Entweder-Oder (III) (zu überarbeiten)

„New Deal“

….in den goldenen 20-ern des vergangenen Jahrhundert befanden sich die USA auf einem Höhenflug; Investitionen, Prestigbauten, Prestigeunternehmen, usw. und so entstand eine riesige Spekulationsbasis, welche damals wie heute, mehr auf Fantasie, denn auf realen Werten basierte….
….es war wie immer eine gute Zeit für die Reichen, denn sie wurden immer reicher, auch die weiße Mittelschicht wuchs und so waren alle glücklich und zufrieden….
….die Unterschichten…..heute wie damals interessierte sich keiner für die Unterschichten….warum auch….also blieben die Unterschichten Unterschichten….

….es war ein deregulierter Kapitalismus am Werke, ein Kapitalismus, welchem es um das Produkt, um die Produktion, um den Ertrag, um den Profit, um die Leistungssteigerung, um den prozentuellen Anwachs an Marktanteilen ging….
….doch hatten die Börsenspekulationen, die Börsenspekulanten bereits seit längerm den Boden unter den Füßen verloren….
….dies bekümmerte keinen der Verantwortlichen…..die Marktmechanismen würden die nötigen Synergien schon schaffen, denn ein freier Markt würde Wohlstand für alle bringen….also für die Reichen und Teilen der Mittelschicht
….so erblühten die Städte und die Eliten feierten….
….es herschte Frieden auf der Welt, mögliche Konkurrenten wie Frankreich, England, Deutschland und Russland kämpften noch mit den Folgen des 1.Weltkrieg und dem dabei erlittenen menschlichen Aderlass….und so triumphierten die USA wirtschaftlich, politisch, kulturell und auch in allen anderen Belangen….die USA bauten ihre Macht kontinuierlich aus….
….es herschte, wenn man zurückblickt, ein geradezu paradisisch anmutender Neoliberalismus, welcher ungehemmt sich dem Rausch der Produktion und des Konsum verschrieben hatte und heute wie damals, auf einen starken Rückhalt unter den Eliten (egal welcher Art) zählen konnten….
….wegen den Unterschichten….die gruben sich gegenseitig ihr eigenes Grab….so wie heute….

….die Marktschreier, jene, schrieen sich ihre Stimmen heißer….
….mehr Freiheit für den Markt ist mehr Freiheit für die Menschen….
….ja und die Menschen glaubten ihnen alle, so wie sie anscheinend immer alles glauben, was jene oben ihnen sagen, übermittelt durch die harte Hand der Behörden….

….aber dann kam der schwarze Freitag….
….scheinbar ohne erkennbaren Grund, ohne unmittelbaren Auslöser stürzten am Donnerstag, am Freitag dann etwas weniger, aber dann am Montag und Dienstag die Aktienkurse, der Aktienindex endgültig ab….
….um die 30-40 Prozent des Gesamtvolumen….
….Licht aus und Kerzen an….
….es wird noch immer darüber gestritten warum und weshalb dieser plötzliche Aktiencrash…. ….meine Vermutung liegt in der Deregulierung, in der Enthemmtheit, in der Gier, im Wahn eines ständigen und andauernd anhaltenden Wachstums, dass seinen Zenit wohl schon Jahre vorher überschritten hatte, im Selbstbetrug der Eliten immer mehr und mehr, es war wohl einfach das Maß des Zuträglichen und Zumutbaren überschritten gewesen…..ein zuviel an zuviel wollem…..

….was folgte war eine Weltwirtschaftskrise, welche unter anderem als Nebenprodukt einen gewissen Adolf Hitler in Deutschland an die Macht brachte
….was folgte war eine Weltwirtschaftskrise, welche Volkswirtschaften in der gesamten Welt ruinierte….der Crash war so hart und so tiefgreifend, dass sich die Volkswirtschaften der Welt erst 20 bis 25 Jahre später bezüglich Bruttosozialprodukt und Aktienindex davon erholt hatten …Panik war ausgebrochen und hatte auch die gesunden Teile der Wirtschaft mit in den Abgrund gerissen….
….was folgte war eine Wirtschaftskrise, welche in den USA die „Great Depression“ hervorruf und Millionen zu Bettler machte und Millionen von Menschen, welche vom sozialen Abgrund verschlungen wurden….bitterste Armut machte sich breit und der Hass auf die Spekulanten, denen man die Schuld an der Misere gab, wuchs….diese Wut wuchs so sehr, dass es in den USA einen sehr starken politischen und gesellschaftlichen Linksruck gab, der alle erfasste….alle, außer der Elite….
….Heerscharen von ruinierten Bauern zogen nach Westen, nach Kalifornien und alles was sie erwartete war Hunger, Ausbeutung und Elend….diesen Hunger, diese Ausbeutung, dieses Elend traff man zu jener Zeit wo immer man auch hingelangte, die Massen stöhnten unter der Wirtschaftskrise und bestimmte Teile der Gesellschaft begannen sich zu radikalisieren….

….es drohte ein unkittbarer Riß durch die Bevölkerung zu gehen….

….3 Jahre nach dem Schwarzen Freitag, im Jahre 1932 wurde ein neuer Präsident in sein Amt gewählt….es war dies Franklin Delano Roosvelt….
….er erkannte, dass es einschneidende Maßnahmen brauchte; Maßnahmen, welche den Eliten nicht schmeckten, aber angesichts der ünübersehbaren Not, der ausuferenden Verelendung drückten diese, dies einzige Mal, eine Auge zu und der neue Präsident Roosvelt verabschiedete ein Maßnahmenpaket, dem dieser den Namen „New Deal“ gab; es war dies ein Maßnahmenkatalog welcher den verelendeten Massen eine Chance bieten sollte, wenn auch nur die kleinstmöglichste, so war diese Chance doch der Rettungsanker einer gesamten Generation….
….Kinderarbeit wurde verboten, Mindestlöhne (ja genau Mindestlöhne) wurden eingeführt; die Börsen einer staatlichen Überwachung unterworfen; Gewerkschaften, öffentliche Großaufträge (Staudämme, Stadtviertel,….) um die Wirtschaft zu fördern; Mindestpreise, um die Bauern vor den Ruin zu bewahren, usw…..
….und die Neoliberalen, die Spekulanten und die Elite tobte…..damit richte man die Wirtschaft erst recht zu grunde, schrieen sie, gerade sie, jene, die die Wirtschaft ruiniert hatten und sie schrien und fauchten und protestieren und sorgten mit ihren bekanntlich subtilen Mitteln und ihrem Heer an Mitläufern und Gefolgsleuten (meistens sich ausschließlich aus Mitgliedern der Unterschicht zusammensetzend) dafür, dass die allermeisten Maßnahmen in der Realität, in der Wirklichkeit aufgeweicht, nicht eingehalten wurden….
….aber doch, aber doch wirkten die Maßnahmen in einem größeren Zusammenhang, auf dem gesamtstaatlichen Gebiet und somit konnte die amerikanische Legislative unter Roosvelt, trotz des Widerstand der Neoliberalen, eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Massen erreichen….
….Kerzen aus und Licht an….
….ein menschenwürdiges Dasein und gleich ein schweres Foul der Wirtschaftsliberalen und mit einem Fuß geht es weiter bis auch dieser, nach einem schweren Foul nicht mehr geht….
….leider gab es für die damalige Elite nicht die Ablenkungsmethoden über welche man heute verfügt….z.B. Fernsehen….ansonsten hätten wohl die meisten Menschen nie von der Großen Depression erfahren, nur von einigen Millionen, denen es damals wohl nicht so gut gegangen war….

….Roosvelt`s „New Deal“ war für europäische Verhältnisse keine große Leistung….
….in Europa waren diese Maßnahmen schon vorher durchgesetzt worden, aber für das Mutterland des Kapitalismus kammen diese Maßnahmen einer Revolution gleich und dies war es dann auch….die Massen hatten sich radikalisiert, selbst die Kultur hatte sich sozialkritisch radikalisiert und Roosvelt tat genau das Richtige, er setzte Maßnahmen und diese Maßnahmen sickerten langsam, sehr langsam in das alltägliche Produzieren und Konsumieren ein….es war das Schreckgespenst aller heute tätigen Spekulanten und Banker…ein staatlicher Eingriff….aber besser ein massiver staatlicher Eingriff, als Millionen von Verelendeten, als Millionen von Toten….
….es ist dies eine Geschichte die sich andauernd unter unterschiedlichen Voraussetzungen wiederholt….

….der Marshall-Plan und das Gegenteil; der Morgenthal-Plan….

….der Plan des Us-amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson`s Plan die soziale Ungerechtigkeit zu lindern….seine Idee von der „Great Society“ (die ich übrigens auch für die heutige Zeit sehr interessant und nachahmenswert befinde)….er wollte einen Krieg gegen die Armut in seinem Land führen….und er führte diesen aussichtslosen Krieg….bekämpft von der Elite und so wie es wohl auch schon immer war….auch von Teilen der Unterschichten, die sich ja anscheinend am liebsten auch immer selbst zerfleischen….er führte diesen Krieg und hätte ein ganz großer Präsident werden können….er hätte den Krieg gegen die Armut fortführen können, doch er verzichtete auf eine zweite Amtszeit….resigniert und abgekämpft…
….und die nächste Legislative unter Nixon beendete das Program, dieses unrealistische und unrealisierbare….sofort nach Amtsantritt….

….und so ist es heute….deregulierte Märkte, ein endloses Wachstum, mit einer neoliberal geprägten wirtschaftlichen Elite, das Vertrauen in die Marktmechanismen und ein enthemmter, gieriger, menschenverachtender Kapitalismus, der 10.000.000 glücklich macht und den restlichen Menschen die Entscheidung abnimmt….sie haben weder Zeit noch Geld noch sonst irgendetwas um darüber entscheiden zu können ob sie glücklich oder unglückich sein möchten….

….und man rast wieder einmal auf die Stunde Null hinzu….

….es braucht einen „New Deal“

….nicht….Licht aus….Kerzen an….

….denn….Licht an….Kerzen aus….

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