…ein abenteuerlicher Gedanke (II)….

Das neoliberale Wirtschaftsmodell und die wirtschaftliche Globalisierung haben die Welt in den vergangenen 30 Jahren grundlegend verändert; Spielregeln, welche vorher für alle galten, wurden außer Kraft gesetzt bzw. haben an Bedeutung verloren; neue, riesige Vermögenswerte sind entstanden und so wurde aus einer unipolaren Welt eine multipolare Welt; in welcher das feudalistische Gehabe der Reichen, Mächtigen und Schönen durchgehend absurde Ausmaße angenommen hatte und tut.

Zumindest die Versprechungen, welche sich wie immer samt und sonders als Lügen herausgestellt haben; blieben die Gleichen; Wohlstand für alle, gerechte Umverteilung (wohl von den Linken zu den Linken); ein gerechtes Gesellschaftsmodell und die Bekämpfung der Armut, der Korruption und der Gleichgültigkeit….wobei dem letzteren anzumerken ist, dass es zumindest einige versucht hatten und tun und dann gescheitert sind bzw. scheitern werden…..vor allem dann wohl an den Armen selbst….dem Menschen an sich….

Viele Wörter, keine Taten und gänzlich im Gegensatz zu diesen leeren Parolen wurde der Druck, welcher von der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft auf den Einzelnen (zumal dieser nicht zu den Reichen gehört/e) ausgeübt wird, erhöht….unter den begeisterten Jubelrufen der debilen Masse!

Dem neoliberalen Wirtschaftsmodell, deren Vertreter mit der politischen Klasse ja Katz und Maus spielen (wobei die Vertreter der politischen Klasse anscheinend recht gerne die Rolle der Maus übernehmen), ist es in den zurückliegenden 20 Jahren gelungen, aus breit aufgestellten Industriezweigen; aus einem durch seine Vielfalt sich auszeichnenden wirtschaftlichen Kosmos, eine effiziente, auf den kurzfristigen Profit ausgerichtete, kalte Wüste zu erschaffen.

In einem immer gnadenloser werdenden Wettbewerb überlebten nur jene Unternehmen, welche in ihrem vierteljährlichen Geschäftsbericht tiefschwarze Gewinnzahlen vorweisen konnten; welche den Shareholders (nicht Menschen, denn Banken und mehr als suspekte Finanzunternehmen) einen Geldregen schenkten; somit wurde alles dem kurzfristigen maximalisierten erwirtschaften Gewinn geopfert; als erstes jede Form von irgendeiner, nicht auf BlaBlaBla zu reduzierenden, unternehmerischen Ethik bzw. sozialem Verantwortungsgefühl…..

….der Rest wurde auf Kredit gekauft….

Von 100 Autobauern blieben 20 übrig; von 200 Maschinenherstellern blieben 40 übrig; von 300 Schuhfabriken eine (jene in China) und auch die Piranhas (die Banken) selbst, frassen sich gegenseitig auf; immer verbunden mit einem massiven Stellenabbau (die Entlassenen, die dann alle fit für die moderne Dienstleistungsgesellschaft gemacht wurden und werden; also zu devoten Dienern der Reichen, Mächtigen und Schönen); eine Marktbereinigung; einer Multiplizierung des Faktor Geld; welches als einziger Wert anscheinend im menschlichen Denken und Handeln übrig bleibt; welches über allem Menschlichen anzusiedeln ist und dazu natürlich die Presse, welche über all dies wahre Jubelshymnen verfasst hatte.

Dafür bekam das Volk dann 10 neue Fernsehkanäle mit einem dämlicheren Infantilisierungsprogramm im einen zum noch dämlicheren Infantilisierungsprogramm im nächsten Kanal…..dazu noch 10 neue Badeshampoos in der Supermarktkette, welche ihre Angestellten 3,4 Euro pro Tag bezahlt und dass alles nur damit das Volk auch restlos glücklich bei all diesen doch eher schwindelerregenden Entwicklungen bleibt.
….die debile Masse jubelt….

