Ein Film:
Pan’s Labyrinth von Guillermo del Toro

Bevor man heutzutage einen Film sich im Kino ansieht; hat man bereits eine Erwartungshaltung aufgebaut; eine Meinung sich gebildet: Trailer; Teaser; Werbung; Merchandising; Kritiken; Freunde; Mundpropaganda; Filmausschnitte; Sondersendungen im TV; Interviews mit den Schauspielern; dem Regisseur; den Requisiten; den Produzenten; man kann sich dann noch entscheiden; sieht man sich die Reste des Film noch an; erfüllt das Pflichtprogramm als ergebener Konsumterrorist oder auch nicht.
Man ringt mit sich und entscheidet; dass man sich den Film dann doch ansieht; quält sich durch den abendlichen Verkehr; verbleibt im Stau; wird von einem Unwetter überrascht; findet keinen Parkplatz; steht in der Warteschlange und wird dabei von einem älteren Paar aufgrund des Aussehen als assoziales Element gebrandmarkt; zahlt den Sonderpreis; also das Doppelte des normalen Preises; da gerade heute, man wußte dies nicht; der „Tag der Inflation“ ist und setzt sich dann zwischen streitenden Kindern welche Popcorn um sich werfen und sich küssenden Teenagern in den Kinosessel und denkt sich, dass es vielleicht doch eine Fehlentscheidung war; aber dann beginnt der Film; nein; doch nicht; eine Werbe-Lawine verschüttet einen: Coca Cola; Fujitsu; Unicef; Gazprom; BP; Toyota; Nestle;…. und die Lawine ist endlos; aber dann; endlich; nein; doch nicht; jetzt kommen die Trailers; zuerst die Familienkomödie, welche man sich niemals ansehen wird; dann der kommende Weihnachtshit (ein Kinderfilm); dann die Fortsetzung von der Fortsetzung von der Fortsetzung; es ist kein Ende in Sicht und die Kinder streiten; die Teenager küssen sich und ich; ich warte; alle Sinne schon gesättigt und betäubt; die Werbebotschaften, die Trailer in das Gehirn eingemeißelt; sich nach möglichen Fluchtwegen umsehend; aber dann doch….der Film beginnt….ein fünfminutiger Vorspann; jede Requisite hat einen Namen; eine Adresse und eine E-Mail Adresse….Informationen, welche ich immer schon wissen wollte und dann endlich; endlich; endlich;….der Film….ein wunderschöner Film….ein trauriges Märchen….die Musik; die Schauspieler; die Bilder und eine Ende welches einen berührt….ein handwerklich sehr gut gemachter Film, ein im wahrsten Sinne des Wortes schön, ein schöner Film….die Kinder streiten noch immer; die Teenager küssen sich noch immer und ich; ich bin hin und weg von diesem Film….

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