Der Paradigmenwechsel (z.ü.)

Ein Bekannter erzählte mir von einiger Zeit eine Geschichte von einem seiner Freunde.
Dieser Freund des Bekannten arbeitete zu jener Zeit als Investmentbanker und im Laufe der vielen Gespräche, welche der Bekannte mit diesem führte, kam irgendwann die Sprache doch auf die Moral, auf die Ethik eines verantwortungsvolles Handeln der Banken und der dort Arbeitenden.

Der Investmentbanker antwortete: Die Summen mit welchen er arbeitet seien unvorstellbar groß, hätten nichts mehr mit der Realwirtschaft, ja mit dem Leben der Menschen überhaupt zu tun und wenn er dort vor diesen Computern sitzen würde und Entscheidungen trifft, etwa mit den Kursschwankungen eines großen Unternehmens und damit an einem Tag mehr Geld verdienen würde als eine 30-köpfige Fabrikbelegschaft in ihrem Leben, dann sei dies nunmehr solchermaßen.

Aber der Investmentbanker ging noch weiter und wollte anhand eines fiktiven Beispiel verdeutlichen, inwiefern sich seine Arbeit dann ausformt: Dieser sagte, wenn er einen Knopf vor sich hätte und wenn er sich entscheiden müsste (und anscheinend waren solche Entscheidungen bereits in der Realität und Wirklichkeit gefallen), ob er nunmehr den Knopf drückt oder nicht drückt und diese Entscheidung seinem Arbeigeber, in diesem Falle eine Investmentbank, 20 Millionen Profit bescheren würde und gleichzeitg 20.000 Afrikanern das Leben kosten würde, dann würde er ohne eine Sekunde zu zögern diesen Knopf drücken.
Und indirekt gab der Investmentbanker dann zu, dass er diesen Knopf schon ziemlich oft gedrückt hätte und ihn diese Entscheidung auch nicht im Allermindesten belastete, denn seiner Rechtfertigung (obwohl dieser dies nicht als Rechtfertigung, denn als seinen unwiderlegbaren Standpunkt ansah) zufolge, basiert das neoliberale System in welchem er lebte, als kleines Zahnrad im System; basiert dieses auf Mord.

Dem Mord an Einzelnen, an Zehntausenden, an Hundertausenden, die niemals die Schlagzeile, die Headline erreichen würden, denn still und leise, unter dem Schweigen aller, dahingerafft würden.
Für dieses übertragene, symbolisch zu verstehende, denn in der Realität viel härter und gnadenloser seiende, „Knopf drücken“ könnte er sich dann mit Mitte 30 in den Ruhestand begeben; zuvor von den wunderschönsten Frauen dieser Welt sich verwöhnen lassen; das Kokain in Töpfen herumreichen, im Penthouse die Hausbar mit den seltensten französischen Champagner-Sorten bestücken; dafür konnte er dann mit seinem Superflitzer-Auto herumrasen und ein Leben jenseits jedlichen Maß führen und nicht etwa, dass er dafür von der Polizei, der Justiz, dem Staat, den Menschen auch nur im geringsten dafür belästigt werden würde; denn dass wäre ja gegen das gerechte, auf der Meinung der Mehrheit basierende System.

Der Investmentbanker würde also für diesen tausendfachen, indirekten Mord, welche irgendwo in den Mechanismen des neoliberalistischen System keinen Schuldigen mehr finden kann, massiv belohnt werden und wird massiv dafür belohnt.
So funktioniere nunmehr nicht nur das neoliberale System, denn der Mensch an sich, also die Natur des Menschen, war die doch eher pessimistische Schlußfolgerung des Investmentbanker, um dann wohl zu seiner Arbeit zurückzukehren und zehntausende Menschen zu ruinieren, ja effektiv zu töten.

