….da ich schon so viele „schöne“ Gedichte für die Reichen geschrieben habe, vielleicht einmal ein „schönes“ Gedicht für die Armen….

zu überarbeiten

Hilflos
vor der Playstation
versinken;
aphatisch
vor dem Fernseher
mitfiebern;
Big Brother Staffel 281 läuft;
so muss eine Flasche Schnaps
als Abendessen reichen;
während die 5 Kinder nach Brot schreien;
aber keine Zeit;
die Obertussi hat den Prolo
klar gemacht;
echte Tränen fließen;
der Vater
stolpert;
vom fluchen und huren; besoffen
die Treppen hinauf
und schlägt als erstes dem Jüngsten,
natürlich nur,
um den Kind den Zahnarzt zu ersparen,
einen Milchzahn heraus.

Volksschule,
sagt die Mutter,
ist genug Bildung;
„Ansonsten werden meine Kinder noch schwul“
und der Vater brüllt dazu:
„Assoziale gehören vergast“;
während der Sohn
sich im Badezimmer
eine Dosis Heroin
in die Venen jagt;
„Ein Mann ist derjenige“;
sagt dieser;
„welcher so viele wie möglich
in die S…. reitet“.

Den Nachbarn, dieses Schwein,
hat man immer noch nicht rausgeekelt;
„Einweisen sollte man den“;
kreischt die Mutter;
„Die Eier abschneiden“
schreit der Vater
und schlägt dann
auf die jüngste Tochter ein;
denn schon wieder kommt sie
zu spät zu ihrem Arbeitsplatz:
dem Straßenstrich.

Das Kapital ist der Körper;
denn um`s Ficken
geht´s im Leben;
wer braucht schond das Abc;
wenn man eine Knarre, ein Messer
oder einen Schlagring;
wer braucht schon das Abc;
wenn man zwei schöne Brüste, Strapse
und einen Knacki als Freund hat;
Kultur hat man auch so schon genug:
Babynutten; Freier;
Stricherkids; Dealer;
Diebe und Verrückte.

Als allererstes
muss alles druch den Dreck
gezogen werden;
denn es gibt hier nur ein Gesetz:
die Rücksichtslosigkeit;
gewählt wird,
wenn überhaupt;
der neoliberalste Wirtschaftsverführer;
denn der lächelt so schön
und hat versprochen
mit den Sozialschmarotzern
aufzuräumen.

Die alten Frauen
schimpfen sich zu Tode;
gestern; ja gestern;
früher; ja früher;
hynänenartig belauern
sie sich alle;
während die Kredithaie
die neueste Blondine
zum Nobelitaliener ausführt;
ja hier findet man sie noch;
die Gewinner der Globalisierung:
die restlos anspruchslosen Inder,
Chinesen und Pakistaner;
die für jeden Lohn arbeitenden
Polen, Ukrainer und Rumänen;
den Kitz;
die Leiharbeiterfirmen;
die größten Ausbeuter
mit der, wie sollte es auch anders sein;
schönsten Frau an deren Seite;
all diese Gewinner der Globalisierung
inmitten all dieser Verlierer.

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