All jene Unternehmen, welche in diesem beinahe grotesk anmutendem sogenannten Wettbewerb nicht mithalten konnten, wurden von Konkurrenzunternehmen aufgekauft bzw. übernommen bzw. einverleibt bzw. geschluckt und andere schwächelnde Unternehmen wiederum fusionierten mit der Konkurrenz und durch die dabei dicker und dicker werdenden Portafoglio`s der Investmentbanker konnte der arme, zurückgebliebene Rest der Menschheit (also mindestens 80%) den Gürtel enger schnallen.

So wurde aus einem vielfältigen, die Welt durchaus sehr bereicherndem wirtschaftlichen Kosmos ein monolithischer Block; in welchem allein der Gedanke des Profit noch zählt und das Gerede von sozialer Verantwortung bei den Wirtschaftsführern nur noch leises Gelächter bzw. Spott auslöste.

Der Finanzkapitalismus mit seinen Milliardenakrobaten hatten das Heft der Handlung in die Hand genommen und diktierten dem Rest der Welt wo es lang geht….in eine kalte Moderne….

Widerstand dagegen war und ist zwecklos; auch deshalb da die debile Masse sich aufgrund ihrer Bequemlichkeit, Dummheit und Ignoranz, aufgrund des ihnen dargebotenen Materialismus und des gewissenlosen Konsums beinahe vollzählig auf die Seite der Unterdrücker und Ausbeuter gereiht hat….das Unwissen schützt nunmal am Besten vor Komplizenschaft….

Ziel dieser Fusionen, feindlichen Übernahmen, Aufkäufe, Verkäufe, marktbereinigender Aktionen, Bankrotte, war primär die Gewinn- und Umsatzsteigerung; der Profit und der diese begleitenden milliardenschweren Bonusauschüttungen für die Managerklasse (denn am meisten profitierten die Manager der Konzerne und die Investmentbanker, welche die Deals eingefädelt hatten von dieser Fusionierungswelle des vergangenen Jahrzehnts) und sekundär um Synergien zu schaffen, herzustellen und was auch immer; Synergien; dieses Zauberwort des Großkapitals, um das jeweilige Unternehmen fit für die unternehmerischen Herausforderungen des 21 Jht. zu machen….Kapitalerhöhungen, Aquisition und Akkumulation und sich rechtzeitig auf den beiden großen Wachstumsmärkten China und Indien breit und noch profitabler zu machen.

Herausgekommen sind dabei unter anderem auch durchaus als kriminell zu bezeichnende kriminelle Kartelle, welche in aller vorstellbaren Legalität operieren können; so verfügen Privatbanken über mehr Macht als Staaten (ohne dass das die Staaten überhaupt bemerken, den diese sind nämlich unterwandert)….haben einen privaten Staatsbetrieb aufgezogen, beziehungsweise haben die staatlichen Geheimdienste, welcher diesen zuarbeitet; Kontakte in alle relevanten und irrelevanten Kreise, dazu noch all diese privaten Dienstleister, welche vom Tod über Nutten, bis hin zu Kampagnen alles in ihrem Angebot feilbieten…..es entstanden somit kriminelle Kartelle, deren Grenzen nur dort enden, wo das noch mächtigere, noch kriminellere Kartell beginnt….
Diese kriminellen Kartelle machen zwar nur einen Teil der Wirtschaft aus, sind aber nichtdestotrotz eine stete Bedrohung für jede Demokratie.

Nun ist nach einer 20 Jahre andauernden Marktbereinigung der Punkt erreicht wordne, wo der Markt sich selbst bereinigt hat….nämlich von sich Selbst….es kam zu einer Finanzkrise, deren erster Ausläufer eine Weltwirtschaftskrise auslöste….vorausgegangen waren dieser etwa die Spekulation um den Erdölpreis, welche so wirkten, als wolle die Weltwirtschaft nunmehr absichtlich Harakiri begehen….doch zurück zur Weltwirtschaftskrise….plötzlich wächst der „freie“ Markt nicht mehr; denn schrumpft; Entlassungswellen rollen über die Bevölkerung und verschütten als allererstes die Mittelklasse; noch härter wird der Wettbewerb und die Börsen tanzen Tango; auf und ab und auf und ab und sehr, sehr wenig hat sich seit Beginn der Krise an den Geschäftsgebaren; am alltgäglichen Wirtschaftsleben geändert…..außer vielleicht, dass die HedgeFonds, welche selbst in der Krise noch Milliardengewinne lukrieren, noch verschwiegener und diskreter zu Werke gehen….

