….das geistige Exil….

Wie scheintot die provinzielle Kultur ist, kann ein jeder wacher, aufgeklärter Mensch schon an der Förderpolitik (älteres provinzielles Posting) des Landes erkennen und irgendwie erscheint mir diese Politik wie: „Mäuler stopfen“ und zwar mit öffentlichen Geldern und um der Trostlosigkeit der provinziellen Kultur die Krone aufzusetzen, möchte ich ein Beispiel anführen, welches die Förderungen der Literatur durch die öffentliche Hand behandelt:

Mitte der Neunziger des vergangenen Jahrhundert hatte die Provinz ein literarisches Wunderkind; eine außerordentliche Begabung, welche natürlich herumgereicht wurde, Preise einsammelte die keiner kannte und nie kennen wird; umschwärmt wurde, gehegt und gepflegt und mit einer riesigen Erwartungshaltung, mit breiter logistischer Unterstützung durch Medien, Politik und Wirtschaft veröffentlichte dieses Wunderkind ihren ersten Roman (den ich zweimal gelesen habe)….ein großer Erfolg bei den Kritikern, welche die Autorin sofort zum Wunderkind der österreichischen Gegenwartsliteratur emporhoben und man sollte doch anmerken, dass diese Autorin genau jene Art von Literatur lieferte, die erwünscht ist; nämlich eine unpolitische, auf das private bezogene Studie, defensiv, zurückhaltend….ich nenne diese Art von Literatur einmal schüchterne Literatur, denn es fehlen nicht nur die Ecken und Kanten, denn auch jede Nachhaltigkeit und jedlicher Tiefgang….die Jahre zogen dann in das Land und nach geschlagenen 5 Jahren veröffentlichte diese Autorin ihren zweiten Roman….ein Flop….

Und nun stellt sich die Situation folgendermaßen dar, dass diese Autorin seit damals, diesem zweiten Roman, also seit dem Jahre 2002 keinen Roman, kein Schriftstück, gar nichts veröffentlicht hat und irgendwann im Laufe der Zeit, ich glaube mich erinnern zu können, dass es 2004/05 war, teils öffentlich/teils privat bekanntgab, dass sie sich aus dem Literaturbetrieb zurückziehe, dass sie ihre Ausbildung zur Ärtzin abschliessen möchte (heute arbeitet diese Ex-Autorin als Ärztin in Paris), dass sie den Literaturbetrieb verlassen habe und auch nicht daran denke, nochmals zur Feder und Tinte zu greifen, um irgendwelches, wie auch immer geartetes literarisches Produkt zu produzieren….

Das Wunderkind (Posting: war nur noch ein Kind, dass ein Leben wollte wie alle anderen und das Wunder war im provinziellen Maßstab verpufft und erloschen.

Also genau jene Autorin, welche seit 2002 nichts mehr veröffentlicht hatte, bekommt im Jahre 2008 von der provinziellen Landesregierung eine Förderung von 5000 +x Euro Förderung für ihre literarischen Projekte….welche Projekte?….
Also eine Ex-Autorin, welche nicht mehr schreibt, welche auch nicht neue literarische Projekte angehen möchte, welche teils öffentlich/teils privat verkündet hatte, dass sie ihre schrifstellerische Existenz für ein gutbürgerliches Leben als Ärztin (da nagt sie sicherlich am Hungertuch) aufgegeben habe…..eine solche bekommt eine Förderung für ihre literarischen Projekte….

Also wenn mir irgendjemand, irgendein Mensch auf diesem Planeten dies erklären kann, was man nicht erklären kann, dann wäre ich diesem/dieser sehr, sehr dankbar!

Zusätzlich habe ich mir am vergangen Donnerstag eine Lesung verschiedener provinzieller Lyriker und Vortragender angehört und der bekannteste Lyrik-Schreiber weit und breit; welchen ich doch respektiere und mit Hochachtung begegne, auch da mir seine Lyrik doch gut gefällt; also dieser betretet die Bühne und beginnt seine Lesung mit der Feststellung, dass er in den vergangenen 4-5 Jahren kein einziges Gedicht geschrieben hätte….mit ein, zwei Ausnahmen und dann die Briefe eines anderen Schrifsteller vorliest….dies ist der wichtigste Lyriker weit und breit….dazu kommt noch der Grand Seigneur der provinziellen Literatur (Posting: 27.05.2009)….anscheinend sind all diese Schrifsteller, von denen sich ein Großteil im Ausland aufhalten, irgendwie erscheinen mir diese satt und träge geworden zu sein, etabliert, anerkannt und lehnen sich nun zurück und denken an die nächste Gourmet-Mahlzeit….

….sozusagen hat die provinzielle Literatur schlapp gemacht und niemand hat es bemerkt….

