….splitter im elektronischen bewußtsein (I,II,III,….)….

„Citoyen“

Wo sind sie heute, die mutigen Intellektuellen? So fragte nach der Premiere auch eine Zuschauerin, doch die Antwort lieferte nicht der Regisseur, sondern ein Stimme von weiter hinten im Saal. Dort sass Peter Bichsel und machte seinem Ärger über die «dumme» Frage Luft: «Nicht die Autoren fehlen, die sich einmischen! Sondern das Publikum, das sich dafür interessieren würde! Jetzt sitzen die Leute einfach auf ihrem faulen Arsch und fragen: Wo ist der linke Blocher? Das ist ein derartiger Blödsinn.» Die engagierten Intellektuellen wären noch da, bloss ist ihr Publikum verdämmert?

„La Dolce Vita“
Protagonist war ein Boulevardjournalist, der mit dem Fotografen Paparazzo – dem Vater aller Paparazzi – zusammengearbeitet hatte. Den Namen Paparazzo hatte sich Fellini von einem kalabresischen Hotelbesitzer ausgeborgt.

Ein Regisseur hat mal gesagt, die Vorurteile gegenüber Schauspielern treffen höchsten zu knapp 95 Prozent zu.

In Amerika hat sich vieles radikalisiert in den letzten Jahren. Der gnadenlose Materialismus, die Sozialstrukturen. Das merkt man auf der Straße, wie die Leute Auto fahren, wie sie miteinander umgehen. Es ist alles ziemlich brutal geworden. Im Winter werden Obdachlose aus dem ganzen Land nach Los Angeles gekarrt, weil es da warm ist und sie auf der Straße zumindest nicht erfrieren. Dagegen ist das soziale Leben in Deutschland geradezu liebevoll.

Irgendwie erinnert mich Bombay an das Wien im frühen zwanzigsten Jahrhundert – eine kosmopolitische Kulturmetropole, die immer stärker unter den Einfluss primitiver rechter Parteien geriet. Vielleicht ist den Leuten das moderne Leben mit seinen schnellen Veränderungen und Anforderungen zu viel geworden; sie haben die Stadt den denkbar schlechtesten Politikern anvertraut. Mit dem Ergebnis, dass großes Misstrauen unter den religiösen und ethnischen Gruppen herrscht.

„Ich bin ausgelaugt, fast verzweifelt“, schreibt Arnold Zweig im August 1917 in einem Brief an Agnes Hesse. „Ich will Ihnen nur sagen dass das ganze Heer, von der hintersten Etappe bis zum vordersten Graben, von den giftigsten und niedrigsten moralischen Fäulnisstoffen durchseucht ist, und dass ich eines Tages mit einem vielleicht ruchlosen und unerhörten Buche die Wahrheit gestalten werde. Als Rache, das leugne ich nicht – als Rache dafür, dass man mein bis dahin reines und zurückgezogenes Leben in diese Kloake gezerrt hat.“

Im vergangenen Jahr, kurz vor der Krise der West LB, traf er deren Chef Thomas R. Fischer. Einst waren sie Konkurrenten um den Vorposten bei der Deutschen Bank gewesen. Doch als Ackermann am Main obsiegte, wich Fischer an den Rhein aus. „Pass auf, Ackermann“, sagte Fischer, der einen Hang zu Kontrastkragen und Strunztuch hat, „pass auf, bald überholen wir dich!“ Nur Wochen später stand die Westdeutsche Landesbank vor ihrer Pleite.

„Das Wesen der Staatstätigkeit ist, Menschen durch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung zu zwingen, sich anders zu verhalten, als sie sich aus freiem Antriebe verhalten würden.“
Ludwig von Mises

Vor einigen Jahren erzählte mir ein nicht mehr junger jüdischer Mann folgende Geschichte: In seiner Jugend in Wilna, das schon von den Nazis besetzt war, spielte er mit Freunden auf dem Schulhof Fußball. Jüdische und christliche Jungen kickten zusammen, es war ein wildes, begeistertes Spiel, als plötzlich überall in der Stadt die Lautsprecher ertönten und eine „Akzia“ ankündigten. Kurz darauf stürmten deutsche Soldaten den Schulhof und nahmen die jüdischen Jugendlichen fest. Eine Stunde später steckten sie bereits in einem Zug, der sie in die Vernichtungslager fuhr. Der Zug fuhr nahe am Schulhof vorbei. Die Jungen schauten durch die Ritzen des Waggons und sahen, wie die anderen dort weiter Fußball spielten.