Die Beteuerungen der politischen Klasse, deren Hilfspakete und chirurgischen Eingriffe in das Weltwirtschaftssystem kann man mit einem Wort umschreiben….Hilflosigkeit….

Die große Erkenntnis aus der wirtschaftlichen Globalisierung hingegen, ist nicht dass der Markt „frei“ ist oder dass die Menschenrechte kein Geld, also irrelevant sind; denn eine, Teilen der politischen wie wirtschaftlichen Elite seit sehr lange bekannte Erkenntnis; dass die Rohstoffe nicht nur weniger, schwerer verfügbar; denn zur Neige gehen und zwar innerhalb der nächsten 3-4 Generationen….der Treibstoff der Welt namens Erdöl geht und auch wenn man noch 100 neue, riesige Förderfelder finden sollte, zur Neige….einem Erdöl, welches nach wie vor die Basis, die unverzichtbare Grundlage der industriellen Volkswirtschaften darstellt.

Es hat nun ein Wettrennen eingesetzt, welche Volkswirtschaften sich diese verbliebenen Rohstoffe, also ihre Energieversorgung mit Gas und Öl so lange wie möglich sichern können….das Konsumentenherz im Wunderland des Materialismus schlägt schon einige Takte schwächer….

Man kann diesen Wettlauf um die verbliebenen Rohstoffreserven auch die Cheney-Doktrin nennen, denn rücksichtsloser, offensichtlicher und mit Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Mittel, als die USA geht kaum ein Land in diesem Wettrennen vor (auch wenn Russland, China, Japan, Deutschland und Indien aufholen und mittlerweile nicht viel anders vorgehen); dieses Vorgehen dient ja zweifelsohne dem Wohl des Volkes, des eigenen Volkes….was der Rest der Menschheit treibt….ob dort das Licht ausgeht…who cares?….denn ohne eine „langfristige“ Absicherung der Energieversorgung, ist das Leben im Überfluß, dem Luxus und der Verschwendung, also dem einzigen was in dieser materialistisch orientierten; auf Konsum aufgebauten Welt zu zählen scheint, vorbei….aber selbst diese, die Reichen, also die einzigen, welche auf dieser Welt zu zählen scheinen, beginnen ihr Leben auf Kosten der Anderen, dem Rest sehr, sehr langsam zu reduzieren; beginnen zu sparen….ein unübersehbares Anzeichen, dass es bald ernst wird….nicht für die Reichen, aber für den Rest dann um so mehr.

Aber zurück zu der Finanz- bzw. Wirtschaftskrise und dem was ich eigentlich schreiben wollte….in dieser Krise wurden nun auch jene Branchen hart getroffen, welche keine unmittelbare Notwendigkeit darstellen; denn wie ich erkennen musste; ist nur das Spotten, das Ficken und das Fressen für die Menschen zum Überleben unmittelbar notwendig….es handelt sich bei diesen Branchen um die Kunst; das Zeitungswesen und dem Buchhandel; wobei man bei den beiden zuletzt genannten anmerken muss, dass diese sich schon seit längerer Zeit in einer Krise befinden.

Zum einen die Kunst, welche sich ja mittlerweile zu einem Spielzeug der Reichen und Mächtigen zum Teil reduziert hat; deren Aufgabe heutzutage ja darin zu bestehen scheint; zu unterhalten, abzulenken; das Wohlgefallen der Reichen zu erregen; anschmiegsam und unpolitisch der jeweiligen Elite Honig um den Mund zu schmieren….
Da nun die Reichen auch zu sparen begonnen haben; fällt all diesen Künstlern nun ihr Daseinsgrund davon.

