Der Stasi Sumpf (z.ü.)

Fehler hat mann/frau gemacht;
wie jeder,
das ist menschlich;
frau/mann war ja noch jung;
Entscheidungen wurden getroffen,
die sich im Nachhinein;
willentlich unmenschlich zwar
und ansonsten das Übliche:
die Akte mit dem hässlichen Stempel;
das Achselzucken
und schon war und wird
Unverzeihliches und Unvergessenes
verziehen und vergessen.

Jene, welche
die Zahl der Bauernopfer
im sogenannten Arbeiterstaat,
nach oben denunzierten
und heute als Dame oder Turm
resüssieren;
können damals wie heute;
gerade sie
für ihr Tun, dass kein Tun,
denn nur Verbrechen war,
mit Verständnis und Wohlwollen
rechnen;
alle sind schlußendlich
nur Opfer ihres Tun.

Was mit jenen,
am Haken der Totalitarität
herunterbaumelnd,
dann geschah,
danach hat keine und keiner
gefragt;
denn wurde mit einem
luderhaften oder bonzenmäßigen Leben
gleich beantwortet;
schließlich ging es ja um Ideale:
um Klassenkampf, den Sozialismus;
also es ging wieder einmal nur darum,
das eigene Leben
so angenehm wie möglich zu haben.

Wer redet denn heute
von der Würde jener,
die mann/frau zu Fall gebracht hat;
harmlos war das,
nie und nimmer,
gar nichts ist passiert;
frau/mann hatte schließlich keine Wahl;
so wie bestimmte Männer und Frauen
nie eine Wahl hatten,
außer jener
für den niedrigsten Preis
den Nächsten aus nichtigen Gründen
zu verkaufen.

Man musste doch die Möglichkeit nutzen,
welche mann/frau im Tausch
mit Verrat und Denunziation
erwerben konnte;
kleinlich, intrigant und spießig
ein Biest, ein kalter Strippenzieher
zwischen kafkaesken Apparaten
und den pflichtbewußten Immergleichen
zu sein;
die Karriere und das Leben
nicht auf Kosten der Anderen;
denn der Anderen Leben aufzubauen.

Damals
die von allen geliebte Studentin;
unschuldig nach wie vor
ihr verletzlicher Rehblick;
unbefleckt von Schuld und Sühne
ihr Lächeln;
mit welchem sie,
da setzt die kollektive Erinnerung aus;
ihre Komilitonninen verriet;
wer mit wem;
die ist so und der ist so;
also das zärtlich Intimste
all dieser Menschen
mit ihrem Hammer der Ignoranz
zertrümmerte
und wohl dafür
ist sie heute Ministerin.

Damals
der junge Polizist;
penibel nach wie vor
sein Sinn für Ordnung;
denn nur Dienst
nach Vorschrift hat er verrichtet
und nebenbei,
da setzt die kollektive Erinnerung aus,
verbissen denunziert und ruiniert;
als Gespenster sprechen sie
mit ihm im Schlaf
und wohl dafür
ist er heute Minister.

Damals
die junge Krankenschwester;
wunderschön sind nach wie vor
ihre weiblichen Rundungen;
nur aus dem männlichen Schmachten
ist hysterisches Krächzen geworden,
welche immer nur den Menschen helfen wollte;
nur helfen
und streng nach Vorschrift, auf Befehl
Berichte schrieb,
wohl in einem Akt der Nächstenliebe,
Berichte,
die Leben zerfetzten, trennten
und zerschmetterten;
und wohl dafür
ist sie heute Ministerin.

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