Mit dessen Lebenswandel, Arbeit hätte dann auch sicherlich kein Polizist, sei er aus Österreich, Deutschland oder Italien ein Problem; denn wäre ein hochangesehener, respektierter Bürger, der den Schutz und die Unterstützung aller auf dem Staatsgebiet sich befindlichen Polizisten verdient und die Justiz und die Gesellschaft würden und tun dann auch einen solchen auf das Podest heben; als der große Wohltäter, als der Unterstützer einer gerechteren, ja besseren Welt.
Und die wunderschönsten Frauen schmieren diesem Investmentbanker all ihren Honig um den Mund; geben sich ihnen hin, denn „Materialismus“ ist ja ihre Religion; was irgendwie auch den Grad von Intelligenz dieser Frauen ausdrückt.

Damit endet das Beispiel des Freundes des Bekannten und ich möchte mit diesem Beispiel ein ganz bestimmtes Phänomen der heutigen Zeit ansprechen; ein Problem, welches in den Massenmedien nicht abgehandelt wird; welches keinen Zeit und keinen Raum findet, außerhalb der Diskussionen steht; außerhalb des Spektrum, mit welchen sich die Menschen allerzeit beschäftigen.
Denn es fehlt in diesem Investmentbanker-Latein; in diesem Beispiel etwas gänzlich wesentliches, welches sich wie ein Virus in sehr viele andere Bereiche des Lebens übertragen hat und die Frage nach „Gut“ und „Böse“ gänzlich neu stellt.
Es fehlt nämlich der „menschliche Faktor“; es fehlt in diesem Tun und Handeln jedlicher Bezug auf irgendetwas Menschliches, denn es handelt sich dabei um automatische Prozesse, in welche es keinen Täter mehr gibt; denn ein Knopfdruck entledigt den Handelnden der Ansicht der direkten Folgen seines Tuns.

Und ich möchte dieses Beispiel weitergehend verallgemeinern, indem ich das Beispiel der ProvinzNaziÄrzte anführe; welche für ihr Tun und Handeln nicht nur keine Konsequenzen, keine Kritik fürchten müssen, denn für dieses, so falsch es auch sein möge, auch noch belohnt werden; denn die Elite der Provinz funktioniert dahingehend, dass jeder jeden decken muss, dass jene, welche dieses System der Niedertracht angreifen, gebrandmarkt werden; die Bösen sind und nicht etwa all diese „so guten“ Politiker und Ärzte; so wie bereits im Fragment „Malin“ dargestellt….nach dem Prinzip „Totschweigen und dann fertgmachen“ gehandelt.

Die Maxime aller Handlungen der Provinzelite, der ProvinzNaziÄrzte richtet sich also nicht nach dem Wohl der Menschen, dem Wohle der Patienten, denn dem Wohl ihrer selbst und dies sollte man niemals vergessen und als Mantra andauernd wiederholen: Ihr Handeln (gleich jenem der Investmentbanker) dient nicht dem allgemeinen Wohl, dem Wohl jenem oder jenem, denn nur dem ihr eigenen; somit ist auch das Handeln und Tund der Provinzverantwortlichen irgendwie im menschlichen Spektrum überhaupt noch einzuordnen.

Aber lasse ich die unwichtige Provinz beiseite und komme auf die Apparate zu sprechen (wobei die ProvinzNaziÄrzte auch einen solchen Apparat repräsentieren); also diese Apparate mit welchen man zu tun hat; dem Wirtschaftsapparat; dem Politikapparat; dem Ärtzteapparat; dem Rüstungsindustrieapparat; dem deutschen Großkapital; den internationalen Banken; all diesen Apparaten fehlt doch weitgehend der menschliche Faktor; aber um nicht zu sehr zu verallgemeinern, möchte ich mich auf den Wirtschaftsapparat konzentrieren, denn diesem WirtschaftsApparat ist hier in der Provinz, in der Welt doch jedliche Menschlichkeit, jedlicher „menschliche Faktor“ schon seit längerer Zeit abhanden gekommen.

Es ist dies ein unmenschliches Konstrukt, dass Zehntausenden wöchentlich das Leben kostet; es ist ein skrupelloser und gewissenloser Apparat, welcher die Menschen zermalmt, Schicksale zerstört, welcher unablässig die Menschen zwischen den Milliarden von Zahnrädern zerquetscht unter dem beständigen Jubel der debilen Masse, ja es fehlt diesem Apparat jedliches Maß, jedlicher Sinn für das Gute (auch wenn alle sagen wie gut diese Wirtschaftstreibenden sind, dann ist dies doch nicht der Fall).

