Dezember 2006 (Gedichte)

dicembre 21, 2006

nun ja, nun ja, nun ja
es ist schon spät

für die wiener

Den Weg allem Menschlichen
muss man gehen,
um nicht zu stolpern,
um nicht
verschlungen
zu werden und sein.

Weiterstolpern
bringt nur
das Fallen mit sich
und es endet
mit einem und einer
auf jeden Fall.

Der Verfall
ist jedem gewiss
und was bleibt und geht
war und fällt
dem Menschlichem hinzu.


nun ja, nun ja, nun ja

gestern

Auch wenn ich jetzt hier stehe, so bleibe ich doch dort, fern vom jetzt und hier, tauche durch die gesammelten Eindrücke und in einem Augenblick erwache, einem, der sich verzweifelt festzuhalten versucht.
Erfolglos und doch blitzt die Freude über das Gesicht, verschwindet in das Nächste, das Übernächste und ein Lachen schiebt sich über den Körper, schüttelt die Anstrengungen, die Müheseligkeiten ab und erblüht der Tag, die Nacht und auch so weiter.
Auch wenn die Ernsthaftigkeit wütet, das Nichts bleibt wie es ist, das Schlechte sich nicht unterkriegen lässt, so liebe ich die Gesichter, die Geschichten, das zu Erkennende und jenes, dass sich verborgen hält.
Und das Empfinden schiebt sich durch die Straßen, die Kreuzungen, bettelt und schreit, glaubt und zu verstehen versucht, so geht das Leben weiter, heute, morgen, gestern…

dicembre 20, 2006

Der Durst hatte sein immervolles Glas ausgetrunken, torkelte in das nächste Lokal, verlor seinen Mantel und hatte genug.
Genug hatte, genau und an der Theke versuchte sich festzuhalten, was ihm nicht zu gelingen schien und das nächste Glas kam leise herangeschlichen , so leise, dass es bald ausgetrunken war und schon das nächste bald die Kehle hinuntertropfte.
Da erhob ich mich dann, holte den Rausch in den Ausdruck, lallte, brach mich an den Anderen, rauchte, blieb nahe beim Rausch und wartete dann.
Mein Freund, die Sehnsucht, legte ihren Arm um meine Schultern, blickte vertrauensvoll in meine Augen, lächelte mir zu und die Lippen begannen aufzublühen, fielen von oben nach unten und von vorne nach hinten.
Das Leben begann am Körper zu klopfen, die Hüllen lösten sich von den müden Masken und so tranken wir dann, ich, der Durst, die Sehnsucht, das Leben, betranken uns und am Ende fielen wir uns in die Arme…

dicembre 19, 2006

nun ja, nun ja
mal etwas Positives in dieser allumfassenden Kaputtmachung-Geschichte….

Sanft schmiegt sich das Gesicht an das Licht und zärtlich legt die Dunkelheit auf dem Körper sich nieder, am Ufer, im Meer, an der Kreuzung, der Stadt, am Feuer, der Kälte und die Augen lachen strahlend während der Regen fällt und ein Tropfen Sonne, weiß und Schnee und schön, wirft seine Schatten auf das Elend hinaus.

Die Bewegungen brechen und die Kälte bleibt, doch auch diese verfängt sich im Leben, schreibt in die Gesichter sich hinein, zeichnet Gedanken in die Körper nieder, geliebt wird und sanft, allumfassend und wortlos, lieben und geliebt werden.

So lebt der Mensch und alles wird und alles bleibt, weiß und Schnee und schön, der Endlichkeit versinkend und ein Tropfen Sonne wirft seine Netze auf die Menschen hinaus, Buchstabe um Buchstabe tanzen die Tränen, verglühen die Schmerzen in der Hitze eines Augenblickes und zerbrechen die Gedanken an der Realität.

Könnte, würde, hätte, Wort um Wort und nichts, so ringt der Mensch mit sich, kämpft dem Tode entgegen und wird von Leidenschaft verschlungen, erwacht am Morgen, bricht den Tag und verglüht am Ende im Verlangen, zerfällt und liebt.