Zum anderen das Zeitungswesen….es wird ja immer weniger Zeitung gelesen und wenn dann Zeitungen wie die Krone, wie die Bild, wie die Novella 2000; somit werden die Anzeigenkunden; die Werbeinserate weniger und diese billiger….

Ich nehme nun eine Branche, nämlich den Buchhandel, heran, um zu zeigen, wie das neoliberale Wirtschaftsmodell funktioniert und wie dieses in der Krise noch gestärkt wird….um damit zu zeigen (und dass ist mein abenteuerlicher Gedanke), dass die wirtschaftliche Krise nicht nur, aber doch zu einem kleinen Teil, nur Mittel zum Zweck ist.

Der Buchhandel ist, auch wenn es die debile Masse kaum glauben wird, ein Business, welches Umsatzzahlen, Absatzzahlen; Profite und Verluste produziert; eine Branche, ein Business, welches in einer tiefen Krise feststeckt….und wie immer sind der oder die oder das Schuldige am Schnellsten gefunden….in diesem Fall das Internet, die Buchpreisbindung; eine oberflächige, inhaltsleere Alltagskultur; die Online-Buchhändler usw. usf…..

Der deutsche Buchhandel z.B. setzte im Geschäftsjahr 2007 10 Milliarden Euro um; Peanuts würde der eine Banker wohl dazu sagen und der andere Banker ihm unter dem Jubel der debilen Masse beipflichten; dass man solch eine Branche sofort liquidieren müsste; es ist das Geschäftsergebnis einer Branche, welche inmitten einer radikalen Neupositionierung auf dem Markt steht.

Seit längerem kann man in Deutschland die Entwicklung beobachten, dass die einzelnen Buchhändler (Geschäfte, welche seit einer Ewigkeit in ihrer kleinen Nische dahinwirtschaften) weniger werden; dass das Geschäft mit dem Buch unrentabel wurde; dass in einer Alltagskultur der Videospiele, der Konsolen, des Computers, einer an Dummheit kaum zu überbietenden Alltagskultur; eines der größten Kulturgüter der Menschheit, nämlich das Buch, erst seinen Platz noch finden muss.

Das Lesen von Büchern war ja schon immer ein verdächtiger Zeitvertreib; nichtdestotrotz gab und gibt es sehr viele Menschen, welche in ihrer Freizeit ein gutes Buch lesen möchten und sich nicht nur mit Ficken, Spotten und Fressen zu beschäftigen scheinen.
Diese Liebhaber der Bücher wurden von ihren Mitmenschen, also der Mehrheit, schon immer schief angeblickt, vorverurteilt, in eine Ecke gestellt; gerade so, als ob diese von einer sehr seltenen Krankheit namens Wissensdurst befallen worden seien und nun nur durch Verachtung durch die debile Masse, geheilt werden könnten.

Der einzelne Buchhändler gehört also einer aussterbenden Art an; die einzelnen Buchläden werden weniger und deren Platz nehmen nun Buchhandelsketten wie Thalia, DBH und Libro ein; Handelsketten, welche über eine Unzahl von Standorten in bester Lage und das nötige Kapital im Hintergrund besitzen.

Bei diesen Handelsketten steht nun nicht die Liebe zum Buch im Zentrum ihrer Tätigkeit, denn die Liebe zum Profit (die bei den allermeisten Menschen wohl einzig vorhandene Form von Liebe); es geht also nicht mehr darum den Menschen gute Literatur nahezubringen, denn darum mit den Menschen ein gutes Geschäft zu machen; also gute Geschäftsbilanzen dem Managment der Handelsketten vorzuweisen….

