….einige positive aspekte….

I
In der Weihnachtszeit 2006 besuchte ich eine Bar, trank mein Bier und irgendwie kam ich mit der Kellnerin ins Gespräch, erzählte ihr, dass ich Gedichte schreiben würde und ob ich, drei Bier später, auch für sie eines hier und jetzt schreiben sollte; die Kellnerin bejahte und auf einen Fetzen Papier schrieb ich in weniger als einer Minute ein, mich selbst am meisten überraschend, sehr schönes Gedicht (aber kein Liebesgedicht) und überreichte es ihr dann….
Ein Jahr später, Weihnachtszeit 2007, allen Umständen usw. zum Trotz immer noch am Leben, besuchte ich wiederrum die Bar mit ein, zwei Bekannten und als ich die nach wie vor dort arbeitende Kellnerin erblickte, fiel mir die bereits vergessene Geschichte mit dem Gedicht, wieder ein; drei Bier später, fragte ich diese Kellnerin, ob sie sich noch an jenem Abend erinnern könnte, als ich ihr auf einem Fetzen Papier ein Gedicht geschrieben hätte, sie blickte mich beinahe gekränkt an und erwiederte ein „selbstverständlich“; natürlich hätte sie das Gedicht noch….sie sagte, sie habe es sich ein, zwei Tage später, über ihrem Bett an die Wand geklebt und hüte es dort seitdem wie einen wertvollen Schatz….
….einen Fetzen Papier mit einem Gedicht von mir….

II
….das vielleicht beste Feedback bisher….
Am 09. August 2007 schrieb ich das Gedicht „für die Menschen im Irak“ „Wenn man heute der gleiche ist, dann war man gestern ein anderer…..) und anschließend spazierte, veweilte in einem Cafe, spazierte ich, traff ein, zwei Bekannten, verweilte in einem Cafe, zwei, drei Stunden lang durch die Stadt und traff dabei doch im Laufe der Zeit auf 3 nichts miteinander zu tun habenden Männer mittleren Alters, welche in meiner Nähe über mein Gedicht sprachen und 2 von diesen traten doch ihre Meinung dahingehend kund, indem sie ihr Gespräch mit den Worten „ansonsten kommt er (in den Irak)“ beendeten….dass also wenn morgen kein Frieden war uns ist; ich dorthin kommen würde und die amerikanischen/britischen/…. Truppen, die Schiiten, die Sunniten, also die Bewohner des Iraks, die Aufständischen, die Iraner, die al-Qaida, …. keine Zeit mehr für Anschläge, für Krieg, für die schmutzigen Geschäfte mit dem Leid der Menschen, dann nunmal hätten, da dann ja alle, vollkommen ausgelastet, mit mir beschäftigt sein würden….

III
….eine angenehme Stunde….
Vor einiger Zeit erklomm ich den höchsten Gipfel Britanniens….beinahe zumindest….nachdem ich und eine weibliche Bekannte zwei Stunden durch einen Park geirrt waren, erklommen wir, dem Wind und der eisigen Kälte solcher hochalpiner Erhebungen trotzend, den Parliament Hill, stolze 98 Meter hoch….der Abstieg gestaltet sich dann schwindelfrei und nach einigen Minuten endeten ich und die weibliche Begleitung in einem Stadtbezirk namens Hampstead….spazierten dort durch die Straßen und eine Villa reihte sich an die nächste….mir kam in den Sinn und irgendwie erinnere ich mich noch daran, dass dort wo die Reichen einer Stadt wohnen, dass jene Gegenden im Stadtgebiet, auch immer die schönste in einer Stadt sind….in jenem Punkt, sind alle Städte der Welt identisch….wir spazierten also durch das Oberschichtenviertel, als wir wieder zu einer etwas belebteren Straße zurückkehrten und diese dann entlangspazierten…..als die weibliche Bekannte dann ein Geschäft mit Kuchen erblickte, ließ mich diese allein auf dem Gehsteig zurück und betrat das Geschäft….ich blickte durch das Schaufenster in das Geschäft….es gab ungefähr 2 Kuchensorten zur Auswahl….ich würde also wohl etwas länger warten….ich zündete mir eine Zigarette an und 10 Meter vor mir, verließ Russell Brand in Begleitung einer schwarzhaarigen weiblichen Begleitung ein Geschäft, beide gekleidet, als kämen sie gerade von einem PunkerVorstandstreffen, abgefuckt bis zum geht nicht mehr….Brand wirkte gehetzt und blickte sich, nachdem er den Laden verlassen hatte, zuerst einmal panisch in alle Richtungen um und ging dann eiligen Schrittes von mir hinweg….er wirkte auf mich wie eine Vogelscheuche auf Amphetaminen….egal….ich hatte meine Zigarette eine Minute später kaum beendet, als schon ein weiblicher Teenager vorbeieilte, am Handy telefonierte und die Sichtung Brands über das Handy wohl anderen weiblichen Teenagern weiterverbreitete….so, als ob sich diese Teenager in dem Stadtviertel strategisch verteilt hätten, um jede Bewegung Brand`s sofort zu bemerken (aus welchem Grund auch immer)….ich bewegte mich einige Schritte zu einer Bank hinüber….die weibliche Bekannte hatte sich wie erwartet noch nicht für eine der beiden Kuchensorten entscheiden können….dass könnte dauern….ein Aufpasser eilte am Handy telefonierend, vorbei und ich setzte mich in die Bank und zündete mir gleich die nächste Zigarette an, als einer der sehr vielen Passanten alle englische Zurückhaltung aufgab und mir mehr oder weniger offen folgendes in das Gesicht sagte….We know, what you`ve done“ (was ich dann doch etwas weniger glaube) und mich anblickte und als ich nicht reagierte und teilnahmslos verblieb, ging dieser eiligen Schrittes weiter und ich….und ich….und ich begann zu schmunzeln….schmunzelte, um nicht in brüllendes Gelächter auszubrechen….das Schmunzeln und die damit einhergehende gute Laune hielten doch tatsächlich die folgende halbe Stunde an….endlich, nach noch einer weiteren Zigarette, hatte die weibliche Bekannte sich für einen Kuchen entscheiden können und wir spazierten weiter, als ich etwa 100 Meter weiter, ein englisches Pub entdeckte, Hafen aller Landratten, mein einziges Interesse an allem in jenem Moment und ich konnte die weibliche Bekannte doch tatsächlich, nach diesem dreistündigen Spaziergang davon überzeugen, dieses zu betreten und dass ich dort endlich, endlich, endlich ein Bier trinken könnte….
….wir betraten das Pub, welches mich irgendwie an ein englisches Landhaus erinnerte und ich bestellte mir ein großes Bier….
Wir setzen uns an einen Tisch und die weibliche Begleitung war von dem Spaziergang so erschöpft, dass sie schwieg; ich trank einen Schluck vom Bier; im Fernsehen wurde ein Rugbyspiel übertragen….zwei Italiener saßen am Tresen und verfolgten das Spiel im Fernsehen…..
….ich trank noch einen Schluck vom Bier….
….so saß ich dann ein/einhalb Stunden in diesem Pub, trank zwei große Bier und in der Zwischenzeit gingen die beiden Italiener, betraten einige ältere Herrschaften das Pub und tranken ihr Bier….
….und es war….
….und es war die angenehmste Stunde in jenem Jahr….nein, es war einer der angenehmsten Stunden in meinem Leben….ich, das Bier, das Schweigen, niemand der stresst, stört, beobachtet, registriert….

