Ein Film:
Terminator Salvation
von McG (Joseph McGinty Nichol)

anfänglich ausnahmsweise eine kurze kritische Anmerkung

Muss es unbedingt bei sehr vielen Hollywood-Filmen solchermaßen sein, dass wenn der Regisseur, die Produzenten, das anvisierte Budget zu überschreiten drohen, dass dann als allererstes bei der Requisite gespart wird und ein Teil, wenn nicht ein Großteil des Films in Dunkelheit bzw. der Nacht dann spielt….

Warum spart man nicht an den Computer-Animationen, den Schauspielergehältern und stattdessen an der Requisite oder ist es schon so, dass die Drehbuchschreiber die Szenen so schreiben, dass diese bezüglich Requisite bzw. dem digital erzeugten Hintergrund, schon sparen und diese Szenen dann automatisch in der Nacht bzw. der Dunkelheit enger Gänge, Hinterhöfe, Tunnelsystem, Bunker, Kellergewölbe spielen lassen….

Als Zuschauer nervt dass nämlich gewaltig, dass hin und wieder bei einem solchem Film, also das Geschehen, die Szenen zu 40-50% in der Dunkelheit, der Nacht spielen….

….aber genug der Kritik….und zum Film….

Filme sind Produkte des Zeitgeistes; in diesen spiegelt sich die Gesellschaft, das System, die Brennpunkte/Merkmale/Ausprägungen des öffentlichen Diskurs wieder.
Filme fokusieren gesellschaftliche Themen und der Zuschauer soll sich mit dem Produkt identifizieren, sich vielleicht sogar wiedererkennen; so bildet der Film die Lebenswirklichkeit von Menschen wieder und diese finden dann im jeweiligen Film die Bestätigung ihres Lebensmodelles bzw. ihrer Lebensweise.

Es gelingt ja ungefähr 10-20 Film im Jahr wirklich die Massen zu erreichen; also BlockBuster zu werden, riesige Geldsummen weltweit einzuspielen und den gesellschaftlichen Diskurs doch wesentlich mitzubestimmen und einmal abgesehen von den Cineasten, welche in den französischen Beziehungs-Dramen ihre Erfüllung finden, in kasachischen Filmproduktionen, im Indy-Film, in Programmkino-Filmen, erreichen doch nur sehr wenige Filme die breite Masse.

Eigentlich alle BlockBuster stammen aus Hollywood, L.A.; USA und tragen auch eine bestimmte Botschaft mit sich, welche dem Zuschauer wohl meistens verborgen bleibt.

Und ich habe vor einiger Zeit einen Artikel im „Time Magazine“ gelesen, in welchem das alltägliche Leben der US-Soldaten in Afghanistan geschildert wird; wie diese kämpfen, wie diese leben, wie diese ihre Zeit verbringen und dem Artikel waren einige Fotos (wie beim „Time Magazine“ üblich, sehr gute Bilder) beigefügt, auf welchen man einige US-Soldaten in einem Raum erkennen konnte, wie diese laut Bildbeschreibung, in einer Kampfpause, ihre Laptop`s aus ihren Rucksäcken herausziehen und mit diesen arbeiten und zu diesem Bild stand im Artikel, dass die US-Soldaten (welche einen übrigens sehr guten Job machen) immerzu mit den allerneuesten Hollywood-Produktionen, sozusagen zum US-Kinostart, versorgt werden, soweit ich dass mitbekommen habe, per USB-Stick….

Also die US-Soldaten befinden sich in Afghanistan und bekommen die allerneuesten Hollywood-Filme sozusagen in real-time zu sich hingeliefert und können sich dann diese Filme, auch in Kampfpausen, sozusagen ansehen, um etwas Ablenkung, um etwas Entspannung, um etwas Heimatnahes, zu finden….denn so wie ich dass mitbekommen habe, ist der Alltag in Afghanistan nicht gerade reich an Partys usw.

Und wenn ich mir nun vorstelle, wie die US-Soldaten in Afghanistan den neuesten Hollywood-Film frisch vom Schneideraum in Hollywood fertiggestellt, zu ihnen geliefert bekommen und es sich dabei in diesem Fall um „Terminator Salvation“ handelt, dann denke ich mir, dass dieser Film für diese US-Soldaten in Afghanistan wie ein Deja-Vu erscheinen muss.

Und es ist schon klar, in „Terminator Salvation“ werden Roboter bekämpft, in Afghanistan die Taliban, also wirkliche Menschen, ein wirklicher Gegner und nicht etwas Fiktives, aber doch sind in dem Film (welcher zum Teil auf der Kirtland Air Force Base gedreht wurde) die Parallelen zu finden; das gleiche Setting, zum Teil die gleichen Situationen, wie diese vielleicht ein US-Soldat in Afghanistan vorfindet.