Heute wird der ProvinNaziHausArzt (und toitoitoi, vielleicht geht sich ja noch der Nobelpreis aus….der Nobelpreis für das Menschlich Allerniedrigste) vom Chefheuchler (ergo dem Landesregierungschef) ausgezeichnet/befördert/erhoben, wohl in Anwesenheit des Faschistenfreund (ergo dem Bürgermeister), zum Leiter eines medizinischen Institut; zur Kapazität auf seinem medizinischen Gebiet erhoben; sozusagen die adelig-Sprechung durch das provinzielle Estabishment und O-Ton des Chefheuchlers „ein Institut einzigartig in der Welt“, ja einzigartig in der Welt ist einzig und allein die provinzielle Niedertracht, die provinzielle Hinterhältigkeit und dieses Dumpfe und Rohe, welches über alles Sensible, Künstlerische, Schöne und Lebenswerte der einfachen Menschen, der machtlosen Menschen wie mit einer Dampfwalze zerstört, ruiniert und planiert werden muss….

Angsichts dieser Tatsache und dem kulturellen Klima in der Provinz, angesichts der Tatsache, dass sich in den vergangenen Jahren die provinziellen Behörden und das provinzielle Establishment geradezu ein Rennen geliefert hatten, wer der größere Abschaum ist; übrigens das einzige was in der Provinz Weltniveau hat….also dieses Wettrennen wer der größere Abschaum ist, wer dümmer und hinterhältiger ist….angesichts der Tatsache, dass Demokratie in der Provinz etwas ist, welches man wie einem Huhn als allererstes den Hals umdrehen muss, angesichts der Tatsache, dass die Kaufleute, die Geschäftsmänner ihren Hass, ihre niedrigsten Agenden der Niedertracht sorgenlos durchdrücken können; dass keine Kultur herrscht; kein Respekt, denn nur das sich gegenseitig fertig-machen zählt; angesichts der debilen Masse, der ProvinzNaziÄrzte; also all dieser Provinzverantwortlichen, welche in ihrer Dumpfheit und Niveaulosigkeit nur noch als Kasperlan zu bezeichnen sind, bleibt einem Dichter wie mir nur das innere geistige Exil.

Ein inneres geistiges Exil, welches angesichts der hoffnungslosen Lage des Intellekt, des Anstandes, der Ehre, der menschlichen Würde, der Moral, der Ethik zwangsläufig der einzige Ort ist, wo ein intelligenter, denkender Mensch sich hier in der Provinz zurückziehen kann….konfrontiert andauernd mit einem menschlichen Abschaum der seinesgleichen sucht, welcher droht, spottet, sabotiert, indoktriniert, manipuliert; angesichts dieser Karikaturen namens Behörden; angesichts der auf dem intellektuellen Niveau eines xxx-jährigen sich befindenden Italiener, angesichts dieser hasserfüllten Blicke der Kaufleute, der Geschäftsmänner, der Banker; angesichts des abgrundtiefen Hasses durch das reiche provinzielle Establishment, bleibt einem wie mir eigentlich nur das geistige Exil….

Und ich möchte dem noch anmerken, dass ich sobald ich über die finanziellen Mittel verfüge (ich hoffe in spätestens einem Jahr), dass ich mich dann nicht mehr hier in der von der Aufgeklärtheit abgewandten Provinz aufhalten werde, denn aus meinem geistigen Exil hier, zwischen all diesen mitteralterlichen Einstellungen, Vorstellungen und Entstellungen, ausbrechen werde und in das Exil gehen werde….denn hier kann man als wacher, intelligenter, kritischer Intellektueller; als mitfühlender, liebender, aufmerksamer Mensch; als Dichter wohl nicht leben….(dafür ist der Hass der Menschen auf mich schon zu groß….und es ist wirklich ein riesiger Hass….sowohl von italienischer als auch deutscher Seite, größtenteils verursacht durch die provinziellen Behörden, welche in ihrem Niedertrachtswahn, nachdem sie gedroht, gespottet und beleidigt hatten, das Opfer nochmals zum 1000-mal größeren Opfer gemacht hatten, indem sie richtige Kampagnen mit Gerüchten, Niedertracht und Propaganda betrieben hatten)….

….so, dass ich habe ich zwar jetzt alles nicht so gerne geschrieben, aber es war notwendig….nun könnts weiter geistig durch euer Leben schlafen….was zählt sind trotzdem nicht das Geld, nicht die Schlampe….denn ein wacher, intelligenter Geist….was zählt sind nicht die Geschäfte, nicht die Verträge, nicht die Niedertracht….denn die Kultur….

….übrigens….
Etwas Lebendes in dieser provinziellen Literaturlandschaft bin ich und ich verzichte gerne lebenslang auf dieses mit dem Blut der unschuldigen Opfer des Faschismus vollgespritze Geld der Provinz!

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