuchen zu übertreffen, den Verantwortlichen bei Militär, Polizei und Politik zu schmeicheln.

Wie sexuell anschmiegsam plötzlich all die provinziellen Frauen zu den Soldaten sind….wie diese andauernd ihre Getränke von den Wirten bezahlt bekommen….wie die Dorfbewohner bei Anblick eines Digos-Beamten plötzlich alle demütig ihre Köpfe senken….welch hohes Ansehen die Provinzpolitiker im Ausland plötzlich genießen….

Und natürlich nutzt das wirtschaftliche Estaablishment als allererste jene neue Situation in der Provinz aus.

Denn dadurch ergeben sich plötzlich, durch diese aufflammende Freundschaft mit den italienischen Faschisten, gänzlich neue Geschäftsmöglichkeiten:

Man lädt die Angehörigen der Mörder jener 15 Männer zu einem zweiwöchigen Gratisaufenthalt ein….man bewirbt das untertängie, kriecherische und schleimerische Verhalten, dieses devote Verhalten der Provinzler in den internationalen Medien und schon bald darauf beginnt die Blütezeit des Tourismus.

Und als Gipfel jener Entwicklung laden dann das wirtschaftliche Establishment der Provinz die römischen Faschisten in die Provinz ein….jene Geschichte….jene mit den 15 Toten….jenes „Unglück“ ist schon nur noch eine Lüge….ein Märchen….ist nie geschehen und war nie geschehen….

Und als Gipfel jener Entwicklung lädt dann das wirtschaftliche Establishment der Provinz die römischen Faschisten in die Provinz ein….bezahlt natürlich alles die Provinz….schließlich ist man ja selbst beim wirtschaftlichen Establishment davon überzeugt, dass man selbst, also das wirtschaftliche Establishment, einer der widerlichsten, dümmsten und willkürlichsten Menschenschläge überhaupt ist.

Und als Gipfel jener Entwicklung lädt dann das wirtschaftliche Establishment der Provinz die römischen Faschisten in die Provinz ein….und als gänzlich besonderes Angebot….werden diesen an einem Tag ihres Aufenthalt in jenes Bergdorf geführt….dort, wo 15 Männer bei einem Jagdunfall unglücklicherweise verunglückt sind….damit sich auch diese überzeugen können….was für ein dummes, einfältiges, naives dummes Volk dies doch ist, dass sie da zur faschistischen Sonne hinzuführen müssen….

Und wie sie dann lachen werden….das provinzielle wirtschaftliche Establishment und die römische Faschistenbrut….über diese 15 Männer, die sich bei der Jagd gegenseitig totgeschossen haben….und wie sie lachen und spotten werden über jene 15 Männer.

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2 Antworten to “”

  1. nachrichten Says:

    Wirklch sehr informativ! Werde aufjedenfall wieder kommen. Danke fuer den Beitrag.

    Gruss
    Andres

  2. sex filmy Says:

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