IV
Anfang Juli 2007 hatte sich die Situation um mich etwas beruhigt; die verbalen Übergriffe waren auf ein menschlich-erträgliches Maß herabgesunken und immer öfter traff ich in Wien auf etwas so seltsames, jahrelang kaum vorhandenes, wie Respekt und Anerkennung….nachdem ich das Fragment „Die Auslöschung“  niedergeschrieben hatte, war einigen intelligenten Menschen anscheinend klar geworden, dass ich ja vielleicht auf all diese Angriffe, Unterstellungen und Lügen auch ädequat reagieren könnte und zwar in einer Art und Weise, dass der Schaden etwas größer sein könnte, als die Klärung der Frage ob man ein finochio/schwul oder kein finochio/schwul ist….

Anfang Juli 2007, an einem Samstag-Nachmittag, spazierte ich zu einem Cafe in der Stadt, setzte mich in den Scharniergarten, bestellte mir ein kleines Bier und verbrachte die folgenden zwei, drei Stunden damit, die Tageszeitungen und zwei, drei WochenMagazine zu lesen….bestellte noch ein kleines Bier und dann noch ein kleines Bier und die Kellnerin war ausgesprochen freundlich und hübsch, sodass ich mich dazu entschloß sie doch anzusprechen….ich entschloß mich dazu für sie ein Gedicht zu schreiben (kein Liebesgedicht)….schrieb es auf einen Fetzen Papier und schenke es ihr….die Kellnerin freute sich darüber und ging wieder ab….ich trank noch an meinem kleinen Bier herum, als die Kellnerin etwas später zu mir trat und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte, da sie die Bar in etwa 15 Minuten schließen würde, mit ihr eine Veranstaltung in der Nähe zu besuchen….da ich keinen Termindruck verspüre und auch keinen außergewöhnlichen Stress ausgesetzt war, sage ich natürlich, wie sollte es auch anders sein, ja, dazu….

Anfang Juli 2007 besuchte ich also mit der Kellnerin ein Fest auf dem Rathausplatz….so weit ich mich noch erinnern kann der Weltklimatag oder so ähnlich….wir setzten uns dort zwischen den zig-tausenden anwesenden Menschen nieder und da ich in der Masse eher eingeschüchtert mich verhalte, konzentriere ich mich auf das Bier in meiner Hand und dem Blick in ihr Gesicht bzw. dem Erdboden….gleich nebenan wo ich saß, war eine Art VIP-Tribüne und daneben ein Kameraturm aufgebaut, mit welchen die Bilder vom Rednerpult auf eine riesige Leinwand projeziert wurden und die diversen Politiker melden sich zu Wort….ein riesiges Spetakel, zwar völlig sinnlos und sinnfrei, aber für das gute Gewissen war wohl kein Aufwand zu viel….fehlte eigentlich nur noch, dass die OMV Hauptsponsor des Events gewesen wäre….

Ich konzentriere mich also auf das Gesicht, den Erdboden und die Flasche Bier und dann, irgendwann im Laufe der Veranstaltung, blickte ich doch eine Sekunde lang, zum Kameraturm/der VIP-Tribüne hinauf und dort befanden sich etwa 7 Menschen, welche alle, in jener Sekunde in der ich hinaufblicke, zu mir hinunterblicken und es war kein Zorn, kein Ärger, keine Wut in diesen Gesichtern, kein „eine zweite Chance“; kein ein „porco“/schwein (welches man ja meistens von den allergrößten Schweinen bezeichnet wird); usw., denn wohlwollende Gesichter, welche mich gänzlich glückselig anblickten, mich kennend; erstaunt mich hier zwischen tausenden von Menschen anzutreffen und glückselig mich in Begleitung einer Frau zu sehen….
….ein sehr ambivalentes Gefühl, aber doch sehr positiv….
….und es waren doch sehr viele der Anwesenden, die einem doch bei jener Veranstaltung sehr wohlwollend, ja glückselig für einen waren….

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