….

Einer sitzt in einem Call-Center, darf und kann für den großzügigen Lohn von 2,20 Euro pro Stunde arbeiten und wenn dieser nicht eine bestimmte Anzahl von Kundenabschlüssen am Ende jeder Stunde vorweisen kann/darf, dann wird er gefeuert und vor der Tür warten schon Hunderte/Tausende die diesen Job ausüben möchten, sich sofort für solch einen hochqualifzierten Job aufopfern würden….
….und der Druck auf die Angestellten, auf einen, wird andauernd hoch gehalten….jeder muss hochmotiviert seiner Arbeit nachgehen….wer aufwürfig ist, ja eigentlich nur in seinem Mund ein kritisches Wort versteckt hat, jener wird sofort entlassen…..
….und wenn dann jedes halbe Jahr die komplette Belegschaft ausgewechselt wird, der Chef im Laufe der Zeit mit allen Preisen seiner Branche ausgezeichnet wird, als Unternehmer des Jahrtausend gefeiert wird und dieser persönlich die hübschesten Studentinnen einstellt und einige von diesen (nur so nebenbei) für seine privaten Gelüste verkostet und sie dann an andere Chef`s weiterempfiehlt, alle mit ihren großen Autos und noch größeren Brieftaschen und Ego`s und diese wunderschönen Frauen alle unendlich dankbar dafür sind….für diese Gelegenheit, für diese Aufstiegschance, für solch einen hochqualifizierten Job auserwählt worden zu sein und auc noch ihre weiblichen Reize einsetzen können….

….und dann dieser einer der dort arbeitet dies bemerkt und dies mitverfolgt, wie diese Ausbeutung, diese sexuelle Nötigung, abseits der Wahrnehmung aller Beteiligten, vor allem vom Personalchef bis zum Geschäftsführer, die ja blind und vor allem taub, einfach nur ihren Job erledigen, stattfindet und dieser Angestellte, dem dies ja überhaupt nichts anzugehen hat, so wie es der Kapitalismus in jeder Sekunde seiner Existenz, dies den Menschen predigt….

….dass dieser nach dem obligatorischen halben Jahr wie alle anderen entlassen wird und sieht wie die eine hübsche Studentin von der nächsten hübschen Studentin abgelöst wird (alle unendlich dankbar) und die letztere weitergereicht wird an den nächsten Chef und all dies für 2,20 Euro die Stunde und dieser dann diese Geschichte öffentlich verbreitet….in der Stadt, in den Lokalen, unter den Menschen und niemand ihm zuhört, da es ja die allermeisten so halten, da die allermeisten es so handhaben und alle mit ihrem dreckigen Grinsen durch das Leben gehen und ihre amoröusen Abenteuer wie ein Buchhalter abbuchen, Menschen wie Dreck behandeln und selbst wie Könige leben
….und dann der Chef des Call-Center davon erfährt und dieser ihn dann wegen Rufschädigung, wegen Verleumdung bei der Polizei anzeigt, ihn vor Gericht zerrt, natürlich schuldig gesprochen wird und die Gerichtskosten und die Verfahrungskosten und die Entschädigung finanziell zu tragen hat, also finanziell ruiniert wird und dann, als Gipfel der Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit, da er nicht über diesen Geldbetrag verfügt, für 208 Tage in das Gefängnis muss….

….während seiner Zeit im Gefängnis verlässt ihn seine Freundin, bricht seine Familie den Kontakt zu ihm ab, erklären ihn alle seine Freunde/innen für ein Stück „Schei…e“ und in den Geschäftslokalen der Stadt erzählen sich die Chef`s gegenseitig Witze über ihn und lachen sich alle halbtot….fast so halbtot wie der eine im Gefängnis ist….

….im Gefängnis fragt sich der eine….

….ist dass dann dass was man in unserer kapitalistischen Welt Gerechtigkeit nennt?….

….dass jener der eine Tat wie sexuelle Nötigung unter Ausnutzung der sozialen Lage, unter Ausnutzung seiner Position, begeht, der ausbeutet, unterdrückt und sich moralisch, menschlich wie der Allerletzte verhält, also alles in allem ein schwerwiegenderes Delikt als z.B. Rufschädigung begeht, dass dieser dann weiter und munter seinem widerlichen Handwerk nachgehen kann und jener, der aus vielleicht einer moralischen bzw. menschlichen Sicht heraus handelt, verottet dieser dann im Gefängnis?….

….und all die so folgsamen Menschen von der Richtigkeit des oben Geschriebenen absolut überzeugt sind….

….und als dieser eine dann das Gefängnis verlässt, vorbestraft keine Arbeit mehr findet, sozial absteigt und absteigt, immer noch in den Geschäftslokalen Witze über ihm erzählt werden….

….aber dieser sich irgendwie, durch gelegentliche Arbeiten, also durch den üblichen kleinkiminellen Fleischwolf gedreht wird; noch halten kann….
….von allen wie Dreck behandelt wird; zuallererst aber nicht nur von den Frauen und dann eines Tages mit eingezogenem Kopf durch die Straßen der Stadt, die langsam, sehr langsam für ihn zu heiß werden, geht….