Und auch wenn die Tage schon lange gezählt und der Hunger, unstillbar nach dem nächsten, nach dem leeren Gefühl sich verzehrt und die Wörter brechen, sich verbrechen, bleibt der Tropfen Sonne im Licht verfangen, endlich liebend, einsam, weiß und Schnee und schön, Satz um Satz, die Liebenden fallen in sich zusammen. (dez.05)

dicembre 18, 2006

nun ja, nun ja, nun ja

Die Folter

Für Victor Jara

Das Wissen und die Instinkte kapitulieren, verweigern sich und auch das Ich hinterlässt den Gefühlen keine Spuren, die durch den Körper fahren, während das Empfinden zwischen dem einen und dem anderen Schrei entgleist und das Leid sich noch inmitten dem Zerbrechen an Schlägen und von Schlägen bricht, die einem nicht besitzen und doch ergreifen.

Das Blut fließt den Gedanken entlang, staut sich im Blick, im Anblick auf und weiter geht es hinunter, tiefer fällt das Fleisch und die Haut sammelt sich zu einem kalten Erschaudern.

Das Zittern ergreift auch noch das Letzte, dass man verbergen könnte, zerrt das Gequälte von der Angst hinaus und bleibt der Blick an einem Punkt starr haften, unendlich fern und weiter an Schlägen und von Schlägen zerfällt und zerbricht.

Das Lebende scheint amputiert, entfernt der Trost und bettelt das Leben um ein sanftes Entgleiten des eigenen Vermögen, während die Freiheit schreit und dann an des Menschen Dunkelheit, des seinem Handeln Finsternis verstummt.

In die Endlichkeit des Ertragbaren eingebrochen und erkennt die Kraft schwinden, Sekunde um das Leben, Minute an die Qual, ein Blatt im Wind zerissen und auch das Ich.

Der kalte Nacken friert mit dem Geist, schwindet die Erinnerung zu einem starren Verdrängen der Gegenwart und flieht alles Menschliche und Wärmende vor einem und noch ein Gedicht, ein Lied verfängt sich zwischen den aufgeschlagenen Lippen, wortlos in die Verliese hinaus geflüstert, von niemanden gehört, gespürt und doch der Ewigkeit eine jede Silbe widerhallend.

(sept.06)

dicembre 16, 2006

nun ja, nun ja, nun ja
problem nr. 428:
das trinken
von einem kleinen zu einem großen problem….
wie üblich….
nun ja, irgendwie muss man ja mit allem fertig werden und vor allem mit sich selbst und man sollte sich dabei nicht selbst zu fertig machen, nun ja, nun ja, nun ja
der restalkohol im körper, im kopf, im gesamten rest
problem nr. 429:
der gesamte rest

dicembre 14, 2006

nun ja, nun ja, nun ja
irgendetwas sinnvolles möchte mir gar nicht mehr einfallen, dafür ist die Zeit zu schnell und der Raum zu klein und übrigens, eigentlich fällt mir auch nicht mehr soviel ein, die Kälte frisst einen auf und nun ja, verstehen und nicht verstanden werden ist wohl die Schicksalslosigkeit des Verlorenen;
Ich muss mich darauf konzentrieren nicht nachzudenken, nur nicht zu reflektieren beginnen, über Geschehenes nachzudenken, nur die Gegenwart, der Moment, der Augenblick, die Zukunft…..und so weiter wohl
aber irgendwie, ich weiß nicht, ich denke, ich fühle und wenn ich so überlege, da wird es schwarz, sehr schwarz und was so passiert ist und passieren wird, vielleicht ist es besser das Land, die Stadt, ja, sich selbst auszuwechseln, übrigens der Ermittlungsstand,
ich weiß ja nicht, aber ich frage mich schon zu was so viele Verletzungen, so viele seelische Schlachterei notwendig war und notwendig ist und damit meine ich nicht nur jene, sondern auch jene und jene…..