Als ich mir vor kurzem mit einigen Bekannten, von einem von diesen dazu eingeladen, den Film im Kino anblickte, war meine unmittelbare Reaktion darauf, dass in dem Film die Erfahrungswelt, das menschliche Spektrum, die Realität eines US-Soldaten in Afghanistan wiedergegeben wurde, ein Urteil, welches danach an Komplexität und Differenziertheit dazugewann, so dass ich den Film dann etwas vielschichter und von mehreren Blickwinkeln her betrachtete.

Ich möchte mich jetzt auch nicht allzu sehr über die Verbindungen, der den Filmen, der Kultur zugrundeliegenden Verbindungen, wie etwa jener zwischen Pentagon und Hollywood (mit seiner Sternstunde in dem Film „Top Gun“ (1986) auf dem Höhepunkt des „Kalten Krieges“; ein Film, welcher eine zweistündige Werbesendung für das US-Militär ist und von welchem alle Beteiligten in den folgendem Jahrzehnt massiv profitiert haben (allen voran die Schauspieler) oder der Verbindung zwischen russischem Film und dem Kreml oder der „Bild“-Zeitung und dem BND….oder….oder….oder….denn ich möchte dies auch nicht allzu sehr kritisieren, denn alle handhaben dies solchermaßen und jeder instrumentalisiert, benutzt den nächsten und hängen auch voneinander ab….die jeweilige Geschichte des jeweiligen Landes ist auch zu komplex und kompliziert, um diese Verbindungen, diesem der Kultur zugrundeliegenden Strukturen in einigen Wörtern darzulegen (darüber könnte man 20 Bücher schreiben und hätte trotzdem nur einen Bruchteil dargelegt)….auch, da ich kein so großes Problem damit habe, da ich mich auch nicht dahingehend allzu sehr beeinflußen lasse….nur noch ein Wort dazu….meiner Meinung nach, ist Hollywood die größte, die beste, die vielseitigste Waffe, welche die USA, ja die Menschheit jemals in den Händen gehabt hat….eine Waffe, die nicht tötet, denn inspiriert….eine Waffe, welche indoktriniert, beeinflusst, Moden erzeugt, Trends erzeugt, aber gleichzeitig für eine differenzierte, breitere, schönere Kultur sorgt (ich gebe es zu und alle Cineasten sollten wohl jetzt aufhören zu lesen….mir gefallen sehr viele Filme aus Hollywood sehr gut (z.B. die „Indiana Jones“-Serie; die „Alien“-Serie; Forrest Gump usw. usf.)

….wieder einmal ein schwieriges Thema….

….aber zurück zum Film….

Die Filme werden heutzutage für den Massengeschmack hergestellt und treffen ihn dann wohl auch; der typische Zuschauer, also jenem, auf welchen es die Produzenten abgesehen haben, ist ein spätpubertierender, Popcorn-verschlingender, literweise Coca-Cola trinkender Jugendlicher, welcher dem Irrglauben erlegen ist, durch Internet, Killer-Computer-Spiele, Pornographie, Party-Besäufnissen, Drogenräuschen und nicht gerade hoch ausgebildeter Intelligenz, schon für das Leben da draußen abgehärtet zu sein (ein Irrglauben, in welchem dieser, der typische Konsument, dann natürlich auch andauernd bestätigt werden muss)….

Also dieser typische Zuschauer ist das Zielobjekt der Filmmacher und deshalb werden auch immer mehr Filme gemacht, deren intellektueller Gehalt eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist, unkomplex, strikten Regel folgend (spätestens nach 15 Minuten müssen in einem Film alle Figuren eingeführt sein und eine Storyline erkennbar sein, welche auch der spätpubertierende Jugendliche erkennt, also idiotensicher)….

Zum Teil verzichten die Hollywood-Produzenten mittlerweile anscheinend bei sehr vielen Filmen auf ein Drehbuch (nur zum Beispiel der Film „Knowing“ mit Nicolas Cage zu benennen) oder die Handlung wird abstrus oder zu simpel….

Von mir aus gesehen ist dass der falsche Weg….führt in eine Sackgasse….mit einem Drehbuch steht und fällt der Film….

Und schlußendlich muss ich zum Film „Terminator Salvation“ anmerken, dass dieser ein Drehbuch hat, eine Geschichte (was einem ja mittlerweile, an Schlimmeres gewöhnt, schon irgendwie dann freut, dass in einem Film auch eine Geschichte erzählt wird); auch wenn diese Geschichte andauernd in Explosionen, Kriegsgeschrei, Kampfjets und Robotern unterzugehen scheint….

Der Film an sich, halte ich eher für mittelmäßig, ein Konsumprodukt, zu konsumieren und dann zu vergessen; zugeschnitten auf ein Publikum, auf einen Konsumenten, welcher mit Sicherheit nicht Ich bin….ein Produkt des Mainstream für den Mainstream; ein Film um viel Geld zu machen (was dieser dann auch gemacht hat)…..ein durchschnittlicher Film mit einem überragenden Pluspunkt….dieser geht nicht in epische Breite, denn ist nach geistig gut verdaubaren 114 Minuten vorbei….

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