….und dann zu einem U-Bahn Kreuz gelangt und dort beobachtet, wie die Geschäftsmänner in ihrer Mittagspause, nachdem sie im Nobelrestaurant gut gespeist haben, wie einige von diesen in verschiedene Richtungen ausschwärmen, gekleidet in ihren 1000-ende von Euro schweren Anzügen und einige von diesen in den Park eilen, einige in die U-Bahn-Station hinein, alle mit dem gleichen Ziel….einen Stricherjungen zu finden, die sich, von der Geschichte wissend, genau zu jener Zeit, vor und in den Toiletten der U-Bahnstation, im Park aufhalten und für 10-20 Euro diesen sexuell gefällig sind, diese mit ihren Mund befriedigen….natürlich ohne Gummi….wo wäre ansonsten auch der Reiz….und die Stricherjungen dies hinnehmen, als ob sie einen Cheeseburger essen müssten und dann gleich den nächsten Geschäftsmann befriedigen und noch einen und noch einen und die Geschäftsmänner mit ernsten Gesichtsausdruck und wertekonservativ denkend, zurück zu ihrem Arbeitsplatz im Financial-Distrik eilen und nun gut gelaunt die Preise für Milch, Honig und Zucker um 15% erhöhen….
….und die Stricherjungen gleich zu ihrem Stammpusher eilen, weit weg von der U-Bahn-Station, dem Park, nun haben sie genug Geld für guten Stoff (jenem guten Stoff den man nur beim Stamm-pusher bekommt), sich damit ihre tägliche Dosis Heroin kaufen und sich dann in irgendeiner Bruchbude zusammen mit der im 7 Monat schwangeren Freundin einen Schuss setzen….

….und der eine steht daneben, beobachet und erblickt dann die Dealer gleich neben der U-Bahn Toilette, gleich neben dem Strauch im Park, die Dealer, die schon seit immer im Krieg mit den Stricherjungen waren und sind….
….die Mitglieder beider Gruppen um die 12-16 Jahre alt….
….keiner der vorbeigeht sich darum bekümmert….irgendetwas damit zu tun haben möchte….
….und die Dealer….alles 12-14-jährige ausländische Kinder mit den neuesten goldig glänzenden Nike-Turnschuhe um 160 Euro, dem roten T-Shirt von Michael Jordan, trendy, cool und unbekümmert ihren Geschäften nachgehen und die Schwerstabhängigen herangetorkelt kommen von irgendwelcher gerade geschehenen menschlichen Katastrophe, von den dealenden Kindern wie Dreck behandelt werden und diese dann ihr schlecht verschnittenes Heroin an diee verkaufen, sich schlürfend davonmachen, den Kopf erhoben, um so irgendetwas wie noch ein bißchien Würde in der dahineilenden Masse zu zeigen, aber dann die Würde doch noch in der Masse untergeht….

….und der gerade aus dem Gefängnis Entlassene, der eine, den dealenden Kindern und den Stricherjungen zusieht wie diese sich streiten und dann nachdem bei den dealenden Kindern die erste Kundenwelle abgeebbt ist, diese mit ihren nagelneuesten, ultramodernen Handys zum Stückpreis von 500 Euro telefonieren und mit dem sauberen Geld in der Großstadt untertauchen….
….mit der U-Bahn in die Anonymität zurück und einige Blocks weiter dem Pusher das Geld geben, dieser ihnen ihren Anteil gibt und diesen nochmals versichert, dass wenn die Polizisten sie beim Dealen erwischen sollten, ihnen nichts passiert, da sie noch strafunmündig seien und ihnen für den nächsten Tag eine neue SIM-Karte in die Hand drückt und die Telefonnummer von einer minderjährigen Nutte in einem Außenbezirk, die nur für ihn arbeitet und die Arbeitsmoral seiner dealenden Kinder hochhält….

…..und der eine denkt sich jetzt hat er genug gesehen und zu einem der vielen Ausgänge eilt und dort einige ausländische, sozial schwer heruntergekommene Frauen und Männer mit ihren Kindern herumstehen antrifft und diese ihre Kinder, die noch sehr jung sind, an sehr ungustiös aussehende ältere Herren für einige Stunden (50Euro) oder gleich den gesamten Tag (100Euro) vermieten und sich mit einer Telefonnummer des ungustiösen älteren Herren (zum Teil auch Ausländer) begnügen, fast schon so erscheinend, als seien diese froh, wenn sie ihre Kinder nicht mehr sehen würden und der eine denkt sich, solch widerliche Menschen hat er noch nie gesehen….aber denkt er sich dabei, dass sind all die Guten und er, der ja gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde, ist der Böse….für die Gesellschaft….für das Leben….für die Realität…..
….der eine eilt weiter und oben stehen schon einige Jugendliche, bewaffnet mit Messern und Pistolen herum, die ihr Viertel, das beim Ausgang der U-Bahn Station anfängt, frei von Stricherjungen, Dealern, Nutten, Drogensüchtigen und dem gesamten Rest halten wollen….
….auch solche Individume wie ihn, Ex-Knackis, nein, auch diese dürften das Viertel nicht mehr betreten, denn alle wüßten die Geschichte über ihn und wer sich mit einem Chef anlegt, der gehöre nunmal in ein Gefängnis und am besten er gehe gleich wieder dorthin und so geht der eine in eine andere Richtung los und kommt an einem Nobelhotel vorbei…..
…..eine Limousine nach der anderen fährt an den Eingang heran und wunderschöne Frauen schweben aus diesen Limousinen heraus und eilen in die Lobby des 5-Sterne Hotel hinein, als sei gerade ein Bombenangriff im Gange und alle, auch die Passanten, verbeugen sich vor diesen grazilen Geschöpfen, als sei die Sonne nicht mehr am Himmel, denn gerade aus einer dieser Limousinen herausgestiegen und die älteren Damen welche daneben stehen und bewundernd zu den wunderschönen Frauen aufblicken….wie schön und wie erhaben und als sie den einen erblicken verächtlich die Nase rümpfen und ihn in die Hölle verwünschen oder vielleicht noch besser gleich in das Gefängnis zurück….