dicembre 13, 2006

Leben

Lieben oder weinen? Leben

Verlangen oder fallen? Leben

Schwimmen oder untergehen? Leben

Trinken oder denken? Leben

Spielen oder sprechen? Leben

Sterben oder steigen? Leben

Fallen oder stürzen? Leben

Verrecken oder bohren? Leben

Sitzen oder konsumieren? Leben

Betteln oder stehen? Leben

Geben oder gehen? Leben


dicembre 11, 2006

nun ja, nun ja, nun ja
Die Müdigkeit arbeitet an mir, ich weiß nicht, die Augenlieder bewegen sich Richtung Fußsohle und die Arme, der Körper befinden, befindet sich irgendwo zwischen Lethargie und Tiefschlaf….
das Wochenende, sagen wir mal donnerstag, freitag, samstag waren mal wieder genug, das wahrnehmungsproblem, nun ja, nun ja, nun ja und der samstag hat die erkenntnis gebracht, dass man sich seine freunde sehr, sehr gut aussuchen sollte, sonst braucht man keine feinde
….
habe gerade den gerhard schröder gesehen, die fotografen schienen durchzudrehen und das blitzlichtgewitter tobte über die straße und ich weiß nicht, in so einem goldenen Käfig zu wohnen, abgeschirmt zu werden und immer ein gutes Dutzend Leute um sich zu haben, halte ich mal nicht für wünschenswert, aber das Gold des Käfig glänzt wohl über diese Tatsache hinweg
…..
ansonsten hat mich das Ende der vergangenen Woche nachdenklich gestimmt, ich denke über Geschehenes nach und das ist eindeutig keine gute idee, überhaupt keine gute idee, aber denken wir mal nach, ich bin überzeugt, dass letztendlich auch wenn die Unerträglichkeit unerträglich geworden ist und alles so beschissen wirkt und ist, trotzdem alles so werden wird, wie es zu werden hat (naja, naja, naja)

dicembre 09, 2006

Ich sitze auf einen Mauervorsprung und warte auf den Bus.
Ein älterer schwarzer Mann mit Brille und Schnurrbart spaziert auf mich hinzu.
In seiner linken Hand hält er eine Papiertasche und in seiner rechten Hand ein weisses Taschentuch.
Er spaziert an mir vorbei und bleibt in meiner Nähe stehen.
Der Bus kommt, ich stehe auf und gehe zum Buseinstieg.
Der Mann ruft mich zurück, zeigt auf den Mauervorsprung, wo ich bis gerade gesessen habe.
Ich denke mir, dass ich nichts vergessen habe, kehre aber trotzdem um.
Der Mann zeigt weiter auf den Mauervorsprung und ich sehe gleichzeitig ein weisses Taschentuch auf meinen Platz und den Inhalt der Papiertasche.
Diese ist bis zum Rand gefüllt mit Papiertaschentüchern.
Ich lächle den Mann an und nehme das Taschentuch, bedanke mich und der ältere Mann nickt mit seinen Kopf, irgendwie seltsam und ich eile zum Buseinstieg, betrete den Bus und fahre ab.
Der ältere Mann bleibt zurück.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es für den älteren Mann wichtig war, dass ich das Taschentuch genommen habe, ich weiß nicht warum, aber es war solchermaßen.
Ich weiß nicht, ich denke mir diese Situation hat mehr Bedeutung, mehr zu sagen, als dass ich es gleich erfassen konnte.
Seltsam, seltsam, seltsam…..

dicembre 08, 2006

Eigentlich sollte an die Anfänge zurückkehren, sich noch einmal zusammenfassen und die Gedanken und die Gefühle an sich binden und weiter denken und fühlen, noch nicht und doch, vielleicht und sicherlich.

Wie schön und grenzenlos, farbenfroh und sinnlich, die sanften Augenblicke der sich bildenden Stille, die Bewegungen im Tanz, die Ekstase der Freude, sich selber und immer wieder.

Eigentlich sollte an das Leben denken, dem Rausch im Heute, dem Morgen, sich anstrengen und probieren, beruhigen und in sich hören, lauschen, spannen, aus dem Kreislauf sich ziehen und so dahin.

Wie anmutig und verzweifelt, schön und nahe, atemlos und nackt mit der Hoffnung spielen, immer tiefer dem Leben versinken und lachen, strahlen und nicht und doch, vielleicht und sicherlich.

nun ja, nun ja, nun ja
der gestrige abend, nun ja, nun ja, nun ja

dicembre 07, 2006

Fürchtet ihr denn nicht, daß der Arme, den man auf die Anklagebank zerrt, weil er sich durch die Gitterstäbe einer Bäckerei ein Stück Brot genommen hat, eines Tages so aufgebracht sein wird, daß er Stein für Stein die Börse niederreißen wird, diese Räuberhöhle, in der man die Schätze des Staates und das Vermögen der Familien stiehlt.
Focault

