….ein zitat…

Geschichte stirbt nicht in Archiven und Sarkophagen; man kann sie nicht als Asche in alle Winde verstreuen; sie bleibt anwesend; sie ist nicht der rasante Fortschritt; der uns weiterbringt; sondern der rasende Schrecken der uns einholt. Geschichte ist ein Tod, der verführerisch mit Geburtsstunden prahlt.

Sebastian Haffner

….etwas schönes im mensch, im leben…. (zu überarbeiten)

….etwas schönes im mensch, im leben ist nicht die Grausamkeit, wie es sich die wohl unendliche anzahl an Schlampen denken werden; ist nicht die Schlampe, wie es sich die wohl die endlose Anzahl an Hurensöhnen denken werden (wie z.B. die Schlampenmeister); etwas schönes im Mensch, im Leben ist etwas, dass man nicht erlernen kann, in keiner Schule und in keiner Universität; denn dort geradezu mit dem ebendort stattfindenden Diziplinierung`s-Prozess dem Mensch genommen wird; es ist etwas, über welches weder die Schlampe, noch der Hurensohn verfügt; es ist etwas, dass den Menschen groß gemacht hat, es ist nicht die rohe Gewalt Debiler oder der Spott dummer Frauen; es sind nicht die Drohungen und nicht die Kriege; das Abschlachten; das sich gegenseitig fertig machen, es ist etwas, dass den Menschen in den Weltraum und in die Tiefen des Meeres vordringen hat lassen; den Fortschritt der Technik und die Entwicklung der Kunst ermöglicht hat; die der Freiheit bester Freund ist, der den Häftlingen; politischen und nicht; ihre Welt bewahren lässt; ihre Freiheit….
….etwas ist die Fantasie….
….und was braucht es mehr in einer Welt der Ignoranten und Intoleranten, der Spötter und der Debilen, in einer Welt, die hart und unerbittlich ist; diese ist der Anker, an welcher die Welt, einem kalten Universum trotzend, sich festhält, allen Stürmen, allen Kriegen, aller Niedertracht trotzt und den lichten Stunden der Menschheit triumphiert….Sternstunden der Menschheit ermöglicht, wie Stefan Zweig (von den Barbaren in den Tod getrieben) diese genannt hat, etwa Georg Friedrich Händels Auferstehung, Dostojewski`s Begnadigung am Hinrichtungsplatz und welche Werke er sich selbst dann abgerungen hat, der Welt geschenkt hat; Goethes „Marienbader Elegie, die unerfüllte Liebe; die Entstehung der Marseillaise durch Rouget de Lisle, usw. ….
….durch die künstlerischen Werke, Produkte der Immagination, der Vorstellungskraft dieser Dichter, Denker; Komponisten; Bildhauer, Maler; Künstler wurde die Welt schöner, heller, strahlte und strahlt diese Welt in der ewigen Dunkelheit wohl einen Augenblick länger, intensiver….durch die Träume, die Ideen, die Farben, die Töne, die Gedanken, die Gefühle hindurch ebnete und ebnet sich die Fantasie sanftmütig, gewaltlos ihren Weg und verwandelt den Menschen, verwandelt die Welt; farbenfroher, tonvoller, freier, sanfter, schöner….
….und wie die körperlich Gebrochenen, jene, die an ihren Körper gefesselt sind, sich doch durch ihre Einbildungskraft, ihre Vorstellungskraft ein Universum erschaffen können, dass vielleicht jenen der Gesunden, Strahlenden, Kräftigen, die vor allem durch ihre Tatkraft leben, übertrifft, z.B. kommt mir jetzt der Film „Schmetterling und Taucherglocke“ von Julian Schnabel in den Sinn; ein wunderschöner Film, welcher die wahre Geschichte eines Menschen erzählt, welcher bis auf ein Auge körperlich gelähmt ist und eben dieser diktiert einer Logopädin ein Buch; nur mit seinem Augenzwinkern; ein Triumph des Geistes über den Körper und welche Vorstellungskraft, welch Wille einem solchen Kopf noch existiert; einem Menschen, welchem nur noch seine Vorstellungskraft und seine Fantasie geblieben ist….