….daneben die Geschäftsmänner, die den Stress jagen und dieser sie und immer neue Rekorde, mehr Profit, mehr Leistung….

….und daneben der Staat der auf alles herabblickt und dann wegblickt….

….und daneben der Staat der auf alles herabblickt und dann wegblickt….

….und daneben der Staat der auf alles herabblickt und dann wegblickt….

….und dann kommt der eine am Gebäude seine Ex-Arbeitsgebers vorbei….
….Angestellte eilen hinein und hinaus….
….ein riesiges Plakat hängt von der Gebäudefassade herunter….
….Chef des Jahres 2007 und dazu ein riesiges Bild vom Chef des Call-Center`s….
….darunter steht….ausgezeichnet von den Fachzeitschriften „Profit“; „Manager-Magazin“; „Rendite“; „Ausbeutung“; „Mindeslohn:0,4 Euro“; „Der Sarrazin“; usw. usf.
….eine unabhängige Jury bestehend aus der Regierung, dem Parlament, der Wirtschaftskammer und dem höchsten Richterrat hat entschieden…..Chef des Jahres….2007…..der Chef des Call-Centers….
….und darunter in kleiner Schriftgröße: „für sein soziales Engagment, seiner Mitarbeiterführung, seinen hohen Löhnen und vor allem wegen seiner vorbildlichen „Gender“-mäßigen Führung seines Unternehmens“….unterzeichnet von einer, seltsam ominös sich nennenden „die Blondine“

….einer liest es und geht weiter, wird von einigen Ausländern auf der Straße beschimpft, was für ein Stück Dreck er sei, wird dann fast von einem Polizeiwagen überfahren, sieht die Menschen an den Mülltonnen wie sie sich ihr Abendessen organisieren und verlässt den Stadtbezirk um in den nächsten Stadtbezirk zu gelangen….
….dort angekommen sieht er einige Moslems und einige Juden und einige Christen und einige Orthodoxe und einige Protestanten und geht weiter…..in den folgenden Straßen erblickt der eine unfassbar viele ältere, schon sehr knittrig wirkende Herren welche sich kaum auf dem Gehsteig halten können, aber all diese sich in Begleitung wunderschöner, im wahrsten Sinne des Wortes wunderbaren, sehr jungen, kaum der Kindheit entwachsenen osteuropäischen Frauen, befinden, welche sich rührend um diese älteren Männer kümmern, vor allem um jenen Bereich des Körpers, wo sich normalerweise die Brieftasche befindet und der eine denkt sich, dass muss Liebe sein und wie viele es sind….
….wieviele alte, knittrige Männer mit wievielen wunderschönen, kaum der Kindheit entwachsenen osteuropäischen Frauen….
….der Ex-Häftling, der eine fragt sich, ob diese alten, knittrigen Herren diese wunderschönen Frauen aus einem Katalog bestellt haben….
….der eine hat genug gesehen und betretet eine Kneipe….bestellt sich ein Bier….im Lokal spricht keiner seine Sprache….alle sehen so aus, ja wie sehen sie aus….leer sehen sie aus, vielleicht trinken sie ja deshalb so viel….um diese Leere mit Bier, Schnaps, Zigaretten zu füllen….
….nach 3 Bier und 4 Schnäpsen bekommt er die Information, dass sich im Hinterzimmer des Lokals eine Prostituierte befindet, die jedem Gast, vorwiegend ausländischen Tageslöhner, zur freien Verfügung steht….
….einer wirft einen Blick in das Hinterzimmer und erblickt ein Mädchen, dass wie 45 aussieht und einen Blick hat, dass jede Sehnsucht in einem für längere Zeit erstirbt….
….er kehrt zurück in den Vorraum, bestellt sich noch einen Schnaps und verlässt das Lokal….
….er spaziert weiter, gelangt zu einem Park, sieht die Mütter mit ihren Babywagen, die Angestellten der Stadt bei ihrer Arbeit, setzt sich in eine Wiese und blickt in den Himmel hinauf und denkt sich….dass ist aber eine gemütliche Stadt….

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