Max Frisch:
In Leserbriefen wurde er als „Sauhund“ beschimpft, 43 Jahre lang bespitzelte ihn der Geheimdienst, Frisch erfuhr es erst spät. Rund 500.000 Mitbürger wurden observiert.
Unter logischen Gesichtspunkten dürfte er aber der Einzige sein gewesen, den das Militär in einem umfassenden Dossier als „Staatsfeind Nummer 1“ bezeichnete. Die Größe eines Intellektuellen ist eben auch von der Zahl und Bedeutung seiner Feinde abhängig.

Sie haben lange in Kenia gelebt. Sehen sie etwas Kenianisches in Obama?
Trojanow: Nein, eigentlich nicht. Nur eines fällt mir auf: Obamas Vater ist vom Volk der Luo, so wie der jetzige Premierminister. Die Luo fühlen sich nicht nur miteinander verwandt, sie gelten in Kenia als Philosophen. Sie sind „brainy people“, gescheit, können reden und begeistern. Zumindest sagt man ihnen das nach.

Die USA als Erfinder der Prohibition sind heute nicht zufällig sowohl Weltmarktführer beim Konsum illegaler Drogen als auch beim Einsperren von Bürgern. Für die privatisierte und börsennotierte Gefängnis-Industrie stellen die herrschenden Drogengesetze eine entscheidende Geschäftsgrundlage dar, knapp ein Viertel ihrer „Kunden“ sitzt wegen Drogen, weshalb die Lobbygruppe „Association of Prisonguards“ mittlerweile zu den größten Wahlkampfspendern zählt, die für beide Parteien spenden.

Am 31. Mai 1972 starben unweit des italienischen Dorfes Peteano drei Carabinieri, als sie ein verdächtiges Auto untersuchen, durch einen Sprengstoffanschlag. Als Attentäter wurden bald von Medien und Politik linke Gewalttäter in Gestalt der Roten Brigaden ausgemacht. Als jedoch 1984 der italienische Staatsanwalt Felice Casson den Fall neu aufrollte, weil er in der vorherigen Untersuchung auf eine Serie von Widersprüchen und offenkundigen Fälschungen gestoßen war, konnte dieser nach jahrelangen Recherchen in den Archiven des italienischen Geheimdienstes und nach dem Geständnis des Rechtsextremisten Vincenco Vinciguerra die Existenz einer Geheimarmee in Italien nachweisen. Diese operierte mit Rechtsradikalen, um durch Anschläge auf Zivilisten, die den Linken in die Schuhe geschoben wurden, erstens zu verhindern, daß die Kommunistische Partei Italiens weiter an Popularität gewann, und zweitens den Vorwand zur politischen Repression zu liefern.

….ein guter Artikel….
http://www.zeit.de/2008/37/DOS-alles-inklusive?page=all

….ein Auszug….
Man darf die Frage stellen, was das für ein Urlaub ist, bei dem der Reisende mit dem bereisten Land so gut wie nichts zu tun hat. All-inclusive, so der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, »hält die Urlauber fern von der Realität des Landes, von Interaktion mit lokaler Bevölkerung, verhindert interkulturelle Erfahrungen«. Hotelzimmer, Essen, Strand und Meer – alles gleichförmig und erwartbar. Es gibt keine Eventualitäten, keine überraschenden Momente. Nach einer Erhebung des Studienkreises wollen 84 Prozent der deutschen Türkei-Urlauber primär »Spaß, Freude, Vergnügen« haben. Der Typus des »nicht ansprechbaren Erholungsurlaubers ohne Interesse am Kennenlernen von Land und Leuten« sei überproportional häufig vertreten.

Eine Anekdote besagt, dass Alfred Nobel einst von seiner Verehrten zugunsten eines Mathematikprofessors zurückgewiesen wurde und Nobel in Verbitterung einen geplanten Preis für Mathematik nachträglich aus dem Testament strich. Historisch belegt ist das allerdings nicht.

Mit der Sie immerhin einmal die Fußball-Weltmeisterschaft ins Land geholt haben, weil anscheinend ein Fifa-Delegierter ein Bestechungsfax der Titanic für echt hielt.

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