„Meine Taucherglocke nimmt sie mit auf den Grund des Ozeans.“
„Jean Do, es ist mir egal, dass sie mich mitnehmen auf den Grund des Ozean, den sie sind auch mein Schmetterling.“

Diese Gabe, Träume und Ideen, Vorstellungen in Wörter, Bilder, Töne zu fassen, diese Wörter auszukleiden, zu verkleiden, über den Horizont zu blicken und fremde Welten greifbar, begreifbar zu machen; Unvorstellbares vorstellbar machen; eine Geschichte erzählen, denn um was soll es schon im Leben gehen, wenn nicht darum eine Geschichte zu erzählen; Bilder; Töne, Wörter; seine Instinkte, Gefühle hinauszustrecken in eine kalte Welt und etwas Wärme, Nähe, Reflexion, Überlegtes; Kämpferisches zu schenken; etwas Trost; etwas Mitgefühl; einen Schrei; einen Kampf; der Sinnlosigkeit, der Vergeblichkeit, der Beiläufigkeit, der Vergesslichkeit; der Kälte abgerungen; denn was soll schon alles bedeuten und als erstes das Leben; es braucht die Fantasie; diese unterscheidet uns vom Tier; Tiere haben keine Fantasie, keine Kultur; schreiben keine Bücher, malen keine Bilder und ist es nicht gerade dass, die Bilder, die Bücher, die Kunstwerke, welche den Menschen, das Leben schön machen; schön, abseits jedlichen ästhetischen Urteils und mit welcher Fantasie haben die Künstler gemalt; die großen Menschen geträumt und haben sie dies nicht für alle gemacht; ihre Bilder gemalt, ihre Träume niedergeschrieben; Geschichten in Wörter und Bilder gefasst; den Schrecken schrecklich gemacht, wie etwa den Krieg; das Schöne schön gemacht; wie etwa den Menschen an sich; die Begriffe verständlich gemacht; die Barberei zurückgedrängt; das Oberflächige; Substanzlose und was möchte man mehr; als dass sich einer im Dreck, ganz unten; mit seiner Fantasie hinaufträumt, höher als die Höchsten; weiter als die Weitesten und dass der Mensch Bilder, Wörter findet, sich selbst sich zu erklären; auf dass etwas besser wird auf dieser Welt, die niemals besser werden wird und gerade deshalb besser werden muss;
als dass in aller Grausamkeit; in aller Endlichkeit, in aller Vergeblichkeit die Kunst durchschimmert, eine Statue, ein Gebäude, ein Film, ein Buch, ein Gemälde, ein von Menschenhand geschaffenes Werk….ein Augenblick, in welcher die Sonne auf den Menschen scheint und seine Augen blühen, seine Hände greifen, sein Verstand begreift, seine Gefühle sich bewegen, seine Gedanken sich sammeln; ein Kunstwerk, dass dessen Fantasie entstanden ist und gibt es denn etwas schöneres; auf dass nicht die Barberei, das Niedrigste triumphiert, wie aller Zeiten; auf dass einmal und wenn es nur einmal ist, ein Kunstwerk entsteht, nur hin und wieder, für jede Generation eines oder tausend, dass bleibt/die bleiben und die Menschen daran erinnert, dass es sich lohnt, dass es sich für das Leben zu kämpfen lohnt, dass nicht alles verloren ist, dass sich nicht alles nur um das Ficken und andere zu verdrängen geht, dass der Mensch sich entwickelt, dass er dem Schwächeren beiseite steht und nicht alles auf das Sexualleben reduziert; dass die Starken schwach und die Schwachen stark werden, sodaß die Starken schwach und die Schwachen stark sind und sich beistehen; auf dass nicht das Seichte und Leichte triumphiert, denn die Schönheit, die Kunst; die Gewaltlosigkeit und sind diese Künstler nicht die Überflüssigsten, die Entbehrenstwertesten, die Vernichtenswertestens von allen; ideales Ziel des Spottes, Menschen, die ausgeschlossen; ignoriert werden müssen; sind es nicht jene, die allzu früh immer gebrochen werden, zerstört werden; sind es nicht jene Spinner und Exentriker, die etwas geschaffen haben und dann von der Masse zermalmt worden sind; sind diese nicht eine andauernd von der Ausrottung bedrohte Spezies, der Gattung Mensch; die an ihrer Umwelt zerbrechen, an ihrer Sensibilität, an einer kalten, grausamen Welt….
….und ich möchte sagen, am Ende bleibt nicht das „pazzo“; das „ammazzo“; der Spott, der Hohn, die Gewalt; die niedrigsten Anspielungen; die übelsten Unterstellungen; bleiben nicht die Drohungen; bleibt nicht die Abgeschlossenheit von Systemen, die ihre Vertreter auch dann noch verteidigt und beschützt, wenn diese seit Jahren jedes Menschenrecht mit Füßen getreten haben; nein, all dies bleibt nicht, denn dass was bleibt ist jener eine Augenblick; jener eine, seltene Augenblick, in welchem die Sonne auf dem Menschen scheint….das Wort, das Bild, der Ton….das Kunstwerk….die Kunst….

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