Mann kann nun seit längerer Zeit beobachten, wie der deutsche Buchhandel; also diese Handelsketten in enger Zusammenarbeit mit bestimmten Verlagen und der deutschen Presse (welche anscheinend eine bestimmte Affinität zu bestimmten Verlagen zu haben scheint) bestimmte Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt zu deren Erfolg pushen (danach war natürlich alles anders, alles ganz überraschend und unerwartet….bullshit)….mit Erfolg….wenn Dj Ötzi mit seinem „Ein Stern der deinen Namen trägt“ (1 Million mal verkauft) die Position Nr. 1 in den Musikcharts belegt; ist es doch nur logisch, dass die Position Nr. 1 in den Büchercharts eine Charlotte Roche mit ihrem „Buch“ „Feuchtgebiete“ belegt….einem „Buch“, welches sich bisher 1,3 Millionen mal im deutschsprachigen Raum verkauft hat….und so wie man DJ Ötzi`s Krächzen schwerlich als Musik bezeichnen kann; so kann man auch Roche`s Feuchtgebiete schwerlich als Literatur bezeichnen….es handelt sich also bei Roche`s „Feuchtgebiete“ um kein Buch, denn um ein Marketingprodukt….einem Marketingprodukt, welches seinen Erfolg nicht seinem Inhalt (wenn man denn von einem Inhalt überhaupt sprechen kann), denn einer raffiniert inszenierten Werbekampagne zwischen Verlag, Presse und den Buchhandelsketten verdankt….es geht also nicht um Literatur, nicht einmal im entfernsten; denn um Verkaufszahlen….Sex and the City im Buchformat….und eine lange Reihe von Nachahmungstätern/innen bzw. auf ähnlichem Niveau produzierenden „Buchproduktherstellern“ sind schon dabei die Bestsellerlisten mit ihren „BuchProdukten“ zu blockieren oder blockieren diese bereits….Kuttner, Sveland, Bushido, Kehlmann, Precht….alles leichtverdauliche Kost; welche mit Literatur dann eher weniger zu tun hat….oberflächiges, zeitgeistiges, substanzloses, unpolitisches, inhaltsleeres Einerlei, welches mit all diesen Erfolgsingridenzien natürlich reißenden Absatz findet….das Niveau der Fernsehsendungen wie DSDS; das Niveau der „Musik“ eines DJ Ötzi wurde somit auch auf den Büchermarkt ausgedehnt um somit das Intelligenzniveau aller auf….ja auf welches Niveau denn hinunterzudrücken….

Es werden also von diesen Buchhandelsketten bestimmte Produkte, welche zweifelsohne den Massengeschmack bzw. den Zeitgeist, treffen, massiv beworben und dann auch massiv verkauft….der Buchhandel verkommt somit zu einem effizienten, gewinnorientierten, kalten Business, welches seine Aufgabe nicht darin sieht, gute Literatur zu verkaufen, denn Buchprodukte zu verkaufen….und somit ist dies für alle….den „BuchProduktHerstellern“, den Verlagen, der Presse und nicht zuletzt den Buchhandelsketten ein einträgliches Geschäft….

Daran wäre ja grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn es nicht so wäre, dass aufgrund dieser riesigen Verkaufserfolge von so nahmhaften „Autoren“ wie Roche und Kuttner, die eigentliche Literatur untergehen würde….dass man zehn Regale mit Büchern von Roche, Kuttner und Bushido vorfindet und im versteckten Eck dann, z.B. die gesamte gegenwärtige US-Literatur mit Updike, Roth, Mailer, Bellow, Wallace, McCarthy usw. usf., welche vielleicht dann doch etwas mehr und interessanteres zum Leben beitragen können, vielleicht etwas tiefgründiger sind, als die Erkenntnis, mit wem die Romanheldin am Wochende gevögelt hat und mit wem nicht….

Und somit möchte ich auf das neoliberale Wirtschaftsmodell zurückkommen und wie dieses, in diesem Falle dem Buchhandel, auf das alltägliche Leben der Menschen einwirkt….zuerst sterben aufgrund der Effizienz, des kalten Profitdenkens die liebenswerten, gut geführten, reich ausgestatten, kleinen Buchläden und werden von den Buchhandelsketten ersetzt und dann als zweiter Schritt werden in diesen großen Buchhandelsketten genau jene Produkte verkauft, die gekauft werden sollen….niveauloses Einerlei….

Es verkommt also der Buchhandel zu einem kalten Business, in dem nicht die Liebe zum Buch, denn die Liebe zum Profit im Vordergrund steht und man kann dieses Beispiel des Buchhandels auf viele andere Branchen und Sparten ausdehnen….