Ich weiß nicht, ich glaube an das Leben, an die Kraft in der Existenz, im Sein;
Worte können verletzen, Wunden aufreißen, in voller Absicht verletzen….
….unerträglich ist mir der Gedanke, dass das Schwarz/Weiß-Denken keine spätpubertäre Erscheinung ist, denn das Denken der meisten Menschen durchzieht…..
Vielleicht ist es ja so, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen ein beschissenes Leben hat, vielleicht ist es ja so, dass die meisten Menschen es aber mehr interessiert, wer bei der gerade angesagten Fernsehserie welche mit wen wie betrügt, welche Lippenstiftmarke jene Prominente benutzt, vielleicht ist es ja so, dass das manche Menschen mehr interessiert, als irgendeine entfernte menschliche Katastrophe, denn die Gesellschaft erzieht uns zur Un-Solidarität, zum Egoismus, zum sich gegenseitig fertig machen und dem Nicht-Verstehen-Wollen.
Vielleicht sollten manche Menschen anfangen nachzudenken und sich nicht dem Schwarz/Weiß Denken andienen; immerzu danach trachten den nächsten Mitmenschen fertig zu machen, weil das macht ja so viel Spaß…..
…..irgendwie kommt mir jetzt in den Sinn, dass jene Menschen, welche man vielleicht etwas vertraut, etwas liebt, einen am ehestens unter die Erde bringen, keine Reflexion, kein Verständniss, kein komplexes Denken, nur Reduktion auf den anderen Mitmenschen fertig zu machen….
Ich weiß nicht, ich denke an die Liebe, ich spüre meine Ahnungen, strecke mich aus und kann nicht verstehen, mir nicht erklären, aber das Leben ist stärker als das sich gegenseitig erniedrigen, ist stärker, ist schöner, ist bunter als jeder Riss, als jede Wunde, jede Verletzung und vielleicht wird man verstehen, erkennen und leben und leben lassen…..

dicembre 06, 2006

Im Kaffehaus

Antriebslos im Sitz verbleiben, den Zucker von der anderen Seite betrachten, den Kaffee kalt werden lassen, das Wasserglas anstarren, weiter durch die Leere blicken und eine nach der anderen inhalieren.

Einsam die Uhr beobachten, wie die Zeiger voranschreiten, den Ausdruck im Gesicht belassen und nichts daran ändern, weiter und tiefer in dem eigenen Elend sich ausbreiten und ertragen und beklagen.

Weiter mit den Lampen leuchten, draußen ist es kalt und der Kellner bleibt freundlich; man trinkt, konsumiert, blättert in einer Zeitschrift, einer Zeitung und bleibt bei dem was man nicht wahrnehmen möchte.

Der Kaffee ist ausgetrunken, die Zeitung ausgelesen, der Hunger bleibt, der Mensch torkelt, die Müdigkeit wird träge und das Leben wartet vor der Tür.

dicembre 02, 2006

nun ja, nun ja, nun ja
ich denke mir, auch wenn mich die einen einweisen wollen, die anderen mich für verrückt halten und die anderen mich die gesamte Zeit kaputtmachen, die einen mich hassen und die anderen mich mit negativen komplimenten zuschütten, die menschen, etwas zu gut über mich informiert sind, die einen, mich einsperren wollen, die anderen noch schlimmeres mit mir aufführen wollen, also, dass ich zerstört werden soll, als alles bezeichnet werde, was sich die debilsten Schädellosen so in ihrer Unmenschlichkeit ausdenken können, auch wenn dies alles so ist und mein Leben eine ziemliche Katastrophe war und ist, auch wenn dies alles so ist, so wird doch der Augenblick kommen in welchem mich die Menschen anfangen werden zu mögen, mich zu lieben und dieser Augenblick wird früher kommen, als die meisten sich das vorstellen werden können und dann werden auch die Debilsten beginnen zu verstehen, früher oder später werden die Menschen mich anfangen zu mögen
nun ja, nun ja, ich sollte wirklich etwas weniger trinken

01.dicembre

nun ja, nun ja, nun ja

Die Unterschicht (part I)

Heute war ich bei meinem Postkasten, einem von 35, aufgebrochen, am Ende des Stiegenhauses.
Ich erblickte die Mahnungen, die Vorladungen, die Aufforderungen, die allerletzten Versuche die Realität mancher Menschen zu erreichen und ich wollte nicht weinen, nein, ich wollte nicht.

Ich blickte die Stiegen hinauf und niemand kam herunter, niemand beschäftigte sich mit einem, nur die Leere in einem, die schon.

Ich nahm mir einen Werbeprospekt, blätterte darin, staunte über die günstigsten Angebote und überlegte wo denn alle Liebesbriefe geendet wären, aber hier nicht, nein hier nicht.

Ich zählte die Farben der Briefe, die martialischen Logos und erzitterte angesichts der Rechnungsflut, dem Geschmack von Erbrochenem im Mund und der Ahnung, dass keine Liebesbriefe, keine romantischen Verklärungen des harten Dasein hier ankommen würden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: