Gedicht von Nayim Hikmet

Nazim Hikmet (1902-1963)

„Der Kerl schreibt so, dass man ihn versteht – bringt ihn um!“

„….im Gefängnis geschrieben….“

24 Eylül 1945

En güzel deniz:
Henüz gidilmemiş olanıdır.
En güzel cocuk:
Henüz büyümedi.
En güzel günlerimis:
Henüz yaşamadiklarimiz.
Ve sana söylemek
istedıgım en güzel söz:
Henüz söylememiş
oldugum sözdür…

24.September 1945

Das schönste Meer:
es ist das noch unbefahrene…
Das schönste Kind:
es ist das noch nicht erwachsene.
Unsere schönsten Tage:
es sind die noch nicht gelebten.
Das allerschönste Wort was ich Dir
sagen wollte:
es ist das noch nicht ausgesprochene Wort…

„….im Gefängnis geschrieben….“

Hinter mir liegen 13 Jahre Gefängnis
Heute haben sie mich das erste Mal
in die Sonne hinausgelassen.
Ich bin das erste mal in meinem Leben
so sehr verwundert darüber
das der Himmel so sehr weit weg von mir ist
so sehr blau ist
so sehr großflächig ist
ohne mich zu rühren stand ich da.
Danach setze ich mich mit Ehrfurcht auf die Erde,
meinen Rücken lehnte ich an die Wand.
In diesem Moment dachte ich weder an
das Fallen der Wellen, noch an Streit,
noch an Freiheit, noch an meine Frau.

Die Erde, die Sonne und ich…
Ich bin überglücklich…

„….im Gefängnis geschrieben….“

Hinter mir liegen 13 Jahre Gefängnis,
vor mir noch 17,
eine Fahne flattert über mir – blutrot.
Eine Frau liebe ich –
weiß wie Milch,
ein Lied singe ich –
hoffnungsvoller als die anderen.
In meinem Lied die Freude, die Trauer, der Sieg meiner Menschen,
und in meiner Hand die Hand meiner Frau, die mich nicht berühren kann.

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