Und mir ist schon klar, dass die Komplexität dieses Verschwinden (aus der Alltagskultur) der einzelnen Buchhandlungen etwas komplexer ist, als dieses auf das neoliberale Wirtschaftsmodell zu reduzieren, aber trotzdem gilt es festzuhalten, dass gerade dieses um sich greifende neoliberale Wirtschaftsmodell einen Teil der Schuld daran trägt, dass diese kleinen Buchhandlungen, dass die kleinen Handwerksbetriebe, dass dieses und jenes Geschäft, welche die Kunden im Laufe der Zeit lieb gewonnen haben; dass jener Betrieb und jener Betrieb schließen muss, da alles von der Globalisierung und dem neoliberalen Wirtschaftsmodell überrollt wird, welche rein auf Profit, Gewinnmaximierung und Expansionswahn ausgerichtet sind….

….der Mittel zum Zweck….

Da man in der Krise erkennen konnte, dass alles was nicht der unmittelbaren Notwendigkeit unterliegt gekürzt, entlassen und geschlossen wurde; also der Rotstift zuallererst bei den Zeitungen angesetzt wurde (z.B. konnte sich die New York Times nur knapp vor dem Bankrott retten oder die Geschichte mit der Berliner Zeitung); nicht der Bild, der Krone oder Novella 2000; denn bei Qualitätszeitungen, welche nicht nur über die neuen Plastikbrüste des neuen Teenie-Stars berichten….und dann bei den Künstlern, der Künstlerförderungen, usw. usf…..und schließlich die Krise mit voller Härte den Buchhandel, welcher wie bereits gesagt, schon vorher in der Krise sich befand (ähnlich wie das Zeitungsbusiness), könnte (und ich nehme diese jetzt einmal vor) man die Schlußfolgerung ziehen, dass die Krise zum Teil auch als Mittel zum Zweck dient, die Meinungen zu vereinheitlichen; das breite Spektrum der Medien, der Kunst und des Buches einzugrenzen; um in Krisenzeiten den Menschen zuallerst die intellektuelle Schärfe zu nehmen; das Recht, sich eine umfassende, von der „Regierungseite“, dem Mainstream abweichende Meinung zu bilden….denn Fox-News hat keine Bilanzprobleme….eine unabhängige überregionale Zeitung wie die New York Times, welche eine ausgewogene Berichtserstattung zumindest versucht zu machen, hingegen schon….

Wird also in dieser Krise an der Pluralität der Demokratie herumgeschraubt und die Nieten um die Gedanken enger gezogen….wird nicht zuallerst dort gespart, wo Kritik und alternative Meinungen entstehen….wird nicht den Journalisten schon seit Jahren ihr Handwerk immer mehr verkompliziert, eingegrenzt und diese dann auch noch gegängelt….und dient die Krise also nicht letzten Endes auch dazu, dass sich die Medienoligarchie durchsetzt….also nur genehmes, schönes, erheiterndes und positives berichtet wird….genau dass also, was die debile Masse wünscht….

Es ist dies eine Interpretaionsmöglichkeit, welche vielerlei Bestätigungspunkte in der Realität findet, nichtdestotrotz gibt es noch viele freie Medien, welche frei und unabhängig berichten….aber zurück zum Buchhandel….

Ist diese Tendenz des neoliberalen Wirtschaftsmodell, also den Buchhandel auf große Buchhandelsketten zu konzentrieren, nicht auch ein Versuch, eine bestimmte „Literatur“ unter das Volk zu bringen….eine gelenkte „Literatur“…..eine „Literatur“, welche den Neoliberalismus nicht kritisiert, denn feiert, für all diese Freiheiten, welche er den reichen Menschen schenkt und den Armen….welche Armen…..im Neoliberalismus gibt es keine Armen; so wie es im Krieg keine Toten mehr gibt….zumindest keine Berichterstattung darüber….

….und so wird die Welt immer glatter, schöner, oberflächiger und niemand hat ein Problem damit, nur jene, die ein Problem damit haben, die sind ein Problem und mit Sicherheit verrückt und krank….1984….

(zum Thema passt auch das Posting vom über dem Literaturbetrieb….)

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