Patrick Leigh Fermor

Als im Sommer und Herbst 1945 nach und nach die SS-Angehörigen und Gestapo-Beamten, welche in der Provinz tätig gewesen waren, verhaftet wurden, berichteten diese nicht nur von ihrer Überzeugung, dass „ihre Leute“ sehr bald wieder die Macht in der Provinz übernehmen würden bzw. diese immer noch hätten (z.B. der Verantwortliche der NS-Euthanasie im Gau Tirol-Vorarlberg Hans Czermak und die unrühmliche Rolle der Ärztekammer und der medizinischen, universitären Fakultät; das gleiche kriminelle System wie heute); berichteten nicht nur von ihrem exellenten Informatennetz, ihrem Zuträgersystem und Spitzelnetz (heute wie damals ein sehr niedriger Menschentypus), welche, systemunabhängig, wie immer die besten, die gutmütigsten Menschen aus allerniedrigsten Gründen als allererste an die Schlachtbank führten (das liegt in der Natur dieser Tätigkeit); denn taten vor allem unverblümt kund, dass sich diese trotz grausamster Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sich keiner Schuld bewußt seien, dass sie nicht nur anständig gehandelt hätten, denn dabei bis zum Schluß auch anständig geblieben waren….

Und wie anständig und sauber die SS und die Gestapo auch in der Provinz war, wie gründlich, wie nachhaltig, wie gnadenlos und unmenschlich, kann man in einigen Büchern nachlesen, die niergendwo erwähnt werden, denn irgendwo im akademischen Betrieb dann nach einiger Zeit verloren gehen….

Denn wie anständig und sauber die SS, die Gestapo und die Wehrmacht vorgegangen waren, davon kann sich ein jeder überzeugen, welcher sich mit der Geschichte der deutschen Besatzungszeit von Griechenland im zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hat….Greueltat auf Greueltat begangen von der doch so sauberen Wehrmacht, der feinen Gestapo und den Humanisten der SS….zumindest wird es einem so in den Achsenmächten bis zum heutigen Tage von immer noch viel zu vielen erzählt….

Die Wehrmacht war nicht sauber, die Gestapo war nicht fein und die SS-Angehörigen waren keine Humanisten Österreicher, Deutsche und Italiener!

Das oben abgebildete Bild zeigt jenen Ort in Kreta, an welchem am 26. April 1944 der deutsche Generalmajor Heinrich Kreipe von griechischen antifaschistischen Freiheitskämpfern und Mitgliedern des britischen SOE entführt wurde.

In einer Kommandoaktion wurde der Generalmajor Kreipe nach Ägypten gebracht und dann in ein Gefangenlager in Kanada.

Das auf dem Bild abgebildete Denkmal stellt die gebrochene Macht der Achsenmächte dar.

Eine Macht, welche durch diese Kommandoaktion gebrochen wurde und wenn vorher unvorstellbare Gräueltaten durch die Deutschen in Griechenland verübt wurden, so setzten sich diese Gräueltaten danach unmittelbar fort.

Als Vergeltung zerstörten die Deutschen einige Dörfer und töteten die männlichen Dorfbewohner.

Und ich muss sagen, ich kann mich vor der Intelligenz, der Eloquenz, dem Scharfsinn dieser griechischen antifaschistischen Freiheitskämpfer, diesen Mitgliedern des SOE nur in allertiefster Demut verneigen, denn während die Deutschen ihre Tyrannei mit totalitären Mitteln aufrecht erhielten, mit blankem Terror und schrecklicher Vergeltung, wie wildgewordene Bestien wüteteten (dann nach dem Krieg durch die Landserromantik verniedlicht); reagierten die Griechen, die Briten mit Intelligenz, mit Eloquenz, mit Scharfsinn, indem sie den Deutschen ihren strategischen Kopf wegnahmen und ihnen damit, und ich bin mir dessen sicher, einen größeren Verlust beibrachten, als die Deutschen den Griechen mit all ihren Terrormaßnahmen, mit ihrem blindwütigem Um-Sich-Schlagen, mit ihrem gnadenlosen Abschlachten bei den Griechen jemals erreicht hätten.

Die Macht der Achsenmächte gebrochen, der italienischen Faschisten-Brut, der österreichischen Nazi-Krauts und der deutschen Hunnen!
Diesen Bestien in Menschengestalt!

Hier wurde am 13. August kaltblütig hingerichtet
Stefanis Xylouris 8 Jahre alt.
Ein unbewaffnetes Kind wurde Opfer des deutschen Besatzers
und es vergingen 6 Tage und Nächte, bevor er begraben werden konnte.
Als das Dorf brannte, war es ein schwarzer Tag
und den Vater von Stefanis traf die erste Kugel

Dimos Anogia (2006)

….ein Gedicht über einen der Beteiligten an dieser Kommandoaktion und ein weltberühmter, niemals zu vergessender Schriftsteller….

Patrick Leigh Fermor

(zu überarbeiten)

leventiá

Die Schule abbrechen,
rebellieren,
aus der Umklammerung
des gutbürgerlichen Milieu
ausbrechen,
sich unwohl fühlen,
hinschmeissen
und dann zu Fuß
aufbrechen,
sich von der Heimat
entfernen,
um näher
an sich Selbst
zu gelangen,
Schritt für Schritt
durch ein Europa im Umbruch,
dunkler Zeiten Anbeginn;
Schritt für Schritt
Begegnungen und Erfahrungen
sammeln und teilen,
erkennen und lernen
und die alles, auch ihn
überwältigende Schönheit der Natur;
Schritt für Schritt
bis an das Ende des Kontinent;
Byzantion.

An den Menschen wachsen,
an sich Selbst,
sich ausleben, einleben,
die Kulturen erfahren,
die Sprachen erlernen,
lieben, geliebt werden;
das Leben einatmen,
den Tod ausatmen,
sein;
und dann
fällt der Krieg
über den Frieden,
versinkt Europa
in Tyrannei
und Land für Land fällt,
doch erwächst der Zivilisation
die heilige Pflicht
über die Barbarei
obsiegen zu müssen,
denn die Pflicht ruft
dort, wo ein Mann
zu jener Zeit gebraucht wird;
die Freiheit
muss gegen
Verrohung und Nazismus
verteidigt werden.

Und dann der große Tag,
eines so sehr geknechteten Volkes,
der Tag
an dem die unzerstörbar
erscheinende Macht,
die Kriegsmaschinerie des Feindes,
der Achsenmächte
durch den Wagemut
verwegener Männer
gebrochen wird,
welche dem Feind
in der Höhle des Löwen
sein strategisch Herz entreissen,
tapfer
zwischen Tod und Leben
die abenteuerliche Flucht
durch die Berge
mit der Beute antretend,
falsche Fährten legen
und schlußendlich
über das Meer entkommen.

Und einige Jahre später
noch im jungen Alter,
noch einmal in die Welt hinaus,
der Karibik,
um dann doch
in die Heimat des Herzen,
Griechenland,
zurückzukehren,
um dort mit der Gabe des Schreiben
beschenkt,
den Stift in die Hand zu nehmen
und zu schreiben beginnen,
die Wanderungen, die Abenteuer,
die Reise in die Stille,
der Reise durch ein ungewöhnliches Leben,
zu neuen Ruhmestaten schreibend.

Und nun
ein alter, zufriedener Mann,
zwischen seinen Freunden,
den Griechen, gut aufgehoben,
der Lebensabend,
der Arbeit,
am abschließenden Teil
der Geschichte eines ungewöhnlichen Mannes
und der Geschichte der Menschheit
ein Mann,
ein Held:
Patrick Leigh Fermor

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