Und jetzt möchte ich doch das Beispiel der Schattenwirtschaft (obwohl ich deren Handeln und Tun damit absolut nicht rechtfertigen möchte) heranziehen, in welchem doch der menschliche Faktor doch zum Teil/bei einigen noch zu zählen scheint….wie man lebt, wie man seine Beziehungen pflegt und es dafür auch Konsequenzen gibt,während der unmenschliche Wirtschaftsapparat ehrgeizige, von allen geliebte Monster generiert, von denen niemand weiß, dass es Monster sind, die sich alles erlauben können; alles…..heute die, morgen die und eine Tonne Koks im Vorgarten und Haus in Ibiza und Luxemburg …..zügellos und jenseits jedlichen menschlichen Maßes agieren und dafür nur Liebe ernten…..denn die Gewalt unten ist schrecklich, aber die wahre Gewalt jenseits jedlicher Vorstellungskraft kommt von oben; denn die Schattenwirtschaft gibt einem Menschen vielleicht hin und wieder zumindest eine Chance, während der Wirtschaftsapparat unterschiedslos alles niedermäht, was sich diesem in den Weg stellt….Frauen….Kinder….Familien….Väter….Mütter….; dass also und dies ist der einzige Grund warum ich die Schattenwirtschaft hier anführe; die Schattenwirtschaft menschlicher, humaner, gerechter ist, als Teile des Wirtschaftsapparat; z.b. die Investmentbanker, die ja von einer Gnadenlosigkeit sind, dass es jeden Menschen im tiefsten erschaudern lassen würde.

Ich denke also, dass diesen Apparate; z.B. die Investemtbanker, die ProvinzNaziÄrzte, welche sich selbst alle als die gütigsten und besten Menschen ansehen, der menschliche Faktor fehlt; dass es über früher oder später in dieser Welt, vielleicht bei der nächsten Generation, zu einem Paradigmenwechsel kommen wird; zu einer Veränderung der Denkmuster; dass man dann nämlich die Investmentbanker und die ProvinzNaziÄrzte als zwei Beispiele anzuführen, als die „Bösen“ ansehen wird und nicht mehr als die „Guten“; dass die Menschen aus ihrer himmelschreienden Naivität erwachen und feststellen, dass man ihnen alles genommen hat; das Denken, das Reflektieren, das Kritisieren, das Erkennen, das Verstehen und sie dafür zu Sklaven des Großkapital, der gelenkten Meinung verkommen sind und irgendwann die öffentliche Meinung (also diese zur Zeit gekaufte Meinung) sich dahingegend ändert, dass man diese Apparate, zu denen leider auch die staatlichen Apparate gehören (z.B. in Deutschland sind das Großkapital und die Abschirmdienste eine einzige verfassungsfeindliche Masse, welche in absurder Weise denken auch noch das „Gute“ zu tun) als jenes erkennt, was man ist; nämlich entmenschlichte, im Sinne von Kafka „absurde“ Apparate, die mit den Menschen nichts mehr zu tun haben; dass diese in ihrer Unmenschlichkeit das „Böse“ repräsentieren und Einzelpersonen wie ich die „Guten“ sind (die wahren Verfassungsfeinde sind nämlich diese Apparate, obwohl das Beispiel Österreich zeigt, dass gerade der Verfassungsschutz diesen Feinden der Verfassung wie ein Knecht zuarbeitet).

Denn ich drücke auf keinen Knopf; ich mache nicht mit bei diesem Massenmord; ich bin kein Teil eines anonymen Apparates, der die Menschen zwischen den Zahnrädchen zerquetscht und zermürbt; ich kritisiere nur diese Ausrichtung der Gesellschaft dahingehend, dass genau jene Menschen, welche indirekt Massenmord begehen, welche die Kälte dieser Apparate zur Norm erklären; dass diese von allen wie „Götter“ geliebt werden.

und nicht vergessen:
„Ich bin der „Böse“ und ihr seid die „Guten“!

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